Toponomastik — nüchtern betrachtet.

von Harald Knoflach/Aglio/Garlic

Politiker und Kommentatoren aller Couleurs echauffieren sich darüber, dass pünktlich zum Sommerbeginn die Toponomastikdiskussion wieder aufflammt. Eine Lösung ist trotz entsprechenden Landesgesetzes nicht absehbar. Der Ball liegt mittlerweile wieder bei und in Rom. Solange die Toponomastikfrage eine ethnische bleibt, werden entweder Lösungen vorgeschlagen, die von der jeweils »anderen Ethnie« niemals akzeptiert werden können oder es kommt schlussendlich doch zu einem faulen Kompromiss, der keinen logisch nachvollziehbaren Kriterien folgt. Beides sind nicht gerade vielversprechende Aussichten. Daher wollen wir die Frage der Toponomastik einmal nicht von einem ethnischen Standpunkt aus betrachten (im Ursprung ist es nämlich gar keine ethnische Frage).

Wir müssen zunächst aufhören, von deutschen und italienischen Ortsnamen (von »ladinischen« redet leider ohnehin fast nie jemand) zu sprechen. Viele »deutsche« Orts- und Flurnamen in Südtirol sind nicht »deutsch«. Sie sind ladinisch bzw. rätoromanisch oder gar keltisch (von Kastelbell bis Naturns und tausende weitere). Zudem müssen wir Offizialität von Gebrauch und Endonyme von Exonymen unterscheiden.

Ein paar Beispiele zum besseren Verständnis:

Die größte Stadt Bayerns ist München. Von Italienischsprachigen wird sie »Monaco«, von Englischsprachigen »Munich« und von Dialektsprechern »Minga« genannt. Offiziell ist nur das endonyme München. In Gebrauch sind also viele Bezeichnungen, doch niemand fordert, Exonyme wie »Monaco« oder »Munich« auf die Ortstafel oder das offizielle Briefpapier der Stadt zu schreiben.

Die größte Stadt der Lombardei heißt Milano. Wir deutschsprachigen sagen »Mailand« dazu. Wir haben Landkarten, auf denen Mailand steht und finden sogar dorthin, obwohl auf keinem Hinweisschild in Italien »Mailand« zu lesen ist, sondern richtigerweise nur Milano.

Prozentuell leben in Milano mehr Deutschsprachige als Italienischsprachige in Martell (dort sind es nämlich genau 0,00 Prozent). Dennoch genießt in Martell die demnach exonyme Bezeichnung »Martello« Offizialität. Der einzige Grund, warum in Milano nicht »Mailand« am Ortsschild steht (was es natürlich auch nicht soll) und in Martell aber sehr wohl »Martello«, liegt in der Logik des Nationalstaates, die meines Erachtens eine falsche ist und die Namensfrage erst zu einer ethnischen macht.

In der ganzen Toponomastik-Diskussion geht es um nichts anderes als die Offizialität der Namen. Es wird nichts verboten oder ausgelöscht, denn den (exonymen) Gebrauch kann ich nicht vorschreiben oder beeinflussen. Exonyme wie endonyme Namen können sich auch ohne Offizialität in Gebrauch halten, wie meine Beispiele zu München und Milano belegen. Ahornach zum Beispiel wird von den meisten Einheimischen seit jeher »Fochina« genannt, und Latzfons heißt »Flatzpis«.

Offizialität sollten jedoch nicht zuletzt nach UNO-Richtlinien (aber auch nach den Gesetzen der Logik) nur endonyme Bezeichnungen haben. Daher hat man auch beispielsweise in Australien, Grönland, Südafrika, Katalonien und anderen Orten vielen exonymen Bezeichnungen die Offizialität entzogen. Ayers Rock heißt nach über 200 Jahren wieder Uluru, Godthåb heißt Nuuk und Pietersburg heißt Polokwane.

Ab wann eine Bezeichnung als endonym und nicht exonym gilt, ist Auslegungssache. (Meist spricht man — bzw. die UNO — ab einem Bevölkerungsanteil von 10 Prozent, der eine Bezeichnung verwendet, von endonym). Es ist meines Erachtens also überhaupt nicht einzusehen, warum das ladinische La Val zwei (!) offizelle (!) exonyme (!) Bezeichnungen braucht. In La Val leben nämlich nur 1,53 Prozent Deutschsprachige, die »Wengen« verwenden und 0,81 Prozent Italienischsprachige, die »La Valle« sagen. Offiziell sollte nur La Val sein. Das hindert aber niemanden daran, »Wengen« oder »La Valle« zu sagen, und diese Namen auch auf eine Landkarte zu schreiben.

Man könnte nun einwenden: »Aber wenn wir nun ganz Südtirol hernehmen, dann sind ‚Wengen‘ und ‚La Valle‘ sehr wohl Endonyme.« Ich glaube erstens, dass die Namensfrage von den unmittelbar Betroffenen geklärt werden muss — also den jeweiligen Einwohnern einer Fraktion, einer Gemeinde usw., da es sich ja um Flur-, Fraktions- bzw. Gemeindenamen handelt. Dabei ist es übrigens auch völlig irrelevant, wie groß und »bedeutend« die jeweiligen Örtlichkeiten sind. Die Unterscheidung zwischen Makro- und Mikrotoponomastik, wie sie das Landesgesetz vorsieht, läuft komplett an diesem Verständnis vorbei. Besagte Bewohner können dann auch entscheiden, ob sie einem Exonym Offizialität verleihen möchten, oder nicht. Der Landesname (Südtirol, Sudtirol, Alto Adige, Sudtirolo oder wie auch immer) wiederum ist dann natürlich Sache der ganzen Landesbevölkerung. Im Grunde wäre diese Herangehensweise eine Ermächtigung der Bürgerschaft. Alles andere hingegen ist Bevormundung. Wenn ich einen Hof habe, dann haben doch auch meine Nachbarn — egal wie gut ich mich mit ihnen verstehe — kein Mitspracherecht (außer ich gestehe es ihnen zu), wie ich meinen Hof zu nennen habe. Das entscheide ich mit meiner Familie. Den Nachbarn bleibt es jedoch unbenommen, meinen Hof zu nennen, wie sie möchten. Auf meinem Türschild wird jedoch der von mir gewählte Name stehen. Ähnlich verhält es sich meines Erachtens bei Fluren, Fraktionen und Gemeinden.

Und zweitens (wenn obiger Einwand gerechtfertigt wäre) müssten wir das dann aber auch konsequent durchziehen. Wie absurd das ist, möchte ich am Beispiel Siegesplatz vs. Friedensplatz erläutern:

Wenn »ganz Südtirol« (bzw. mittlerweile »ganz Italien«, denn es ist ja jetzt Sache der italienischen Regierung) und nicht bloß das Ahrntal über den Namen des Klockerkarkopfes befinden darf, dann hätte auch ganz Südtirol über den Platznamen in Bozen abstimmen müssen. (Auch wenn mir das zu erwartende Ergebnis dann besser gefallen hätte, wäre das Blödsinn). Weiters könnte der Siegesplatz nach der Vetta-d’Italia-Logik auch ruhig auf Deutsch »Friedensplatz« und auf Italienisch »Piazza della Vittoria« heißen. Wäre zwar schön, fände ich jedoch irgendwie komisch. Es entspräche aber genau jener Logik, wie wir sie zurzeit bei der Toponomastik anwenden.

Die Arroganz der offiziellen (!) Bezeichnung »Mt. Everest« zeigt, warum wir Offizialität unbedingt anhand der Unterscheidung zwischen Endonym und Exonym vergeben sollten. Der höchste Berg der Welt hat seit Jahrhunderten zwei endonyme Bezeichnungen. Zwei deshalb, weil er ob seiner Unüberwindbarkeit zwei Völker voneinander trennt und diese dem Berg von ihrer jeweiligen Seite aus einen anderen Namen gaben: auf Tibetisch Qomolungma und auf Nepali Sagarmatha. Dann kamen die Engländer und nannten den Berg »offiziell« Mt. Everest (nach einem Vermessungstechniker). Dieser Sir Everest wollte diese Ehre gar nicht, da er festgestellt hatte, dass der Berg bereits einen (vom zweiten wusste er damals noch nicht) Namen trug. Er wollte die endonyme Bezeichnung verwenden und keine exonyme aufoktroyieren. Er wurde aber nicht gehört. Dennoch sollten wir uns an ihm ein Beispiel nehmen. Mit »Rückgängigmachung der Geschichte« hat das überhaupt nichts zu tun und mit (mangelnder) Zwei- bzw. Dreisprachigkeit schon gar nicht.

47 Replies to “Toponomastik — nüchtern betrachtet.”

    1. @ gadilu
      was genau an den begriffen exonym und endonym bzw. offizialität und gebrauch hast du nicht verstanden?

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      1. Zudem: BBD war stets für gemeinsame und nicht für getrennte Lösungen. »Alles geht uns alle an« ist unser Credo, bei der Selbstbestimmung angefangen und bis hinunter ins kleinste Detail. (Und das heißt ganz ausdrücklich nicht, dass es reine Mehrheitsentscheide über die Rechte der einzelnen Sprachgemeinschaften geben soll.)
        Es ist aber — zum Beispiel — auch gut, dass LR Tommasini sich in den Sprachunterricht an deutschen Schulen einmischt (wenngleich ich seine Rezepte nur bedingt teile), denn ob und wie wir »die Sprache des Anderen« lernen geht uns ebenfalls alle an. Stell dir vor »die Deutschen« würden darüber »selbstbestimmen«, dass sie jetzt lieber Französisch statt Italienisch lernen wollen. Ähnlich verhält es sich bei den Ortsnamen: Wir brauchen keine ethnisch getrennte, sondern eine gemeinsame, Gesamtsüdtiroler Lösung — und Haralds Überlegungen sind ein weiterer, mit den Grundsätzen unserer Plattform kohärenter Beitrag zur Versachlichung dieser Diskussion (völlig egal, ob und in welchem Umfang seine Vorschläge jemals umgesetzt werden können).

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      2. Ho capito benissimo la differenza Harald. Sei tu che non hai capito che è un po’ difficile convincere gli italiani a rinunciare a quei nomi con i quali loro si identificano. E, credimi, non ci riusciresti neppure se fossi capace di scrivere in italiano. È proprio l’argomentazione di base che non coglie il “loro” punto.

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    1. wenn man meine ausführungen genau gelesen hat, ist das ganz klar:

      Ab wann eine Bezeichnung als endonym und nicht exonym gilt, ist Auslegungssache. (Meist spricht man — bzw. die UNO — ab einem Bevölkerungsanteil von 10 Prozent, der eine Bezeichnung verwendet, von endonym).

      Ich glaube erstens, dass die Namensfrage von den unmittelbar Betroffenen geklärt werden muss — also den jeweiligen Einwohnern einer Fraktion, einer Gemeinde usw.

      ergo: in bozen leben ca. 26 prozent, die die stadt für gewöhnlich als bozen bezeichnen und 74 prozent, die bolzano dazu sagen. also hat die stadt zwei endonyme bezeichnungen die beide offiziell sein müssen.

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      1. Eine Stadt hat auch immer ein Umland. Wer z.B. nach Meran kommt, würde sich nach dem Zensus eine Stadt erwarten, welche zu 50% von italienisch-sprachigen bewohnt wird. In der Realität ist Meran aber das Zentrum des Burggrafenamtes, aber hat auch darüber hinaus noch eine große Bedeutung für das Umland bis in Münstertal. Somit kann man nicht einfach den Zensus hernehmen um solche Fragestellungen zu betrachten, sondern muss auch immer noch die Bedeutung der Stadt betrachten. Bozen hat demit nochmals ein viel “teutonischeres” Gesicht.

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      2. Ich glaube man wird der Bedeutung einer Stadt damit nicht gerecht. Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege, aber Städte wurden gegründet um gewisse Bedürfnisse der Bevölkerung aus dem Umland zu befriedigen(Handel, Handwerk) – jedenfalls war das auch ein Aspekt. Heute ist z.B. Meran das Zentrum des Burggrafenamtes und nur weil man nicht in Meran wohnt heißt das noch lange nicht, dass man nicht in Meran lebt. Wenn man in Marling wohnt, aber in Meran arbeitet, kann man genauso in Meran wohnen wie “echte Meraner”. Meran ist somit die Stadt all jener Menschen, die in Meran leben. Daraus zu schließen, dass das Land über die Toponomastik in Meran bestimmen sollte ist natürlich absurd. Meine Aussage ist nicht, dass du unrecht hast, sondern, dass eine Stadt ein gewisses Einzugsgebiet hat und somit die Stadtgrenzen ein ziemlich willkürliches Kriterium wären um sich festzulegen. Dies gilt natürlich für Dörfer nicht in diesem Maße

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      3. Das ist eine grundsätzlichere und im Sinne des hier diskutierten Vorschlags eigentlich irrelevante Diskussion, da sie am Ergebnis nichts ändert. Im Grunde müsste man dann den Bewohnern des Einzugsgebiets auch ein (eingeschränktes?) Wahlrecht zum Gemeinderat einräumen? Mir persönlich ist das alles zu komplex.

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  1. Bravo, vor allem deine Anmerkung zu den ladinischen Namen hat mir gefallen. Leider ist selbst in Ladinien teilweise wenig Sensibilität den eigenen Namen gegenüber feststellbar. Ich hatte mal mit Touristikern im Gadertal zu tun, die wollten partout nicht einsehen, dass der ladinische Namen auf Schildern gebraucht werden sollte. Ich fände es schön, wenn wir in Ladinien nur mehr die ladinischen Namen von offizieller Seite vorfänden, das würde doch den eigenen Charakter der Täler viel besser hervorheben.

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  2. Ich finde den Artikel sehr gut geschrieben. Ich muss aber ergänzen, dass es neben Eigenbezeichnung und Fremdbezeichnung noch eine dritte Kategorie von Namen gibt: die Fantasienamen.
    Die Eigen- und die Fremdbezeichnung haben sich meistens aus dem selben Ursprung entwickelt. So haben München, Minga, Monaco und Munich den selben Ursprung, genau wie dies bei Bozen, Poazn, Bolzano, Bulsan und Balsan der Fall ist. In seltenen Fällen wie jenem des höchsten Berges der Welt entstehen mehrere Namen unabhängig von einander, weil keiner vom anderen weiß.
    Ortsnamen dienen dazu, einen bestimmten Punkt in der Landschaft eindeutig zu kennzeichnen und ihn von anderen zu unterscheiden. Namen sind Bestandteile der Sprache, die nicht übersetzbar sind (im Unterschied zu Worten). Denn Namen bezeichnen nur noch, sie bedeuten nichts mehr. Prad (im oberen Vinschgau) leitet sich vom romanischen Prata her, was soe viele wie Wiesen bedeutet. Vermutlich war hier zur Zeit der Benennung im Gegensatz zum Umland eine ausgedehnte Wiesenlandschaft. Ob diese Wiesen heute immer noch da sind oder nicht, spielt keine Rolle. Prad bleibt Prad und kann im Deutschen auch nicht plötzlich Wiesen heißen.
    Zurück zu den Fantasienamen. In Südtirol wurden zusätzlich zu den rund 200 italienischen Fremdbezeichnungen mindestens 8.000 Fantasienamen erfunden. Dabei wurden die Eigenbezeichnungen bewußt übergangen. Ja sogar gewachsene italienische Exonyme wurden ersetzt, wenn diese zu deutsch klangen (Ghirla, Sterzen, Nova Tedesca). Es ging hier nicht darum einen bisher unbenannten Punkt in der Landschaft zu benennen. Hier hatte ja schon alles einen Namen. Tolomei hat all diese Namen am Schreibtisch erfunden, um ein Revier zu markieren.
    Das ist das Problem. Darum wollen viele nicht auf sein Lügenwerk verzichten.
    Ich bin gerne bereit alle historischen Fremdbezeichnungen zu akzeptieren, wenn nur die faschistischen Namen endlich ihre alleinige amtlichkeit verlieren.

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  3. … bravo Harald! – Deine Darlegungen kann ich nur unterstreichen und sind so schon unzählige Male von den Fachleuten dargelegt worden. Über zwanzig Jahre verfolge ich aufmerksam was zur Toponomastik gesagt und geschrieben wurde.
    Seit sich Politiker allein damit befassen ist eine kultivierte und anwendbare Lösung entfernter den je und dabei gäbe es gute nachahmenswerte Beispiele z. B. in der uns benachbarten Schweiz.

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  4. Wir müssen zunächst aufhören, von deutschen und italienischen Ortsnamen zu sprechen.

    Damit hat Knoflach sehr Recht. Ich wünschte, er schreibt dies auch auf italienisch und der Artikel wird z.B. im Alto Adige veröffentlicht.

    Aber viele unserer italienischen Mitbewohner werden dies dennoch nicht begreifen, wie ein selbst so aufgeschlossener Gadilu uns soeben bewiesen hat, indem auch er glaubt, dass die Offizialität eines Namens impliziert, dass alle anderen Varianten “abgeschafft” werden (“rinunciare a quei nomi con i quali loro si identificano”), was natürlich nicht stimmt.

    Anche se il paesino badiotto si chiamerà ufficialmente solo “La Val”, gli italiani non saranno costretti a rinunciare al “loro” nome “La Valle”, come anche i tedeschi potranno continuare a chiamarlo “Wengen”. Die Beispiele mit Milano und Munich hat Gadilu offenbar nicht ganz verstanden – oder verstehe nur ich seine Ironie nicht? Mag sein. Schade: genau an diesem verbohrten Unverständnis scheitert es immer wieder.

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    1. Aber viele unserer italienischen Mitbewohner werden dies dennoch nicht begreifen, wie ein selbst so aufgeschlossener Gadilu uns soeben bewiesen hat, indem auch er glaubt, dass die Offizialität eines Namens impliziert, dass alle anderen Varianten “abgeschafft” werden (“rinunciare a quei nomi con i quali loro si identificano”), was natürlich nicht stimmt.

      Ringrazio per l’immeritato complimento, che non nasconde tuttavia una critica sfocata. Io non intendo affatto che l’ufficialità di un nome implichi la cancellazione delle altre varianti. Sto dicendo che agli italiani interessa proprio che venga mantenuta l’ufficialità dei nomi con i quali essi si identificano! Il punto degli italiani è: ufficialità per TUTTI i nomi (anche quelli inventati e da loro poco usati). Insomma, è l’ufficialità che qui interessa, e il nodo tutto etnico e nazionalistico che sottende (cosa che il buon Harald crede di poter risolvere con qualche elucubrazione post-etnica e post-nazionale) più che il riferimento specifico ai vari nomi e alla loro possibile classificazione. Strano che non lo si capisca.

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      1. Gut daß immer alle wissen was unsere italienischen Südtiroler denken-wollen-wünschen! 😉

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      2. Dass die Italiener die UFFICIALITÀ der Ortsnamen interessiert habe ich noch nirgends gelesen. Immer heisst es hingegen “i tedeschi vogliono CANCELLARE oppure ELIMINARE i nomi italiani”. Und das empfinden sie als Affront und wehren sich vehement dagegen.

        Irgendwie muss es doch möglich sein, den Leuten zu erklären dass man mit der Wiederherstellung und Offizialität der geschichtlich gewachsenen Namen endlich der Geschichte und der einheimischen Bevölkerung gerecht wird und jeder weiterhin seine Namen (Exonyme und Endonyme ob erfunden oder nicht) benutzen kann.

        Sogar in amtlichen Dokumenten muss es möglich sein den Namen Wengen zu benutzen, obwohl er nicht amtlich ist. genauso wie ich eine Postkarte von Italien nach Bavaria/Germany schreiben kann und sie auch ankommt, obwohl “Germany” nicht die offizielle Bezeichnung der Bundesrepublik ist. Es geht doch immer darum, dass jeder versteht welcher Ort gemeint ist. Der Breifträger und der Gemeindesekretär wissen sicher beide was mit Wengen oder La Valle gemeint ist. Also: no problem.

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      3. @ karin bz
        du hast meinen aufsatz nicht verstanden. es geht nicht um deutsch oder italienischen – sondern um die bewohner einer jeweiligen örtlichkeit und wie sie ihre örtlichkeit benennen (endonym). komplett egal welcher muttersprache. und wenn in martell 100% leute leben, die ihren ort martell heißen, dann soll er offiziell martell und nicht martello heißen, nur weil es in meran oder bozen leute gibt, die diesen ort martello nennen. ich sag den bewohnern von trento ja auch nicht, dass sie ihren ort offiziell auch trient heißen müssen.

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      4. Lieber Herr Harald Knoflach!

        Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden: Ich habe nicht Ihren Aufsatz gemeint, sondern den Herrn/die Frau “gadilu”: Er oder sie meint ganz genau zu wissen, was unsere ital. Mitmenschen denken-wünschen-wollen-brauchen-akzeptieren-… 😉

        Gruß Karin

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      5. Dass die Italiener die UFFICIALITÀ der Ortsnamen interessiert habe ich noch nirgends gelesen

        Selbst wenn sie das nicht so interessieren würde, kann ich Dir garantieren dass es in nationalistischen Kampagnen auf italienischer Seite dann so dargestellt wird, als ob alles Italienische gelöscht wird. Auch wenn es nur um die UFFICIALITÀ geht und jeder Martell auch weiterhin Martello nennen kann. Ich weiß nicht ob man von italienischer Seite aus jemals dieses Verständnis gegenüber Südtirol haben wird, ich bezweifle es ein wenig.

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  5. … was die zivilisierte Regelung der Ortsnamen anbetrifft gibt es nun einmal den unverrückbaren Block der Gadiseppilus …
    – Wie lauten eigentlich korrekt die einschlägigen UN-Richtlinien? – Gibt es anwendbare EU-Richtlinien? … Vielleicht würden Passagen daraus uns weiterhelfen …

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  6. @gaudilu: neanche tu sei – a quanto pare – in grado di scrivere in tedesco (e questo poi su un sito in tedesco) ;-). quindi che critichi Harald? tsts…

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    1. jeder schreibt in der sprache, die er bevorzugt. wobei gadilu bestimmt besser deutsch schreibt, als ich italienisch :-).

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    2. Ich habe nicht Harald kritisiert, weil er nicht auf italienisch geschrieben hat. Ich habe nur gesagt: auch wenn er auf italienisch geschrieben hätte, hätte er keine Italiener überzeugen können.

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      1. Wie Karin schon bemerkt hat “Gut daß immer alle wissen was unsere italienischen Südtiroler denken-wollen-wünschen!”. 🙂

        Es wäre wohl mindestens den Versuch wert, dies auch mal in itailenischer Sprache deutlich zu formulieren. Und wenn es nur 10% der Leser verstehen, so sind es immerhin 10%!

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      2. Der Einwand der Mitforisten ist m. E. berechtigt: Woher wissen wir, ob die teils auf UNO-Richtlinien und basisdemokratischen Gesichtspunkten fußenden Vorschläge von Harald nicht Gehör finden werden bei den “Italienern” Südtirols? Denn wäre es nicht allzu voreilig, vom (supponierten) Ergebnis her zu denken und mögliche Lösungsansätze demselben unterzuordnen oder etwa ganz zu verwerfen? Ein derartiger “vorauseilender Gehorsam” (der zwar auf einigermaßen plausiblen Spekulationen beruht, aber eben nur auf Spekulationen) würde sich so schnell in eine self-fulfilling prophecy verwandeln: Gerade wenn “wir” glauben, dass die “Italiener” sich so und so verhalten werden, “wir” ihnen deswegen nichts “zumuten” dürfen — “ihnen” daher im Gegenteil auf dieses spekulative “Italienerbild” hin zugeschnittene Lösungsvorschläge anbieten —, dann werden zum Schluss (als Ergebnis des ganzen Prozesses) Kompromisse gemacht und Entscheidungen getroffen, durch die sich gadilu in seiner Skepsis zwar bestätigt fühlen wird, die aber den Bereich des Möglichen vielleicht gar nicht richtig ausgeschöpft haben werden. Audiatur et altera pars;)

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  7. Das Beste wäre wohl man belässt die Namen bei Ortschaften wo mindestens 10% der anderen Sprachgruppe leben und bei allen anderen lässt man die Bevölkerung abstimmen.
    Das dürfte der UN Regelung ziemlich nahe kommen.
    Mich hat es immer schon gestört, dass Namen über die Köpfe der Menschen hinweg festgelegt wurden. Den Fehler sollte man nicht ein zweites Mal machen. Wer, wenn nicht die Bevölkerung selbst, sollte über die Namen der eigenen Ortschaften entscheiden?

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  8. Ich hake nochmal wegen dem Bsp. zum Siegesplatz nach:
    Wenn es schon möglich ist, dass sich die andere Sprachgruppe eines erfundenen Namens bedient, dann könnte die “Piazza della Vittoria” auf Deutsch ja “Niederlageplatz” heißen.
    Mein Favorit wäre allerdings die ehrlichste aller Bezeichnungen: “Faschismusplatz”.
    Der obengenannten Logik folgend, wäre dies wohl möglich? Der Haken liegt mit Sicherheit zwischen den Paragraphen…

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    1. Biancofiore spricht von “verfassungswidrige Auslöschung aller italienischen Bezugspunkte in Südtirol”. Lügen haben bekanntlich kurze Beine, aber diese Frau macht weiterhin Karriere… Ich kapier’s nicht.

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