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Der Rassismuslackmustest.
Quotation 222

Die Roma und Sinti* erschaffen in der Abgrenzung ihre Identität. Erst der Feind gibt ihnen die Möglichkeit, zu wissen, wer sie sind. Er ist der Spiegel, in dem sie sich erkennen. Ohne ihn wären sie orientierungslos und verloren. […] Denn die Roma und Sinti erleben jetzt, was geschieht, wenn sie wirklich unter sich sind: Sie versinken im Sumpf der Korruption. […] Die Roma und Sinti sind die größten Feinde der Roma und Sinti, weil sie es verlernt haben, sich auf angemessene Weise mit der Welt zu verbinden. Sie verstehen sich nicht als Bürger dieser Welt, sondern als räuberische Piraten.

— aus: “Land der Zukunft” von Ulrich Ladurner, ff November 2012

Die Albaner sind stolz auf ihre Provinzialität.

Warum sollte der Moslem sich der Welt öffnen, wenn er bisher doch sehr gut damit gefahren ist, sich ihr nicht zu öffnen.

Selbstbezogenheit ist für Psychologen wie für Politikwissenschaftler eine negative Kategorie, die schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben kann. Afrikaner aber glauben, dass negativ nicht gleich schädlich bedeutet.

— aus: “Die Berge haben keine Schuld” von Ulrich Ladurner, ff August 2015

* Das Wort “Südtiroler” im Originaltext wurde jeweils durch eine Bezeichnung anderer Personengruppen ersetzt.

Siehe auch:

Comparatio Discriminaziun Faschismen Kohäsion+Inklusion Medien Racism Roma+Sinti Tech&Com Transparenz | Quote | Ulrich Ladurner | ff | Südtirol/o | | Deutsch

12 replies on “Der Rassismuslackmustest.
Quotation 222

Nach einem ähnlichen Vergleich hörte Reinhold Messner auf Michl und Toni Ebner als die ‘Katholischen Brüder’ zu bezeichnen.
Wird schon noch werden Hr. Ladurner.

Ein guter Beitrag, da er Denkmuster aufzeigt, funktioniert ja auch “umgekehrt”.
Jedoch, so denke ich, kann man aus der Eigenperspektive anders von sich sprechen.

das stimmt. die toleranz der “eigenen” gruppe gegenüber, was derartige aussagen betrifft, ist höher als gegenüber fremden. aber warum eigentlich. in der substanz unterscheiden sich selbstkritik und die kritik an anderen doch nicht.

aber warum eigentlich [?]

Weil unsere Psyche so funktioniert. Es ist ein kognitiver Prozess in Gruppen zu denken. Die In-Group aufzuwerten und die Out-Group abzuwerten.

Selbstwert wird nicht zuletzt durch Gruppenzugehörigkeit definiert. Dieser Wert wird u.a. durch soziale Vergleiche bestimmt. Du kannst auch versuchen deinen eigenen Selbstwert ohne Vergleiche hochzuhalten, i.d.R. funktioniert das jedoch hauptsächlich über Vergleiche mit anderen.

Stichwort: Henri Tajfel und The social identity theory of intergroup behavior, oder das Minimal-Group-Paradigma.

in der substanz unterscheiden sich selbstkritik und die kritik an anderen doch nicht.

In der Substanz nicht, aber im Blickwinkel.
Um ein Extrembeispiel zu bringen: vom bekannten “Dorfsäufer” wirst du dir wahrscheinlich keine Moralpredigt über die Erziehung deiner Kinder anhören wollen.

Mit Rassismustest hat dein Artikel im Übrigen nichts zu tun. Ein besserer Titel wäre Stereotypentest gewesen. Du kannst, das was du da machst mit jedem Text machen der Stereotype bedient. Jemand der Stereotype verwendet ist noch lange kein Rassist.

danke für die interessanten überlegungen.
natürlich ist rassismus in diesem zusammenhang ein provokanter begriff. gäbe es allerdings nur “meinen” text – also den mit afrikanern, albanern und sinti & roma, dann würde solch ein text wohl als rassistisch eingestuft werden. denn ich erhebe das defizit zu einem wesensmerkmal einer durch unveränderliche merkmale definierten gruppe.

gäbe es allerdings nur “meinen” text – also den mit afrikanern, albanern und sinti & roma, dann würde solch ein text wohl als rassistisch eingestuft werden.

ja, aber nur, weil der Text komplett Argumentfrei ist. Stereotypisierung muss sich immer den Vorwurf mangelnder Differenzierung gefallen lassen. Bei Ladurner fehlt jedoch nicht nur eine Differenzierung, es kommt erschwerend hinzu, dass er keine Meinung, mehr ein Gefühl vertritt. Dem kann man zwar zustimmen, belastbar ist es aber nicht.

denn ich erhebe das defizit zu einem wesensmerkmal einer durch unveränderliche merkmale definierten gruppe.

Ja. Das ist sicherlich ein Fehler Ladurners. Er argumentiert nicht und stellt seine Sichtweise als Fakt hin. Seine Haltung nachzuvollziehen ist deshalb eher auf einer Gefühls-, als auf einer rationalen Ebene möglich. Wenn der Text Ladurners eine Kritik ist, so fehlt ihr jede Substanz. Den einzigen Maßstab, den er anwendet ist seine Gefühlswelt.

Deshalb könnte man auch sagen, der Text verrät mehr über seinen Verfasser (Ladurner), als über die Südtiroler.

Auf einem Fest, irgendwo in Südtirol:
“Du entsprichst voll dem Stereotyp!”
A: “I trainier viel und nimm a wian Eiweiß, obr suscht nix!”
B: “Jo isch geil, erscht geschtern in Woofr montiert, 1000W, hel pfeift!”
C: “Du bisch a a geilr Typ!”
D: “Wos willsch? Schleg?”

Ich liebe Stereotype!

[…] George Mair (ff) und Ulrich Ladurner (Die Zeit, gelegentlich ff) sind zwei Vielgescholtene hier auf BBD. Zu oft verstiegen sich die beiden Südtiroler Journalisten in die Konstruktion abenteuerlicher Zusammenhänge und Argumentationen bzw. Nicht-Zusammenhänge und Nicht-Argumentationen. Von Bauchgefühlen die zu (falschen) Fakten hochstilisiert werden, über haltlose Behauptungen, Pauschalisierungen und Vorurteilen bis hin zu unverholenem Chauvinismus gepaart mit einer Art (Auto)-Rassismus. […]

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