Für den Samstagabend, im Anschluss an ihre — letztendlich schwach besuchte — Remigrationskundgebung in Bozen, hatten die Faschos bereits im Vorfeld ein Konzert mit mehreren einschlägig bekannten Bands angekündigt, ohne jedoch den Veranstaltungsort preiszugeben. Diese in der Szene gängige Vorgehensweise dient dazu, zivilgesellschaftlichen Druck auf die Locations zu verhindern, der zu einer Absage führen könnte, aber auch um politische Gegnerinnen und Behörden auszuspielen.
Als möglicher Veranstaltungsort hätte unter anderem auch die sogenannte Rockaforte in Frage kommen können — der Sitz von CasaPound und zugleich offizielle Adresse von Remigrazione e Riconquista in Südtirol. Doch wie Lorenzo Nicolao und Marco Angelucci für die Südtirolausgabe des Corriere recherchierten, konnten sich die Rechtsextremen im hippen The Raum austoben. Das Lokal in der Bozner Galileistraße gehört laut Bericht der Familie Podini und wird von Museart betrieben, die unter anderem auch die Bars des Museion und der Eurac führt.
Dass ein Betreiber mit institutionellen und kulturellen Anbindungen, dessen Sitz sich übrigens unweit der Rockaforte befindet, keine Berührungsängste mit den Faschos hat, darf man sich gerne merken.
Angekündigt waren die Bozner Bands No Prisoner — mit Frontsänger Andrea Bonazza von CasaPound — und Green Arrows, daneben Still burnin’ youth aus Genua und A.D.L. 122 aus Mailand. Letzteres steht für »Anti-Decreto-Legge 122« und bezieht sich auf das sogenannte Mancino-Gesetz, das die Wiederbetätigung und rassistische Propaganda in Italien mehr schlecht als recht unter Strafe stellt. Den Abschluss sollte eine sogenannte »Ending Party« mit DJ Bonny — also ebenfalls Bonazza — bilden.
Dem Bericht im Corriere zufolge sollen alle Bands tatsächlich aufgetreten sein.
Solche Konzerte dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der ideologischen Festigung, Vernetzung und Rekrutierung.

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