Aus Anlass des Internationalen Tages der Muttersprache (21. Februar) organisiert das Amt für Weiterbildung und Sprachen des Landes die Online-Aktion Muttersprache – Worte, Stimmen, Bilder. Sie besteht aus einer Sammelphase, die bis Ende Februar läuft, und einer digitalen Ausstellung Anfang März.
Ankündigung auf Englisch (mit Logo #multilingual)
Im Rahmen der Sammelphase können Gedanken, Erinnerungen, Audio-Botschaften, Bilder oder Zeichnungen hochgeladen werden, die sich jeweils auf einen der drei Bereiche — Worte, Stimmen und Bilder — beziehen.
Da die Aktion von der Abteilung für Deutsche Kultur ausgeht, wäre es grundsätzlich legitim, wenn sie sich ausschließlich mit der deutschen Sprache befassen würde. Genau das ist jedoch ausdrücklich nicht der Fall: Einerseits werden mehrere Sprachen thematisiert, etwa auch die Möglichkeit mehrerer Muttersprachen, andererseits sind auch die Fragen, die zum Teilen von Beiträgen und Kommentaren über die Plattform Padlet einladen sollen, mehrsprachig formuliert:
Ausschnitt Padlet (Stimmen)
Diese mehrsprachige Ausrichtung ist an sich zu begrüßen. Umso empörender ist jedoch die konkrete Auswahl der berücksichtigten Sprachen: Wie ist es möglich, dass ausgerechnet zum Internationalen Tag der Muttersprache Deutsch, Italienisch und sogar Englisch vorgesehen sind, nicht aber die älteste, kleinste und zugleich vulnerabelste Landessprache Ladinisch?
Englisch ist weder autochthon noch schutzbedürftig, während die Amtssprache Ladinisch gerade im Sinne dieses Gedenktags im Zentrum stehen müsste. Der Internationale Tag der Muttersprache wurde von der Unesco nicht zuletzt ins Leben gerufen, um auf bedrohte Sprachen aufmerksam zu machen — nicht um globale Verkehrssprachen zusätzlich zu privilegieren, auch wenn natürlich nichts dagegen einzuwenden ist, dass auch Englisch berücksichtigt wird.
Erst kürzlich hatte ich kritisiert, dass die Alkoholverzichtkampagne Co,ol das Ladinische außen vor lässt. Die dritte Landessprache jedoch selbst dann auszugrenzen, wenn es ausdrücklich um Muttersprache geht, hat aber noch einmal eine ganz andere Qualität. Dass dies zudem unter dem Etikett #multilingual geschieht, wirkt dabei wie ein schlechter Witz.
Auf die Angelegenheit wurde ich von einem Bekannten hingewiesen.
Cëla enghe: 01



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