Landesübliche, zerstörerische Konfrontation.

Rund um den offiziellen Besuch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit »landesüblichem Empfang« hat der rechte Scharfmacher Alessandro Urzì (AAnC) eine spalterische Hetzkampagne gestartet — und der PD lässt sich wie üblich vor sich hertreiben.

Jetzt lassen »auf der anderen Seite« Sven Knoll (STF) und Andreas Pöder (BU) mit ebenfalls inakzeptablen, extremen Äußerungen aufhorchen, die in der Mitte kaum noch Spielraum für Dialog übrig lassen.

Da werden die italienischen MitbürgerInnen pauschal mit faschistischem Gedankengut in Verbindung gebracht. Wiewohl der PD alles tut, um diesen Eindruck zu untermauern, trifft er glücklicherweise nicht zu.

Sven Knoll spricht gar davon, dass sich die SüdtirolerInnen italienischer Zunge zu integrieren und anzupassen hätten, als wären es AusländerInnen. Eine Umschreibung für Assimilierung.

Wenn wir in Südtirol gemeinsam etwas Neues aufbauen wollen, führt aber kein Weg an Inklusion vorbei — einem Konzept, das sich grundlegend von »Integration« unterscheidet, weil es auf Gegenseitigkeit setzt.

Das heißt nicht, dass wir nicht auch unnachgiebig fordern können. Aber es muss stets darauf geachtet werden, denen, die keine ethnische Konfrontation suchen, Anknüpfungspunkte für Dialog und Verständigung anzubieten. Diese gemeinsame Perspektive wird aber durch Aussagen wie jene von Pöder und Knoll vollständig zerstört.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

Einen Fehler gefunden? Teilen Sie es uns mit. | Hai trovato un errore? Comunicacelo.

17 replies on “Landesübliche, zerstörerische Konfrontation.”

… immer das selbe Lied! – U fängt an, K und P schlagen Parteikapital daraus!
Wann sind wir so weit, dass wir Bewohner aller drei Sprach- und Kulturgruppen – guten Willens – uns NICHT treiben lassen, – NICHT von den Medien reißerisch und widerspruchslos benutzen lassen! – Trump lässt grüßen …!

Natürlich gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden Aussagen, aber ich würde mal ganz kühn behaupten, dass hier die Gemeinsamkeiten überwiegen. Der Succus in beiden Stellungnahmen besteht darin, dass für die Gestaltung der Zukunft in einem Freistaat die Teilnahme aller drei Bevölkerungsgruppen essentiell ist. Somit ist dieser durch den Alto Adige befeuerte (und von Pöder und Knoll verstärkte) Antagonismus für das Zusammenleben in der Gegenwart und für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft abträglich. Dass daneben auch noch viel freiheitliche bzw. volkstumspolitische Gesinnung von Leitner transport wird, geschenkt.

Mein letzter Satz bezog sich einfach auf die Tendenzen aus dem angelsächsichen Raum, Spaltungen und Konflikte zu zementieren anstatt zu überwinden. Muss aber nicht in Südtirol der Fall sein. Schließlich sind wir ja von Natur aus viel harmonischer und toleranter als der Rest der Welt :).

Jetzt muss man sich in seinem Heimatland auch noch für seine Traditionen bei Personen, die sich wie Kolonialherren aufführen, rechtfertigen. Geht’s noch?

Il PD… loro sono multi-pluri-inter-misti-lingui, aperti, tolleranti, moderni, inclusivisti. Per questo difendono i nomi di Tolomei, vanno alle parate ad esaltarsi con l’esercito, la patria, il tricolore e si indignano per il Landesüblicher Empfang.
Ora capisco perchè Seppi scriveva sui suoi manifesti “non ho paura di guardare negli occhi nessuno”, lui è un nazionalista senza remore e sensi di colpa. E forse questo lo rendeva più rispettabile e meno pericoloso degli altri.
Le parole di Knoll e Pöder non sono affatto belle a sentirsi, ma sono una reazione prevedibile a quanto detto da Urzì e d’altra parte non è certo il comportamento del PD a smentirle nei fatti. Speriamo che il prossimo Empfang sia a Merano, così ci vado e nessuno potrà  dire che non c’erano nessun italiano.

Die Reaktionen Pöders und Knoll’s sind m.A. nach übertrieben aber die losgetretene Polemik geht am eigentlichen Grundproblem vorbei. Kein Wort wird mehr über die Entgleisung von Urzì u. Co. verloren. SVPD und Grüne bilden eine geschlossene Front um die Äußerungen von Pöder und Knoll zu kritisieren, aber keine von diesen Parteien distanziert sich von den Äußerungen dieses Post-Faschisten. Mit welcher italienischen Tradition hätten wir denn Juncker die Aufwartung machen sollen? Vielleicht sollten wir in Zukunft offizielle Begrüßungen nicht mehr vor dem Landtag (dem wichtigsten Ort der Demokratie im Land) sondern besser vor einem der vielen faschistischen Denkmäler in Südtirol abhalten. So könnte die “italianità ” im Sinne von Urzì hochgehalten werden. Unterm Siegesdenkmal mit dem “saluto romano” grüßen, die Schwarzhemden schön gebügelt. Könnte Urzì sich dann endlich zu Hause fühlen?
Lt. Tommasini, Urzì & Co fehlte das italienische Element bei dieser Begrüßung. Waren sie etwa nicht eingeladen? Wie stellen sie sich eine angemessene italienische Beteiligung denn vor? Werden die Geladenen in Zukunft mittels Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung und Proporz ausgewählt?
Ist es die Schuld von Knoll oder Pöder, dass sich so wenige Italiener bei einer Musikkapelle oder den Schützen engagieren? Meines Wissens, gibt es bei keinen der beiden genannten Vereine ein Aufnahmeverbot von Italienern.

Ich schätze, dass es nach dieser Konfrontation in Zukunft keinen landesüblichen Empfang mehr geben wird und Urzì & Co. damit ihr Ziel erreicht haben.

… ich habe einmal mehr die Gewissheit: ” … Südtirol ist ein Teil Italiens und nicht Europas …!?!?!?!?!?
Die landesübliche Begrüßungszeremonie ist in Innsbruck eine Selbstverständlichkeit und wird nicht in Frage gestellt! – Südlich des Brenner muß man sich rechtfertigen, während die ff sich auch noch zum Handlanger von Urzi macht …!!!!!!!!!!!!!!
Gute-Nacht Südtir…ääää…altoatesini …!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Es bleibt dabei: es führt kein Weg an einer Volksabstimmung vorbei, welchen Weg Süd-Tirol gehen soll. Bei Italien zu verbleiben ist jedenfalls keine Option. Die Tiroler Teilung bleibt historisches Unrecht, welches gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker verstößt. Und Knoll hat deshalb natürlich Recht, auch wenn man das diplomatischer ausdrücken könnte: in Tirol pflegt man Tiroler Bräuche, und wer neu dazu kommt, egal woher, muss sich den hergebrachten lokalen Gepflogenheiten anpassen (was überall gilt und keine Tiroler Spezialität ist).

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *