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Ortsnamen im Tourismus, ein Lichtblick.

Hinweistafel Alta Badia.

Das ladinische Alta Badia war eine der ersten Tourismusregionen in Südtirol, die ausschließlich auf italienische Ortsnamen (Exonyme) gesetzt hatte: Statt Calfosch hieß es touristisch nur »Colfosco«, statt La Ila »La Villa« und statt San Ciascian meist »San Cassiano«. Lediglich La Val weiter unten im Tal präsentierte sich von Anfang an authentisch mit dem ladinischen Ortsnamen (Endonym) auf dem touristischen Parkett.

Während der letzten Jahre fand die plumpe Form der Anbiederung an den Gast durch italienisch klingende Exonyme immer häufiger Nachahmer im ganzen Land. Der Karerpass setzt auf »Carezza«, das Hochpustertal auf »Alta Pusteria« (samt »Giro delle Cime«) und das ennebergische Al Plan kehrte nach einem kurzen Experiment mit dem ladinischen Endonym zu »San Vigilio di Marebbe« zurück.

Erst kürzlich stellte auch Alta Badias Schwestertal, das ebenfalls ladinische Gherdëina, seine bis dahin zweinamig exonyme Destinationsbezeichnung um — und heißt seitdem nur noch »Val Gardena«.

Doch nun scheint ausgerechnet in Alta Badia allmählich ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf die eigene Geschichte und Kultur, ergo auf mehr Authentizität, stattzufinden. So jedenfalls würde ich die sehr erfreuliche Entdeckung deuten, dass auf den Skipisten des Tales begonnen wurde, auf neuen Schildern die Exonyme durch die einzigartigen, historisch gewachsenen ladinischen Endonyme zu ersetzen.

Nach vielen Jahren »San Cassiano« (und »La Villa«, »Colfosco« nebst »Col Alto«) liest man endlich wieder San Ciascian (La Ila, Calfosch, Col Alt) auf den touristischen Hinweistafeln; womit die Gadertaler einem weltweiten Trend folgen, Gäste tatsächlich »bei sich zuhause« willkommen zu heißen und nicht in einer touristischen Trug- und Scheinwelt.

Wäre nicht verkehrt, wenn dieses Vorbild anderen Tourismusregionen die Irrungen der letzten Jahre ersparen könnte.

Siehe auch:

Cultura Ortsnamen Sport Tourismus Wirtschaft+Finanzen | Best Practices Good News | | | Ladinia | | Deutsch

46 replies on “Ortsnamen im Tourismus, ein Lichtblick.”

Einfach traurig, wie sich für mehr Profit nur so prostituieren kann. Aber wenigstens erkennt man so ganz einfach, wer auf der Seite des Volkes ist.

Ich beziehe mich auf alle Touristenorte außerhalb Alta Badias, in denen ja weiterhin “italienische” Namen verwendet werden

Erst kürzlich [typische schwammige Zeitangabe für Zeitungsenten] stellte auch Alta Badias Schwestertal, das ebenfalls ladinische Gherdëina, seine bis dahin zweinamig exonyme Destinationsbezeichnung um — und heißt seitdem nur noch »Val Gardena«

Auf der Homepage valgardena.it wirbt “Valgardena/Gröden Marketing” auf den deutschen Seiten durchwegs mit “Gröden”.
Lediglich bei englischen Bezeichnungen wie “Val Gardena Active” oder “Val Gardena Style” wird der italienische Name vorgezogen. Darüber bin ich zwar nicht glücklich, aber das “nur” ist definitiv fehl am Platz.

pervasion meint mit “destinationsbezeichnung” wohl das logo. und dieses ist auch auf der deutschsprachigen seite “val gardena” auf einer webseite mit dem domainnamen http://www.valgardena.it.
im text wird durchaus gröden verwendet. aber die “marke” ist val gardena.

Man kann nicht gut mit zwei Marken werben und muss sich daher für den einen oder anderen Namen entscheiden. Da (bis vor Kurzem) auf den Navis und den internationalen Karten nur die italienischen Namen zu finden waren, wurde die Entscheidung leicht gemacht. Schliesslich will man doch nicht, dass die Gäste bei der Suche nach “St. Ulrich” am Pillersee landen.
Es sind nun mal immer noch allein die italienischen Namen amtlich. Die Lösung muss hier auf politischer Ebene getroffen werden. Die Marketing-Abteilungen der Tourismusverbände tragen hier kaum eine Schuld sondern sehen sich gezwungen den offensichtlich leichteren Weg zu gehen, der von der Politik vorgegegeben ist.

Das ist doch Schwachsinn. Dutzende Ortschaften und Ferienregionen in Südtirol, die zum Glück noch auf die historisch gewachsenen Namen setzen, zeigen das. Und jetzt scheint sich auch Alta Badia dazu zu gesellen.

Natürlich trifft hier die Politik eine ganz besondere Verantwortung, aber wir können solch schwerwiegende Entscheidungen doch nicht an Google & Co. delegieren.

Eben. Weder Google&Co noch die Tourismusverbände sind Schuld.
Allein die Politik kann und muss diesen Missstand korrigieren.

@pervasion: fast alle Orte in Südtirol, verwenden eine einzige Marke/Logo nach aussen:
– MeranO geht einen Kompromiss ein, indem sie das O anders einfärben.
– Hochpusteral schreibt im Logo “Dolomiten” auf deutsch und darunter “Alta Pusteria” auf italienisch
– Eisacktal schreibt im Logo beide Varianten, wobei das italienische “valle isarco” kleiner ausfällt.
– Die Seiser Alm wirbt auch im Italienischen mit der deutschen Bezeichnung im Logo
– nur Eggental verwendet zwei Logos, eins”Eggental”, das nadere mit “Val d’Ega” wobei aber beide male die Begriffe “Dolomiti”, “Carezza” und “Obereggen” nicht “übersetzt” werden

Man kann nicht verlangen, dass die ladinischen Ortschaften 3 Varianten in ihrem Logo unterbringen – wie sieht das denn aus?!? Die zweisprachige Variante “Val Gardena/Gröden” hatten wir schon.

Übrigens: “Alta Badia” ist immer noch italienisch. Ladinisch müsste es heissen “Badia dessura”

Es ist mir schon bekannt, dass es auch das Wort “alta” im Gadertalischen gibt – es hat aber eine andere Bedeutung. Mit “Alta Badia” ist der obere Flusslauf gemeint (südlich von Wengen), nicht die höhergelegenen Bereiche des Tales (also die Berge). Daher müsste es “Badia dessura” und nicht “Badia alta” heissen. Ich wette aber, dass dieser “feine” Unterschied nicht mal den Gadertalern bewusst ist.
Vorbild für diese Namesfindung war wohl das historsch-ach-so-korrekte “Alto Adige”.

Dann analysiert mal schön den Unterschied zwischen Hochetsch und Oberetsch…
Nur zum Vergleich spricht man auch vom “Oberengadin” und nicht von einem “Hochengadin”. Ebenso müsste es im Ladinischen korrekt “Badia dessura” heissen und nicht “Badia alta” oder italianisch eben “Alta Badia”.

Engiadina Auta… Hochpustertal… Hochabtei… alles falsch? Ich hab ja nix gegen Spitzfindigkeiten, aber das hier ist eher was für den Off-Topic-Corner.

Hoch-Pustertal oder Ober-Pustertal? – sprich mal mit einem eingefleischten Pustertaler! Oder mit einem Pustertaler aus Osttirol. Du wirst dich wundern.

Du magst es “Spitzfindigkeit” nennen, aber einen Unterschied gibt’s eben. Daher ist “Alta Badia” leider italienisch – auch wenn es die wenigsten verstehen wollen.
Ich klinke mich hier aus. ;-)

Hoch-Pustertal oder Ober-Pustertal?

Meines Wissens gibt es beide Bezeichnungen. Auch die Osttiroler vermarkten sich aber als »Hochpustertal«. Auf deren Webauftritt steht übrigens ein Satz, den man in Südtirol wohl eher nicht finden würde:

Das Hochpustertal “gehört” nicht Osttirol alleine. Dieses schöne Tal muss sich Osttirol mit Südtirol “teilen”. In Osttirol gehört der Verlauf von Sillian bis Lienz zu dieser Region.

Den Begriff “Hochpustertal” findest du allein auf Tourismus-Seiten. Wohl als Rückübersetzung aus dem Italienischen und in Anlehnung an all die anderen Alta-irgendwas. Die Region heisst sonst immer Oberpustertal. Google mal schön!

Es gibt im deutschen Sprachgebrauch das Ober- und Unter- z.B. einen Oberhofer und das Unterland. Das Hoch und Tief wird hingegen eher bei Bergen und Löchern verwendet (Hochfeiler und Tiefbrunnen). Im Italienischen wird hingegen für beide Bedeutungen (hoch/ober) das Wort “alta” verwendet, daher Alto Adige, Bergamo Alta oder eben Alta Badia. Falsch übersetzt wird daraus ein Hoch-Etsch, Hoch-Bergamo oder Hoch-Abtei. Richtiger wäre aber Ober-Etsch, oberes Bergamo oder oberes Abtei.
Im Ladinischen unterscheidet man wie im Deutschen zwischen “alta” (“auta” im Grödnerischen) und “dessura” (“de sëura”). Alta Badia müsste daher im Ladinischen Badia dessura heissen.

Zu “Hochrhein”steht in der Wikipedia:

Die Bezeichnung Hochrhein wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Wissenschaft eingeführt. Vor allem die Geologen waren bestrebt, den Hochrhein sprachlich vom Oberrhein abzugrenzen.

Dein Beispiel ist also ein neumodisches Kunstwort – please try again!

Über den Unterschied Hochpustertal – Oberpustertal hatte mich kürzlich ein Toblacher aufgeklärt – ich war mir darüber gar nicht bewusst. Aber scheinbar gibt es ähnliche Beispiele zuhauf!

Stell dir vor, Oberbozen würde Hochbozen heissen. Igitt! ;-)

@RoMo: mit “Hochzillertal” bestätigst du meine Behauptung, dass das “Hoch-” nur bei Bergen und ähnlichem verwendet wird, und/oder bei neumodischen Ortsbezeichnungen im Tourismus-Sektor.

Bei Täleren, die man in einen oberen und einen unteren Flusslauf einteilt, heisst es hingegen z.B. Obervinschgau oder Oberengadin. Ebenso gibt es zahlreiche Orte wie Oberbozen, Obereggen, Oberolang, Obervintl, Oberplanitzing, Obermais, Obergummer, Oberinn, … Aber Hoch-? nur Berge oder maximal eine Burg auf einem Felsen wie Hocheppan haben diesen Präfix.
Wenn es im “Hochabtei” einen Gletscher gäbe, könnte ich es noch verzeihen.

Worauf willst du dann genau hinaus? Alta Badia ist genauso richtig/falsch wie Hochrhein oder Hochzillertal. Und es ist genauso ladinisch, wie vorgenannte deutsch sind.

Hier noch (um das Thema hoffentlich abzuschließen), die Auskunft des ladinischen Kulturinstituts Micurà  de Rü:

Sehr geehrter Herr Constantini,

wie Sie bereits geahnt haben, ist der Name “Alta Badia” nichts anderes als eine touristische Marke, die sich vor allem durch das Weltcuprennen auf der Gran Risa seit 1985 behauptet hat.

Sprachlich korrekt wäre der Name “Val Badia alta”, denn der Name “Badia” alleine bezieht sich nur auf das Dorf “Badia/Abtei”. In der Umgangssprache verwendet man oft “la Bassa” für “Val Badia bassa” und “l’Alta” für “Val Badia alta”. Der Name “(Val) Badia dessura” wird weder schriftlich noch mündlich verwendet, wobei “dessura” auf Gadertalerisch “oberhalb” heißt.

In der Hoffnung Ihre Fragen beantwortet zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Werner Pescosta

Istitut Ladin “Micurà¡ de Rü”
Str. Stufles, 20
39030 San Martin de Tor

»Alta« ist also weder falsch noch unladinisch und »dessura« nicht richtig. Es handelt sich vielmehr um eine verkürzte »Marke«, die man als solche natürlich gerne ablehnen kann (bzw. deren Einführung nach meinem Dafürhalten demokratisch abgesegnet sein müsste). Im Grunde ist aber diese Diskussion über »Alta Badia« sowieso off topic, da es im Beitrag — daran möchte ich nochmal erinnern — ohnehin darum geht, dass man im dortigen Skigebiet endlich auf die ladinischen Ortsnamen Calfosch, San Ciascian und La Ila setzt.

Worauf ich hinaus will?
Hier wird ein Tourismusverband gelobt (“Bravo Alta Badia!”), der bisher vorwiegend die italienischen Exonyme verwendet hatte und nun endlich auf einem Schild irgendwo in der Pampa die ladinischen Bezeichnungen verwendet, während anderso (die offizielle Webseite) immer noch allein die italienischen Namen zu finden sind.

Ein anderer Tourismusverband, der aber seit jeher sowohl deutsche Namen als auch italienische Namen benutzt, wird kritisiert, weil im Logo nur das italienische “Val Gardena” vorkommt.

Es ist nicht »ein Schild irgendwo in der Pampa«, es sind alle Schilder neueren Typs. Aber ich werde sicher beobachten, ob das Ausnahmen bleiben oder ob das das Symptom eines breiteren Umdenkens ist.

Doch nun scheint ausgerechnet in Alta Badia allmählich ein Umdenken und eine Rückbesinnung auf die eigene Geschichte und Kultur, ergo auf mehr Authentizität, stattzufinden. So jedenfalls würde ich die sehr erfreuliche Entdeckung deuten, dass auf den Skipisten des Tales begonnen wurde, auf neuen Schildern die Exonyme durch die einzigartigen, historisch gewachsenen ladinischen Endonyme zu ersetzen.

Um »deutsche« Bezeichnungen geht es mir in Ladinien jedenfalls nicht, sondern um ladinische.

Stammt das Schild auf dem Foto vom Tourismusverband oder von Dolomiti Superski?
Warum stehen dann auf der offiziellen Webseite http://www.altabadia.org immer noch allein die italienischen Namen?

In Gröden ist er leider nicht so einfach im Tourismussektor ladinische Endonyme zu verwenden. Das fängt schon bei “Gherdëina” und “Urtijëi” an, die kein Tourist korrekt auszusprechen weiss und auch in kein Navi eintippen kann. Also verwendet man für die deutsche Zielgruppe die deutschen Namen und für die Italiener eben die italienischen Namen. Im Englischen und bei Marken wählt man meist als Kompromiss den italienischen Namen.
Hättest du eine bessere Idee? Nur her damit!

Herr Pescosta schreibt nicht, dass “Badia dessura” falsch wäre, sondern lediglich, dass dieser Begriff nicht verwendet wird (was ich ja auch behaupte). Zugleich bestätigt Herr Pescosta dass “Alta Badia” ein Kunstwort ist, also kein historisch ladinisches Endonym.
“Dessura” und “dessot” sind übrigens sehr wohl gebräuchliche topografische Begriffe wie im Deutschen das “Unter-” und “Ober-“. So gibt es in La Val zwei Höfe namens “Spescia dessot” und “Spescia dessura”. Das “alt” wird hingegen in topografischen Namen wie “Col Alt” (=hoher Hügel) verwendet, also ein Berg.

Das “Alta” bzw. “Hoch” in den Namen der Tourismusdestinationen im Gebirge soll wohl Alpenflair und Schneesicherheit suggerieren und ist daher bei Marketing-Verantwortlichen so beliebt.

Stammt das Schild auf dem Foto vom Tourismusverband oder von Dolomiti Superski?

Das weiß ich nicht. Aber ohne Einverständnis des örtlichen Tourismusverbands wird Dolomiti Superski sicher nicht einfach die Ortsnamen umstellen.

Warum stehen dann auf der offiziellen Webseite http://www.altabadia.org immer noch allein die italienischen Namen?

Das müsstest du den Tourismusverband fragen. Bei der Umstellung von Omnitel auf Vodafone ging auch nicht alles von einem Tag auf den nächsten. Selbst wenn die ladinischen Ortsnamen in der Marketingstrategie nicht die einzigen sein sollten, ist das, was ich beobachten konnte, schon eine substantielle Verbesserung im Vergleich zu vor ein paar Jahren.

In Gröden ist er [sic] leider nicht so einfach im Tourismussektor ladinische Endonyme zu verwenden. Das fängt schon bei “Gherdëina” und “Urtijëi” an, die kein Tourist korrekt auszusprechen weiss und auch in kein Navi eintippen kann.

Und Val Gardena kann man in ein Navi eingeben? Kann man La Ila, San Ciascian, Calfosch in ein Navi eingeben? Wissen alle Touristen, wie man San Ciascian und Calfosch ausspricht? »Exotische« Namen, die etwas von der örtlichen Kultur erzählen, können auch ein Mehrwert sein. Glaubst du, jeder deutsche Gast weiß, wie man »Giro delle Cime« (Hochpustertal) oder zum Beispiel »S-chanf« (Graubünden) ausspricht? Glaubst du, jeder italienische Gast weiß, wie man »Seiser Alm« oder »Südtirol« ausspricht?

Also verwendet man für die deutsche Zielgruppe die deutschen Namen und für die Italiener eben die italienischen Namen. Im Englischen und bei Marken wählt man meist als Kompromiss den italienischen Namen.
Hättest du eine bessere Idee? Nur her damit!

Siehe oben. Wie sagt man? Wer etwas will, findet Wege — wer etwas nicht will, findet Gründe. Oder so.

Habe hier zufällig eine “chicca” gefunden:

…Most places have two names: Selva is also known as Wolkenstein and the Gardena valley as Gröden. We do our bit for Italian unity by using the Italian place names here.

Man glaubt es wohl gut mit uns zu meinen und verwendet daher die italienischen Bezeichnungen.

Ein typisches Beispiel für die nationalstaatliche Logik. Die englische Wikipedia ist weiter… dort wird jeweils die Bezeichnung der Mehrheitsbevölkerung benutzt, in Ladinien also die ladinischen Ortsnamen.

Und von dieser nationalstaatlichen Logik kommen wir nicht los. Durch den äusseren Druck und die innere Weichheit werden wir über kurz oder lang von Italien assimiliert. Der Südtiroler Dialekt, unsere Kultur und Traditionen werden zuerst verdrängt, dann museumsreif und bald darauf vergessen sein.
Um uns von diesem nationalstaatlichen Korsett zu lösen braucht es nicht nur die Sebstbestimmung, sondern die Selbstständigkeit Südtirols.

@Moderation: bei vielen Beiträgen fehlt der Knopf “Antworten”. Wie soll ich also auf den richtigen Beitrag antworten?

Als linker Blog könnte man neben Ortsnamen auch mal die Tourismusbranche an sich beleuchten:
-gewerkschaftliche Organisation Angestellter und Saisonarbeiter
– Grenzen des Wachstums im Tourismus (Bettenstop? Maut?)
– öffentliche Förderungen Bettenburgen

Das Wort “Bettenburgen” gefällt mir nicht. Die Dolomitentäler sind schon seit über hundert Jahren eine Tourismusdestination, sind organisch gewachsen und haben dabei Traditionen und Bräuche bewahrt. Auch ausserhalb der Hochsaisonen sind unsere Dörfer sehr lebenswert. Ohne Tourismus wären unsere Dörfer hingegen, dank Abwanderung, längst ausgestorben.

Im Gegensatz dazu sind die aus dem Boden gestampften, hässlichen Hotel-Dörfer in den französischen Alpen die eigentlichen Bettenburgen, mit denen wir nicht verglichen werden wollen.

@Senoner:
Fragen müssen dennoch erlaubt sein:
Wie viel öffentliches Budget steckt in den ach so schönen Hotels?
Verhindern die Hotesl Abwanderung oder fördern sie diese durch eine zu einseitige Wirtschaft und den sich daraus ergebenden Abhängigkeiten?

Das Märchen des Tourismus als Schutz von Brauch und Tradition möchte ich vorerst unkommentiert lassen.

@schierhangl: natürlich darf man fragen.

Der Film “Rummelplatz Alpen”, der kürzlich auf Arte ausgetrahlt wurde, ist sehr interessant und objektiv. Sollte man bei Gelegenheit ansehen.

Ich glabe nicht, dass in den Hotels viel öffentliches Geld steckt – bin selbst kein Hotelier und kann daher keine Infos aus erster Hand liefern. Aber eins ist sicher: ohne den Tourismus wären die Bevölkerung wesentlich ärmer und unsere Täler der Abwanderung ausgesetzt.

Dass der Tourismus Brauch und Tradition schützt habe ich nirgends behauptet. Ich habe nur geschrieben, dass in unseren Tälern die Traditionen weiterhin bestehen (trotz Tourismus), und unsere Dörfer somit nicht reine Bettenburgen sind.

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