Marschs auf Bozen gedacht.

Am 2. Oktober hat die Gemeinde Bozen, genau 90 Jahre nach den Ereignissen, erstmals offiziell des faschistischen Marschs auf Bozen gedacht, der mit der Absetzung des demokratisch gewählten Bürgermeisters, Dr. Julius Perathoner, endete. Im Zuge einer kleinen Feier wurde am Rathaus eine Erinnerungstafel angebracht und die Passage zwischen Rathausplatz und Piavestraße nach dem langjährigen Bürgermeister der heutigen Landeshauptstadt benannt. Erst 26 Jahre nach den Vorfällen von 1922, auf die drei Wochen später Mussolinis Marsch auf Rom folgte, konnte Bozen, inzwischen durch die faschistischen Machthaber und den Weltkrieg stark verändert, wieder einen Bürgermeister wählen.

Die erfreuliche Initiative reiht sich ein in eine ganze Serie von Akten, die unter der Bürgermeisterschaft von Luigi Spagnolli in diese Richtung unternommen wurden, so zum Beispiel die Platzbenennung nach den Geschwistern Scholl, die Ehrenbürgerschaft für Josef Mair-Nusser oder die Ehrung des Nazi-Widerständlers Franz Thaler.

Siehe auch: [1]

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  • Hermann

    26 Jahre nach den Vorfällen von 1922…

    Und wie viele Jahre wird man noch warten müssen auf einen Anton-Gostner-Platz oder Sepp-Kerschbauer-Platz?

    • Genauso wie ich grundsätzlich dagegen bin, Straßen und Plätze nach Militäreinheiten und Heeresmitgliedern zu benennen, halte ich nichts davon, sie Attentätern zu widmen, ganz egal, ob ihre Absichten gut oder schlecht, notwendig oder überflüssig, erfolgreich oder -los waren. Lediglich für Anton Gostner als Folteropfer würde ich (persönlich) eine Ausnahme machen.

      • Stefan H.

        Das mit dem Folteropfern dürfte auf kräftigen Widerstand durch die italienischen Rechtsextremen stoßen.
        Siehe gestriger Kommentar von Alt-Senatorin (!) Adriana Pasquali im gestrigen Alto Adige, in dem sie Buchautorin Francesca Melandri zu belehren versuchte, dass es in den 60er Jahren nicht zu Folterungen gekommen sei.
        Aus ihrer Sicht ist Anton Gostners Tod durch natürliche Umstände eingetreten.

      • Hermann

        @Pervasion
        Dann müßtest Du aber auch Andreas-Hofer-Straßen verbieten??

      • Man muss schon zwischen verschiedenen Epochen und der jeweiligen Rolle/Akzeptanz von Gewalt unterscheiden. Trotzdem hätte ich kein Problem, auf Andreas-Hofer-Straßen zu verzichten.

        (ad »verbieten«: Weder will ich, noch habe ich die Macht Sepp-Kerschbaumer- oder Alpinistraßen zu verbieten. Aber ich bin gegen solche Benennungen.)

  • Sandro

    Un’amica mi ha passato recentemente un video interattivo di “le monde” su Predappio, Mussolini ed i nostalgici del fascismo.
    Prendetevi un’oretta per vederlo, a metà tra l’onirico e il surreale, un pezzo di passato che non passa. Interessante è anche il raffronto con Branau e di quanto poco si è fatto in Italia per affrontare criticamente il periodo storico del trentennio:
    http://www.lemonde.fr/laducevita/#/prehome