Gegen die Historisierung des Mussolini-Reliefs.
Rechte kündigen Eingabe bei der Staatsanwaltschaft an

Die Gemeinderäte Marco Caruso (Bozen, Unitalia und Mitglied von CasaPound) und Antonio Bova (Brixen, AAnC) sowie Gabriele Galante (Unitalia) kündigten an, die geplante Historisierung des Mussolini-Reliefs in Bozen bei der Staatsanwaltschaft zu melden, um den »Schutz« des umstrittenen »Kunstwerks« zu erwirken.

Wie bekannt, soll vor dem Relief ein dreisprachiges Zitat von Hannah Arendt (»Niemand hat das Recht, zu gehorchen«) angebracht werden, das die ursprüngliche Bedeutung des riesigen Werks von Hans Piffrader konterkarieren und wortwörtlich überlagern soll.

Es wäre dies meiner Meinung nach ein Eingriff, der — anders als der Ring am Siegesdenkmal — die expressive Kraft hätte, das Monument tatsächlich zu entschärfen und zu interpretieren.

Via Facebook versucht Bova, den SüdtirolerInnen deutscher Muttersprache mangelnde Geschichtsaufarbeitung in die Schuhe zu schieben, da der Künstler selbst der deutschen Sprachgemeinschaft angehört habe und die Anbringung des Arendt-Zitats eine Leugnung der eigenen Vergangenheit wäre.

Eine derart hanebüchene Interpretation muss aufs Entschiedenste zurückgewiesen werden. Totalitarismus ist Totalitarismus, ganz egal von wem er kommt und von wem er verherrlicht wird. Und die Historisierung ist gerade das äußere Zeichen einer erfolgten bzw. erwünschten Geschichtsaufarbeitung.

Bleibt zu hoffen, dass die drei Rechtsradikalen vor Gericht abblitzen und es nicht schaffen, das längst überfällige Vorhaben abzuwenden oder auch nur zu verzögern.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

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