Die Angst, Korruption anzuzeigen.

Anlässlich des internationalen Tages gegen die Korruption (am 9. Dezember) hat das Landesstatistikinstitut (Astat) einige Daten aus der »Mehrzweckerhebung – Aspekte des täglichen Lebens« veröffentlicht. Dass knapp 30% der SüdtirolerInnen denken, dass es unter Umständen (!) akzeptabel sei, keine Steuern zu bezahlen, nimmt SWZ-Chefredakteur Christian Pfeifer zum Anlass, Südtirol aus Gründen der Steuermoral »zu Italien zu schlagen«.

Zum Vergleich: Laut SZ findet bei ähnlicher Fragestellung jedeR zweite Deutsche Steuerhinterziehung akzeptabel. Nicht, dass die 30% erfreulich wären, doch wir sollten schlechte Eigenschaften nicht immer sofort zu einem italienischen Alleinstellungsmerkmal stilisieren.

Jenseits internationaler Vergleiche finde ich aber besonders einen Befund aus der Astat-Veröffentlichung besorgniserregend: Der Aussage, dass es gefährlich sei, Korruption anzuzeigen, stimmen 44,3% ziemlich und 15% sehr zu. Rund 60% der SüdtirolerInnen hätten also wohl Angst, einen Vorfall bei den zuständigen Stellen zu melden. Daran müssen wir dringend arbeiten, denn schweigende, verängstigte BürgerInnen sind die beste Voraussetzung für Korruption — und die ist hierzulande bislang sehr gering.

Siehe auch: [1] [2] [3]

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