Berufsnationalismus.

imageFoto: LVH.

Staatlichkeit sei auch heute noch sehr attraktiv, gab Politis-Gründer Thomas Benedikter vor nicht allzu langer Zeit hier im Blog zu bedenken. Man brauche sich nicht über separatistische Tendenzen zu wundern, wenn viele Rechte auch weiterhin nur Staaten vorbehalten sind. Diese Aussage lässt sich herunterbrechen auf vergleichsweise unbedeutende Veranstaltungen wie die Berufsweltmeisterschaft (»World Skills«), deren aktuellste Ausgabe gerade im brasilianischen São Paulo zu Ende gegangen ist. Bislang hatten Südtirolerinnen und Südtiroler als »Team South Tyrol« an der Veranstaltung teilgenommen, diesmal jedoch war man gezwungen, als »Team Italy« an den Start zu gehen. Ob der italienische Staat dafür gesorgt hat oder der Veranstalter, kann ich nicht sagen und ist zum Zwecke dieses Beitrags ziemlich unerheblich. Was zählt, ist dass es als kleiner Mosaikstein zur Attraktivität von Eigenstaatlichkeit beiträgt, wenn die vorherrschende nationale (und nationalistische) Logik regelmäßig regionale Vielfalt und Sensibilitäten ver- und überdeckt, indem sie in ein gleichmacherisches »nationales« Korsett gezwängt werden.

Ans offenbar sehr erfolgreiche Südtiroler Team geht meine Gratulation.

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