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»Grenzenloses« Europa, gelebter Tellerrand.

Am heutigen »hohen Frauentag« wurden in Innsbruck Verdienstmedaillen und Verdienstkreuze des Landes Tirol vergeben, eine grenzüberschreitende Initiative unter Mitwirkung der Landeshauptleute Platter und Kompatscher. Und so berichte(te)n Südtiroler Medien darüber:

Salto.
Salto.
Südtirol Online.
Südtirol Online (Stol).
Tageszeitung (TAZ).
Tageszeitung (TAZ).

Im Titel wird jeweils ausschließlich auf die Anzahl der Südtirolerinnen unter den Geehrten hingewiesen, in keinem einzigen Beitrag wird erwähnt, wieviele Personen insgesamt ausgezeichnet wurden. Ebensowenig wird auch nur eine der Nord-/Ostirolerinnen namentlich genannt, die eine Verdienstmedaille oder ein Verdienstkreuz erhalten haben. Der Blick über den Tellerrand fällt heimischen Medien offenbar sehr schwer.

Dass sich Südtirol Online, Tageszeitung und Salto in der Anzahl der geehrten Südtirolerinnen gar nicht einig sind, sei hier nur am Rande erwähnt.
Grenze Medien Politik | | Arno Kompatscher Günther Platter | Salto Stol TAZ | | Euregio | Deutsch

9 replies on “»Grenzenloses« Europa, gelebter Tellerrand.”

Bravo, das ist mir auch aufgefallen und ärgert mich gewaltig! Jetzt weiss man wieso die ST Medien so gegen die Selbstbestimmung sind, sie schaffen es ja nicht einmal bei einer Ordensvergabe ihren Horizont über den Brenner zu erweitern, dann ist die SB natürlich zu abstrakt als dass man sie als realistisch einschätzen könnte. Ich dachte die Brennergrenze gibt es nicht mehr, dabei würde mich sehr interessieren wer und für was NTer und OTer so diese Orden bekommen. Und wie soll etwas zusammenwachsen wo ich die Leute der anderen Landesteile nicht über die Medien vorgestellt bekomme?
Übrigens SüdtirolNews und RAI Südtirol das selbe Trauerspiel. Und für den AA online existiert natürlich nur die italienischsprachige Südtirolerin.
ARMSELIG!

Wobei man noch hinzufügen muss: Statistiken zu Erwerbslosen, Forschung, Wirtschaftsleistung usw. usf. werden ja meist für Südtirol, Nord-/Osttirol, Trentino und umliegende Regionen gesondert herausgegeben. Südtiroler Medien müssten einen (wenngleich kleinen) Aufwand betreiben, um einen Vergleich anzustellen, wie wir es bisweilen vormachen. Bei den Verdienstmedaillen und -kreuzen ist es hingegen umgekehrt: Die Vergabe wird für Nord-/Ost- und Südtirol gemeinsam bekanntgegeben, den Aufwand müssen unsere Medien in diesem Fall betreiben, um nur die SüdtirolerInnen herauszufiltern. Obschon man in diesem Fall ausnahmsweise eine »grenzüberschreitende« Nachricht auf dem Silberteller präsentiert bekommt, strengt man sich an, sie von angeblich »Fremdem« zu säubern. Wahrlich, die Euregio lebt.

@Tiroler Bua – @Kompatscher. Wahrlich es gibt sie doch die Grenze. Die österreichische Polizei betreibt am Reschenpass eine LKW-Kontrollstation. Auf die Nachfrage eines süd-tiroler LKW-Fahrers warum hier schon wieder kontrolliert wird kam die Auskunft: Hier verlaufe die Grenze zwischen AUT und ITA…..
Noch fragen…. Aja es gibt ja keine Grenzen……
z.B. – http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=1201

Dies ändert nichts an meiner „linksnationalen“ Einstellung, und dass ich ein voller Anhänger dieses Blogs und seiner Ideale bin.

Frage mich auch immer, wieso die (SVP-)Politiker regelmäßig davon sprechen, dass die Grenze nicht mehr spürbar sei. Versuche Heizöl in Osttirol zu kaufen? Geht nicht. Versuche 30 lt. Benzin im Kanister von Sillian nach Innichen zu bringen? Lass dich nicht erwischen, sonst wirst du eine Strafe wie ein Schwerverbrecher zahlen. Versuch die Autoversicherung in Osttirol abzuschließen? Geht nicht. Eröffne ein Bankkonto in Sillian? Geht, aber Meldung in der Steuererklärung ist der reinste Wahnsinn, um nicht zu sagen Horror. Und die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen …

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