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Pluralität zulassen.
Quotation 47

Minderheiten gäbe es nicht, wenn man Pluralität zulassen würde.

Prof. Rita Franceschini im Interview mit Markus Lobis zum Thema »Spracherwerb im mehrsprachigen Kontext« (Ostwest/Zigori Clubabend vom 9. Mai 2012).

plädiert für die Schaffung eines Rahmens, innerhalb dessen man Pluralität auf derart natürliche Weise zulassen könnte, dass es tatsächlich keine Minderheiten mehr gäbe. Ich höre schon den Einwand: Warum erst einen Rahmen schaffen? Weil wir uns ja bereits in einem Rahmen befinden, und dieser lässt Pluralität nicht im erwünschten Maße zu — er definiert sich national.

Siehe auch:

Kohäsion+Inklusion Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Politik | Zitać | Markus Lobis Rita Franceschini | | Südtirol/o | OstWestClub | Deutsch

3 replies on “Pluralität zulassen.
Quotation 47

Ein weiteres interessantes Zitat aus diesem Gespräch ist folgendes:

Rita Franceschini:

Ich sehe [den Artikel 19 des Autonomiestatuts] als einen Schutz einer Minderheit, die Angst hat, die Sprache zu verlieren, und ich glaube, das ist eine ernstzunehmende Größe.

Markus Lobis:

Aber ist es wirklich so? Wir sind ja keine Minderheit mehr. Die Minderheit in Südtirol sind ja die Italiener.

Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sagt dazu:

Regional- oder Minderheitensprachen« [sind] Sprachen, i) die herkömmlicherweise in einem bestimmten Gebiet eines Staates von Angehörigen dieses Staates gebraucht werden, die eine Gruppe bilden, deren Zahl kleiner ist als die der übrigen Bevölkerung dieses Staates, und ii) die sich von der (den) Amtssprache(n) dieses Staates unterscheiden; er umfasst weder Dialekte der Amtssprache(n) des Staates noch die Sprache von Zuwanderern.

Siehe auch: [1] [2] [3]

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