Vor wenigen Monaten ist der Ressort- und Amtsdirektor für italienische Kultur Antonio Lampis nach 29 Dienstjahren in der Landesverwaltung in den Ruhestand getreten. Wie nun Valentino Liberto für Salto detailreich nachzeichnete, tritt mit Gabriele Giovannetti Melchiorri ausgerechnet der Stiefsohn von Alessandro Urzì (FdI) in Lampis’ Fußstapfen. Damit wird er zum höchsten Beamten im Zuständigkeitsbereich eines Parteikollegen von Urzì, LH-Vize Marco Galateo.
Dass auch die Gesinnung stimmt, zeigt die Tatsache, dass es Giovannetti Melchiorri 2015 für die Kleinpartei A. Adige nel cuore (AAnC) von Urzì in den Bozner Gemeinderat schaffte — bevor er 2020, als AAnC mit FdI fusionierte, als Spitzenkandidat der rechten Liste Oltre/Weiter wiedergewählt wurde.
Giovannetti Melchiorri kam übrigens nicht über den ordentlichen Auswahlweg zu seinem neuen Job als Ressortdirektor. Vielmehr griff die Landesregierung auf die Möglichkeit einer Berufung von außen zurück. Nach dem geltenden Landesrecht setzt diese eine besondere und nachgewiesene berufliche Qualifikation voraus, die beim bereits vorhandenen Personal nicht vorhanden ist.
Laut Salto hatte Galateo Giovannetti Melchiorri bereits seit Beginn der Legislaturperiode als seinen Wunschkandidaten für die Ressortleitung im Auge. Bei der ersten externen Ausschreibung meldeten sich zwei Bewerberinnen aus dem öffentlichen Dienst. Galateo widerrief das Verfahren. Erst nach einer Wiederholung kam es nun — dank besonderer Qualifikation des Kandidaten – zur erwünschten Ernennung.
Hinweis: Ob Giovannetti Melchiorri auch im rechtlichen Sinn Stiefsohn von Alessandro Urzì ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

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