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Pro & Contra zum Thema Vertragsbruch.

Interessant, was Karl Zeller da am gestrigen 20. Dezember gesagt hat. Unter anderem:

Das was uns sehr enttäuscht hat […] von der Regierung Monti war […], dass man gesagt hat »ihr seid die Privilegierten, uns ist relativ egal, was im Autonomiestatut steht, ihr bekommt viel zu viel Geld, ihr habt zuviele finanzielle Mittel, und das muss geändert werden.« Und wenn wir gesagt haben, »aber im Autonomiestatut steht, dass wir 90% haben«, sagen die einfach, »ja eigentlich solltet ihr nur 60% haben« […]

Was sehr neu war, dass die Mehrheit in der Bilanzkommission für unsere Abänderungsanträge gewesen wäre, und diese dann gescheitert sind, weil die Regierung ihr Veto eingelegt hat, also das ist schon ein starkes Stück gewesen.

Nur eines ist klar: Wenn sich die Regierung […] und der Verfassungsgerichtshof nicht an die verbrieften Rechte [halten], die ja Grundlage […] für den Verbleib von Südtirol im italienischen Staat immer waren […] dann gilt der Pakt, den wir mit Rom gemacht haben, nicht mehr, aber er gilt für Rom dann nicht, offenbar, aber er gilt dann für uns auch nicht mehr. Und dann heißt es eben, neue Optionen zu finden, und dann müssen wir unsere Beziehungen zu Rom grundlegend überdenken, das kann dann alles heißen.

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12 replies on “Pro & Contra zum Thema Vertragsbruch.”

Ja, aber es ist immer dasselbe, soweit ich mich zurückerinnern kann: Zuerst ein paar Drohungen von Seiten der SVP und leise Ankündigungen wie “wenn, aber dann” usw. Gleich danach folgt die Antwort eines Ministers aus Rom, und es ist alles wieder eitel Sonnenschein und das “Eis ist zwischen Bozen und Rom gebrochen”. Was soll man davon halten?

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2011/12/21/peterlini-zwischen-bozen-und-rom-ist-das-eis-gebrochen.html

Die Frage ist, was die Svp in einem solchen “worst-case” Szenario überhaupt noch unternehmen möchte, nachdem sie in den vergangenen Jahren immer wieder verlautbaren ließ – unter tatkräftiger Unterstützung loyaler Experten – dass die Selbstbestimmung heutzutage unmöglich sei, weil man in Europa keine Grenzen mehr verschieben könne (die es laut offizieller Svp-Diktion in der EU eigentlich gar nicht mehr gibt…)

Egal, warten wir einfach ab, welchen Kuhhandel zu unser aller Lasten der Monat Januar bringen wird (angeblich soll ja erstmals ein Treffen Durnwalder-Monti stattfinden)

Nonostante gli argomenti siano tutt’altro che nuovi ci sono almeno un paio di spunti di riflessione che emergono, assieme ai vecchi (un po’ ammuffiti) cavalli di battaglia che occupano la maggior parte:

1- bisogna preparare la situazione italiana e internazionale alla Selbstbestimmung. Non si può fare dall’oggi al domani
2- si sarebbe dovuto cominciare decenni fa a lavorare ad un modello.
3- se già  gli stessi parlamentari SVP parlano della nostra autonomia come di un privilegio, la marcia verso la Vollautonomie che viene tanto sponsorizzata, non può che essere una ritirata…

Poi boh… pare finito tutto in una bolla di sapone: nonostante centinaia di milioni di euro di tagli negli ultimi anni l’annuncio di un colloquio (non il suo contenuto) mette tutti di buon umore

Il colloquio avrà  luogo una volta che il decreto «salva-Italia» (sic) sarà  già  in vigore. Così forse qualche bella parola di Monti («in futuro rispetteremo l’autonomia») riuscirà  a evitare che il Sudtirolo e il Trentino presentino ricorso davanti alla corte costituzionale… e intanto non solo i nostri soldi, ma soprattutto la legalità  e il rispetto per gli accordi saranno andati a farsi benedire. Vedremo se sono eccessivamente pessimista.

Damit bestätigen sich meine bereits früher geäusserten Vermutungen, dass, sobald es um die Knete geht, sich die Haltung der SVP plötzlich um 180 Grad ändern wird. Das hat man davon, wenn Autonomie faktisch nur über Kompetenzen (sprich Geld) definiert wird. Blamabel.

@ succus

du scheinst mit deiner vermutung richtig zu liegen und es ist wahrlich beschämend, wenn rein monetäre aspekte ohne idealistische/ideologische bzw. moralische erwägungen den ausschlag für die marschrichtung geben.

@succus & hunter

Ich sehe bei der SVP nicht mal jetzt, wo es um die Knete geht – wobei es natürlich und da stimme ich euch zu, eine Vielzahl an idealistischeren Gründen gäbe, den festgefahrenen Autonomie-Kurs zu überdenken und zu ändern – nachhaltige Anzeichen ihre Politik zu korrigieren, geschweige denn griffige Konzepte, die umgesetzt werden könnten.
Ich hoffe ich irre mich mit dieser eher pessimistischen Einschätzung. Aber ein Gesprächstermin mit Monti reicht ja schon um die Gemüter zu besänftigen. Beim Gespräch selbst wird es dann einige unverbindliche Zusagen geben und die Legende von der Vorzeigeautonomie wird weiterleben.

Forse andava meglio con i precedenti governi, in particolare con quelli di
Berlusconi? O anche con quelli di Prodi, visto che in questo caso il colore politico non ha molta importanza? Quando la SVp e gli altri parlamentari delle minoranze linguistiche (anche quelli della Val D’Aosta per esempio) negoziavano la loro fiducia al governo in puro stile mercato delle vacche, portando a casa praticamente tutto quello che volevano. E’ vero che il fine giustifica i mezzi, ma se l’autonomia del Sudtirolo si deve basare su un machiavellismo di bassa lega, che tra l’altro è un tipico comportamento “italiano” deteriore, non so quanto ne valga la pena. Oggi la SVp ha votato no al voto di fiducia sul decreto Monti. Meglio così, no? Meglio la chiarezza, il confronto e le trattative anche dure ma trasparenti, alla luce del sole, senza bizantinismi, in poche parole europee.

@succus

Damit bestätigen sich meine bereits früher geäusserten Vermutungen, dass, sobald es um die Knete geht, sich die Haltung der SVP plötzlich um 180 Grad ändern wird. Das hat man davon, wenn Autonomie faktisch nur über Kompetenzen (sprich Geld) definiert wird. Blamabel.

Bravo, 100% Zustimmung. 👏
Leider lässt diese Haltung der SVP uns Südtiroler insgesamt als geldgeile Opportunisten erscheinen, deren Fähnchen sich im Wind beliebig dreht. Diese Haltung kann uns eines Tages bei einer Sezession teuer zu stehen kommen und unsere Position sehr schwächen.
Hoffentlich versteht man dann dass Südtirol nicht gleich die SVP ist.

@tuscan: La chiarezza e l’idealismo vanno sempre bene e li condivido, ma dobbiamo anche essere realisti. Con due-tre rappresentanti in camera e senato l’unico maniera per contare è quella di sfruttare i momenti di debolezza, a meno che… ci si possa affidare alla buona volontà  della controparte, ma questa è cosa assai rara. E allora, finché siamo una minoranza (in Italia lo saremo sempre) la strada da battere sarà  soprattutto quella, bella o brutta che sia. L’attuale «grande coalizione» ci da l’opportunità  di agire in maniera più trasparente, ma solo perché dall’altro lato ci toglie qualsiasi potere contrattuale.

pérvasion, sono d’accordo che l’idealismo in un paese come l’Italia rischia di essere controproducente, però sono anche dell’idea che il realismo cinico alla fine dei giochi non porta da nessuna parte. Direi che la via migliore è quella del realismo etico, non so come chiamarlo ma penso che tu capisca quello che intendo. Anche perché, correggimi se sbaglio, ho l’impressione che la comunità  sudtiolese di lingua italiana venga particolarmente irritata dalle manovre della SVp con i governi romani al fine di strappare sempre nuove competenze per la provincia, più che da tutte le marce degli Schuetzen, picchetti al Brennero della SF o proclami “pangermanisti” dei Freiheitlichen messi insieme. E visto che lo scopo di BBD è anche coinvolgere gli altoatesini nel percorso virtuoso verso un’autonomia spinta fino alla sovranità  ……

Hm, irgendwie schon seltsam, wenn einige Vorgänge und Handlungen, die in Italien an der Tagesordnung sind (bzw. von den Protagonisten des Politikbetriebs sogar noch wesentlich skrupelloser gehandhabt werden, siehe z.B. Berlusconis “Kauf” von Parlamentariern im Dezember 2010), von den Italienern plötzlich als verwerflich betrachtet werden, sobald sich die Svp auf dieselbe Art und Weise verhält…

Außerdem kann ich nun wirklich keine großartigen neuen Kompetenzen aufzählen, die die Svp in den letzten Jahren heimgeholt hätte. Der Stilfser Joch Nationalpark, die Neuerungen betreffend die Kontrolle des Rechnungshofes und insbesondere die Angelegenheit mit den faschistischen Relikten sind nüchtern betrachtet wohl eher Augenwischerei als wirkliche Meilensteine der Autonomie.

Letztere darüber hinaus noch mit der Folge, dass es einen hysterischen Aufschrei der im Lande lebenden Italiener gegeben hat, die plötzlich ihre Kultur und Identität – oder was auch immer sie dafür halten – bedroht sahen; irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ihre Befürwortung der Autonomie vielleicht eher ein Lippenbekenntnis sein könnte…

Und solange die Gräben zwischen den Sprachgruppen weiterhin so tief bleiben, wird es wohl sehr schwierig werden, weitere Schritte in Richtung mehr Unabhängigkeit (egal ob nun “Vollautonomie” oder Selbstbestimmung) zu setzen.

Trotzdem: Euch allen noch Frohe Weihnachten!

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