Welcome back, Denali.
Rückbenennung nach einem Jahrhundert

Denali.

Mount McKinley heißt der mit 6.168m höchste Berg Nordamerikas. Er liegt in Alaska — und existiert nicht mehr. Zumindest nicht unter diesem Namen, denn im Vorfeld einer Reise in den nördlichen Bundesstaat verfügte US-Präsident Barack Obama nun die Rückbenennung in »Denali«. Damit kam er einer Forderung nach, die die indigene Bevölkerung seit einigen Jahrzehnten erhebt. In ihrer Sprache bedeutet der Name des amerikanischen Symbolberges soviel wie »großer Berg«. Der Denali wurde 1917 zu Ehren des 25. US-Präsidenten, William McKinley, umbenannt, der 1901 einem Attentat zum Opfer gefallen war. Er gehört zu den sogenannten »Seven Summits«, den jeweils höchsten Erhebungen der sieben Kontinente.

Während zum Beispiel

  • Australien den weltbekannten Ayers Rock in Uluru rückbenannte;
  • viele Städte in Südafrika nach und nach ihre ursprünglichen Namen zurückbekommen;
  • der Symbolberg der Katalanen in Frankreich, einem nicht für seine Minderheitenfreundlichkeit bekannten Land, seine katalanische Namensform zurückbekam und nun
  • selbst die USA Sensibilität für die Kultur der Ureinwohner zeigen, indem sie ihren höchsten Berg umbenennen

werden ähnliche Forderungen in Südtirol — wo die Umbenennung von Ortschaften und Bergen von einem totalitären Regime vorgenommen wurde — nach wie vor als rückwärtsgewandt, revanchistisch und inakzeptabel abgetan. Im Gegenteil: Heimische Touristiker bedienen sich der Kunstnamen sogar immer ungenierter, um Italianität vorzutäuschen.

Mitunter rühmen sich »progressive« Politiker, sogar Kompromisslösungen vereitelt zu haben.

Siehe auch:

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