Rai Südtirol berichtet über eine »Aktion scharf« der italienischen Finanzpolizei gegen »illegale Sportübertragungen« in Südtiroler Lokalen — wovon insbesondere »Champions-League-Abende« betroffen sein sollen.
Hiermit stelle ich die Befürchtung in den Raum, dass es sich dabei auch — oder gar hauptsächlich — um eine »Aktion scharf« gegen Sportübertragungen in deutscher Sprache handeln könnte. Dank RAS werden hierzulande Sportereignisse unverdunkelt übertragen, für die öffentlich-rechtliche deutsche, österreichische oder schweizerische Sendeanstalten die Rechte innehaben. Eine Vorführung in einem öffentlichen Lokal könnte dann streng genommen als illegale Übertragung gewertet werden, da für das italienische Staatsgebiet andere Anstalten, die allerdings nur auf Italienisch senden, die Rechte erworben haben.
Eine scharfe Exekution der einschlägigen Vorschriften oder Verträge wäre dann zwar vermutlich formal korrekt, in einem Minderheitengebiet jedoch besonders problematisch, ungerecht und letztendlich diskriminierend. Dies ist bei Sportübertragungen noch mehr als bei anderen Inhalten der Fall, da sich Sportkommentare nicht nur in der Sprache, sondern auch nach dem Inhalt voneinander unterscheiden — also gewollt oder ungewollt auch national[istisch]e Narrative transportiert werden (vgl.).
Wir tun also gut daran, genau zu beobachten, wie »neutral« die Kontrollen der Finanzpolizei diesbezüglich tatsächlich sind.

Scrì na resposta