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Lucchi (5SB) verharmlost faschistische Assimilierungspolitik.

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ai

Heute thematisierte das Tagblatt Dolomiten, wie das faschistische Regime vor exakt hundert Jahren die Namen der Südtirolerinnen zwangsweise italianisieren ließ. Unter einem FacebookEintrag, in dem der Artikel der Dolomiten geteilt wurde, bagatellisierte und verharmloste die Lehrerin Simonetta Lucchi diese brutale Assimilierungspolitik. Bei den letzten Gemeindewahlen war Lucchi Bürgermeisterkandidatin in Bozen und wurde auch von der kommunistischen Wiedergründung (Rifondazione Comunista) unterstützt.

Wie sie ausführte, sei auch der Name ihres Onkels Joziph in Slowenien als Giuseppe eingetragen worden. Der Bruder habe den Namen Mario erhalten, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen. Doch niemand habe gejammert. Die große Larmoyanz der Südtirolerinnen sei hingegen wahrlich endlos.

In einem weiteren Kommentar schrieb sie, alle hätten ihre familiären Geschichten, und es sei richtig, dass jeder seine Überzeugungen verteidige. Doch hier bei uns könnte man wirklich das Thema wechseln.

Sie legt damit nahe, dass die angemessene Reaktion auf faschistisches Unrecht nicht eine ehrliche und offene Geschichtsaufarbeitung oder eine ernsthafte Erinnerungskultur sei, sondern dass man endlich aufhören solle, sich zu beschweren.

Darüber hinaus versucht sie allen Ernstes, die planmäßige faschistische Kolonialisierungs- und Assimilierungspolitik als bloße Ansammlung privater Familiengeschichten — also als Lappalien — einzustufen, zu denen man eben unterschiedlicher Meinung sein könne.

Mir läuft es echt bald nur noch kalt den Rücken hinunter.

Cëla enghe: 01 | 02



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Comentârs

6 responses to “Lucchi (5SB) verharmlost faschistische Assimilierungspolitik.”

  1. Lukas Wegscheider avatar
    Lukas Wegscheider

    Popcorn und Sofa. Da kommt sicher noch von irgendwo der gute Galateo daher. Und, – nachdem er es bereits glänzend geschafft hat, den Italienern ihren disagio ‘auszureden’, wird er dann wohl auch den deutschsprachigen altoatesini diese lästige, ewiggestrige Larmoyanz aus den Kopf quasseln ….

  2. Martin Piger avatar
    Martin Piger

    Frau Lucchi fällt auch immer wieder mit sehr fragwürdigen Posts auf salto auf. Sie stellt eine Behauptung in den Raum, ohne die Belege zu liefern, auch auf Nachfrage hin nicht, wie z. B. mit einem angeblichen Italienerpogrom in Bozen im Mittelalter. Zudem gab sie selber einmal an, im Geschichtsunterricht (in Gröden?) die Kinder über die nationalsozialistische Vergangenheit ihrer Vorfahren aufgeklärt zu haben. In diesem Fall ist es dann wieder die Kollektivschuld, die zum Einsatz kommt.
    Es würde sich fast auszahlen diese Posts zu speichern und zu sammeln. Da sind wir schon ganz nahe an übler Nachrede.

  3. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Die Einstellung der Frau Lucchi kennt man ja. Dass aber auch die SVP-geführte Gemeinde Brixen am Kriegsverbrecher Gennaro Sora als Ehrenbürger festhält und jetzt auch noch ein neues Wohnviertel nach dem faschistischen Kriegshelden Remo Schenoni benennen will, ist nicht verständlich.

  4. Walter Kircher avatar
    Walter Kircher

    … es sind wieder die Schützen, welche uns auf die Tatsache aufmerksam machen: – das Olympiaportal Anterselva Biathlon Arena – “erinnert” durch seinen Umgang mit unseren Orts- u. Flurnamen an den Zustand und die damit einhergehende Gleichgültigkeit gegenüber den immer noch NUR GEDULDETEN, deutschen und ladinischen – historisch-gewachsenen Orts- u. Flurnamen im Lande!
    In einem Lande wo immer öfter nur mehr “ZAHLEN zählen”, leidet eben der Respekt gegenüber einer kultivierten Grundlage in einem Lande mit drei “Amtssprachen” …!

  5. Simonetta Lucchi avatar
    Simonetta Lucchi

    Wie immer werden meine Überlegungen verfälscht und manipuliert, aber man muss sich auch fragen, warum diese persönliche Abneigung gegen mich. Weil ich von meiner slowenischen Familie erzähle und ihrem Kampf gegen den Faschismus? Denn ich sage die Namen meiner Verwandten, aber natürlich war es auch für sie ein Trauma, den Namen zu ändern (offensichtlich waren Mario wie Bruno Namen auch im deutschen und italienischen Bereich verwendet, nur das ist das Thema). Mein ganzes Leben war dem Kampf gegen die Tyrannei, gegen den Faschismus, gegen den Nationalsozialismus, für die Toleranz und Akzeptanz jeder Sprache und Kultur gewidmet. Nun, es ist an der Zeit zu sagen, dass alle Geschichten erzählt und respektiert werden müssen. Ich für meinen Teil akzeptiere nicht mehr, dass man mich wegen faschistischer Sympathien beschuldigt, nur weil ich sage, dass wir die historischen Fehler bereits erkannt haben und nach vorne schauen wollen. Wer diese Artikel schreibt, muss sich mehr informieren und mehr Respekt zeigen

    E aggiungo che siccome questi signori mi conoscono mi possono scrivere direttamente perché sanno che rispondo, invece che su varie piattaforme. Chi poi si permette di fare illazioni sulla mia attività specchiata di insegnante fa atto grave.

    Simonetta Lucchi

    1. Simon avatar

      Ich für meinen Teil akzeptiere nicht mehr, dass man mich wegen faschistischer Sympathien beschuldigt, nur weil ich sage, dass wir die historischen Fehler bereits erkannt haben und nach vorne schauen wollen.

      Genau dieses klassische Schlussstrichargument lehne ich vehement ab und spricht aus meiner Sicht Bände über Sie und Ihre Einstellung.

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