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Dorfmann verabschiedet sich von Positionen der eigenen Partei.

Südtirols Europarlamentarier Herbert Dorfmann (SVP), der unter anderem als möglicher Nachfolger von Landeshauptmann Luis Durnwalder im Gespräch ist, hat in einem öffentlichen Facebook-Kommentar zum -Bericht über die interne EU-Erweiterung Stellung genommen. Der Minderheitenvertreter, den man bei europäsichen Veranstaltungen zu einschlägigen Themen meist vergeblich sucht — und der auch sonst recht sonderbare Auffassungen vertritt — spielte zwar die Wichtigkeit einer Studie von Prof. Dr. Jordi Matas i Dalmases herunter. Dann fügte er jedoch hinzu, er sei der Meinung

dass wir eine solche Frage relativ schnell lösen würden. Wenn der neue Staat das Gemeinschaftsrecht einhält kann er ja Mitglied werden, wie jeder andere auch. Und nachdem er eh von einem Staat kommt, der das Gemeinschaftsrecht implementiert hat… also, so schwierig dürfte das net [sic] sein.

Damit distanziert er sich deutlich von der (vorgeblichen) Auffassung seiner Partei, Südtirol wäre im Falle einer Loslösung von Italien dazu verdammt, aus der EU zu fliegen und — wie es Philipp Achammer während der neulichen Podiumsdiskussion in der Brixner Cusanus-Akademie formulierte — eine EU-Außengrenze darzustellen.

Siehe auch:

Grenze Recht Selbstbestimmung | Zitać | Herbert Dorfmann Luis Durnwalder Philipp Achammer | | Catalunya | EU SVP | Deutsch

5 replies on “Dorfmann verabschiedet sich von Positionen der eigenen Partei.”

also ich glaube wirklich nicht, dass dorfmann als minderheitenvertreter im europäischen parlament sitzt: er ist auf einer PD Liste gewählt worden, die mit der SVP ein für sie und die SvP günstiges abkommen geschlossen hat. im grunde also ein sozi.
nur dass die schwarzen svp-sozis, sobald sie in brüssel im parlament sitzen, zur EVP wechseln. die deutschen nennen das WENDEHÄLSE.
total inkonsequent.

Andererseits ist die SVP ja aufgrund des diskriminierenden Wahlrechts auf ein derartiges Abkommen angewiesen — andernfalls könnte Südtirol eigenständig gar keinen EU-Parlamentarier entsenden. Siehe.

Interessant wäre es jetzt von Achammer oder Martin mfg zu wissen, was sie von dieser radikalen Entwicklung in der SVP halten.

Ich halte das nicht für eine Entwicklung, sondern für den üblichen Opportunismus. Einmal wollen sie einen Freistaat (Widmann) und die Selbstbestimmung (Theiner), dann wiederum die Vollautonomie (Theiner) und den Freikauf à  15 Mrd. (Widmann). Steger war im Wahlkampf für die Unabhängigkeit und ist jetzt einer der loyalsten Unionisten, während Dorfmann mal zwischendurch europäischen Inklusivismus an den Tag legt.

Verzeihung: “radikale Entwicklung” war meinerseits ironisch gemeint, da es in der “das ganze Land in ihrer Hand”-Partei selbstverständlich weder etwas Radikales (was oft durchaus positiv sein kann) und noch weniger eine Entwicklung (nach vorne) gibt.

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