Sicherungen durchgebrannt?

An die kleinen Unterschiede zwischen Nord und Süd gewöhnt man sich recht schnell. Und vieles funktioniert ohnehin ähnlich bis gleich. Es gibt jedoch zwei Dinge in Südtirol, an die ich mich wohl niemals gewöhnen werde und die mir in beharrlicher Regelmäßigkeit die Zornesröte ins Gesicht treiben. Zum einem passiert dies, wenn ich wieder einmal mitten unterm Kochen zwei Stockwerke runter in den Keller muss, weil ich zum x-ten Mal vergessen habe, dass zwei Herdplatten und der Backofen zu viel für die Sicherung in einem Industrieland (!!!) sind und die vertrottelte Regulierungsbehörde den Stromversorgern überhaupt erlaubt und letztere auch noch in Anspruch nehmen, in einem hochtechnisierten Flecken Erde wie dem unseren, einen 3 KW-Anschluss anzubieten, der noch dazu teurer ist als der Minimalanschluss mit 6 KW in Nordtirol und das obwohl die Produktionsbedingungen ähnlich sind (Energiegesellschaft in Landeseigentum produziert Strom aus Wasserkraft). Grrrrrr.

Zum anderen reizt es mich gewaltig, wenn ich mit dem fahrlässigen Umgang mit Persönlichkeitsrechten hierzulande konfrontiert werde.

Der Mordfall am Virgl und die versuchte Vergewaltigung in einem Altersheim in Bozen haben meine Aufmerksamkeit kürzlich wieder auf dieses sensible Thema gelenkt. Sensibel, da hier zwei Grundrechte aufeinanderprallen, die sich zum Teil widersprechen. Einerseits haben wir Meinungs- und Pressefreiheit und somit das Recht auf Informationen im öffentlichen Interesse. Auf der anderen Seite stehen der Schutz der Person und das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung.

Sowohl beim Mordfall am Virgl als auch bei der versuchten Vergewaltigung im Altersheim haben die Behörden und in weiterer Folge die hiesigen Medien die Identität der Verdächtigen und im ersten Falle sogar jene einer Zeugin preisgegeben; mit Vor- und Nachnamen bzw. Bild.

Bevor jetzt jemand kommt und meint: „Typisch, sollen natürlich wieder nur die Täter geschützt werden. Was ist mit den Opfern?“ müssen wir eines klarstellen: Verdächtige/Verhaftete/Beschuldigte/Angeklagte sind keine Täter. Zu diesen werden sie erst, wenn ein Gericht ihre Schuld festgestellt hat. Nicht einmal ein vor der Verurteilung getätigtes Geständnis würde daran etwas ändern. Das ist eines der essentiellsten Prinzipien unseres Rechtsstaates und hat nichts mit „Täterschutz“ oder „Milde“ zu tun.

Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte lautet:

Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

Und auch die Europäischen Menschenrechtskonvention besagt in Art. 6 Abs. 2:

Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.

Ohne die italienische Rechtslage genau zu kennen, halte ich den hiesigen Umgang mit obigen Prinzipien für äußerst bedenklich. Ob die Handhabe der Persönlichkeitsrechte im Zusammenhang mit Straftaten in Italien genau geregelt ist oder wie in anderen Ländern Europas eine Grauzone darstellt, in der jeder Fall einzeln bewertet werden muss, ist einerlei. Denn entweder ist hier die Rechtslage oder aber die Auslegung bzw. Exekution dieser für einen Rechtsstaat beschämend.

Jeder Mensch hat das Recht, dass seine Persönlichkeit geschützt wird. Und in den meisten Fällen (wie auch in den beiden von mir zitierten) liefert die Nennung der Namen bzw. die Veröffentlichung des Bildes der Verdächtigen keinen Mehrwert zur Information. Die Pressefreiheit und das Recht auf Information der Bevölkerung sind auch in einem anonymisierten Artikel gewährleistet.

Ein Urteil des Landgerichts Hamburg zu einem Fall, in dem ein der sexuellen Nötigung Angeklagter eine Zeitung wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte verklagte, bringt dieses Rechtsverständnis schön auf den Punkt:

Die angegriffene Berichterstattung verletzt den Kläger wegen dessen namentlicher Nennung […] und bildhafter Darstellung in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht sowie in seinem Recht am eigenen Bild. […] Die Berichterstattung an sich stellt zwar eine zulässige Verdachtsberichterstattung dar. Das Recht der Presse, über ein Strafverfahren zu berichten, beinhaltet jedoch nicht notwendig das Recht, über den strafrechtlichen Vorwurf auch unter Nennung des Namens und der Abbildung des Angeklagten oder in einer sonstigen den Angeklagten identifizierenden Weise zu berichten. Vielmehr gilt, dass der Presse bei einer die Identifizierung des Beschuldigten enthaltenden oder ermöglichenden Berichterstattung über das Vorliegen des Verdachts einer Straftat wegen der damit verbundenen Prangerwirkung und des Risikos einer unbegründeten Verdächtigung besondere Zurückhaltung auferlegt ist. […] So hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich betont, dass nicht zuletzt aufgrund der aus dem Rechtsstaatsprinzip folgenden Unschuldsvermutung bis zu einem erstinstanzlichen Schuldspruch oftmals das Gewicht des Persönlichkeitsrechts gegenüber der Freiheit der Berichterstattung überwiegt. […] Eine individualisierende Berichterstattung über den Angeklagten eines Strafverfahrens soll danach lediglich dann gerechtfertigt sein, wenn sich der Betroffene nicht bzw. nicht mehr mit Gewicht auf sein allgemeines Persönlichkeitsrecht berufen kann, etwa weil er sich den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen in der medialen Öffentlichkeit gestellt hat, aber auch dann, wenn der Betroffene kraft seines Amtes oder wegen seiner gesellschaftlich hervorgehobenen Verantwortung bzw. Prominenz auch sonst in besonderer Weise im Blickfeld der Öffentlichkeit steht und die Medienöffentlichkeit mit Rücksicht hierauf hinzunehmen hat.

Generell ist es in österreichischen und deutschen Medien üblich, im Zweifelsfall immer zu anonymisieren. Nicht individualisierte Berichterstattung ist dort nicht nur bei Verbrechen sondern – wiederum im Gegensatz zu Südtirol – auch bei Unfällen und dergleichen gängig und im Sinne des Schutzes der Person zu begrüßen. In Italien scheinen hingegen sogar die Behörden und Einsatzkräfte recht locker im Umgang mit diesen Rechten, denn Namen und Bilder werden auf Pressekonferenzen meist freimütig veröffentlicht.

Ein Höhepunkt dieser unsäglichen und internationalen Standards fernen Praxis war die Herausgabe des Namens einer Zeugin im Mordfall am Virgl.

Abgesehen davon, dass es in Sachen Persönlichkeitsrechten ein Wahnsinn ist, dass die Polizei den vollen Namen einer Zeugin rausrückt und die Medien diesen auch noch veröffentlichen, gibt es hierbei sogar noch einen weiteren bedenklichen Aspekt: Es handelt sich um einen ungeklärten Mordfall. Den Namen der Zeugin publik zu machen, bringt diese in Gefahr, da man nicht wissen kann, ob nicht auch noch andere Personen in das Verbrechen involviert sind. Und sollte es tatsächlich weitere Mitwisser oder -täter geben, könnten diese ein Interesse daran haben, dass die Zeugin durch Beeinflussung oder Bedrohung ihre Aussage – sagen wir mal – überdenkt. Stümperhafter und dümmer geht’s eigentlich kaum.

7 Pingbacks/Trackbacks

  • Flo

    Vollste Zustimmung zu beiden Aussagen! Überhaupt dieses Nichtanonymisieren in öffentlichen Publikationen fällt mir immer wieder negativ auf!

  • m.gruber

    Ja, dieser Umstand stößt mir auch immer wieder sauer auf … und dabei nennst du nur einige wenige Beispiele. Verstöße gegen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und Veuyerismus der widerlichsten Art findet man allenthalben.

    Ich erinnere an die Berichterstattung zur Ermordung einer Prostituierten in Bozen, den Familienmord im Burggrafenamt, den Priester auf dessen PC angeblich pornografisches Material gefunden wurde …

    Gibt’ eigentlich in Italien einen Pressecodex, Presserat o.ä. ?

  • succus

    Volle Zustimmung. Ich habe mich auch immer über die lächerlich niedrigen Anschlussleistungen aufgeregt, mittlerweile haben wir zu Hause ein 6 kW-Anschluss, da auch die Gemeinschaftsheizung dranhängt. In den Wintermonaten bekommen wir dafür Rechnungen, die mehr als 300 Euro für zwei Monate betragen. Ich glaube, das ist Weltrekord! Bei Ländervergleichen wird diesem Umstand nicht Rechnung getragen. Es wäre höchst an der Zeit, dass der Standardanschluss 6kW beträgt, die Netze würden das locker aushalten. Der sog. Nachttarif ist gerade mal 10% niedriger als der Standardtarif, obwohl an den Strombörsen dieser nur einen Bruchteil beträgt. Ma siamo in Italia!

  • Rosanna

    Ja. Es reicht schon, wenn man z.B. liest, dass der (womöglich arbeitslose) 18-Jährige S. L. aus “Kaff” am Schlern am Vortag beim Konsum einer illegalen Substanz erwischt wurde. Dann ist zumindest für die Dorfbewohner und Umgebung eigentlich alles klar.

    • Geri

      Ganz abgesehen davon, dass auch schon bei Veröffentlichung von unvollständigen persönlichen Daten des Verdächtigen oft Unbeteiligte vorverurteilt werden, weil sie z.B. gleich alt sind, aus dem selben Kaff kommen und einer ähnlichen Arbeit nachgehen.

  • KlausK

    Ja stimme bzgl. der Persönlichkeitsrechten voll zu.
    Anders zu der 3KW Grenze. Alle reden von Umweltschutz, gegen Atomstrom ecc.
    Wenn es darum geht sich etwas für den Umweltschutz einzuschränken, dann wird dieser schnell vergessen. Umweltschutz ja aber bitte bei den Anderen.
    Was die 3 KW Grenze mit dem USchutz zu tun hat? Ganz einfach, die 3KW Grenze deckelt den Spitzenstromverbrauch und damit müssen weniger Kraftwerke gebaut bzw. am Netz hängen. Auch wenn ST mehr Strom erzeugt als verbraucht, der Strom den ST erzeugt ist fast durchwegs Spitzenstrom. Der Grundstrom wird weiterhin von Kohle, Öl und Atomstrom gedeckt. Wenn wir also den Spitzenstrom selbst verbrauchen, müssen Gegenden mit keinem Spitzenstrom mehr Grundlaststrom erzeugen. Das wäre um einiges schlechter für die Umwelt und das nur für etwas mehr Bequemlichkeit.
    @succus
    Ob das wirklich alle Netze aushalten würden, bezweifle ich sehr. Wenn bis jetzt alles auf die 3KW ausgelegt wurde kann man nicht einfach aufs Doppelte gehen .
    Aber das könnte man aufrüsten, was sich dann aber wieder auf die Stromrechnung auswirken würde.

    • Harald Knoflach

      @ KlausK

      nicht ganz. bei mir führt dieser 3kw wahnsinn sogar zu mehr stromverbrauch. geschirrspüler, waschmaschine, trockner schalte ich grundsätzlich nicht zu spitzenstromzeiten ein. aber wenn man nicht einmal mehr mit zwei herdplatten und dem backrohr kochen kann (topf mit nudeln, topf mit sauce und z.b. noch eine zwiebelsuppe zum überbacken im ofen bzw. eine gemüsebeilage im dampfgarer), dann ist das ineffizient. ich muss die dinge nacheinander machen und kann auch kaum synergien nutzen – d.h. ich muss das eine gericht, nachdem es fertig gekocht ist, warmhalten bzw. dann, wenn die beilage fertig ist, wieder aufwärmen. was das mit umweltschutz zu tun hat, erklär mir mal bitte. und den speisen ist das auch nicht wirklich zuträglich.

      • KlausK

        Also mit deinem Kommentar bestätigst du ja die Sinnhaftigkeit dieser Begrenzung. Wer sagt nämlich, dass du Waschmaschine, Spülmaschine, Kochplatte ecc. dann nicht gleichzeitig laufen lässt, sobald diese Begrenzung nicht mehr existieren würde? Nehmen wir mal an du lässt diese Geräte gleichzeitig laufen und brauchst dafür 6 kW, damit muss die E-Wirtschaft dann rechnen. Das sind dann 3 kW mehr als bis jetzt. Wenn man das auf 10 mil Haushalte rechnet kommen da 30 GW Leistung zusammen. Die ganz grossen thermischen Kraftwerke haben so bis ca. 4 GW, Wasserkraftwerke in Europa ca. bis zu 2 GW. So ich hoffe du und die die dir applaudiert haben verstehen jetzt die Dimensionen. Selbst mit einem 1 kW zusätzlich wären das immer noch 10 GW zusätzliche Leitung die bereit stehen muss.
        Wir rechnen hier nur mit 10 mil Haushalte!
        Eine Empfehlung leg dir ein Gaskochfeld zu! Ist vom Wirkungsgrad mindestens gleich als eine EPlatte wenn nicht besser.

      • Harald Knoflach

        @ KlausK

        Wer sagt nämlich, dass du Waschmaschine, Spülmaschine, Kochplatte ecc. dann nicht gleichzeitig laufen lässt, sobald diese Begrenzung nicht mehr existieren würde?

        weil ich geschrieben habe “grundsätzlich” und ich mir des umweltschützerischen Aspektes durchaus bewusst bin.

        Gaskochfelder sind zum Kochen wunderbar, da die Hitze unmittelbar reguliert werden kann. Trotzdem sind sie mir nicht geheuer und auch alles andere als effizient was den Energieverlust betrifft.

      • Hermann

        @H.Knoflach
        Gaskocher sind übrigens sehr effizient was den Energieverlust betrifft. Eigentlich logisch denn Kohle, Erdgas das in fossilen Kraftwerken verfeuert wird um Strom zu erzeugen hat hohe Verluste. So kommen nur 35-55% in der Stromleitung an u. mit dem Rest wird ein Fluß erwärmt. Anders natürlich wenn der Strom nur aus Wasserkraftwerken, PV oder Windkraft kommen würde.

        In D kennt man die 3KW Regelung übrigens gar nicht. Dort kann sich auch jeder Haushalt der es braucht sich eine 400Volt-Steckdose installieren lassen die 32 Ampere haben. So kann man dort nur an dieser einen Dose schon fast 13 KW vom Netz ziehen.
        Jedenfalls funktioniert das dort anscheinend gut.

      • Harald Knoflach

        @ Hermann

        natürlich kommt es auf den strommix an. als gerät an sich hat ein gaskocher jedoch sehr viel verlust (wärme).
        das mit den starkstrom-leitungen geht in österreich auch. meine eltern verfügen auch über einen solchen anschluss (für kreissäge und dergleichen).

    • succus

      Dann erkläre mir mal, wieso sich das verdoppeln sollte, wohlgemerkt Haushaltsstrom, nicht gewerblich genutzter Strom, hat nur einen geringen Anteil am Spitzenstrom, zudem würden die Haushalte nie alle zeitgleich die gesamten 6kw abrufen, sondern, wenn überhaupt, zeitversetzt. Dadurch würden die Stromnetze nur im kleinen einstelligen Bereich zusätzlich belastet. Zusätzliche Kraftwerke sind nicht vonnöten, gerade die erneuerbaren Energien haben den Preis für Spitzenstrom an der Leipziger Strombörse dezimiert. Für Stromversorger wird es zunehmend uninteressant, neue Kraftwerke zu bauen. Es ist also keine technische, sondern in erster Linie eine administrative-fiskalische Frage, was in Italien in der Regel zu schlechteren Ergebnissen führt als in anderen Ländern.

      • Harald Knoflach

        und dann gäb’s ja auch noch die pumpspeichertechnik.

      • KlausK

        Mir ist schon auch klar, dass man mehr Kraftwerke bauen kann, dann wäre für euch das Problem gelöst.
        Aber für die Umwelt und für kommende Generationen wird es ein Problem. Wenn dir die Umwelt egal ist verstehe ich deine Argumentation, wenn nicht heisst es Umdenken und weniger Energie verbrauchen und nicht mehr. Wenn wir die thermischen Kraftwerke langsam mit erneuerbaren Kraftwerke ersetzen wollen, dann müssen wir die nächsten Jahrzehnte versuchen den Verbrauch konstant zu halten und nicht neue thermische wie auch Wasserkraftwerke zu bauen.
        Übrigens genau der Haushaltsstrom macht die Spitzen aus, oder warum glaubst du steigt der Stromverbrauch genau um 12:00 und vor allem 19:00 sprunghaft an.
        http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lastprofil_VDEW_Winter_mit_Kraftwerkseinsatz_schematisch.jpg

      • KlausK

        Noch was vergessen.
        Pumpspeicherkraftwerke haben den niedrigsten Wirkungsgrad aller Kraftwerke und machen nur Sinn wenn sie ausschliesslich mit Ökostrom gespeist werden. Ich bezweifle, dass das zum heutigen Zeitpunkt der Fall ist. Noch einmal den grössten Dienst erweisen wir der Natur und kommenden Generation wenn wir uns einschränken, das geht auch ohne gross die Lebensqualität zu beeinträchtigen. In diesem Fall Gasherd statt Elektroherd.

      • Harald Knoflach

        @ KlausK
        Ich kenn die Situation zu wenig, aber ist die Kraftwerkssituation bzw. der Strommix in Österreich tatsächlich so viel schlechter bzw. umweltzerstörender als in Italien? Wenn ja, liegt das an den 6 kw? Wenn nein, warum schaffen die es dann, 6 kw grundleistung anzubieten?

      • Harald Knoflach

        @ KlausK
        Pumpspeicherkraftwerke sind ja keine Kraftwerke im eigentlichen Sinne. Es klingt pervers, aber sie verbrauchen mehr Strom, als sie produzieren. Dennoch sind sie ein – auf dem heutigen Stand der Technik – gutes Mittel um die Spitzen auszugleichen, da ich Strom nach wie vor nicht “speichern” kann. Pumpspeicher lassen sich oft auch ohne massive Einschnitte verwirklichen. Ich kann z.b. die Fallhöhen bereits bestehender Kraftwerke nutzen oder neue Pumpspeicherwerke unterirdisch verlegen. Dabei muss kein einziger Bach umgeleitet oder trockengelegt werden, denn der Kreislauf muss ja nur einmalig befüllt werden.

        sämtliche geräte und lampen in meinem haushalt sind auf modernstem stand, was energieeffizienz betrifft. das müsste doch auch heißen, dass ich insgesamt weniger energie verbrauche als noch vor 10 jahren.

      • Kochen mit Gas ist deutlich energieeffizienter als das Kochen mit Strom. Ein Elektroherd nutzt nur 30 Prozent der eingesetzten Primärenergie, ein Gasherd dagegen 58 Prozent. Prüfen Sie deshalb, ob in Ihrem Haushalt ein Gasanschluss vorhanden ist, bevor Sie den Neukauf eines Herdes planen.

        Wenn kein Gasanschluss vorhanden ist, sollten Sie über die Anschaffung eines Induktionsherdes nachdenken. Diese Technik ist deutlich energieeffizienter als ein gewöhnlicher Elektroherd und schneidet nach Gasherden am besten ab. Ein weiterer Vorteil: Der Induktionsherd wird sofort heiß und kühlt in kürzester Zeit wieder ab, ähnlich wie ein Gasherd. Die schlechteste Energiebilanz haben gusseiserne Kochplatten.

        Quelle: Energiewende. Die Stromsparinitiative des deutschen Bundesumweltministeriums.

        Ist auch einleuchtend, wenn man bedenkt, dass man beim Gasherd direkt mit Primärenergie kocht, beim Elektroherd dagegen mit Sekundärenergie. Trotzdem halte ich den 3KW-Anschluss für eine Frechheit.

      • Harald Knoflach

        ok. pervasion. danke.
        dennoch gibt es ja auch noch andere gründe, die die entscheidung für einen herd beeinflussen. und in einigen dingen schneiden gas- bzw. induktion schlechter ab, als elektroherde. ich würde aus der wahl der herdplatte keinen glaubenskrieg machen. umweltschutz hin oder her.

      • Ich hoffe doch, die »Fakten« tragen dazu bei, einen Glaubenskrieg zu verhindern.

      • warpet

        Nicht alles ist in Italien automatisch schlecht. Man glaubt es kaum, aber hier nimmt Italien sogar eine Vorreiterrolle ein. Wurden die Stromzähler ja schon vor Jahren durch Digitale ausgetauscht wodurch eine genauere Abrechnung möglich wird und z.B Tag/Nacht-Strom möglich ist ohne separate Zähler zu installieren wie es in Österreich z.B der Fall ist.

        Ausserdem wird der Strom sofort gekappt wenn die 3k überschritten sind, was Spannungsspitzen entgegenwirkt. Ältere Zähler hatten da ein “Spiel” und liessen Spitzen zu die über die 3k darüber hinaus gingen. Ich finde jetzt keine Quelle aber ich glaube zu wissen dass dies eine EU-Richtlinie ist, welche in Italien als eines der ersten Staaten überhaupt umgesetzt wurde.

        Quelle zu Vorreiterrolle: http://www.pressetext.com/news/20090702023

        Man kriegt allerdings auch hier bei uns einen Anschluss über 3k, muss dafür allerdings mehr zahlen und das ist auch gut so.
        Energie muss teuer sein, sonst wird nicht gespart!

      • Harald Knoflach

        @ warpet

        1. ich glaube nicht, lasse mich aber gerne eines besseren belehren, dass die eu vor hat, in ganz europa gemäß dem vorreiter italien 3kw anschlüsse als standard einzuführen.
        2. gegen die neuen geräte hat niemand etwas – es geht um die 3 kw sicherung.
        3. wie ich bereits oben beschrieben habe, ist diese absicherung auch für einen single-haushalt zu gering, da ich nicht einmal zwei herdplatten und ein backrohr gleichzeitig betreiben kann (ich will keinen gasherd, die sind mir nicht geheuer). und dies führt – zumindest bei mir – dazu, dass ich mehr strom verbrauche, wenn ich aufwendig koche (was relativ oft vorkommt), da ich keine synergien bereits warmer platten bzw. des ofens nutzen kann, alles nacheinander machen muss und dann das vorher gemachte wieder aufwärmen darf.
        4. energie soll freilich ihren preis haben. aber speziell bei erneuerbaren energieformen sollte sich dieser schon einigermaßen einpendeln können, da ja das preistreibende phänomen des “endlichen” rohstoffes wegfällt.
        5. ich bilde mir ein, umweltschützerisch ambitioniert zu sein. wähle öffentliche verkehrsmittel, wenn es die verbindung zulässt usw. aber umweltschutz ist immer auch ein kompromiss, denn sonst müssen wir zurück in die höhlen. logisch wäre es das beste, so wenig energie als möglich zu verbrauchen. es wäre aus umweltschutzgründen auch besser, tempo 40 auf autobahnen einzuführen und noch einmal 300 % steuer auf benzin einzuheben, dass dieser 5 euro pro liter kostet.
        6. ich denke, dass wir durch energieeffizienz bereits viel erreicht haben und noch mehr erreichen können. die geräte, die ich jetzt besitze verbrauchen zusammen viel weniger strom als jene, die ich vor 10 jahren benutzt habe.

    • Harald Knoflach

      p.s.: das mit den kw war eigentlich als eine etwas augenzwinkernde einleitung gedacht. die diskussion hätte ich lieber über die persönlichkeitsrechte geführt.
      obschon mich das dauernde sicherung-fliegen schon extrem aufregt, nicht nur weil ich immer alle uhren auf den geräten neu stellen muss.

      • KlausK

        Ok dann steige ich hier aus, nur soviel noch, jeder ist verpflichtet gegenüber zukünftiger Generationen zu hinterfragen ob sein “Energieverhalten” nicht nur der Bequemlichkeit dient.
        Wird erst einmal 100% Ökostrom produziert, dann erübrigt sich die Diskussion.

  • Rosanna

    Abgesehen davon, dass es in Sachen Persönlichkeitsrechten ein Wahnsinn ist, dass die Polizei den vollen Namen einer Zeugin rausrückt und die Medien diesen auch noch veröffentlichen

    Auch wenn es nicht ganz hier dazupasst: Wenn ich nur zum Beispiel an die aktuelle Entwicklung in Zusammenhang mit dem Tod Federico Aldrovandis denke (der bei einer Kontrolle von Polizisten getötet wurde), genauer gesagt daran, dass Vertreter einer Gruppe von Polizisten vor dem Arbeitsplatz der Mutter F. Aldrovandis “demonstrieren” durften bzw. nicht davon abgehalten wurden, wundert mich auch sonst in diesem Land gar nichts mehr.

    • Dieser Vorfall ist eines Rechtsstaats wirklich unwürdig.

  • m.gruber

    Mir ist was Persönlichkeitsrechte anbelangt schon das zu wild:

    22 – jähriger aus Lana
    Seine Initialien: P.P.

    http://www.tageszeitung.it/2013/04/10/junge-nazis/

    • Harald Knoflach

      in der tat deppert. “seine initialen: p.p.” – so quasi “wir können seinen namen zwar nicht schreiben, aber wir sagen euch seine initialen, damit ihr spekulieren könnte, wer es wohl ist …”

      • m.gruber

        Meinen Kommentar, den ich diezbezüglich auf deren Seite geschrieben habe wurde nicht veröffentlicht.

  • Harald Knoflach

    Voller Name des Opfers (das keines war), des Mörders (der keiner ist, da rechtskräftig freigesprochen) und eines Zeugen (der als unglaubwürdig dargestellt wird). Wahnsinn!

    http://www.tageszeitung.it/2013/05/30/400-000-euro-fur-zanol/

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  • hunter
    • hunter

      “Nun sollen sich die Südtiroler Parlamentarier in Rom bei der Regierung für die Umsetzung der Erhöhung der Grundleistung auf 4,5 kW einsetzen“, zeigte sich Tamara Oberhofer zufrieden.

      die weltbeste autonomie verfügt also nicht über die kompetenz festzusetzen, wieviel grundleistung strom in südtirol sein darf. juhu!!!

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  • dieser tage hat ein mordfall nordtirol erschüttert. ein mann aus thaur soll im zuge eines autokaufes von einem mann aus italien ermordet worden sein.

    während es die nordtiroler presse bei der nennung des alters des opfers und maximal der initialen belässt, findet man in den südtiroler medien den vollen namen mitsamt foto.

    zum kotzen.

  • „… wir erhöhen Ihre Vertragsleistung auf 4,5 kW und Sie zahlen weiterhin nur 3 kW …“ – Mehrkosten betragen allerdings 158 €!

    VZS: wer bei 3 kW bleibt und in den freien Markt wechselt, spart gegenüber dem „Angebot“ bis zu 389 Euro – Vorsicht auf bindende Vertragsdauer von 36 Monaten

    Was Otto und Ottilie Normalverbraucher hier lesen? Es gibt mehr Leistung für gleiches Geld. Doch dem ist, bei genauerer Betrachtung, leider nicht so. In der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat man die neuen Angebote von Alperia genauer unter die Lupe genommen.

    Das Angebot „Family“ richtet sich nach Angaben der Landesenergiegesellschaft Alperia Energy an Kunden des „Geschützten Grundversorgungsdiensts Alperia Energy“ – d.h. an alle ehemaligen Etschwerke-KundInnen, die sich noch im geschützten Markt befinden. Sie erhalten beim Wechsel in den freien Markt einen Einmal-Bonus, Skonti auf den Energieanteil der Rechnung (diese sinken über die Jahre) und zahlen die Leistungskomponente der Rechnung, als ob sie noch 3 kW beziehen würden, auch wenn sie 4,5 kW beziehen. Die Neukunden müssen sich für 36 Monate verpflichten, ansonsten muss der Einmal-Bonus erstattet werden.

    Eine Standard-Familie zahlt derzeit am geschützten Markt mit Leistung 3 kW ca. 511 € pro Jahr; das wären in drei Jahren also 1.533 €. Mit Alperia Family zu 4,5 kW zahlt die Familie 450 im 1. Jahr, 554 € im 2. Jahr und 559 € im 3. Jahr. Dazu kommen noch die Kosten für die Leistungserhöhung von 3 auf 4,5 kW, die in etwa 128 € betragen dürften (die genauen Kosten werden in den Angeboten nirgendwo angeführt).

    Insgesamt bringt der Wechsel also Mehrkosten in Höhe von ca. 158 € in einem Zeitraum von 3 Jahren mit sich. „… zahlen weiterhin nur 3 kW …“? Wohl eher nicht. Und: wechselt dieselbe Familie zur Trientner Energiegesellschaft mit einem 4,5 kW Vertrag, zahlt sie in drei Jahren ca. 169 € mehr, immer inklusive Leistungserhöhung, also ein Plus von noch mal knapp 11 Euro in 3 Jahren, und das ohne Vertragsbindung auf 36 Monate.

    Nicht viel anders sieht es beim Angebot „Free“ aus, das mit einem Willkommensbonus von 60 € wirbt (auch dieser muss zurückgegeben werden, wenn man nicht 36 Monate im Tarif verbleibt). Dieses Angebot richtet sich an Kunden im geschützten Grundversorgungsdienst und an jene anderer Anbieter. Ist man also z.B. Kunde der Trientner Energiegesellschaft Dolomiti, zahlt man dort derzeit mit Leistung 3 kW etwa 445 € pro Jahr. Ein Wechsel zu Alperia mit Free (und gleichbleibender Leistung) bringt auch hier Mehrkosten von knapp 88 Euro in 3 Jahren mit sich, trotz Willkommensbonus!

    Wer hingegen am freien Markt den günstigsten Anbieter wählt, zahlt bei gleichbleibender Leistung 1.303 € in drei Jahren, also 231 € weniger als am geschützten Markt. Das Sparpotential gegenüber dem Angebot Family (die Mehrkosten fallen weg) beläuft sich dabei auf stolze 389 € in drei Jahren. Gegenüber dem Angebot Free mit Willkommensbonus spart man ebenfalls, und zwar 121 €, immer in 3 Jahren.

    Alte Tarife von Sel und AE Premium
    Wer einen solchen Tarif hat, der sollte nach Meinung der VZS von einem Wechsel absolut absehen, da hier nur Mehrkosten entstehen (und zwar in Höhe von 20 bis 110 Euro im Dreijahreszeitraum, je nachdem ob man Anrecht auf den Bonus hat oder nicht).

    Fazit
    Wer einen günstigen Tarif sucht, der tut gut daran, Werbeversprechen erst einmal kritisch zu betrachten. Genaue Antworten auf die Frage nach der Günstigkeit eines Angebots liefert der Vergleichsrechner Trovaofferte auf http://www.autorita.energia.it. Dabei gilt es, gut zwischen einmalig und dauerhaft gewährten Rabatten zu unterscheiden.
    Auch sind die neuen Angebote von Alperia alles andere als einfach konzipiert: Einmal-Boni im ersten Jahr (die bei vorzeitigem Austritt erstattet werden müssen), Skonti auf eine Tarifkomponente, die im Lauf der Zeit sinken, und zwar teilweise ganz auf Null, sowie Leistungskomponenten, die heruntergesetzt sind – Familien dürften sich nach Meinung der VZS schwer tun, hier eine klare Vorstellung der zu zahlenden Beträge zu haben.

    […]

    Quelle: Verbraucherzentrale

    • Libertè

      Angebots liefert der Vergleichsrechner Trovaofferte auf http://www.autorita.energia.it.

      Sehr fortschrittlich dass dieser Service wie selbstverständlich in allen Staatssprachen und Englisch angeboten wird…