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Der Ober-Wahnsinnige.
Quotation 149

Während der 90 Minuten Spielzeit und den paar Stunden danach betrachten Fans einer Mannschaft die Anhänger der gegnerischen Fußballmannschaft als das Schlimmste, was es auf der Erdoberfläche gibt. Es herrscht richtige Feindschaft. […] Wenn bei uns während eines Länderspiels zwischen Italien und Deutschland keine Autos umgekippt worden sind, ist dies ein Zeugnis, dass sich die Fiorentini und die Juventini während und nach der Spielzeit mehr hassen, als die Italiener die Deutschen. Also, liebe Schützen, hebt zum Himmel Hand und Herz und seid doch froh darüber!

— Luigi Spagnolli, Bürgermeister der Stadt Bozen

Nehmen wir mal an, es stimmt (was bezweifelt werden darf), was Luigi Spagnolli da schreibt und italienische Fußballfans verwandeln sich rund um ein Match tatsächlich allesamt in hasserfüllte Randalierer, dann ist es ein ziemlich starkes Stück, was der oberste Bürger unserer Landeshauptstadt hier von sich gibt. Spagnolli bagatellisiert Hass und Gewalt. Er rechtfertigt sie sogar mit einem in diesem Zusammenhang zweifelhaften Seneca-Zitat: »Einmal pro Jahr ist der Wahnsinn erlaubt.« Oder zumindest findet er sich mit den Auswüchsen ab, statt sie zu verurteilen. Es gehe schließlich um Fußball. Aber nur weil etwas offenbar zum Fußball dazu gehört, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist. Spagnolli redet dem Sport als »Ersatzkrieg« das Wort anstatt zu Respekt, Fairness und Fanverbrüderung aufzurufen.

Siehe auch:

Faschismen Nationalismus Sport | Zitać | Luigi Spagnolli | | Südtirol/o | PD&Co. | Deutsch

13 replies on “Der Ober-Wahnsinnige.
Quotation 149

… ich hatte bis jetzt erst 3x die Gelegenheit eine Rede von Spagnolli zu verfolgen, aber jedesmal kam ein Schenkelklopfer dieser Größenordnung darin vor. Das ist sein Stil. Der meint das nicht böse, der ist in meinen Augen so naiv, dass er nicht weiß, was er da sagt. Ich hab mich immer gefragt, wie dieser Mann es geschafft hat Bürgermeister der Hauptstadt zu werden.

Das was Spagnolli da von sich gibt mag in bestimmten Fällen ja zutreffen, vor allem in Ligen wo man nichts mehr unter Kontrolle hat und als Familie nie auf die Idee käme ein Stadion zu besuchen.
Mit diesen Aussagen bagatellisiert Herr Spagnolli aber solche Zustände geradezu und stilisiert sie zur Normalität, anstatt etwas dagegen zu unternehmen. Zusätzlich rechtfertigt er somit auch nationalistische Eskapaden im Zuge von Fußballgroßereignissen in Südtirol – für einen Bürgermeister der mehrsprachigen Landeshauptstadt eines mehrsprachigen Landes mit mehrschichtigen Identitäten nicht akzeptabel.

Kurios wäre ja mal, wenn die Deutschland-Fans nach dem heutigen Spiel den Siegesplatz zum Feiern in Beschlag nehmen würden…der Platz wurde ja schließlich offiziell zur Fanmeile ausgerufen ;-)

Wollen wir wirklich alle auf dasselbe inakzeptable Niveau einer Minderheit (auch unter den italienischen Boznern ist das eine Minderheit) absinken? Oder wollen wir alle gemeinsam dafür einstehen, dass sich da was ändert?

Und es wäre die Reaktion seitens der Offiziellen interessant, ob sie dann auch noch von einer “Fanmeile eines sportlichen Großereignisses” sprechen würden oder ob dann wieder das obligatorische “Politik vom Sport fernhalten” folgen würde.

Aus meiner Sicht stellt mein Beitrag keine Ironie dar, denn dann hätte er z.B. mit den Worten “Ich bin absolut dafür, dass…” beginnen müssen und so ein Kommentar hätte in der Tat leicht missverstanden werden können.
Da mein Beitrag aber mit “Kurios wäre ja mal, wenn…” beginnt, ist meiner Meinung nach schon ersichtlich, dass ich hier nicht zu “Auge um Auge…” aufrufe, sondern eben meine Kuriosität aka. Neugier befriedigen möchte.
Daher nochmals in aller Klarheit: da der A.A. den Siegesplatz ja zur Fanmeile erkoren hat, kann es mMn nur legitim sein, wenn Fans jeglicher Mannschaften diesen Platz zum feiern benutzen. Da aber besonders die Anwesenheit von Deutschland-Fans einigen sauer aufstoßen könnte, da ja gewissermaßen ein Sakrileg begangen würde, wäre ich eben neugierig, ob die Offiziellen dieses Mal kohärent argumentieren oder wieder einknicken bzw. mit zweierlei Maß messen und besagten Akt als nicht hinnehmbare politische Vereinnahmung einer friedlichen, völkerverbindenden Sportveranstaltung bezeichnen würden.
Hoffe, alle Klarheiten wurden beseitigt (Achtung, Ironie!).

P.S. Hitler und Walsche hast du genannt.

Die BBD administration hats nicht geschafft, die Beiträge chronologisch zu veröffentlichen. Ich benutze wohl ganz absichtlich diese Ausdrücke um die Woderssinngkeit darzustellen

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