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Landsmann Knoll.

Eckartschrift.Im Zuge der Diskussion über das politische Spektrum und was bzw. wer politisch links oder rechts sei, verwies bzler in einem Kommentar auf einen von Sven Knoll mitverfassten Text unter dem Titel »Andreas Hofer. Sein Erbe – 200 Jahre später.«

Der harmlos klingende Titel ließe vermuten, dass es sich dabei um einen jener zahllosen kritisch-analytischen bis konservativ-heroisierenden Artikel handelt, die anlässlich des Gedenkjahres geschrieben und publiziert wurden. »Andreas Hofer. Sein Erbe – 200 Jahre später« jedoch ist anders. Nicht etwa weil darin neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu finden wären, sondern weil der Herausgeber der Zeitschrift »Der Eckart«, in der Knolls Beitrag erschienen ist, die Österreichische Landsmannschaft ist. Diese wird vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), einer Stiftung der Republik Österreich und der Stadt Wien, folgendermaßen beschrieben:

Der Schutzverein Österreichische Landsmannschaft (ÖLM) ist eine rechtsextreme Organisation mit vordergründig humanitärer Ausrichtung, die vor allem im publizistischen Bereich beträchtliche Aktivitäten setzt und aufgrund ihrer ideologisch-kulturellen Tätigkeit eine wichtige integrative Funktion für das deutschnationale und rechtsextreme Lager erfüllt.

Bereits Eva Klotz’ »Burschenschaftsaktion« hat bewiesen, dass die Süd-Tiroler Freiheit bei allen gegenteiligen Beteuerungen ihrem »Ziel« alles bedingungslos unterordnet und nicht die geringsten Berührungsängste mit Pangermanisten und Rechtsradikalen hat. Durch die Co-Autorschaft des Spitzenkandidaten der STF bei der Südtiroler Landtagswahl in einem Magazin, das laut DÖW »durch revanchistische und ausländerfeindliche Inhalte gekennzeichnet ist«, entfernt sich die Bewegung vom demokratischen Grundkonsens westlicher Gesellschaften. Zwar relativiert das DÖW, dass

Die Nennung von AutorInnen in rechtsextremen Publikationen [nicht bedeutet], dass alle Genannten als RechtsextremistInnen qualifiziert werden. Gleiches gilt für die in dieser Rubrik angeführten Gruppen: Nicht jede Organisation oder Partei mit Kontakten zum organisierten Rechtsextremismus ist selbst als rechtsextrem einzustufen. Rechtsextremismus wird in keiner Weise mit Nationalsozialismus, Neonazismus oder Neofaschismus gleichgesetzt.

aber ein Landtagsabgeordneter, der sich derart exponiert ist untragbar.

Nachtrag: Sven Knolls Präzisierung.

Faschismen Politik | Zitać | Eva Klotz Sven Knoll | | Südtirol/o | STF | Deutsch

96 replies on “Landsmann Knoll.”

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Durch die Co-Autorschaft des Spitzenkandidaten der STF bei der Südtiroler Landtagswahl in einem Magazin, das laut DÖW »durch revanchistische und ausländerfeindliche Inhalte gekennzeichnet ist«, entfernt sich die Bewegung vom demokratischen Grundkonsens westlicher Gesellschaften.

Ich kannte die “Eckhardsschriften” bisher nicht.

Vielleicht sollte man dann doch zuerst einmal den besagten Artikel lesen und werten, bevor man dem besagten Politiker Vorwürfe macht.

Das ist wohl gemeint

Eckartschrift 194: Andreas Hofer – Sein Erbe – 200 Jahre später

Es wäre dann auch fair, wenn der sich dazu äußern könnte.

in dem artikel geht es nicht darum, was knoll geschrieben hat, sondern in welchem forum er dies tut. ich denke, es geht nicht an, dass ein politiker dem kampfblatt einer als rechtsextrem eingestuften organisation zuarbeitet.
ich hoffe schwer, dass er sich dazu äußert.

n dem artikel geht es nicht darum, was knoll geschrieben hat,

Ja eben, und nur darauf (nämlich was jemand schreibt) kommt es an. Jedenfalls mir.

das heißt du würdest also ohne weiteres für “die deutsche stimme” oder auch ein radikal-islamistisches hetzblatt schreiben? davon ausgehend, dass derartige medien “kritische stimmen” gar nicht zulassen. oder glaubst du, du dürftest in der “deutschen stimme” oder einem islamistischen hetzblatt etwas gegen die blattlinie schreiben – z.b. die einbürgerung von zuwanderern fordern bzw. die mohammen-karikaturen verteidigen.

Wobei ich noch nicht verstanden hab:

Soll er sich hier auf BBD oder über die MSM äußern?

@Jäger
“das heißt du würdest also ohne weiteres für ”die deutsche stimme” oder auch ein radikal-islamistisches hetzblatt schreiben? ”

Ich schreibe weder für die Deutsche Soldatenzeitung noch für JUnge Freiheit, FAZ, ZEIT oder konkret. Höchstens an und zu hier einen Beitrag. Belegt den Extremismus des Autors anhand von Zitaten oder noch viel besser an seinen Handlungen. Ist auch Herr Staffler ein Mensch, vor dem man sich hüten muss?

heißt das, es wäre kein problem, mitglied der NPD zu sein, solange ich mich nicht extremistisch äußere?

Sven Knoll hat also vor vier Jahren einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben, die vom reichlich umstrittenen DÖW (und nur von diesem) als rechtsextrem eingestuft wird. Was er geschrieben hat, interessiert anscheinend niemanden. Ich bekenne hiermit öffentlich, dass ich 32 Jahre lang für die “Dolomiten” geschrieben habe. Ich wehre mich aber dagegen, mit der Linie dieses Manipulationsblattes identifiziert zu werden und beharre darauf, nur aufgrund des Inhaltes meiner Artikel beurteilt zu werden. Die “Dolomiten” sind stolz auf ihre Vorgängerzeitung, das antisemitische Kampfblatt “Brixener Chronik”, einen Stolz, den ich keineswegs teilen kann, zumal ich den christlichsozialen Antisemitismus dieses Blattes in meinem Buch “Krummstab und Krummnase” angeprangert habe.

Die Dolomiten mit dem Eckart vergleichen — ist das dein Ernst? Um gleich beim Antisemitismus zu bleiben: Wenn du schon sagst, man dürfe nur den Inhalt beurteilen… ist es also z. B. auch kein Problem, für das Nazi-Kampfblatt Der Stürmer geschrieben zu haben, solange der Inhalt ok war? Diese Schlussfolgerung lassen deine Aussagen zu, ich finde jedoch, das macht euch völlig unglaubwürdig und (zu Recht!) angreifbar.

Ich habe niemals für den Stürmer geschrieben (so alt bin ich nun auch wieder nicht), und wenn ich etwas geschrieben hätte, dann wäre es mit Sicherheit nicht veröffentlicht worden und ich wäre jetzt wohl nicht mehr da. Damit erübrigt sich diese Spekulation. Für den Eckart habe ich schon geschrieben, und zu dem, was ich geschrieben habe, stehe ich. Ich würde sogar noch für die Dolomiten (und für andere üble Zeitungen) schreiben, aber die veröffentlichen von mir nichts.

Damit erübrigt sich diese Spekulation.

Welche Spekulation? Habe ich irgendwo geschrieben, dass du für den Stürmer geschrieben hast? Wenn du mich bewusst missverstehen willst… nur zu… du wirst aber nicht vom zentralen Problem ablenken können.

hartmuth, ich bitte dich. du weißt genau, dass sich die ÖLM im dunstkreis von schlagenden burschenschaften (wkr), npd und anderen extremisten bewegt. hör bitte auf, zweierlei maß anzulegen. einen seppi oder holzmann würdest du zurecht aufs schärfste kritisieren und geißeln, wenn diese sich mit rechtsextremen umgeben oder in publikationen der casa pound aufscheinen.ewiggestrige wären sie dann. und das – wie gesagt – zurecht. ewiggestrige sind für parteikollegen lang auch italiener, die bozen mit tricolore zupflastern. mit verlaub, die ÖLM und “der eckart” sind eine andere liga als die bozner fähnchenschwinger!
da geht es nicht darum, was sven geschrieben hat. es gibt grenzen. als demokrat umgibt man sich nicht mit solchen leuten und schreibt für deren kampfblatt, das in seiner symbolik unmissverständlich daherkommt. schon gar nicht als politiker.
ist das tatsächlich das millieu, in dem sich die süd-tiroler freiheit wohlfühlt? im grenzbereich zu braun? hör doch auf mit dem scheiß.

ad kritik an DÖW: wer sollte denn die organisation sonst noch als rechtsextrem einstufen?

aus aktuellem anlass: http://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/neues-von-ganz-rechts/archiv/jaenner-2005/eckart-gedenkt-ns-kriegsverbrechers

ad “reichlich umstritten”

der webseite des DÖW entnehme ich, das dieses vom

von der Stadt Wien
vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
vom Bundesministerium für Inneres
vom Nationalfonds der Republik Österreich und
vom Zukunfsfonds der Republik Österreich

unterstützt und mitgetragen wird.

für mich reicht das, um sie über den verdacht einer “umstrittenen organisation” zu erheben.

Der Eckart gedachte in seiner Ausgabe 1/2005 des Nazi-Kriegsverbrechers Erich Priebke

den man aus Rachsucht und politischem Kalkül in einer Gefängniszelle in Rom schmachten lässt.

Über die Gesinnung dieses Schundes brauchen wir uns jetzt hoffentlich nicht mehr weiter zu unterhalten.

Es dürfte außer Streit stehen, dass die Eckartschriften aus der deutschnationalen Ecke stammen. Ich bezweifle allerdings, dass dies ausschlaggebend für eine ideologische Einstufung des Autors sein kann und nicht der Inhalt des Artikels. Wenn inhaltlich keine deutschnationalen Argumentationen zu finden sind, sehe ich eine solche Aktivität sogar positiv: Immerhin muss sich der Leser dann mit nicht-deutschnationalen Argumenten auseinandersetzen. Einzig entscheidend ist also der Inhalt des Artikels.
Im Übrigen hätte Herr Knoll prominente Gefährte: Egon Kühebacher, Felix Ermacora und sogar Silvius Magnago (!) waren Autoren der Eckertschriften… Unter Berücksichtigung dieses Umstandes (insbesondere bezüglich Magnago) relativiert sich der Vorwurf gegenüber Herrn Knoll doch sehr!

im artikel steht ja, dass die autorenschaft in einem rechtsextremen blatt keinen rückschluss darauf zulässt, dass auch besagter autor rechtsextrem sei.
ad gefährten:
in der vergangenheit war vieles möglich, was heute aufgrund des sich geänderten geschichtsbewusstseins bezüglich des nationalsozialismus nicht mehr möglich ist.

in der vergangenheit war vieles möglich, was heute aufgrund des sich geänderten geschichtsbewusstseins bezüglich des nationalsozialismus nicht mehr möglich ist.

Je länger das Dritte Reich auf dem Müllplatz der Geschichte liegt, desto größer wird der Widerstand gegen es.

das ist blödsinn. es geht vielmehr darum, dass bis hinauf in die 1990er jahre die verbrechen des dritten reiches und viele leute, die mit diesen verbrechen in zusammenhang standen, relativ wenig beleuchtet und hinterfragt wurden. schwamm drüber laudete die devise und somit war es auch möglich, dass wenig berührungsängste zu derartigen kreisen bestanden.

Hunter

das ist blödsinn. es geht vielmehr darum, dass bis hinauf in die 1990er jahre die verbrechen des dritten reiches und viele leute, die mit diesen verbrechen in zusammenhang standen, relativ wenig beleuchtet und hinterfragt wurden

Das war eventuell bei Ihnen in Österreich so.

Anfang der Sechziger gab es z.B. in Ffm den Auschwitzprozess.

Da wird doch niemand mit konträren Argumenten konfrontiert — höchstens (!) mit neutralen. Damit leistet man als Autor keinen Beitrag zur Aufklärung, sondern legitimiert das Medium, für das man schreibt.

Das sehe ich nicht so: Allein neutrale Argumente können durchaus schon in sich konträren Inhalt zur politischen Marschroute des Mediums haben! Unabhängig davon wären auch neutrale Argumente in einem solchen Medium nützlich, damit ideologisch noch nicht ganz verbohrte Leser sich auch eine “andere” Sichtweise zu Gemüte führen können.

Zur Klarstellung, ich hatte auf den Artikel verwiesen, nicht weil ich irgendjemanden vorschreiben möchte, wo er denn zu publizieren hätte, noch weil ich den Inhalt als besonders gelungen finden würde, sondern weil ich vielem von dem unter dem Kapitel “Zukunftsmodell Tirol” Geschriebenen skeptisch gegenüber stehe. Hartmuth Staffler hatte neulich auf die freundliche Gesinnung der STF den “Welschtirolern” gegenüber hervorgehoben. Dem Landmannartikel entnehme ich eine ganz andere Einstellung. Die getätigten Aussagen bezüglich Toponomastik und dass sämtliches nichtladinisches Südtirol im Zukunftsmodell als deutschsprachig zu verstehen sei und all das noch mit “Südtirol fordert” einzuleiten, wo vermutlich nicht einmal die STF geschlossen dahinter steht, sollte der Öffentlichkeit und den STF-Parteikollegen nicht verborgen bleiben.
Streitet euch doch nicht, sondern lest euch das mit dem Zukunftsmodell durch und denkt euch euren Teil. Es geht mir nicht um einen Pranger sondern um ein interessantes Stück Hintergrundinformation. Der Wähler entscheidet, was tragbar ist, nicht wir.

“(…) sondern weil ich vielem von dem unter dem Kapitel ”Zukunftsmodell Tirol” Geschriebenen skeptisch gegenüber stehe”

Damit sagst du also offen, dass du auf den Artikel verwiesen hast, um die Sache “Zukunftsmodell Tirol” in ein schlechtes Licht zu rücken. Anders ist das nicht zu verstehen. Du kritisierst nicht die Sache selbst, sondern das Verhalten eines Menschen, der sich (einer von vielen) damit auseinandersetzt.

Oje, liebe Rosanna, wie kommst Du mir denn jetzt !?

Der Artikel rückt Dinge ganz von selbst in ein bestimmtes Licht, da braucht es meine Beleuchtung nicht weiter.

Ja, ich sage ganz offen, dass *mein* Südtirol ein ganz anderes Zukunftsmodell Tirol fordert, als es in dieser Publikation gezeichnet wird. Und Du würdest Deine Unterschrift drunter setzen? Sag blos!

Wie ich dir komme?
Also versuche ich es noch mal anders.

Du hast hier mit deinem Hinweis eine große Aufregung wegen eines im Grunde genommen quasi verjährten Tatbestands ausgelöst.

Mein Eindruck ist: In diesem Forum beschäftigt man sich gerne penibel und ausführlich mit irgendwelchen tatsächlichen oder vermeintlichen rechtsextremistischen Positionen von politischen Gegnern.
In deinem Fall scheint es dir dabei vor allem darum zu gehen, die Sache an sich, nämlich die Selbstbestimmung, aufgrund angeblicher extremistischer Tendenzen von Leuten, die sie befürworten, in Misskredit zu bringen. Und das ist nicht korrekt. Oder würdest du dich tatsächlich für die Selbstbestimmung aussprechen, wenn alle ihre Anhänger so unzweifelhaft antinationalistisch wie hunter und pérvasion wären?

Wie gesagt, frage ich mich und die Forumsteilnehmer/innen auch:
Hat jemand Sven Knoll mit der Kritik konfrontiert? Oder ist es einfach schöner, hier ungestört sein “Fehlverhalten” zu kritisieren?

Sind wir jetzt echt schon so weit, dass wir den Überbringer der schlechten Nachricht verurteilen und den »Täter« freisprechen? Wegen Verjährung — wo er doch sogar schon Landtagsabgeordneter war, als er den Text veröffentlicht hat? Wer hier dem Anliegen schadet, ist nicht bzler, sondern Knoll, der verhindert, dass es endlich aus dem braunen Eck rauskommt (wo es nicht hingehört). Und seid doch froh, dass wir Knolls Fehlverhalten anprangern, denn wir können wenigstens zwischen Selbstbestimmung und Rechtsextremismus unterscheiden (was andere, aufgrund der mangelnden Berührungsängste von Leuten wie Knoll und Staffler, nicht können). Was mich am meisten verstört, ist aber die totale Uneinsichtigkeit!

Mich verstört die totale Uneinsichtigkeit von Simon. Auch ausgewiesene Antinazis, die dies nicht erst heute, sondern seit Jahrzehnten mit zahlreichen Publikationen und Aktionen bewiesen haben, werden ins rechte braune Eck gestellt. Das ist nicht mehr pérvasion, das ist Perversion.

Nein, pérvasion, ich denke, dass du im diesem Fall meinen Standpunkt falsch einsetzt.

Ich verurteile nicht den Überbringer, sondern möchte von ihm wissen, ob ihm am Thema Selbstbestimmung überhaupt irgendwas liegt. Wenn ja, dürfte er sich nicht darauf beschränken immer nur gewisse Selbstbestimmungsbefürworter zu kritisieren und die Selbstbestimmung an sich überhaupt abzulehnen. Diesen Eindruck habe ich zumindest aufgrund älterer Postings.

Und in einem Punkt bin ich ganz anderer Meinung. Nicht Sven Knoll (noch die ganze STF) ist hauptverantwortlich, dass “das Anliegen” nicht “aus dem braunen Eck herauskommt”, wie du sagst, sondern jene, die behaupten, dass die STF allein auf weiter Flur und auch noch extremistisch ist, – und diejenigen, die der STF das Anliegen aus Bequemlichkeit oder Feigheit überlassen, statt sich offen dazu zu bekennen.

… ist eine rechtsextreme Organisation mit vordergründig humanitärer Ausrichtung…

Schließen sich rechtsextrem und humanitär nicht gegenseitig aus?

Tut mir leid, aber ich möchte jetzt kurz das Thema wechseln: Wenn es stimmt, was Hartmuth Staffler schreibt, wurde er vom neuen Landeshauptmann verleumdet.
Ich denke, dass trotz aller Aufgregung über einen Artikel, den Sven Knoll vor vier Jahren geschrieben hat und der meiner Meinung nach berechtigten Frage, ob das dumm war, in der Zeitschrift einen Artikel zu verfassen, auch Raum für berechtigte Empörung sein sollte, wie ein zukünftiger Landeshauptmann einen unbequemen politischen Gegner diffamiert.

Eines sei klargestellt: Natürlich finde ich es keineswegs opportun, als Politiker der STF in einer solchen Schriftenreihe als Autor aufzutreten. Im Gegenteil! Und natürlich darf sich ein Autor dann auch nicht über kritische Fragen wundern. Dass die Veröffentlichung eines Beitrages in einer solchen Schrift allerdings ohne inhaltliche Überprüfung dazu führt, dass er als Landtagsabgeordneter “untragbar” sei, finde ich völlig überzogen. Auch der Vergleich der Eckartschriften mit dem “Stürmer” hinkt…
An dieser Stelle sei lediglich auf eine kürzlich von einem Bekannten erlebte Episode verwiesen: Ein künftig in Südtirol hohe Ämter bekleidender Politiker antwortete auf die Frage, wie er die Ansichten der BBD sieht, mit folgendem Satz: “Das sind Nazis”. Auf den Hinweis des Gesprächspartners, dass hier wohl eher linke und soziale Inhalte vertreten würden, meinte er wörtlich: “Ja, sag ich ja: National-SOZIALISTEN”. Diese Aussage stammt tatsächlich von einem stets als äußerst eloquent und ausgeglichen auftretenden Politiker! Was ich sagen will: Wenn es um das Selbstbestimmungsrecht in Südtirol geht, ist die rechte Schublade schnell gezogen. (Umsomehr hätte sich Herr Knoll natürlich den Beitrag sparen sollen…)

Auch der Vergleich der Eckartschriften mit dem ”Stürmer” hinkt…

Er hinkt bewusst — denn er soll ja zeigen, dass ein Vergleich von Dolomiten und Eckart genausowenig bringt, wie eben der Vergleich zwischen Eckart und Stürmer. Wenn mir jemand sagt, ungeachtet der Blattlinie sei nur der Inhalt zu berücksichtigen, dann muss das immer gelten. Tut es aber nicht.

Diese Aussage stammt tatsächlich von einem stets als äußerst eloquent und ausgeglichen auftretenden Politiker!

Ich nehme jetzt mal einfach an, es geht um den künftigen LH. Jedenfalls befinden wir uns mit ERC, CUP und SNP in guter »nationalsozialistischer« Gesellschaft. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich meiner Meinung nach.

Umsomehr hätte sich Herr Knoll natürlich den Beitrag sparen sollen…

Ganz genau!

mir kommt langsam vor, dass niemand mehr den artikel im blick hat, der ausgangspunkt der diskussion ist.

dort steht NICHT geschrieben, dass sven knoll ein rechtsextremist ist
dort steht NICHT geschrieben, dass sven knoll ein nazi ist

es wird sogar relativiert, dass nicht jeder, der für eine rechtsextreme organisation schreibt, selbst rechtsextrem sein muss.

es geht um ganz etwas anderes:
die ÖLM und der eckart sind aus einer deutschnationalen bis nationalsozialistischen tradition heraus entstanden. viele der schreiber des eckart waren vehemente nazis und antisemiten.

der eckart vertritt nach wie vor – laut DÖW – rechtsextreme, revanchistische und ausländerfeindliche positionen. noch 2005 relativieren sie z.b. den fall priebke.

bitte erklärt mir also jemand, wo hier der unterschied z.b. zu unitalia, casa pound und anderen fascho-nostaligikern liegt. und wenn es keinen unterschied gibt, warum dann haltungen von unitalia, casa pound usw. zurecht verachtenswert und politiker wie seppi untragbar sind – es für sven knoll aber kein problem darstellt, wenn er im dunstkreis oben genannter rechtsextremer deutschnationalisten agiert?

was würdet ihr sagen, wenn luigi spagnolli (der wohl über den verdacht, ein faschist zu sein, erhaben ist) die festrede bei der eröffnung des neuen casa pound sitzes halten und einen beitrag für eine ihrer publikationen schreiben würde?

Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Von Typen, die in irgendeiner Weise im Dunstkreis von rechtsextremem oder nationalsozialistischem Gedankengut stehen müssen Vertreter der STF ohne Wenn und Aber Abstand nehmen. Dies bedeutet auch, dass es dort keine Publikationen, Reden oder sonstige Beiträge geben darf. Für mich völlig unverständlich warum man da keine klarere Politik der Abgrenzung betreibt.

die daumen nach unten drücker mögen mir bitte erklären, wo der unterschied zwischen knolls aufsatz und einer – nie stattgefundenen – rede spagnollis bei casa pound wäre?

und ich nehme an, alle daumen nach unten drücker würden mich loben, wenn ich spagnolli heftigst kritisiere, dass er sich mit casa pound leuten abgibt.

wo also ist der unterschied?

@ niwo

Doch, dem ist schon noch etwas hinzuzufügen:
Einerseits frage ich mich, ob wir nicht etwas spät dran sind, wenn der Artikel vor vier Jahren (!) geschrieben wurde. Zwei Tage lang nun in diesem Forum nur darüber zu diskutieren und andere Themen völlig außer Acht zu lassen … ? Ich weiß nicht, ob das verhältnismäßig ist …. (so berechtigt die Kritik auch sein mag)

Denn andererseits: Hat denn jemand Sven Knoll angeschrieben und ihn eingeladen sich dazu (vielleicht hier) zu äußern?

Auch für Spagnolli sollte gelten: Es zählt nicht, wo er redet, sondern was er sagt. Wenn er zu den Casa-Pound-Leuten geht und ihnen gehörig die Leviten liest, dann hätte ich daran nichts auszusetzen. Viel schlimmer finde ich es, dass etwa Landeshauptmann Durnwalder zum Alpinitreffen gegangen ist und den Ewiggestrigen applaudiert hat, ohne ein Wort der Kritik anbringen zu können (und wahrscheinlich auch ohne dies tun zu wollen). So ein Verhalten ist schlimm, und nicht wenn man zu einer Veranstaltung von Burschenschaftlern geht und dort über die Bedeutung von Menschenrechten redet.

genau. knoll hat in besagtem artikel der deutschtümelei und dem nationalismus ja anständig die leviten gelesen.

Auf Deine Ansage hin fühl ich mich grad schuldig, dass mein Zitat aus dem “literarischen Werk” eines unserer “Spitzenpolitiker” eine derartige Aufregung auslöst hat, dass auf BBD mehr als 24 Stunden lang darüber diskutiert werden muss.

Ich bin nicht gegen oder für eine Sache, nur weil andere dagegen oder dafür sind. Aber natürlich versuche ich mir ein Bild über die Charaktere zu machen, die für oder wider meine Anliegen sind – und das gelingt mir gerade schulbuchmäßig.

“Schulbuchmäßig” oder oberlehrerhaft?

Wofür bist du denn? Ich kenne dich nur als Selbstbestimmungsgegner, als reinen Anti…

Du solltest den Artikel auf Wikipedia schon genauer lesen.

Dem NSDStB ist es bereits vor der Machtergreifung 1933 gelungen fast alle Burschenschaften zu assimilieren. Bereits 1932 gab’s mit marginalen Abstrichen nur mehr den NSDStB.

Verbieten brauchte die NSDAP zu diesem Zeitpunkt nur mehr die paar Abtrünnige und Widerständler. Dies geschah dann 1936.

Wie sollen allso 1939 – im 2. Weltkrieg, wie du schreibst – Burschenschaften gegen die NSDAP gekämpft haben, wenn alle Burschenschaften schon 1932 assimiliert waren und spätestens 1936 alles außer der NSDStB verboten war?

vieleicht weil ich geschrieben habe, dass sich ÖLM im dunstkreis schlagender burschenschaften bewegt. aber zum artikel tut das nichts zur sache. und dass burschenschaften mehrheitlich anti-nazistisch waren ist einfach lächerlich.

das wäre ungefähr so, wie wenn ich sage “die österreicher haben sich gegen den anschluss gewehrt”. natürlich gab es mutige widerständler auch in österreich. aber im gesamten sieht das bild dann doch etwas anders aus.

Wenn es anscheinend verboten ist, in einer als rechtsextrem eingestuften Zeitschrift einen Artikel zu veröffentlichen, dann müsste es eigentlich auch für alle “echt demokratischen” Publikationen verboten sein, Artikel dieser bösen Rechtsextremen zu veröffentlichen. Ich frage mich dann schon, warum ich so oft in linksgerichteten Zeitschriften publizieren durfte, oder warum mich Gerald Steinacher um Mitarbeit an seinem Buch “Nazis auf der Flucht” gebeten hat, eine Mitarbeit, mit der ich einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Südtirol leisten konnte (Auch in Brixen hat es ja, ähnlich wie für Priebke in Sterzing, die Gnade der katholischen Wiedertaufe für Naziverbrecher gegeben). Sollte mir eine solche publizistische Tätigkeit eigentlich nicht verboten sein, wo man mich doch in die Nähe des Stürmers rückt?
Zum DÖW möchte ich sagen: Es hat sich große Verdienste bei der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Österreich und des entsprechenden Widerstandes erworben. Umstritten ist vor allem die selbstherrliche Einmischung in die Tagespolitik.

hartmuth, lass uns bitte wieder vernünftig werden. niemand sagt, dass es verboten ist. solange es sich im gesetzlichen rahmen bewegt, ist es das natürlich nicht. aber nicht alles was rechtens ist, ist auch richtig. und politiker haben moralische verantwortung und vorbildwirkung. zudem steht die stf bei vielen ohnehin unter “rechtsverdacht”. wie unsäglich dumm ist es dann, dieses (vor)urteil zu bestätigen.
und nochwas: niemand hat dich angegriffen oder in die nähe des stürmers gerückt. bitte lies dir durch, was oben geschrieben steht. bevor du solche dinge von dir gibst.

antworte bitte auf diese frage:

was würdest du sagen, wenn alessandro urzi oder gar gigi spagnolli einen – die blattlinie bedienenden – artikel für eine publikation von casa pound verfassten?

hätten gigi oder urzi je sowas gemacht, würden wir sie heftigst kritisieren. wir würden sie aber nicht für rechtsextrem erklären (was wir auch bei knoll nicht gemacht haben). aber wir würden sagen, dass sie idioten sind.
und du würdest uns dafür gratulieren, anstatt sie zu verteidigen. gib’s zu!

Über einen Artikel von Urzì für eine Publikation von Casa Pound würde ich mir nicht den Kopf zerbrechen. Urzì hat ja schon als Journalist genügend Gehässigkeiten von sich gegeben (ich kenne ihn von seiner Arbeitszeit in Brixen her), um ihn beurteilen zu können. Spagnolli wird wohl kaum etwas für Casa Pound schreiben, nachdem die ihn liebenswürdiger Weise als Säufer dargestellt haben und er sie deswegen angezeigt hat. Mit Extremisten will Spagnolli nichts zu tun haben, mit extrem nationalistischen Gruppen und Personen hat er aber keine Berührungsängste, auch die nationalistischen Parolen beim Alpinitreffen oder die Übergriffe der Alpini gegen die harmlosen schwarzen Straßenverkäufer haben ihn anscheinend nicht gestört. r.

nochmals. würden die leute, die dauernd daumen nach unten drücken auch begründen, warum sie das tun. dann kommen wir auch weiter in der diskussion. als bitte beantwortet wer meine frage (danke an hartmuth, der das übrigens tut).

“Daumen nach unten”?

Vielleicht wegen dem “Gigi”? … ;-)
Ernsthaft, ich wars nicht …
Was mich interessieren würde: Gigi? Nennen ihn Freunde so ?

Mit Extremisten will Spagnolli nichts zu tun haben, mit extrem nationalistischen Gruppen und Personen hat er aber keine Berührungsängste, auch die nationalistischen Parolen beim Alpinitreffen oder die Übergriffe der Alpini gegen die harmlosen schwarzen Straßenverkäufer haben ihn anscheinend nicht gestört.

Und welche moralische Überlegenheit hast du jetzt noch gegenüber einem Urzì oder dem, was du Spagnolli vorwerfen möchtest? Wo liegt der qualitative Unterschied zwischen ihm zugeschriebenen mangelnden Berührungsängsten mit »extrem nationalistischen Personen und Gruppen« und euren mangelnden Berührungsängsten mit Medien, die der rechtsextremistischen Szene zuzurechnen sind?

@ hartmuth
vielen dank für das bestätigen meiner argumentationslinie. somit sind wir ja einer meinung und können diese leidige diskussion abschließen.

Sven Knoll hat mit mir die gleiche Oberschule besucht, wenn auch nicht die gleiche Klasse. Ich habe von ihm nie ein rechtsextremes Wort oder boshafte Worte gegen Italiener gehört. Daher halte ich es auch für übertrieben, zu sagen, daß er nicht meh tragbar wäre.
In einem anderen Artikel habe ich aber auch zum Ausdruck gebracht, daß sich Vertreter der STF nicht bei Burschenschaftskongressen aufhalten sollten. Das gleiche gilt für das Publizieren in solchen Heften.

Jeder macht mal Fehler, es wäre schön, wenn das Sven Knoll auch einsehen würde. Ansonsten werden unsere Gegner jedes Mittel nutzen, um der Diskussion um die Unabhängigkeit zu schaden.

Jeder macht mal Fehler, es wäre schön, wenn das Sven Knoll auch einsehen würde.

Stimme ich dir gerne zu.
. . . und die STF es endlich lernen würde, sich sauber von bestimmten Milieus abzugrenzen.

#offtopic#

@ Hartmuth Staffler

Übergriffe der Alpini gegen die harmlosen schwarzen Straßenverkäufer haben ihn anscheinend nicht gestört

Was lief denn da in Bozen noch so alles ab, von dem keiner hörte oder las?

@Rosanna und Camp:

Ich verstehe zwar nicht im geringsten, was das mit der laufenden Diskussion zu tun haben soll, aber weil es Euch so wichtig ist, bestätige ich gerne, dass ich ein Freistaatskeptiker bin und dass ich das Selbstbestimmungsrecht lieber als Joker im Ärmel sehe, als es grundlos vor die Säue zu werfen. Bin ich jetzt ein schlechter Tiroler oder ein verbissener Unionist? Sagt es mir. Bekomme ich jetzt Platzverweis von BBD? Wollt Ihr mir hier das Mitspielen untersagen, oder welche Botschaft solch ich sonst Eurem Eiertanz entnehmen.

Ich habe mich übrigens nicht auf die bbd Seite verlaufen, um unter meinesgleichen zu sein und mit Likes mir mein Ego zu bestärken, sondern weil es hier ein paar Menschen gibt, deren Meinung mir nicht unwichtig ist und mit denen der Dialog fruchtbar zu sein scheint.

Keiner Eurer bisherigen Kommentare ist auf den Inhalt der Publikation eingegangen. Bei mir steht niemand unter Generalverdacht. Nicht die Selbstbestimmungsbefürworter und nicht die STF. Auch nicht der Knoll. Kann ja sein, dass er als Co-Autor wie die Jungfrau zum Kind zu den entsprechenden Passagen gekommen ist. Aus Euren bisherigen Beiträgen kann ich mir allerdings sehr wohl mein Bild machen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr zum Inhalt der Publikation Stellung beziehen könntet anstatt eierzutanzen. Ja, ich halte das enthaltene Zukunftsmodell Tirol als deutsch-völkisch angehaucht und ja, mich würde interessieren, wer hier und in der STF in der Lage ist, dem Inhalt 100%ig zuzustimmen, oder wer sich doch von gewissen Passagen lieber distanzieren möchte. Traut Ihr Euch eine Stellungnahme zum Inhalt zu?

@ bzler
ich finde deine beiträge sehr anregend.
lass dich doch nicht von zwei (die eigentlich eine ist, wenn ich das richtig verstehe) abschrecken. du bist sehr willkommen. es gibt nichts langweiligers als das predigen zu den bekehrten oder das diskutieren mit leuten, die sich herumwinden und auf keine argumente eingehen.

Was willst du eigentlich? Lies meine Kommentare und du findest ausreichend Aufschluss über meine Meinung zu der Sache. Da muss ich nicht absatzweise überflüssige Worte schreiben. Du kannst meinetwegen hier schreiben, bis deine Fingerkuppen rauchen, aber du musst halt einsehen, dass nicht jeder deine einseitige Art zu kommunizieren gut findet.

Und tu nicht so unschuldig: Du hast in einem der Artikel in diesem Zusammenhang von “ethnischen Säuberungen” gesprochen. Das ist eine üble Unterstellung, die nicht einfach so versehentlich passieren dürfte.

Wo bitte ist da die Mitte?

Ist das dein Niveau, auf das ich mich begeben soll?

bzler, wenn bei BBD jemand einen Platzverweis bekommt, sind das mit Sicherheit nicht Gesprächsteilnehmer, die sich demokratisch für die Beibehaltung des Status Quo aussprechen, sondern diejenigen, die sich dem demokratischen Grundkonsens entziehen, dass rechtsextremistisches Gedankengut zu ächten ist.

Gibt es denn deiner Meinung nach Leute, die an dieser Diskussion teilnahmen, die sich diesem Grundkonsens entziehen?

@ R. Camp: Ich bitte dich, dich im Sinne der Übersichtlichkeit für einen Nicknamen zu entscheiden. Sind jetzt Rosanna, Flor Camp, Camp und R. Camp ein und derselbe/dieselbe Kommentator/in?

Manchmal ändern sich im Leben Namen … es bleibt bei diesem, bis dass … ja, und Flor hat da auch mitzureden.

Meine Abgrenzung war ganz deutlich! Manche benützen im politischen Diskurs die Methode, zu ignorieren, was ein politischer Gegner sagt und ihm das Gegenteil zu unterstellen (wie z.B. Kompatscher).

Mich werdet ihr ohnenhin nicht mehr hier antreffen, wenn es euch unangenehm ist. Sagt es einfahc klar, wenn das ein exklusiver Klub bleiben soll. Dann müsst ihr euch nicht mit abweichenden Meinungen auseinandersetzen und Leute wie ich müssen sich nicht einem Generalverdacht ausgesetzt fühlen.

@hunter und pérvasion

Meinen Dank an Euch!

@R. Camp usw.

Schade, dass Du Dich/Ihr Euch für weiteren Eiertanz entschieden hast/habt.

Ich habe in den vergangenen Jahren an zahlreichen Veranstaltungen der STF, internen Sitzungen bis hinauf in die Landesleitung, teilgenommen und dort ist niemals (der Begriff ist hier bitte wörtlich zu nehmen!) auch nur ein Wort von einem Zukunftsmodell Tirols als deutsch-völkisches Gebiet, von einer Beschneidung der Rechte unserer italienischen Mitbürger, der Verdeutschung der rätoromanischen Toponyme oder der Wiedererrichtung des Dritten Reiches gefallen. Da ich mich (um jene ledigen Kategorien ein weiteres Mal zu strapazieren) als Linker verstehe, bin ich für diese Themen sensibel, hätte dies bemerkt und sofort kritisiert.
Sven Knoll war meist persönlich anwesend.

Es geht bei dieser Diskussion hier tatsächlich um Abgrenzung: Doch wie schon so oft in der Geschichte, ist die Ursache für einen Konflikt zwischen zwei Gruppierungen (hier BBD und STF) meiner Meinung nach eher im Inneren zu suchen.
BBD steht im Dauerkonflikt mit Kräften (summieren wir sie hier einfach mal unter dem zu kurz gehenden Begriff “die Grünen”), die aus intellektueller Sicht eigentlich nah verwandt miteinander sind, aber auf Grund dieses einen Themas (Selbstbestimmung) einfach nicht miteinander können. Die Sehnsucht nach Anerkennung aber bleibt.
Wie sehr muss es schmerzen, wenn unser gemeinsamer Leibling Martin Geier höhnisch von Euren “neuen Freunden” (der STF) spricht und damit beabsichtigt, Euer ganzes Anliegen in ein schlechtes Licht zu stellen?
Aus diesem Grunde wird diese Angelegenheit hier derart viel Raum zugestanden. Um BBD vom Generalverdacht zu befreien und der widerspenstigen Geliebten zu zeigen, dass man selber auch zu den Guten gehört…
Ich verstehe dies sowohl aus intellektueller, als auch aus menschlicher Sicht.
Doch hat es meiner Ansicht nach erst drittrangig mit dem demokratischen Grundkonses der Abgrenzung gegenüber totalitären Systemen zu tun.
Sven Knoll tut die Sache sicher Leid. Wer hat nicht auch schon zurückgeblickt und sich gewünscht, Dinge anders gemacht zu haben?
Doch würde ich mich auch nicht dafür entschuldigen.
Unsere politischen Gegener wollen uns mit ihrer Hypersensibilität vor sich her treiben und unseren politischen Handlungsspielraum gezielt einschränken, indem sie uns mit Rechtsextremismus im Verbindung bringen. Ginge es nach ihnen, verbrächten wir 3/4 des Jahres damit, uns für irgendetwas zu entschuldigen.
Das wird Euch nicht gefallen, aber ganz im macchiavellistischen Sinne werden wir uns unsere politische Bewegungsfreiheit nicht von jemandem einschränken lassen (und damit ist nicht BBD oder einer der Kommentatoren gemeint), der uns mit Nazis in Verbindung bringt, während er seine Kommentare ins IPad klopft und einen Nespresso schlürft, an dem das Blut Tausender klebt.

@ waldgänger
danke für den überlegten kommentar.
– ad rechtsextremismus: wie gesagt, niemand hat behauptet dass sven knoll ein nazi bzw. besagter text rechtsextrem wäre. es ging darum, in welchem forum sich ein landtagsabgeordneter bewegt. sogar das könnte evtl. noch gerechtfertigt werden, wenn man die plattform dazu nutzt, sie zu kritisieren. schreibt man allerdings für eine rechtsextreme organisation einen artikel auf “blattlinie” (was nicht heißt, dass der text rechtsextrem ist), dann ist das ein problem.
– wenn martin geiers kommentare schmerzen würden, wären wir schon längst tot.
– ad raum: “landsmann knoll” ist ein artikel wie viele andere auch, die wir bezüglich geschichtsbewusstsein und abgrenzung nach rechts geschrieben haben. von anbeginn an. da gab’s die stf noch gar nicht!!! der “raum”, von dem du sprichst, entstand durch die diskussion, in der viele nicht wahrhaben wollen, dass es ein problem ist, wenn knoll solche dinge macht.
bbd hat eine klare linie und ein klares ziel. es ist uns wichtig, dieses ziel zu erreichen. aber nicht um jeden preis. wenn wir zur erreichung dieses ziels ideologische prinzipien über bord werfen müssten (keine berührungsängste mit rechtsextremen), dann wäre auch das ziel nicht mehr das, was es sein soll. uns ist nicht jedes mittel recht. das ziel ist zwar wichtig, aber es ist kein selbstzweck. nur weil wir zur erreichung des zieles nicht auf “rechts” zurückgreifen wollen, heißt das noch lange nicht, dass wir die selbstbestimmung verraten oder nicht hartnäckig genug verfolgen. ich meine, dass es vielmehr jene sind, bei denen die selbstbestimmung zum selbstzweck um jeden preis wird, die der sache im endeffekt schaden. sehen wir ja eindeutig schon jetzt. wenn irgendwer das wort selbstbestimmung ausspricht, ist er (nur) in südtirol gleich im rechten eck. knoll bestätigt dann diese undifferenzierte südtirolspezifische sichtweise. bravo!
– ad abgrenzung: uns geht es sehr wohl in erster linie um den demokratischen grundkonsens. wer in unseren augen “blödsinn baut” spiel keine rolle. da geht es nie um unsere position gegenüber anderen. sowohl die SVP, als auch die Grünen, die Freiheitlichen, der PD und die italienische Rechte sowieso haben sich von uns “ungerecht behandelt” gefühlt. jetzt ist es halt die STF. ich denke jedoch, wir sind in unserer kritik stets sachlich und fundiert.

wenn dem so wäre, was du geschrieben hast, warum haben wir dann diesen viel kommentierten artikel veröffentlicht?

Die Kreuzigung der STF.

Mich würde hier vor allem interessieren was Knoll dazu sagt.
Ansich sehe ich die STF ja eher nicht als Rechts an. -> Wahlprogramm und zusammenarbeit mit EFA.
Nun muss man dazu sagen für das Thema Selbstbestimmung sind nunmal eher Deutsch/Österreich orientierte zu gewinnen und die sind nunmal eher Rechts. (Definitionsfrage Rechts=Nazi oder die Ursprüngliche Rechts = Kaisertreu)?

ich nehme mal an, dass knoll mittlerweile von dem wirbel hier erfahren hat. wenn nicht, könnte ihn ja hartmuth darauf ansprechen. wäre wirklich interessant, was er zu der sache zu sagen hat.

ad rechts:

Bei der Süd-Tiroler Freiheit fällt die Zuordnung schon schwerer. Programmatisch ist sie bis auf den konservativen Heimatbegriff nicht notwendigerweise rechts. Ihre Exponenten äußern sich jedoch oft in rechtspopulistischer Manier, ihre Wahlwerbung ist alles andere als gemeinschaftsfördernd und ihre “Freundschaften” sind zweifelhafter Natur. Wenn sich Rechtsaußen wie H.C. Strache laut stol explizit über den Erfolg der Süd-Tiroler Freiheit freuen, muss die Frage erlaubt sein, ob sich die Bewegung mit den richtigen Leuten ins Boot gesetzt hat. Andererseits findet sich die Süd-Tiroler Freiheit auf europäischer Ebene im Verbund mit den Grünen in der EFA (European Free Alliance) wieder. Diese besteht vor allem aus Linksparteien und bekennt sich in der Brüsseler Deklaration und der Bilbao Deklaration unter anderem zur erleichterten Einbürgerung von Migranten und zum Wahlrecht für Ausländer. Positionen, die die Süd-Tiroler Freiheit offenbar mittragen muss, denn sonst wären sie – wie die Union für Südtirol – wohl ausgeschlossen worden. Diese hat nämlich ihre Zustimmung zur Bilbao Deklaration verweigert. Zudem ist die Süd-Tiroler Freiheit laut wahllokal.it – im Gegensatz zu den Freiheitlichen und allen italienischen Rechtsparteien – für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften und dass Sozialleistungen nicht nur Einheimischen vorbehalten bleiben. Nicht gerade typisch rechte Positionen.

Wo bitte ist da die Mitte?

Nun muss man dazu sagen für das Thema Selbstbestimmung sind nunmal eher Deutsch/Österreich orientierte zu gewinnen und die sind nunmal eher Rechts.

ein wenig generalisierend. ich denke, wir müssen das versuchen, viel breiter aufzustellen. eine völkisch-nationale selbstbestimmung ist dafür ungeeignet. sie dreht nur die verhältnisse um und bringt die gesellschaft nicht weiter. daher gibt es das bbd-modell, mit dem sich auch linke, liberale usw. anfreunden können, wenn sie es schaffen, den südtiroler reflex selbstbestimmung = rechtsextrem abzulegen. in anderen gegenden europas ist dies doch auch möglich. warum sollte es dann hier nicht funktionieren können?

wir müssen die selbstbestimmung also von ihrer ideologischen vereinnahmung befreien. das ist die einzige möglichkeit, dass wir sie umsetzen können. diesbezüglich sind aktionen wie jene knolls so nützlich wie ein kropf.

@hunter

nützlich wie ein kropf

Ich bin durchaus froh, wenn jeder publiziert, was er denkt. Dann weiß man wenigstens bescheid.

hunter, man könnte Deinen Kommentar grad als Aufforderung lesen, den Wolf in den Schafspelz zu stecken, um der Sache dienlich zu sein. Was macht es für einen Unterschied, in welchem Pelz der Wolf steckt? Die Frage ist doch vielmehr, ob man mit den Wölfen heulen oder seine eigene, saubere Linie fahren möchte. Ich finde Deine Aussage wunderschön, dass man für ein Ziel nicht bereit ist, jeden Preis zu zahlen. Deine weitere Aussage allerdings könnte so (miss?)verstanden werden, dass der Preis nicht der Wolf sondern nur der unverkleidete Wolf wäre. Insomma …

@ bzler
gebe dir recht.
wobei die frage ist, ob es sich tatsächlich um einen wolf handelt (den ich nicht verkleidet wissen möchte) oder um einen, der sich unter die wölfe wagt, weil er sich einen vorteil davon erhofft.

@hunter

Diese Differenzierung finde ich mühselig. Schade, dass diese Diskussion nicht genutzt wurde, um die Nebel zu lichten. Ich bleibe in meinem suspekt beäugen Modus.

Wir sind nicht angetreten, um die klassischen Selbstbestimmungs- und Unabhängigkeitsbefürworter reinzuwaschen, sondern, um eine völlig andere Idee eines unabhängigen Südtirol zu etablieren. Ob es uns gelingt, ist gänzlich offen. Unsere privilegierten Ansprechpartner sind weniger die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit, als jene BürgerInnen, die sich ebenso eine Überwindung des Nationalstaatsprinzips und des ethnischen Minderheitenschutzes wünschen, wie eine regionale Neuausrichtung der EU.

Ich muss sagen, dass ich die Stärkung der klassischen Selbstbestimmungs- und Unabhängigkeitsparteien bei der Landtagswahl mit sehr, sehr gemischten Gefühlen betrachte — denn sie zeugen meiner Meinung nach

  • von einem ernstzunehmenden Wunsch nach mehr Eigenverantwortung, der immer größere Teile der Südtiroler Gesellschaft erfasst (das freut mich);
  • von der Unfähigkeit der wichtigsten mittelinks anzusiedelnden politischen Akteure, darauf eine glaubwürdige Antwort zu geben (und diese Unfähigkeit sorgt mich).

Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, muss die »glaubwürdige Antwort« auf den offenbar vorhandenen Wunsch nach mehr Eigenverantwortung keineswegs ein Schwenk hin zur Unabhängigkeitsbefürwortung bedeuten. Es wäre aber dringend nötig, die Diskussion endlich zuzulassen und sich mit Argumenten (für und wider!) darauf einzulassen. Wer glaubt, die Situation einfach aussitzen zu können, wird womöglich böse Überraschungen erleben, für die die Landtagswahl nur ein Vorgeschmack war.

@pérvasion:

Jetzt finden wir uns. Warum dann nicht die Disussion als solches führen, sich der Notwendigkeit nach mehr Eigenverantwortung verpflichten und die Unabhängigkeit als eine der möglichen Lösungen offenzuhalten, anstatt sich auf Unabhängigkeit zu versteifen und diesen leidigen Mehrfrontenkampf zu führen?

Wir haben einen in sich schlüssigen Vorschlag, der auf Unabhängigkeit basiert und sind der Meinung, dass es sich dabei um die beste Lösung handelt. Was wir wünschen ist aber nicht, dass alle anderen auf unsere Position umschwenken, sondern, dass ein freier, demokratischer und fairer Wettbewerb um die besten Ideen stattfinden kann. Dies ist im Augenblick nicht der Fall — und davon könnten mittelfristig die »klassischen« Unabhängigkeitsbefürworter profitieren, nämlich dann, wenn sich breite Teile der Bevölkerung nicht mehr ernstgenommen, sondern marginalisiert fühlen.

Pérvasion, die klassischen Unabhängigkeitsvertreter sollten mit F, STF und Union gut in unserer Demokratie vertreten sein. Knapp 30% der Südtiroler haben die Prioritäten geordnet und wissen, welchen Preis es kosten darf. Welche Gewässer bleiben Euch zum Fischen?

MMn muss hier ganz klar bedacht werden das uns eine “drohende” Unabhängigkeit ganz neue Verhandlungspositionen gibt. Man bedenke die Auswirkung auf die Schuldentauglichkeit Italiens…
Allerdings kann und darf das Ziel mMn nicht Kleinstaaterei sein, hier ist die Selbstbestimmung ST, Kataloniens usw. nur ein Mittel zum Zweck Veränderungen in Europäischer Ebene zu bewirken!

Ja sowas sollte man vermeiden. Allerdings muss man sagen der Text ist ja weitgehend nicht gerade Nazistisch eher mehr “es soll wieder so sein wie vor Hofers-Zeit” .
Prinzipiel sehe ich die Selbstbestimmung als Druckmittel, und im Fall des Falles um die EU in Zugzwang zu bringen, endlich etwas an den Nationalstaaten zu ändern. Am besten zu einem Staat im Sinne des Europas der Regionen. Mit minimalen Einheitssteuern!

Ja, über die Aktion hab ich mich auch schon gewundert. Vor allem stößt mir die Argumentationslinie auf.

Schon eigenartig, man könnte als “linker Basisdemokrat” vielleicht schon auch Werbung mit militärischen Fetischen ganz allgemein ablehnenswert finden.
Aber für viele ist eben die Lieblingsbeschäftigung der Kampf gegen die böse STF … und nicht der Einsatz für die Selbstbestimmung.

Argumentativ stimmt das natürlich, allerdings muss man sagen dass im globalen Kontext ein starkes Europa eben mehr Wert ist wie ein Staat Südtirol. In diesem Europ hat dann eben jede Region die absolute “innere Selbstbestimmung” von dem Träumt ja die SVP in Italien. Allerdings wäre so etwas in einem Multiethnisch aufgestellten Europa viel Realistischer. Auch würde eine Regierung wesentlich Kostensparender sein.

Ist Kühebacher und Ermacora auch ein Nazu, wenn ihr die rechte Keule schwingt
auch Magnago hat mal eine ES geschrieben…

niemand darf bei euch fehler machen – revoklution!
linksgesock

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