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Geschichtsaufarbeitung beim AVS.

Die drei Nachfolgevereine des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV) — der Deutsche Alpenverein (DAV), der Österreichische Alpenverein (OeAV) und der Alpenverein Südtirol (AVS) — haben zusammen das Buch mit dem Titel »Berg heil!« herausgegeben. Es ist Ergebnis einer dreijährigen Studie über die dunkelsten Kapitel der gemeinsamen Vereinsgeschichte, welche in Zusammenarbeit mit unabhängigen Historikern durchgeführt wurde. Beleuchtet wurden unter anderem die deutschnationale Ideologie und der frühe Antisemitismus, welcher in einigen Sektionen des zunächst liberalen Vereins auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgeht. Das Alpine Museum in München zeigt vom 24. November bis zum 30. Juni eine entsprechende Ausstellung.

Die professionelle Geschichtsaufarbeitung ist besonders bei diesem einzigen »großdeutschen« Verein vor 1938, der sich den übersteigerten Nationalismus und Antisemitismus des vorigen Jahrhunderts spätestens ab 1920 zueigen machte, von großer Aktualität. Sehr positiv ist, dass sich auch der AVS am Projekt beteiligt hat, obwohl er im Zeitraum von 1918 bis 1945 — dem eigentlichen Fokus der Studie — nicht Teil des DÖAV war und seine Gründung als eigenständiger Verein auf die zweite Nachkriegszeit zurückgeht. Anstatt sich aus der Affäre zu ziehen, hat man die gemeinsame Verantwortung und die nationalistische Kontinuität bis 1945 in den Vordergrund gestellt. Zur Nachahmung empfohlen.
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10 replies on “Geschichtsaufarbeitung beim AVS.”

Bin selbst Mitglied des AVS und werde mir das mal näher ansehen.
Eine Diskussion zur Rolle des AVS und der Vergangenheit einiger Mitglieder gab es vor einigen Jahren bereits. Auch die politische Nähe zu bestimmten Parteien und Organisationen, die für einen Freizeitverein(und letztendlich ist er das) eher problematisch sind, wurde in der Vergangenheit auch öfters kritisch angemerkt. Viele einfache Mitglieder wünschen sich einen über(oder besser außer)parteilichen Verein.

Zur Nachahmung empfohlen.

:dunna:

Für wen und in welchem Sinne?

Auch die politische Nähe zu bestimmten Parteien und Organisationen, die für einen Freizeitverein(und letztendlich ist er das) eher problematisch sind, wurde in der Vergangenheit auch öfters kritisch angemerkt.

Solange das nicht mit Menschenrechts- bzw. Gesetzeswidrigkeiten einher geht, ist das eine vereinsinterne Angelegenheit.

Solange das nicht mit Menschenrechts- bzw. Gesetzeswidrigkeiten einher geht, ist das eine vereinsinterne Angelegenheit.

Nun gut, das hat mit Sicherheit Hand und Fuß.
Aber es ist bsw. problematisch, wenn der Vorsitzende eines Freizeitvereins für den Landtag kandidiert(ganz gleich für welche Partei) oder wenn einige Mitglieder glauben den Verein für ihre Partei einzuspannen. Es ist natürlich schwierig für einen großen Verein Distanz zur Politik zu wahren, er sollte aber eine klare Linie ziehen.
Sehen wir uns doch an wieso der Alpenverein vor etwa 100 Jahren in den Sog bedenklichster Strömungen geraten ist. Weil man es zugelassen hat, daß er sich für Dinge außerhalb der Berge vor den Karren spannen ließ. Begrüße die Aufarbeitung, erwarte mir dann aber auch Konsequenzen für die Gegenwart. Mit Distanz zur Politik generell und Distanz zu Organisationen, die in erster Linie politische Ziele verfolgen.

hoffentlich ist die konsequenz aus der aufarbeitung nicht der vollstaendige rueckzug aus der politik. schuettet nicht das kind mit dem bade aus!

Aber es ist bsw. problematisch, wenn der Vorsitzende eines Freizeitvereins für den Landtag kandidiert

das wahlrecht (auch das passive) ist eines der höchsten demokratischen güter. dem vorstand eines freizeitvereins dieses abzusprechen ist m. e. ein recht massiver eingriff in die bürgerlichen grundrechte. es muss andere korrektive bzw. kontrollinstrumente geben, um missbrauch zu verhindern.

Begrüße die Aufarbeitung, erwarte mir dann aber auch Konsequenzen für die Gegenwart. Mit Distanz zur Politik generell und Distanz zu Organisationen, die in erster Linie politische Ziele verfolgen.

…sag das bitte dann konsequenterweise auch dem CAI, lieber Namensvetter.

@dr. iur.

hoffentlich ist die konsequenz aus der aufarbeitung nicht der vollstaendige rueckzug aus der politik. schuettet nicht das kind mit dem bade aus!

Anerkenne den Einwand, ein großer Verein sollte etwas Nähe zur Durchsetzung von Vereinszielen, zB. im unseren Fall Schutz der Alpennatur vor Verbauung und Übererschließung, und dann wieder Distanz zur Politik wahren. Es ist eine Gratwanderung.

MfG

@hunter

das wahlrecht (auch das passive) ist eines der höchsten demokratischen güter. dem vorstand eines freizeitvereins dieses abzusprechen ist m. e. ein recht massiver eingriff in die bürgerlichen grundrechte. es muss andere korrektive bzw. kontrollinstrumente geben, um missbrauch zu verhindern.

Dann ergänze ich es mal für Dich.
Natürlich kann er kandidieren, das ist sein gutes Recht.
Aber dann soll er am selben Tag der Ankündigung der Kandidatur zurücktreten. Genau das ist aber nicht geschehen und wurde erst wegen dieses Vorkommnisses eingeführt. Einen Vorsitz in einem Freizeitverein als Sprungbrett in den Landtag zu nutzen halte ich für moralisch zutiefst fragwürdig, die Wähler sahen das übrigens genauso. ;)
Nur um das geht es hier, und nicht um einen Eingriff in Bürgerliche Grundrechte.

MfG

…sag das bitte dann konsequenterweise auch dem CAI, lieber Namensvetter.

Das sage ich denen gerne genauso. Nur ist das topic hier der AVS.
Auch der CAI ist politisch tief verstrickt und sollte sein Augenmerk lieber auf den Schutz der Alpen richten. Für Beide scheinen Ethnische Ziele weit wichtiger zu sein als das moralisch viel noblere Ziel des Schutzes der Alpen. Bei Letzterem könnte man an einem Strang ziehen, Ersteres macht sie zu, manchmal leider verbitterten, Gegnern. :(
In Fragen der Aufarbeitung gibt es für mich keine Musterknaben und Bösewichte.
Aber das sehen hier Einige hier natürlich anders. ;)

MfG, Lieber Namensvetter.

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