Am Institut Tecnich Economich »Raetia« (ITE) in Urtijëi werden die Schülerinnen während des Ladinischunterrichts nach Sprachkenntnissen getrennt und in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Für Jugendliche aus dem Tal werde dann Erstsprachunterricht, für jene ohne ausreichende Vorkenntnisse Zweitsprachunterricht angeboten. Dies berichtet die Rai Ladinia in einem aktuellen Beitrag.
An der Scola d’Ert »Cademia«, ebenfalls in Urtijëi, sei dieses Modell demnach schon seit längerer Zeit etabliert, an der Raetia werde es hingegen erst seit zwei Jahren angewandt.
Laut David Lardschneider, der an der Oberschule Ladinisch unterrichtet, sei auf die Notwendigkeit einer solchen Trennung schon seit zwanzig Jahren hingewiesen worden.
Dem Bericht zufolge ist der getrennte Ladinischunterricht auf die ersten und zweiten Klassen beschränkt, während die Gruppen ab der dritten Klasse wieder vollständig zusammengelegt werden. Ob und wie stark sich die unterschiedlichen Kompetenzniveaus bis dahin angeglichen haben, wird nicht thematisiert.
Ein weiterer Ladinischlehrer, Marc Senoner, betont im Interview, dass das Interesse an der ladinischen Sprache unter Schülerinnen von außerhalb durchaus groß sei. Auch außerhalb des Unterrichts würden sie versuchen, einige Wörter und Sätze auf Ladinisch zu sprechen. Eher seien es die Schülerinnen aus Gherdëina selbst, die wenig Ladinisch sprechen.
Insgesamt stehen auch am ITE Raetia nur zwei Wochenstunden Ladinisch auf dem Stundenplan. Das ist Expertinnen zufolge nicht genug, um den Fortbestand der gefährdeten Minderheitensprache zu garantieren.

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