Ein gemeinsamer Beschlussantrag von Grünen und SVP zur Bekämpfung von Periodenarmut wurde kürzlich im Gemeinderat von Gargazon einstimmig genehmigt. Demnach sollen Menstruationsartikel im Rathaus und im Jugendraum der Gemeinde kostenlos und niederschwellig zur Verfügung gestellt werden. Neben dem finanziellen Aspekt geht es den Einbringerinnen aber auch um die Enttabuisierung der Menstruation.
Periodenarmut wird häufig unterschätzt oder als Randthema behandelt, hat jedoch konkrete Auswirkungen auf gesellschaftliche Teilhabe, Bildungschancen und Wohlbefinden der Betroffenen. Wer keinen oder erschwerten Zugang zu Menstruationsprodukten hat, erlebt oft Scham, sozialen Rückzug und Einschränkungen im Alltag.
Vor rund fünf Jahren war vom Landtag bereits ein Pilotprojekt beschlossen worden, in dessen Rahmen an allen Südtiroler Mittelschulen weibliche Hygieneartikel kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten.
Der TAZ vom 29. April zufolge habe zudem eine Umfrage des Landesbeirats der Schülerinnen in Zusammenarbeit mit dem Feministischen Infocafé Meran ergeben, dass jede achte Schülerin von Periodenarmut betroffen und bereits jede siebte wegen fehlenden Zugangs zu Menstruationsprodukten dem Unterricht ferngeblieben sei.
Das bestätigt, welch gravierende Folgen das Fehlen grundlegender Hygieneartikel haben kann.
Über 90 Prozent der befragten Mittel- und Oberschülerinnen hätten angegeben, dass der kostenlose Zugang zu entsprechenden Artikeln in den Schulen hilfreich wäre.
Ähnliche Initiativen wie in Gargazon gibt es bereits in Vahrn und Meran. Das zeigt einerseits, dass hierzulande das Bewusstsein für das Thema langsam wächst. Andererseits muss noch viel getan werden, um daraus eine flächendeckende Praxis zu machen.

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