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Die Abspaltungsgegner lassen grüßen.

Auf orf.at ist heute ein Artikel mit dem Titel “Puigdemont will nicht klein beigeben” erschienen. Neben einer Beschreibung der derzeitigen Situation wird dort über eine Pro-Spanien-Demonstration berichtet:

Eine Demonstration fand zunächst aber nur in Madrid statt – dort gingen mehrere tausend Menschen für die Einheit des Landes auf die Straße.

Auf dem dazugehörigen Bild zu sehen sind unter anderem eine schon etwas ältere Frau und ein junger Mann, die beide die rechte Hand zum faschistischen Gruß erheben.

Die lapidare Bildunterschrift lautet:

„Es lebe Spanien“: Abspaltungsgegner gingen am Samstag in Madrid auf die Straße

  • Bekennende Faschisten einfach nur als “Abspaltungsgegner”, die den Sezessionisten quasi auf demokratischer Augenhöhe gegenüber stehen, zu bezeichnen, ist abenteuerlich.
  • Interessant ist auch, dass die Guardia Civil gegen friedliche Wählerinnen und Wähler wegen “Verfassungsbruchs” und zum Zwecke der “Aufrechterhaltung der Demokratie” mit massiver Gewalt vorging, antidemokratische und verfassungsfeindliche Faschisten offensichtlich jedoch gewähren lässt. Zumindest ist mir nicht bekannt, dass gegen die zahlreichen – auf Pressebildern belegten – faschistischen Bekundungen mit Gewalt vorgegangen wurde.
  • Hat der ORF für einen normalen Bericht, in dem es mit keinem Wort um die faschistischen Umtriebe geht, tatsächlich kein Bild der Pro-Spanien-Demo gefunden, auf der nicht der Franco-Gruß zu sehen ist oder ist den Redakteuren überhaupt nicht bewusst, dass sie hier Faschisten als gewöhnliche “Abstimmungsgegner” darstellen?
  • Kommentatoren und Politiker, die die “illegale Unabhängigkeitserklärung” eifrig verurteilen, haben zu solchen Bildern offenbar auch recht wenig zu sagen.
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4 replies on “Die Abspaltungsgegner lassen grüßen.”

Bei dem heutigen, allgemein oberflächlichen Journalismus gehe ich stark davon aus, dass den Redakteuren nicht bewusst war bzw. ist, dass im Bild Faschisten mit Faschistengruß zu sehen sind.

Solang es dem Status Quo dient wird fast alles geduldet.

Im Vorfeld der »großen« unionistischen Kundgebung in Barcelona musste angeblich ein eigens organisierter Sicherheitsdienst den Teilnehmerinnen franquistische Flaggen und sonstige Devotionalien abnehmen, um solche Bilder zu verhindern. Diese Information kann aber auch böse separatistische Propaganda sein.

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