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Region »muss« bleiben.

Vor wenigen Jahren noch hatte sich selbst Riccardo Dello Sbarba (Grüne) für die Abschaffung der Region Trentino-Südtirol ausgesprochen — doch die Zeiten haben sich geändert. Als im Regionalrat neulich der Antrag der Freiheitlichen besprochen wurde, die von vielen nur noch als leere, kostenspielige Hülle bezeichnete Institution auflösen zu lassen, unterstützte dieses Vorhaben neben den Freiheitlichen selbst nur noch die Süd-Tiroler Freiheit.

Interessant ist die Begründung, welche Elmar Pichler-Rolle laut Medienberichten für die ablehnende Haltung der SVP genannt hat: Man wäre doch blöd, wenn man Rom aufforderte, das Autonomiestatut abzuändern. Ähnliche Argumente haben die Grünen ins Feld geführt.

Doch wie soll sich dieses Land positiv entwickeln und entfalten, wenn wir (selbst nach Auffassung der Mehrheitspartei) lieber anachronistische Strukturen beibehalten, als das »Risiko« einer Autonomieänderung einzugehen? Was ist der Staat für ein Verhandlungspartner, wenn er noch 40 Jahre nach Inkrafttreten des zweiten Autonomiestatuts als Gegner angesehen werden muss? Und wie kann man uns weismachen, dass die Autonomie die beste Grundlage für unsere künftige Entwicklung ist, wenn sie sich vonseiten Roms nach wie vor (und sogar stärker, als je zuvor) im Belagerungszustand befindet? Letzteres behaupten ja schließlich nicht die Unabhängigkeitsbefürworter, sondern die größten Verfechter der Autonomie.

Siehe auch: 1/

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3 replies on “Region »muss« bleiben.”

Die SVP ist ein einziger Etikettenschwindel.
Sie handelt konsequent gegen das eigene Parteistatut (siehe Selbstbestimmung) und stimmt nicht mal dem zu, was sie selbst schon lange fordert (Los von Trient).

Die SVP ist gegen jeglichen Fortschritt in der Autonomie Politik da sie um ihre Vormachtstellung fürchtet. Hauptsache nichts ändern um ja nicht noch Steine ins rollen zu bringen, die sei dann nicht mehr aufhalten können.
Meiner Meinung nach ist es für so eine Politik jedoch zu spät, die Südtiroler sind schon viel weiter als der SVP lieb ist. Wir brauchen keine Region mehr, wir brauchen keine SVP mehr und wir brauchen kein Italien mehr.

Mir fällt gerade was anderes ein: Das neue Ortsnamengesetz klammert doch die Namen von Gemeinden und Fraktionen aus, weil sie (angeblich) in die Zuständigkeit der Region fallen. Könnte es sein, dass die Blauen ihren Antrag auch deshalb (gerade jetzt) eingebracht haben — und die VP genau deshalb dagegen gestimmt hat? Ist doch ganz bequem, das heiße Eisen Gemeindenamen irgendwo aufgehoben zu wissen, wo man selbst keine Mehrheit hat…

Vielleicht liege ich mit meiner Spekulation aber auch voll daneben.

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