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Houston, wir haben (k)ein Problem.

Man könnte argumentieren, dass die Süd-Tiroler Freiheit nichts dafür kann, dass eine ihrer Fahnen mit der Aufschrift „Süd-Tirol ist nicht Italien“ überaus prominent im Mensur-Keller der rechtsextremen, schlagenden, deutschnationalen Burschenschaft Teutonia in Wien hängt – wie ein Ausschnitt aus der sehenswerten Vice-Dokumentation „Burschenschaften in Österreich“ belegt. In etwa so, wie das Produktionsstudio FilmSpektakel nichts dafür kann, dass H.C. Strache ihr sensationelles Zeitraffer-Video „A Taste of Austria“ für seine Zwecke missbraucht.südtirol ist nicht italien

Doch angesichts der Tatsache, dass Exponenten der Bewegung anlässlich des diesjährigen Akademikerballs alles andere als Berührungsängste mit schlagenden Burschenschaften gezeigt haben, ist diese Argumentation wohl nicht griffig. Es scheint, dass ihnen – im Gegensatz zu FilmSpektakel – an einer klaren Distanzierung zum deutschnationalen bis rechtsextremen Milieu nicht viel gelegen ist. demanega

Und dass in der Dokumentation dann auch noch ein ehemaliges führendes Mitglied der Südtiroler Freiheitlichen und nunmehriger Burschenschafter seinen Deutschnationalismus unverhohlen breittritt, ist ein Bärendienst für eine moderne und progressive Südtiroler Unabhängigkeitsbewegung, die einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens in einem Land mit drei Sprachgruppen und Zuwanderern aus aller Welt erreichen möchte.

Siehe auch:
Faschismen Medien Migraziun Selbstbestimmung | | | | Österreich Südtirol/o | Freiheitliche STF | Deutsch

16 replies on “Houston, wir haben (k)ein Problem.”

Ich finde es seltsam, dass Kontakte von Mitgliedern der Süd-Tiroler Freiheit mit rechten Bewegungen immer ein großes Echo hervorrufen, während die wesentlich häufigeren Kontakte mit linken bis sehr linken Bewegungen nicht erwähnt werden.

Das ist schon eine seltsame Argumentationslinie. Als ob jemand, dem Kontakte zur organisierten Kriminalität vorgeworfen werden, sich darüber ärgern würde, dass man nur darauf aufmerksam wird und nicht auch auf seine vielen Kontakte zu rechtschaffenen Personen.

Kontakte zu Linken machen die Kontakte zu Rechtsextremisten halt auch nicht besser.

Ist eigentlich die Mitgliedschaft bei einer rechtsextremistischen Burschenschaft oder einer sonstigen rechtsextremistischen Organisation mit der STF-Mitgliedschaft kompatibel? Oder ein Ausschlussgrund?

Herr Staffler, ich denke, dass, die STF in der Frage mit wem sie verkehrt, dies schon von vornherein mit Vorsicht genießen sollte. Ich persönlich bin KEIN Feind von Burschenschaften, da es diese gibt und diese auch historisch gewachsen sind. Sicher ist es so, dass die STF mit Leuten verkehrt, denen die Selbstbestimmung Südtirols wahrhaft ein Anliegen ist und vom wem Sie sich hierbei Hilfe erhofft. Dieses Anliegen sollte aber meines Erachtens über die Ideologien gestellt werden. Andernfalls wird man „ins Rechte Eck hineingeschrieben“ und dies ist meines Erachtens dem Anliegen der Sezession Südtirols vom zentralistischen Nationalstaat Italien nicht dienlich.

das sehe ich auch so. wenn mir tier- oder umweltschutz ein anliegen ist, sollte ich mich trotzdem nicht mit neonazistischen rechtsesotherischen gruppen verbünden, die diese anliegen auch vertreten.

es gibt auch durchaus burschenschaften, die demokratiepolitisch unbedenklich sind, deren meinung man aber nicht teilen muss. eine existenzberechtigung aus dem faktum abzuleiten, dass sie „historisch gewachsen“ sind, halte ich aber für etwas schräg. sklaverei ist auch „historisch gewachsen“.

wenn ich jedoch mit der teutonia verkehre, dann muss ich aber gar nicht ins „rechte eck hineingeschrieben“ werden. dann bin ich im rechten eck.

und dass genau solche verbindungen verhindern, dass die idee einer unabhängigkeit südtirols endlich einmal ideologiebefreit und offen diskutiert wird, ist auch klar. wieso kapieren die das einfach nicht??? die machen alles kaputt. mit „freunden“ wie schlagenden burschenschaften können und wollen wir unser ziel nicht erreichen.

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich glaube, dass diese jungen Burschen bei ihrer „Einschulung“ nicht aufgepasst haben. Es wär mir jedenfalls neu, wenn die Burschenschaften jemals kaisertreu und/oder kleindeutsch gewesen wären.

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