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Die römische Bevormundung von Rai Südtirol.

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Um den gestrigen Runden Tisch von Rai Südtirol ist eine politische Debatte entbrannt, weil keine Oppositionspolitikerinnen eingeladen waren.

Dazu schreibt die TAZ in einem Bericht:

Eine offizielle Stellungnahme von RAI Südtirol blieb auf Anfrage der [Tageszeitung] aus – eine Genehmigung aus Rom, die 72 Stunden vorher eingeholt werden müsse, sei dafür erforderlich.

– TAZ

Das ist doch ein Witz: Für eine öffentliche Stellungnahme muss sich der öffentlich-rechtliche Sender der angeblichen Vorzeigeautonomie eine Genehmigung aus Rom holen — und das auch noch mit einer Vorlaufzeit von drei Tagen. Dabei geht es nicht um eine Positionierung der gesamten Rai, sondern lediglich um eine Einordnung einer eigenen Sendung.

Diese entmündigende Praxis ist das Paradebeispiel für den strikten römischen Zentralismus: ein System, das mit Selbständigkeit — in diesem Fall: redaktioneller Freiheit — nur wenig zu tun hat.

Hinweis: In diesem Beitrag geht es bewusst und ausdrücklich nur um die Bevormundung von Rai Südtirol und nicht um das Thema der Sendung und die außen vor gelassene Opposition.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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Comentârs

6 responses to “Die römische Bevormundung von Rai Südtirol.”

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Das Problem fängt ja schon damit an, dass sämtliche Personalaufnahmen der RAI-Südtirol von Rom genehmigt werden müssen. Und da wird natürlich bei den Polizei- und Carabinieristellen in Südtirol nachgefragt, ob die betreffende Person in den Geheimdossiers als “italienfeindlich” (di sentimenti antiitaliani) klassifiziert ist. Daraus ergibt sich dann die romhörige, sehr oft allen journalistischen Grundsätzen widersprechende Berichterstattung der sogenannten RAI-Südtirol.

    1. Simon avatar

      Das Problem fängt ja schon damit an, dass sämtliche Personalaufnahmen der RAI-Südtirol von Rom genehmigt werden müssen.

      Das hatten wir in der Tat auch schon thematisiert.

      Und da wird natürlich bei den Polizei- und Carabinieristellen in Südtirol nachgefragt, ob die betreffende Person in den Geheimdossiers als “italienfeindlich” (di sentimenti antiitaliani) klassifiziert ist.

      Nicht dass es für mich unvorstellbar klingen würde, aber gibt es irgendwelche belastbaren Belege dafür?

      1. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        Interne Vorgänge der RAI können von außen nicht belegt werden, außer es würde jemand mit entsprechendem Wissen an die Öffentlichkeit gehen. Die lange Zeit, die bei solchen Entscheidungen verstreicht, lässt aber vermuten, dass Informationen über die Kandidaten eingeholt werden. Nicht auszuschließen ist, dass dazu auch ein Gutachten der Landesregierung gehört.

      2. Simon avatar

        Also Kaffeesudleserei.

  2. Werner Pramstrahler avatar
    Werner Pramstrahler

    Abgesehen von diesem autonomiepolitischen Armutszeugnis wurde in der Sendung nicht immer faktensicher Daten zur Stützung der eigenen Position angeführt. Ich fände es angemessen, wenn zur Diskussion gebrachte Daten mit Quellenangabe nach Prüfung durch die Redaktion eingeblendet würden.

  3. H. avatar
    H.

    Ohne faktensichere Daten könnten Daten “geschönt” wiedergegeben werden und zu Missinterpretationen/Missverständnissen beim Zuschauer führen. Laut kürzlich veröffentlichter AFI-Studie ist die Erwerbstätigkeit in Südtirol zwar ungebrochen hoch, aber ein “würdiges” Leben, wie in der Verfassung verankert, kann anscheinend nicht mehr allen Lohnabhängigen geboten werden, wenn ein hoher Prozentsatz mit dem Einkommen nicht mehr auskommt und ca. die Hälfte keinen Puffer an Erspartem mehr anlegen können… Ich habe mal neugierigerweise die KI befragt, ob wirklich so viele Menschen im höheren Alter noch freiwillig berufstätig sind oder dies aus Notwendigkeit machen müssen, weil der finanzielle Druck in Südtirol so hoch ist und wie die Sache aussehen würde, wenn die Personen finanziell nicht mehr auf Erwerbsarbeit angewiesen wären (ich habe ihn als Referenzwert befragt zu Frauen im Alter von 56 Jahren in Südtirol)… Da hat mir die KI geantwortet: Etwa 60 % der 56‑jährigen Frauen in Südtirol würden früher aussteigen, wenn sie es sich leisten könnten. Das heißt die wunderbaren Erwerbsstatistiken von Südtirols Frauen haben großteils andere Hintergründe als die vielgepriesene
    Selbstverwirklichung der Frauen im Beruf…

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