Gebärdensprachgesetz.

Das katalanische Parlament hat gestern einstimmig ein eigenes Gebärdensprachengesetz (Llei de la Llengua de Signes Catalana – LSC) verabschiedet, das »der katalanischen Gebärdensprache den Wert gibt, der ihr zusteht und ihr den Status einer Sprache mit einem eigenen linguistischen System verleiht«, wie der Vizepräsident der Generalitat, Josep-Lluí­s Carod-Rovira (ERC) betonte. »Die katalanische Gebärdensprache ist eine der Sprachen Kataloniens und heute geben wir ihr in diesem Parlament — durch die institutionelle Anerkennung — jene Würde, die sie verdient.«

Es handelt sich um eine Sprachnorm, weilche den Sprachgebrauch, die Lehrvoraussetzungen, die Erlernung, die Forschung und die Übersetzung dieser Sprache regelt und außerdem einen eigenen Universitätstitel als Simultanübersetzer an katalanischen Fakultäten erschafft. Das Gesetz wird den rund 25.000 katalanischen Tauben und Taubstummen zugute kommen. So haben an der Plenarsitzung des Parlaments rund einhundert Vertreter von Vereinen und betroffenen Berufsgruppen teilgenommen, welche zum Teil auch aktiv an der Ausarbeitung der Norm beteiligt waren.

Laut Carod-Rovira wurde mit diesem Gesetz »soziale Gerechtigkeit geschaffen«. Das Gesetz, das die bereits seit Jahren existierende, benutzte und anerkannte katalanische Gebärdensprache regelt und fördert, mache aus Katalonien »einen Vorreiter neben Ländern wie Finnland und Schweden«.

Es ist immer wieder erstaunlich, in welche Sphären die Katalaninnen mit ihrer ausgezeichneten Sprachpolitik vordringen, während diesbezügliches Interesse in Südtirol häufig noch immer als Chauvinismus oder Spinnerei abgetan wird.

Solange — um ein Beispiel zu nennen — die meisten Post-Vordrucke nur einsprachig abgefasst sind, braucht man sich erst gar nicht zu fragen, in welcher Sprache die Blinden-Informationen in den Postämtern abgefasst sind.

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