Heute thematisierte das Tagblatt Dolomiten, wie das faschistische Regime vor exakt hundert Jahren die Namen der Südtirolerinnen zwangsweise italianisieren ließ. Unter einem Facebook–Eintrag, in dem der Artikel der Dolomiten geteilt wurde, bagatellisierte und verharmloste die Lehrerin Simonetta Lucchi diese brutale Assimilierungspolitik. Bei den letzten Gemeindewahlen war Lucchi Bürgermeisterkandidatin in Bozen und wurde auch von der kommunistischen Wiedergründung (Rifondazione Comunista) unterstützt.
Wie sie ausführte, sei auch der Name ihres Onkels Joziph in Slowenien als Giuseppe eingetragen worden. Der Bruder habe den Namen Mario erhalten, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen. Doch niemand habe gejammert. Die große Larmoyanz der Südtirolerinnen sei hingegen wahrlich endlos.
In einem weiteren Kommentar schrieb sie, alle hätten ihre familiären Geschichten, und es sei richtig, dass jeder seine Überzeugungen verteidige. Doch hier bei uns könnte man wirklich das Thema wechseln.
Sie legt damit nahe, dass die angemessene Reaktion auf faschistisches Unrecht nicht eine ehrliche und offene Geschichtsaufarbeitung oder eine ernsthafte Erinnerungskultur sei, sondern dass man endlich aufhören solle, sich zu beschweren.
Darüber hinaus versucht sie allen Ernstes, die planmäßige faschistische Kolonialisierungs- und Assimilierungspolitik als bloße Ansammlung privater Familiengeschichten — also als Lappalien — einzustufen, zu denen man eben unterschiedlicher Meinung sein könne.
Mir läuft es echt bald nur noch kalt den Rücken hinunter.

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