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BBD

Fragen Sie Ihren Arzt. Nicht.

Fragen Sie besser den Landeshauptmann.

In der Schweiz: Seit jeher dreisprachige Packungsbeilagen bei Medikamenten. Mit der Gesundheit der Menschen wird nicht gespaßt.

Aspirin.

In Südtirol: Trotz einschlägiger Bestimmungen nach wie vor keine Heilung in Sicht. Dabei besteht laut Verbraucherzentrale akuter Handlungsbedarf.

Bevölkerungstabelle.
[ST=Südtirol | TI=Kanton Tessin]
Quelle: Wikipedia.

Dass es dabei nicht auf Zahlen — sondern auf Weigerung und Scheinargumente — ankommt, zeigt der direkte Bevölkerungsvergleich zwischen Südtirol und dem italienischsprachigen Teil der Schweiz. Den Pharmaunternehmen ist also die Gesundheit der Pazienten im Prinzip egal, ihre Ethik ist die des Geldes.

Das bedeutet aber auch, dass in Südtirol — im Gegensatz zur Eidgenossenschaft — Politik und Justiz in ihrer Eingriffs- und Aufsichtsfunktion versagt haben; der Vorwurf der Fahrlässigkeit muss auf diese Institutionen ausgedehnt werden.

Wann endlich wird das starke Land mit den Starken stark, um die Schwachen zu schützen?

Siehe auch:

Comparatio Gesundheit Minderheitenschutz Plurilinguismo Verbraucherinnen | Bilinguismo negato Packungsbeilagen | Luis Durnwalder | | Südtirol/o Svizra Ticino | Land Südtirol | Deutsch

15 replies on “Fragen Sie Ihren Arzt. Nicht.”

… ja, und die Personalausweise und sogar das Geld sind seit Jahren VIERsprachig. Dort wird Rumantsch (Ladinisch) ernst genommen, hier nicht. Es gibt Ämter, die die Bürger nur Deutsch anschreiben, mit Verhunzungen der Hofnamen noch dazu. Südtirol ist im Chauvinimus des 19. Jhs. stecken geblieben. Und teilweise in der Ideologie der Überlegenheit des Deutschen, sprich Herrenmenschenideologie.

Seit ich am Samstag von Mals-Damal mit dem Schweizer Postbus (natürlich ladinisch beschriftet, ein Mercedes und mit Veloaufhängern) nach Rifair fahren durfte, hat meine Helvetiophilie neuen Auftrieb erhalten.

Im Obervinschgau habe ich den Eindruck, dass zusammenwächst, was zusammengehört: nämlich das rätische Dreieck. Still und leise, aber beharrlich. Gemeinsame Tourismuswerbung, gemeinsame wirtschaftliche und soziale Initiativen, auch gemeinsame Feiern.

Mateo: Begegnet sie Dir wirklich immer noch so häufig in Südtirol, die germanische Herrenmenschenideologie? Mir begegnet sie und ihre ähnlich unattraktive Schwester, der italienische Chauvinismus, nur mehr ganz selten (etwa im Umgang mit Ordnungshütern).

Verzeihung, wenn ich vom Thema abkomme, aber es gibt kein Gästebuch. Ich möchte eigentlich nur dem Verantwortlichen dieser Seite gratulieren. Klares und sauberes Format, nicht zu viele Themen, tolle Überschriften und Schlagwörter. Auch wenn sich nicht viele zu Wort melden, so tun es die wenigen gezielt und verantwortungsbewusst.

Weiter so, bitte!

Nochmals off topic: Das ff-Forum ist unter dieser Adresse erreichbar:
http://www.ff-online.com/forum/list.php?f=6

Doch, immer wieder, schneelflocke, und gerade bei jenen, die als erste immun sein sollten: Die Journalisten. Du weißt gar nicht, was man so hört, auch von solchen, die sich als “liberal” geben. Die Krautwalschen-Titelseite der Tageszeitung war nur ein Ausdruck dieser Gesinnung. Dann natürlich beim Schützenbund, und bei der SVP v.a. in Gredn. Die primivistens Äußerungen diesbezüglich kamen von Exponenenten der Partei dieses Tales.
Aber allein die Tatsache, dass sich die öffentliche Verwaltung seit Jahren beharrlich weigert, ladinische Anschiften anzubringen, die ladinische Toponomastik zu verwenden, die Ladiner in der eigenen Sprache anzuschreiben (für die Deutschen ein heiliges Recht, bei den Ladinern heißt es “Ihr versteht ja Deutsch” – das Recht auf Muttersprache gilt für die Ladiner einfach nicht) – all das ist ein Zeichen davon.
Als die Italiener nicht Deutsch anbringen wollten, waren sie “Faschisten”, jetzt, wo die Deutschen (verzeih die Formulierung) kein Ladinisch anbringen wollen, fordert man Nachsicht, ach ist nicht so, ach braucht ihr eh nicht, ach es kostet … bis heute fahren die Busse nur nach S.Vigilio / St. Vigil, Al Plan gibt es nicht. Wenn es nur Bressanone heißen würde und Brunico und Colle Isarco, wie würden dann die Südtiroler reagieren?

Mateo, trotz weitgehender Übereinstimmung mit der Intention Deiner Aussagen glaube ich, dass nicht germanische Herrenmenschenideologie der “deutschen” Südtiroler Ursache der von Dir aufgezeigten Mängel ist. Es dürfte wohl meist Unkenntnis sein und eine falsch verstandene Kompensation, die sich wohl nicht gegen die Ladiner, sondern eher gegen “Italiener” richtet.

Herrenmenschenideologie impliziert aus meiner Sicht das Bekenntnis zur Überlegenheit einer Gruppe. Sicher, es gibt Vorurteile gegen die Ladiner, für die man sich leider allzu häufig auf ladinische Kronzeugen berufen kann. Aber “Herrenmenschenideologie” sollte meiner Meinung für eine bestimmte historische Phase reserviert bleiben.

dem Gefühl der Überlegenheit begegnet man noch zu oft. Was die historische Phase betrifft, so gebe ich Dir auch, eben prinzipiell, Recht, doch wurde nicht zuletzt das Gefühl (und das Getue) der Überlegenheit aus dieser Phase herübergerettet – in einem Land, das sich mit dieser Epoche und der eigenen Rolle in dieser Epoche eben noch nicht beschäftigt hat.
Interessant war diesbezüglich ein Artikel im Standard, den ich aus meinem Archiv herausholen müsste. Man kann ja auch noch ganz offizielle Stellungnahmen lesen, die sich teilweise der Terminologie dieser Epoche bedienen. Und die Gegner der “Immersion” argumentieren ja mit Thesen der “30er Jahre”, ganz ungeniert. Das Kapitel Thomas Maran hat im übrigen gezeigt, dass sich Teile der Gesellschaft – so auch der Schützenbund – von NS-Ideologie und Hassparolen gar nicht gestört fühlten. Eineinhalb Jahre lang blieben die Postings von Maran vollkommen unbeanstandet (Leute vom Schützenbund griffen ja auch in die Diskussion ein). Faschismus stört nur, wenn er italienisch ist.

[…] BBD per prima ha sollevato il problema dell’etichettatura bilingue dei prodotti in Sudtirolo, chiedendo una legge per la protezione dei consumatori ispirata al modello catalano. Ora il parlamento sudtirolese ha approvato una mozione con la quale chiede al proprio governo di sensibilizzare produttori e rivenditori locali, e al parlamento statale di legiferare in questo senso. La necessità  di rivolgersi a Roma rende evidente che la nostra autonomia — spesso e volentieri definita la migliore al mondo — non ci consente di prendere provvedimenti legislativi propri a tale scopo, a differenza di quella catalana. Se quindi si è fatto un primo, piccolo passo (che va riconosciuto), non bisogna aspettarsi che l’equiparazione delle lingue avvenga in breve tempo. Basti pensare da quanto tempo vige l’obbligo di fornire medicinali con foglietto illustrativo bilingue, e con quali risultati (in comparazione ad altre realtà  europee [1] [2]). […]

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