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Das twenty in Bozen wurde kürzlich — auf nicht gerade nachvollziehbare, transparente Weise — zum einzigen sogenannten Landeseinkaufszentrum erhoben. Gestern wurden dort einige neue Geschäfte und Restaurants eröffnet, die unter anderem dazu beitragen sollen, dass die Südtiroler zum Shoppen nicht weiterhin nach Innsbruck fahren müssen.

Brennerbasisdemokratie hat — auch in Briefen an die Landesregierung — schon mehrmals auf die Notwendigkeit eines besseren Konsumentenschutzgesetzes aufmerksam gemacht, welches insbesondere große Ketten und Handelsbetriebe auch zur Einhaltung der Zweisprachigkeit anhalten sollte.

In Ermangelung einer solchen Regelung hätte man zumindest die Ausweisung eines Einkaufszentrums, wenn es schon von Landesinteresse sein soll, an klare diesbezügliche Auflagen knüpfen können. Dass dies offensichtlich nicht geschehen ist, zeigen die angehängten fotografischen Eindrücke. Somit ist klar, dass das twenty sich nur an einen Teil der Bevölkerung richtet.

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Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5]

  • Michele Lupoli

    …es ist unglaublich schlecht…! Nach diesen erschreckenden Bildern ist mir wirklich der Appetit auf das Einkaufen in Südtirol vergangen.

    Es ist einfach so schlecht, so tief. Absolut ohne Niveau,… da vergeht ja einem alles!
    Naja, die deutschsprachige Bevölkerung wird weiterhin nach Innsbruck zum Einkaufsausflug fahren, sie sind nämlich nicht ganz so blöd wie die Landesregierung sie haben möchte…

    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Brixner oder Meraner eigens ins Twenty fahren um ein paar DRITTKLASSIGE Läden aufzusuchen, wo sie nicht einmal in ihrer eigenen Muttersprache bedient werden können.
    Das haltet die Südtiroler Bevölkerung bestimmt nicht ab, die Ausflüge ins geliebte DEZ nach Innsbruck zu streichen.
    Und solange man im DEZ Italiener (italienischsprachige Südtiroler) sieht, sehe ich schwarz für das Twenty… ob es wohl irgendwann völlig menschenleer bleiben wird?

    3:0 für Innsbruck

    ML

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  • ko

    Es ist leider (fast) überall so, geh mal in die Autohäuser in deiner Heimatstadt Brixen…traurig. Ich glaube auch für die Angestellten!

    Ich werde weiterhin meine Einkäufe in Nordtirol tätigen. Auch mein Auto, so eine Behandlung habe ich nicht nötig.

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  • niwo

    Die Entscheidung pro twenty war wohl auch eine Entscheidung pro Podini, ein sehr guter Spezi unter anderem von Landesrat Widmann. Neben der (ital.) Einsprachigkeit, die bei großen Ketten fast ausschließlich der nationalstaatlichen Logik folgt (für unseren gadilu wird diese, meine Feststellung wohl wieder deludente sein – nicht der Missstand versteht sich sondern meine Aussage) ist diese Entscheidung auch verkehrspolitisch nicht nachvollziehbar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Galileistraße nicht gerade attraktiv zu erreichen. Die Zone des neu zu gestaltenden Bahnhofsgeländes wäre hier die weitaus bessere Option gewesen. Einkaufszentren, die weitgehend nur mit dem Auto erreichbar sind, gibt es in Europa schon zuhauf – hier hätte man einen Akzent für eine weniger automobile Zukunft setzen können.
    Dem Anspruch ein Einkaufszentrum für alle SüdtirolerInnen zu werden, wird dieses Entscheidung wohl kaum gerecht.

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  • jonny

    Ich verstehe die Aufregung, wenn man ein Gerät mit Beschriftung in der Muttersprache will, oder wenn man technische Hilfe braucht.
    Aber wollen wir nicht eine mehrsprachige Gesellschaft, wo jeder mit jedem in jeder Sprache ohne Probleme reden kann? Wieso sich dann an solchen Schildchen stossen?
    Die Mehrheit der Südtiroler aller Sprachen wird auch weiterhin lieber einen Tagesausflug zum Shoppen machen, egal ob nach Innsbruck, Brescia oder Mantova. ob in Bozen nun mehrsprachige Schilder stehen oder nicht.

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  • anonym

    @jonny
    sorry, aber du bist etwas naiv. würde in diesem Shopping Center rein Deutsch ausgeschildert und Produkte in Deutsch oder mit deutscher Breschreibung usw. gäbs sofort eine Revolte. Aber rein Italienisch sollen wir hinnehmen? Weil wir eine mehrsprachige Gesellschaft sind oder sein sollen? Genau ins Gegenteil führt dieser Weg wie man sieht.

    Dass das Shopping Center nebenbei bemerkt ein Witz ist spielt dabei keine Rolle.

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  • Trentiner

    Non difendo né la Einsprachigkeit né le traduzioni improvvisate che si vedono nelle foto, ma mi chiedo, come rileva jonny, se la strada verso una società multilingue non passi anche per queste cose. E cioè, abbiamo davvero bisogno di tradurre ogni singola frase? ogni singolo nome? Questo lo dico ad esempio anche per i famosi cartelli monolingue della AVS.

    Mi permetto, come fatto in precedenza, di portare la mia esperienza da Hong Kong, ovviamente senza voler né poter paragonare in tutto e per tutto le due realtà. Nei negozi si vede un po’ di tutto, in quanto a lingue e “segni”, e questo contribuisce molto al carattere della città. Molto spesso all’interno dello stesso negozio, o anche per lo stesso articolo, compaiono scritte e prezzi (anche i numeri in cinese possono essere diversi) in entrambe le lingue, a seconda dell’umore del commesso che lo ha scritto, della disponibilità o meno di un’adeguata traduzione per l’articolo in questione, o semplicemente di quale termine sia di uso comune. Molti locali infatti scrivono indifferentemente nelle due lingue. La pagina Facebook del tipico hongkonger è anch’essa un misto, per fare un esempio “moderno”.

    Voglio dire con ciò che la società hongkongese sia perfettamente integrata e “multiculturale”? Sicuramente no, come ho avuto modo di dire in precedenza. Ma credo che il processo passi anche attraverso piccoli dettagli come questo.

    Che sia più difficile integrare sudtirolesi e altoatesini piuttosto che cinesi e westeners? A volte sembra quasi di sì, a testimonianza forse della differenza che intercorre tra i due gruppi, o forse di tutto quello che di negativo è successo in passato.

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  • E cioè, abbiamo davvero bisogno di tradurre ogni singola frase?

    No, basterebbe dare la stessa dignità — anche legale — alle tre lingue. Per capire che cosa intendo dire, potresti ad esempio cliccare il link numero 1 sotto le foto.

    A mio avviso, però, un centro commerciale definito «di interesse provinciale» (non da me) dovrebbe venir considerato a parte. Dovrebbe cioè rivolgersi all’intera popolazione e non solo a una parte.

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  • hunter

    @ trentiner

    so banal es klingt, aber es ist eine frage des respekts. wenn ich ein geschäft hätte, würde mir nie einfallen, alles nur in einer sprache auzuschildern.

    es sind aber nicht nur die schilder, die ein klares signal senden, wer angesprochen und wer ausgeschlossen wird. denn wenn ich keine computertastaturen, keine computerspiele oder dvds und keine software (oder nur sehr begrenzt) auf deutsch bekomme, dann ist das schon sehr deutlich. auch perfekt italienisch sprechende südtiroler deutscher muttersprache bevorzugen vielleicht deutsche tastaturen, damit sie ö, ä, und ü und ß einfach tippen können.

    wenn man bedenkt, dass tausende nach innsbruck pilgern, dann hat ein bozner landeseinkaufszentrum schon auch ein einzugsgebiet, das über die stadtgrenzen hinausreicht – und das heißt, dass im umkreis von 50 kilometern vom zentrum mehr deutschsprachige als italienischsprachige menschen leben.

    ich verstehe die vorgehensweise der geschäfte nicht nur aus “korrektheitsgründen” sondern vor allem auch aus geschäftlichen nicht. ein geschäftsmann, der sich nicht den bedürfnissen der potentiellen kunden anpasst, ist einfach nur dumm.

    die campingplätze in gargano drucken ihre informationen ja auch auf italienisch und deutsch – und nicht etwa auf italienisch und chinesisch.

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  • 1hold

    Ich kauf doch nichts in diesem Saftladen! Da bevorzuge ich die “alteingesessenen” Läden, wo man noch begrüßt wird, wenn man hinein geht. Ich finde diese Einkaufstempel sowieso total daneben, sie tragen nur dazu bei, die Einkaufslandschaft und die Nahversorgung unwiderruflich zu zerstören.

    Schade, dass auch Südtirol so etwas haben “muss”. Das hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass die Podinis “gute Kollegen” der Widmann-Family sind. Wäre ja noch schöner!

    Und die Leute glauben echt, in diesen Einkaufszentren wär alles billiger. Was für eine Illusion! Naja, wenigstens wurde es mitten in die Industriezone gesetzt und kein Wald bzw. Wiese musste daran glauben…

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  • Trentiner

    @ pérvasion

    Perfettamente d’accordo. È chiaro anche dal link citato come le misure usate non siano le stesse ed è facile immaginare cosa sarebbe successo se la situazione lingua in questo “Landeseinkaufszentrum” fosse stata rovesciata. (Probabilemnte non sarebbe potuto succedere)

    @ hunter

    Anche a me sembra una mossa sbagliata dal punto di vista commerciale prima di tutto, sempre se l’intento era quello di togliere clienti ai centri di Innsbruck. Ma evidentemente l’intento non era quello. O forse ci si accontenta di vendere gelati o simili…

    In ogni caso il mio discorso era un po’ più in generale, chiaro che l’intento del “monolingua” in questo caso non segue quella linea. Mi immaginerei ad esempio un centro commerciale dove un negozio abbia i nomi degli articoli prevalentemente in una lingua, quello vicino in un’altra. Le informazioni generali, diritti e doveri dei clienti, raccolte punti, etc. dovrebbero essere multilingue, così come il personale. Insomma una soluzione se vogliamo di “buon senso”.

    Buon senso che suggerirebbe anche ad esempio che in un Land multilingue sia possibile acquistare facilmente DVD o tastiere nella lingua “preferita”. A meno che non serva un’etichetta in italiano apposita per spiegare a cosa serve la ß… Gott sei Dank gibt’s keine Grenzen mehr.

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  • @1hold: Wenn du da nicht hingehst, wird dich das Problem nicht tangieren. Der Gesetzgeber sollte jedoch auch für die Rechte jener sorgen, die in ein Einkaufszentrum gehen wollen — umso mehr, wenn es von Landesinteresse sein soll.

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  • 1hold

    Alles klar. Es geht hier also nicht ums Einkaufszentrum, sondern darum, daß auf den Preisschildern die Preise in zwei Sprachen drauf stehen… Man könnte auch einen Schritt weiter gehen und darüber diskutieren, ob der Preis zuerst in deutsch und dann in italienisch stehen sollte oder umgekehrt. Im Blickfeld des Landes sollten die Preise erst in deutsch, dann in italienisch stehen, aus Sicht der Stadt umgekehrt, je nach Bevölkerungsproportion.

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  • Oder man schreibt — wie du — nur auf Deutsch einen Schmårrn. Geht natürlich auch.

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  • Thomas Benedikter

    Mangelnde Zweisprachigkeit im Geschäftsleben in Südtirol, Handel, Tourismus, Dienstleistungen. Gut, dass Pérvasion den Finger in diese Wunde legt. Es gibt bekanntlich zum Sprachgebrauch in der privaten Wirtschaft keine rechtliche Regelung, weshalb er zu einem guten Teil Markterfordernissen unterworfen ist, also Angebot und Nachfrage. Das Twenty setzt mit seinem Sprachgebrauch nichts anderes als allbekannte Bozner Gepflogenheiten fort, obwohl deren Eigentümer in Sachen Autonomierechte gar nicht so unbedarft sind. Wie in Bozens Geschäftswelt das Italienische dominiert (außer man wendet sich vor allem an Touristen), so kann man in den Tälern aber auch jede Menge deutsche Einsprachigkeit beobachten. Natürlich ginge es auch anders: Québec z. B. hat seit langem strenge Regeln für die Zweisprachigkeit bzw. den Vorrang des Französischen im Sprachgebrauch im Handel erlassen. Die ganze Frage wäre auch als Problem des Schutzes von Konsumentenrechten aufzurollen. Zwar scheinen sich die meisten Südtiroler damit abgefunden zu haben, dass Italienisch im Handel in Bozen dominiert, doch selbstverständlich ist es deshalb noch lange nicht. Es müsste von den Konsumenten – genauso wie in den öffentlichen Ämtern – als Recht und Anspruch von Konsumenten halt öfters rückgemeldet werden, müsste von der Verbraucherzentrale als Frage des Verbraucherschutzes aufgeworfen und in der öff. Diskussion angesprochen werden. Hier liegt tatsächlich viel Macht in den Händen der Kunden, gewissermaßen ein Test für das Sprachbewusstsein der Südtiroler ohne öff. Vorschriften.

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  • Man kann als Kunde sicherlich einiges Erreichen. Das Problem ist jedoch, dass es sehr wohl einschlägige Normen gibt, die das Italienische bis ins kleinste Detail vorschreiben — weshalb eine (»ausgleichende«) deutsche Einsprachigkeit in den Tälern gar nicht möglich ist. Inhaltsangaben, Handbücher, Warnungen, selbst Beschriftungen in den Läden und Prospekte müssen per Gesetz zumindest auf Italienisch verfasst sein, und dies wird, wie die Supermarktkette MPreis mitteilt, penibel auf Einhaltung überprüft (siehe hier). Bei soviel Ungleichbehandlung durch den Gesetzgeber ist es natürlich schwierig, ein wie auch immer geartetes Gleichgewicht nur durch Druckausübung herzustellen. Die Verbraucherzentrale hat mir gegenüber bestätigt, dass das Problem existiert; ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Organisation aktiv gegen diesen Missstand vorgeht.

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  • xyz

    Die Wahrheit ist, was Südtirol braucht ist das friedliche Loskommen von diesen undemokratischen Staat…

    svegliatevi!

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  • niwo

    @ pérvasion

    und dies wird, wie die Supermarktkette MPreis mitteilt, penibel auf Einhaltung überprüft (siehe hier).

    Ich habe in den letzten Monaten mit etlichen Ladeninhabern über dieses Problem gesprochen. Es werden im Lebensmittelbereich tatsächlich penible Kontrollen durchgeführt. Wenn die italienischen Etiketten fehlen, gibt es Strafen im vierstelligen Eurobereich. Die deutsche Sprache und das Ladinische sowieso, werden hier krass diskriminiert. Politisch scheint sich daran niemand recht zu stören, weder unsere Vorzeigeautonomie-Partei SVP noch diverse italienische Exponenten, die ansonsten gerne die Mehrsprachigkeit betonen, besonders wenn es um die malga del covello geht.

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