Weihnachten ohne Wenter.

Die Meraner Mittelschule in der Karl-Wolf-Straße macht sich und uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk: Wie bereits seit längerem versprochen tilgt sie ihre Benennung nach dem nationalsozialistisch belasteten Burggräfler Schriftsteller Josef Wenter. Der Schulrat kommt damit einer langjährigen Forderung nach.

Zuletzt hatte die Antifaschistische Aktion Meran im Dezember letzten Jahres mit der Losung #wegmitwenter einen neuen Vorstoß gewagt. Direktorin Öttl kündigte daraufhin an, die Umbenennung umsetzen zu wollen.

Nachdem nun die Schulgremien Öttls Ansinnen absegneten, soll die Schule fortan den Namen von Karl Wolf tragen. Der Meraner Schriftsteller, nach dem auch die Straße benannt ist, in der sich die Schule befindet, hatte sich auf vielfältige Weise um seine Heimatstadt verdient gemacht.

Die Bestätigung der Namensänderung durch das Schulamt in Bozen gilt als Formalität.

BBD begrüßt die Umbenennung und dankt der Meraner Antifa für ihr Engagement sowie den Verantwortlichen für die Entscheidung. Nachdem sich das Bozner Realgymnasium bereits vor rund 15 Jahren von seinem ehemaligen, ebenfalls einschlägig belasteten Namensgeber Raimund Klebelsberg getrennt hatte, müssen wir hoffentlich nicht erneut eineinhalb Jahrzehnte abwarten, bis weitere Entscheidungen gefällt werden.

Eine der nächsten Kandidatinnen für eine Umbenennung dürfte wohl die Aufschnaiter-Schule in Bozen sein, die nach wie vor einem SS-Angehörigen gewidmet ist.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

9 Replies to “Weihnachten ohne Wenter.”

    1. z z z – soo unkultiviert, wir sind schon längst ein einziges DOKU-Freilichtmuseum! – DIE Attraktion und soo soll es auch bleiben!

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  1. Das Schulamt möge in eigener Sache die offenbar so erfolgreiche Antifa engagieren , damit sie einen “Vorstoß” wagt um die Umbenennung der Straße in welcher sich das Schulamt befindet, in die Wege zu leiten. Selbst ist man einfach nicht imstande sich dafür stark zu machen, dass die Straße in der die oberste Bildungsbehörde des Landes ihren Sitz hat und deren Namen mit den Kämpfen der Faschisten in Abessinien in Verbindung gebracht wird, ihren Namen geändert bekommt.
    Absegnen was andere in die Wege leiten, ist natürlich einfacher.
    Pro Euregio hat recht, Südtirol ist ein einziges Freilichtmuseum was faschistische Relikte betrifft: Angefangen bei den Monumenten dis hin über die Straßen- und Ortsnamen bis in die hintersten Täler.

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    1. Das stimmt wohl. Trotzdem sei an dieser Stelle betont und unterstrichen, dass es gut ist, wenn irgendwo begonnen wird, ohne in die Falle des »zuerst die anderen!« zu tappen.

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      1. … ich gehe schon davon aus, dass wir zuerst vor der EIGENEN Tür kehren sollen, es wäre aber dann auch Zeit, dass wir endlich auch MITEINANDER unsere Zukunft mit zivilisierten und kultivierten Orts- und Flurnamen einrichten!
        Ein erstes Zeichen wäre, – und es wäre schön noch zu Lebzeiten von Sig. Salghetti Drioli – wenn dann der Siegesplatz wirklich und endgültig FRIEDENSPLATZ hieße!

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  2. In der Beantwortung einer Landtagsanfrage der Süd-Tiroler Freiheit spricht sich der italienische Schullandesrat Christian Tommasini gegen die Entfernung von zwei großen Marmorreliefs im Haupteingang der Bozner Handelsoberschule „Cesare Battisti“, auf denen der Faschismus verherrlichend dargestellt wird, aus. Laut dem PD-Landesrat wäre der Arbeits- und Kostenaufwand für die Entfernung und Verlegung erheblich.

    „Damit schließt sich Tommasini der Meinung des neofaschistischen Blocco Studentesco von Bozen an. Auch die Studentenvereinigung hatte sich vehement für die Beibehaltung des Marmorreliefs ausgesprochen. Mehr noch, der Landesrat hebt sogar den ‚nicht unwesentlichen dokumentarischen Wert‘ der beiden faschistischen Relikte hervor“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

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    1. … dass zum Fascio-Freilichtmuseum-Südtirol auch reichlich Personal gehört, versteht sich wohl von selbst!!!!!!!!!!!!

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  3. Laut dem PD-Landesrat wäre der Arbeits- und Kostenaufwand für die Entfernung und Verlegung erheblich.

    Eine lächerlichere Ausrede ist dem Tommasini wohl nicht eingefallen, wo er doch sonst auch immer genug Geld zur Verfügung hat. Ich erinnere nur an die beschämende Bewerbung des Triveneto als Kulturhauptstadt …
    Aber, DAS ist Italien!

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