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Freiheitlicher Spagat.

Ausländer gehören zu den Lieblingsthemen der Freiheitlichen. Nicht selten wird die Einwanderungs- und Integrationspolitik kritisiert. So fordert Ulli Mair: “Einwanderer haben zunächst eine Bringschuld und ohne diese auch in die Pflicht zu nehmen, wird Integration unmöglich sein.” Ausländer müssten über Werte, Normen, Denk- und Verhaltensmuster, kulturelle und religiöse Traditionen unserer Gesellschaft informiert werden und Bescheid wissen sowie die Landessprachen beherrschen.

Laut salto.bz wollen nun genau diese Freiheitlichen mit einem Beschlussantrag erreichen, dass Vereine, die “keine Einwanderer aufnehmen oder Einwanderer aus der Vereinsgemeinschaft ausschließen” nicht vor der Antidiskriminierungsstelle landen können.

Wir fassen zusammen: Ausländer haben eine Bringschuld und müssen unsere Sprache(n) lernen und unsere Tradition verstehen, sich integrieren, sich anpassen. Besser als mit jedem Lehrbuch erreicht man dies wohl durch die Mitgliedschaft in einem Verein. Gleichzeitig möchten die Freiheitlichen aber dafür sorgen, dass Vereine sich ohne Konsequenzen Ausländern verschließen dürfen.

Ich habe den Verdacht, die Blauen wollen die neuen Südtiroler bewusst in eine lose-lose-Situation bringen, damit sie dann in einigen Jahren wieder schimpfen können und den “Beweis” dafür haben, dass sich diese Ausländer einfach nicht integrieren wollen. Es wäre ihr Untergang, würden sie durch gelungene Integration ihren Lieblingsfeind verlieren. Deshalb torpedieren sie eine solche, indem sie die Erfüllung ihrer eigenen Integrationsforderungen erschweren bis verunmöglichen. Es darf einem nur nichts zu blöd sein.

Bildung Cultura Kohäsion+Inklusion Medien Migraziun Politik Racism | | Ulli Mair | Salto | Südtirol/o | Freiheitliche | Deutsch

6 replies on “Freiheitlicher Spagat.”

Ich denke, das oberste Ziel der FH ist es, dass gar keine Ausländer mehr herkommen. Dann braucht es keine Integration mehr.

Man muss schon lesen was der Beschlussantrag sagt: die unnüzte und läppische Antidiskriminierungsstelle soll bei ehrenamtlichen Vereinen nicht eingreifen dürfen, sollte es morgen mit Einwanderern in Vereinen Probleme geben. Ich habe nie gesagt, dass ich dagegen bin, wenn Einwanderer in Vereine aufgenommen werden. Jedoch müssen ehrenamtliche Vereinsobmänner vor sogenannten ‘Diskriminierungsdebatten’ der Linken eventuell geschützt werden. Denn mir ist es wichtiger man findet auch in Zukunft z.B. noch Feuerwehrkommandanten, als diese Diskussionen um Diskriminierung von Einwanderern, die es in Südtirol nicht gibt.

  • Warum ist die Antidiskriminierungsstelle unnütz und läppisch? Wir SüdtirolerInnen wollen uns doch zum Beispiel in Italien auch nicht diskriminieren lassen.
  • Was hat Ihr Antrag mit dem Schutz vor »Diskriminierungsdebatten der Linken« zu tun? Linke Parteien, Medien und Einzelpersonen können — wie es hoffentlich auch Konservative tun werden — im Fall von Diskriminierung so viele Debatten führen, wie sie möchten. Mit und ohne Diskriminierungsstelle. Oder die Justiz einschalten.
  • Wenn es in Südtirol, wie Sie schreiben, keine Diskriminierung von Einwanderern gibt (und Sie das offenbar auch für die Zukunft ausschließen): Wo ist dann das Problem? Die Diskriminierungsstelle ist dann doch sowieso arbeitslos. Oder dient Ihr Antrag eigentlich doch nur der Kostensenkung? ;)

müssen sie das wirklich?

wo du recht hast ist, dass salto als quelle wohl unzureichend ist. das war eine schlampigkeit meinerseits.

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