Quotation (288): Regionen unter EU-Dach.

Die EU hat Europa nicht demokratischer und bürgernäher gemacht, sie wurde vielmehr von Nationalstaaten für deren jeweils eigenen Interessen instrumentalisiert. Statt einem Europa der Bürger, der Regionen und der Vielfalt ist eine EU der Nationalstaatsregierungen entstanden. Das zeigt sich auch an den vielen innerstaatlichen Konflikten (Baskenland, Katalonien, Schottland, Nordirland): Die EU könnte eine Lösung anbieten, versäumt dies aber. Sie könnte Regionen unter ihrem Dach unabhängig von Nationalstaaten vereinen. Doch vor der Abstimmung in Schottland drohte gar der damalige Kommissionspräsident Barroso, in der EU sei für ein unabhängiges Schottland kein Platz.


aus »Europa braucht eine Graswurzelbehandlung« von Bruno Frey und Armin Steuernagel, Zeit Online.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

12 Pingbacks/Trackbacks

  • Die EU könnte eine Lösung anbieten, versäumt dies aber. Sie könnte Regionen unter ihrem Dach unabhängig von Nationalstaaten vereinen.

    Was außer Nationalismus und Egoismus verhindert eine derartige Lösung?

    • rüegg

      Nationalismus interessiert die bestimmende Elite nicht. Mit Egoismus bist du schon näher dran.
      Allerdings ist dieser Egoismus nicht national bedingt sondern ausschliesslich monetär und profitorientiert. Regionen und regionale Wirtschaft stört sie dabei nur.

      Ernst Wolff beschreibt wer und was die Politik(er) bestimmt.

      • Steffl

        ruegg, das ist genau der Punkt den ich bei den ganzen in meinen Augen naiven Südtirol-Befürwortern der EU nicht verstehe. Der Finanzkapitalismus der in der ganzen EU vorherrscht fördert geradezu das Gegenteil von einem Europa der Regionen (also der regionalen Kreisläufe). Je größer die Einheiten innerhalb dieses Suprastaates sind, desto besser für den Finanzkapitalismus und seinen Ausläufern mit Großkonzernen usw.
        Deshalb nochmal. Wer erklärt uns schlüssig wie es in diesem derzeitigen System möglich sein sollte, ein Europa der Regionen zu verwirklichen?

  • libertè

    Es gibt konkrete realpolitische Gründe weshalb dies nicht möglich ist.
    Die EU schöpft ihre ganze Macht aus den Nationalstaaten, wie soll sie sie dann bekämpfen?

  • Wolfgang Kulas

    Kurt Tucholski: Sie meinen, sie haben die Macht; dabei regieren sie nur
    Hier geht keine Macht vom VoLke, es gab und gibt keine EU, welche das Wohl von uns allen im Blick hat, sondern vermehrt Kapitalinteressen. Soviel erst mal.
    Und sichtbarer wird langsam, dass die Verwertung des Kapitals unter der Variante einer EU an ihre Grenzen kommt; zumindest für gewisse Kreise; und diese scheinen nicht nur britischer Natur zu sein. Es bleibt abzuwarten, inwieweit man bereit ist, die Neuaufteilung der Welt auch mit Europa weiter so still verlaufen zu lassen. Es besteht die Gefahr, das die Verwertung des K die alte Leier der bekannten Spirale benötigt. Noch nicht ganz klar ist, welche Kreise man hier bereit ist, davon partizipieren zu lassen. Wir haben sie doch nun überall; oder ? Wenn uns dazu nichts weiter einfällt als seperatische Geplänkl zu debattieren anstatt intensiv Aufklärung zu betreiben werden wir eines Tages unsanft erwachen! -diesmal wohl Deutsche im Bündnis wie damals in der Dreier……… diesmal etwas breiter.

  • Wolfgang Kulas

    äh; natürlich statt i käme das y 🙂

    Na ich weiss, dass viele in diesen Bemühungen tätig sind; wie wir sehen reicht es nicht und dass sehe ich mit Verdruß. Dabei hätten wir die Kräfte; aber auch sie meinen regieren zu müssen. Alleine nur mit dem linken Lager werden wir ‘s nicht schaffen! Auch in den Sphären des Kapitals haben wir Verbündete. Und, es macht sich wohl schlecht einerseits gegen sie zu regieren und sie dann als Bündnispartner haben zu wollen. Naajaa? ;-/

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  • Andrea Catalano

    Un progetto del genere richiede necessariamente una unione fiscale. Mi chiedo solo se i germanici siano disposti a finanziare con le proprie tasse investimenti in Italia meridionale o in Grecia…

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