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Grün ≠ Grün.

Südtirols Parteienspektrum ist weit und breit ein Sonderfall. Nun wird es uns erneut bestätigt – indirekt und eindrücklich, durch eine neue schottische Regierungsmehrheit. Alex Salmond, Spitzenkandidat der independentistischen, sozialdemokratischen Scottish National Party, bildet zusammen mit den Grünen ein Kabinett, das sich unter anderem dazu verpflichtet, innerhalb 2010 ein Referendum über die Loslösung Schottlands vom Vereinigten Königsreich durchzuführen.

Europaweit setzen sich die Grünen für das Selbstbestimmungsrecht als Basis einer gerechten, sozialen und freien Entwicklung ein. Nicht zufällig haben sie in Straßburg zusammen mit der Europäischen Freien Allianz (EFA), deren erstes Ziel die Realisierung von Selbstbestimmung durch Überwindung der Nationalstaaten ist, eine gemeinsame Parlamentsfraktion gebildet – in der, man höre und staune, auch unser Sepp Kusstatscher sitzt.

Der schreibt in seinem Blog zum Thema Selbstbestimmung halbherzig:

[…]
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten! Sie ist wirklich schwierig, ja sehr schwierig.
Die so genannte “Selbstbestimmung”
– von einigen Familien, um einer anderen Gemeinde angeschlossen zu werden,
– von einer Bevölkerungsmehrheit in Gemeinden, um Provinz oder Region zu wechseln,
– bzw. von bestimmten Mehrheiten in einer Region, um Nationalstaat wechseln zu können…, diese kann nicht mit Ja oder Nein befürwortet bzw. abgelehnt werden.
Bei der Frage des Selbstbestimmungsrechtes haben sich schon viele Politologen und Juristen Gedanken gemacht. Eines ist das Prinzip und ganz was anderes ist die konkrete Umsetzung, ohne neues und teilweise noch größeres Unrecht zu bewirken.
Einfacher ist es bei der EU. Solange diese ein Zusammenschluss von Staaten ist und nicht ein Staatenbund bzw. nicht die “Vereinigten Staaten von Europa”, tu ich mich mit der Frage des Beitrittes bzw. Austrittes von Staaten relativ leicht.
[…]

Welches Kindheitstrauma haben Südtirols Grüne erlebt, dass sie es nicht schaffen, es ihren europäischen Partnern gleichzutun? Ist es wirklich so schwierig, sich von der Position der Rechten abzugrenzen und endlich im Sinne Südtirols zu handeln – nicht nur im ökologischen, sondern auch im eigentlich politischen Sinne? »Unsere« Grünen bleiben für die Beibehaltung der sklerotischen, von der Geschichte längst überholten Nationalstaaten. Und mir, mir bleibt es ein Rätsel.

Nachtrag/Vertiefung:

Aussendung der schottischen Grünen vom 30.11.2005:

At the launch of the Independence Convention in Edinburgh this evening Robin Harper MSP, Green Co-convener will set out the Scottish Green Party’s reasons for supporting the Convention. Greens support independence, if or when the people support it, and see the Convention as a way to promote debate across Scotland.

Greens stress that they are not a ‘nationalist’ party driven by patriotism or national identity, but as a party with deep-rooted commitment to local democracy that independence could bring. They see devolution and independence as a process and not an ‘event’. Greens also support the idea of a referendum to gauge public support for greater democracy and independence.

Robin Harper MSP said: “For us, it’s not about patriotism or national identity. Neither is it about a rejection of our neighbours, nor of the history we share. It’s about trying to achieve a better society tomorrow – fairer, happier, more democratic, more sustainable. We believe that bringing power down to the closest practical level within our communities is a necessary part of that. Scotland is of a size that presents a distinctive opportunity to fast-track a sustainable society through greater independence. In working towards more independence we strongly support the idea of devolution as a process, and we don’t see it ending here at Holyrood. It certainly can’t end with the Scotland Act as it stands.

Interdependence is a crucial part of our outlook as a party in an increasingly globalised world. Our practical approach to improving Scotland’s contribution is to get democracy going more locally – this is the nub of our ‘independence’ politics. If our society is to carry on this process, and to represent itself effectively on the global stage to advocate the values we share – for fair trade, for peace, for global justice – greater independence is a positive step.”

Auszug aus dem Programm der katalanischen Grünen (Iniciativa per Catalunya Verds):

Catalunya i l’autodeterminació

Per a l’esquerra verda i nacional el dret a l’autodeterminació significa que un poble, i en el nostre cas Catalunya, pot decidir a partir de la seva sobirania com a nació si vol tenir un estat propi i independent, si vol estar integrat en un altre i, en aquest cas, de quina manera es materialitza aquesta integració. Si bé és cert que avui, en el procés de construcció de la UE, no té sentit plantejar-se els poders de l’Estat en els termes que es feia en el segle passat no podem negar que els estats tenen encara a Europa molt de poder i, per tant, no es pot rebutjar el dret a l’autodeterminació com una cosa ja superada.

Aus dem Grundsatzprogramm von Bündnis 90/Die Grünen:

Menschenrechte. Unser Grundwert der Selbstbestimmung prägt sich aus in der Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte. Die von den Vereinten Nationen verbrieften Menschenrechte sind für uns nicht verhandelbar – weder gegenüber machtpolitischen oder wirtschaftlichen Interessen noch gegenüber einem falschen kulturellen Relativismus. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Dies zu gewährleisten ist Selbstverpflichtung nationaler und internationaler grüner Politik. Individuelle Freiheitsrechte, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, das Recht auf Entwicklung und ökologische Rechte gehören für uns zusammen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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24 replies on “Grün ≠ Grün.”

Nationalstaaten werden nicht durch Selbstbestimmung und nicht durch Grenzverschiebungen überwunden! Das Wir-sind-wir-Gehabe und die Abschottung von den Nachbarn sind eine wesentliche Ursache für Nationalismus. Die EU ist das beste Modell, um die Nationalismen in Europa zu überwinden. Grenzen abbauen, keine neuen Grenzen schaffen! Die schottischen Grünen mögen dies ohne weiteres anders sehen.
Sepp Kusstatscher

Das Wir-sind-wir-Gehabe und die Abschottung von den Nachbarn sind eine wesentliche Ursache für Nationalismus.

Stimmt. Und was hat das mit dem Recht auf Selbstbestimmung zu tun?

Einfacher ist es bei der EU. Solange diese ein Zusammenschluss von Staaten ist und nicht ein Staatenbund bzw. nicht die ”Vereinigten Staaten von Europa”, tu ich mich mit der Frage des Beitrittes bzw. Austrittes von Staaten relativ leicht.

Was heißt das?
Die europäische Integration richtet sich nicht nach “Meinungen” oder Befindlichkeiten (ist also kein Wunschkonzert), sondern folgt einem strengem juristischen Regelwerk.
Das Beitrittsrecht richtet sich streng nach dem europäischen Primärrecht (Art.49EG lässt grüßen). Formelle Austritte gibt es in dem Sinne nicht.

Den Grünen in Südtirol könnte es nicht schaden ein etwas moderneres Verständnis vom Selbstbestimmungrecht zu entwickeln. Dafür empfehle ich die genaue Lektüre dieser Seite.

Art.49 EU und nicht Art.49 EG. Aber da werde ich unserem Europaparlamentarier ja nichts Neues erzählen. ;-)

@Pérvasion

Das Problem mit den Südtiroler Grünen ist m. E. jenes, dass sie zu diesem (für Südtirol fundamentalen) Thema keine eigenständige Position vertreten, sondern sich einfach unreflektiert negativ definieren, um prinzipiell eventuelle Berührungspunkte mit der Südtiroler Rechten (und seien sie auch nur terminologischer Natur–> “Selbstbestimmung”) zu vermeiden.
Das Selbstbestimmungsrecht kann aber ethnische Erbfehden befrieden und wirtschaftlichen Aufschwung bedeuten. Das muss in die “Köpfe von gestern”, auf allen Seiten des politischen Spektrums, hinein.
Wie das geschehen kann ist dieser innovativen Homepage zu entnehmen.

Vorrei cercare di offrire una breve risposta all’intervento di S. Kusstatscher indicando perché la sua analisi è comprensibile (alla luce del contesto nel quale ci muoviamo), ma non completamente condivisibile (vorrei cioè difendere il nostro punto di vista “autodeterministico” liberandolo da un persistente equivoco).

Kusstatscher, del tutto a ragione, punta il dito contro quel “Wir-sind-wir-Gehabe” (o ideologia del Mir-san-Mir) che costituisce la tradizionale base per ogni rivendicazione autodeterministica di carattere etnico. È del tutto corretto asserire che in Sudtirolo, alla luce dell’assimilazione forzata di questo territorio all’interno dei confini italiani, noi non abbiamo conosciuto in effetti che questo tipo di rivendicazione e che il tema dell’autodeterminazione è stato cavalcato esclusivamente dalla destra nazionalista e pantirolese. Come Kusstatscher sa bene, neppure la linea politica sostenuta dalla Svp (nonostante l’adesione formale all’autonomia) si è mai discostata da questo richiamo ideologico e questo ha portato alla costruzione di un modello di convivenza basato sul principio multiculturale delle società  parallele (da una parte i tedeschi, dall’altra gli italiani).

Visto che Kusstatscher stigmatizza la creazione di “nuovi confini”, vorrei chiedergli cosa ne pensa dei “vecchi confini” che ancora dividono la popolazione sudtirolese (ripeto: da una parte i tedeschi, con le loro istituzioni, i loro partiti ecc., dall’altra gli italiani) che pure vive all’interno di un unico e medesimo territorio.

Secondo la nostra proposta il superamento di questo confine “interno” è prioritaria rispetto alle considerazioni che possono essere svolte riguardo alla creazione di nuovi confini “esterni”. Anzi, noi riteniamo che soltanto la messa in discussione dei confini “esterni” (secondo un processo di specificazione territoriale che non NECESSARIAMENTE punta alla creazione di un nuovo Stato, ma neppure si sente di escluderlo a priori) può riattivare quel processo di avvicinamento tra i gruppi linguistici che la calcificazione dell’autonomia così come la conosciamo ha di fatto bloccato.

In questo quadro il richiamo all’Europa fatto da Kusstatscher non risulta troppo convincente, visto come a livello locale l’istanza di un allargamento della sovranità  extranazionale sia tutt’ora avvertita come una minaccia rivolta ai diritti (e ai privilegi!) di una minoranza comodamente incapsulata in uno stato nazionale “pre-europeo”.

Herzlichen Dank für die Einladung zu einer kurzen Stellungnahme in Eurem Blog. Ich freue mich über Eure Offenheit und Bereitschaft, über Selbstbestimmung zu diskutieren. Ich bin überzeugt, je unverkrampfter dieses Thema diskutiert wird, desto mehr fasziniert und überzeugt es. Nirgendwo hat man so viel Angst, darüber zu reden, wie in Südtirol. Das erwähnte Beispiel der SNP Schottlands zeigt, welche Kraft das Gestaltungsprinzip Selbstbestimmung hat, da es von der UNO ja nicht als kriegstreibend, sondern als friedensstiftend proklamiert wird.
Sobald die Menschen in unserem Land begreifen, dass Selbstbestimmung über allen Ideologien steht, wird man auch erkennen, dass die alten “Zöpfe” links und rechts nichts anderes als reaktionäre Ablenkungsmanöver sind. Übrigens: schaut Euch um in Europa und in der Welt: wo stehen da die Selbstbestimmungsbefürworter? Nirgendwo bei den Imperialisten, Kolonialisten und Chauvinisten. Mit allen guten Wünschen, vor allem gute und offene Diskussionen und lieben Grüßen, Eure Eva Klotz

Meine Hochachtung Frau Klotz!

Genau das ist der Punkt: “Selbstbestimmung steht über allen Ideologien”.

Leider wird diese einfache Wahrheit den Südtiroler Selbstbestimmungsbefürwortern nicht zugestanden. Selbst die Macher dieses Blogs, deren wichtigster Vertreter sich ausdrücklich zu seiner Affinität zur Sozialdemokratie und Distanz zu den klassischen “patriotischen” Lagern bekannt hat, musste sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt sehen “reaktionär” zu sein, oder ein “pangermanista” und was den Selbstbestimmungsgegnern noch so alles an populistischen und verzerrenden Ausdrücken eingefallen ist.
Hinter dieser Argumentationsweise steht politisches Kalkül von allen jenen die aus den verschiedensten Gründe (siehe SVP, italienische Nationalisten usw.) gegen das Selbstbestimmungsrecht sind.

Man muss endlich die Wahrheit zu den Menschen bringen, dass das Selbstbestimmungsrecht über den Ideologien steht, damit ein breites Interesse für dieses Thema in der gesamten Bevölkerung entsteht – unabhängig ihres politischen Couleurs.

Ich respektiere Ihren Zugang zu dem Thema, ebenso wie jenen dieser Seite. Die Menschen müssen dazu motiviert werden vorurteilsfrei und unverkrampft, dieses Thema als realistische Perspektive und Möglichkeit für die Zukunf Südtirol zu begreifen.

Dem Vorwurf, den man oft hört, dass das patriotische Lager den Selbstbestimmungsbegriff “besetze” und für sich vereinnahme, muss hingegengehalten werden, dass sämtliche sonstige Parteien (z.b. die Grünen) vielmehr dieses Thema fleißig ignorieren und keinerlei Engagement zeigen.

Sarebbe stato sin troppo bello se la Klotz avesse intuito dalla lettura di bbd come, oltre che al di sopra delle ideologie, l’autodeterminazione in senso lato possa rivelarsi al di sopra dell’appartenenza “etnica”. Sin troppo bello.

p.s. Susanne, pérvasion ed à‰tranger, continuo a seguirvi e vi sostengo sempre. Purtroppo non ho più modo di intervenire spesso, anzi, sono diverse settimane che non scrivo. Cercherò di rifarmi.

Valentino, auch du musst anderen zugestehen, einen von dir unterschiedlichen Zugang zu einem Thema zu haben.

Noi dobbiamo renderci conto di una paio di cose, ragazzi:

1. Quello che qui noi proponiamo è un assoluto “novum” nel panorama politico locale e, riferendoci allo stesso, ci dobbiamo confrontare con una evidente mancanza di categorie atte a comprendere questo tipo di novità .

2. Se mancano le categorie manca anche l’interesse, è evidente. Ma siccome è soltanto in base all’interesse (sia esso positivo o negativo) che potrebbero venir fuori obiezioni per noi stimolanti, per il momento quello che stiamo dicendo non può contare sull’unica cosa che potrebbe permetterci di fare qualche passo avanti (e non intendo dei passi avanti verso la realizzazione di quello che ci proponiamo, ma semplicemente in direzione di una maggiore chiarezza della nostra proposta).

3. L’unico scopo delle nostre discussione è quello di continuare ad esistere. Dobbiamo cioè mantenere in vita questo tipo di razionalità  (e di stile) che ci contraddistingue. Soltanto in questo modo, infatti, possiamo sperare di entrare in contatto con qualcuno che, più in gamba di noi, riuscirà  a trovare delle formule più persuasive e, soprattutto, dei canali attraverso i quali si potrà  sviluppare la nostra idea di fondo (magari, non dovremo certo escluderlo, assumendo una forma e un’intensità  delle quali noi adesso non ci possiamo neppure rendere conto).

Atlas, sappi che a me l’intervento di Eva Klotz (come il ‘modus operandi’ dell’addio all’UfS) è piaciuto; mi sono solo permesso di segnalare il passaggio mancante. Se la pasionaria avesse colto a pieno lo spirito di bbd, avrebbe guadagnato il mio più totale rispetto, pur avendo – a grandi linee – una posizione diametralmente opposta alla mia.

Saluti a tutti.

Non facciamoci comunque plagiare dalle lodi e dalle avance della stimata Klotz; il miraggio di poter portare avanti la nostra discussione attraverso (o per mezzo del) l’unica entità  politico-culturale che sinora ha fatto di un’altra Selbstbestimmung il proprio cavallo di battaglia – Heimatbund, Union, ora Südtiroler Freiheit – non può trarci in inganno. Perseveriamo nella nostra “autodeterminazione (!) intellettuale” o “indipendenza ideologica”. Solo in questo modo, come dice à‰tranger, l’idea di fondo che muove BBD potrà  sopravvivere, superando indenne i tentativi più disparati di contaminazioni esterne.

Il richiamo di Valentino alla “contaminazione” mi induce ad un breve intervento. Io, infatti, vorrei che le nostre idee “contaminassero” e venissero “contaminate” nel senso più elementare dell'”influenza”. Proprio questo mi sembra il limite che abbiamo difronte, cioè quello della specificità  che naufraga, ogni volta, difronte a delle distinzioni in un certo senso calcificate. Per questo poteva essere interessante (e potrebbe essere proficuo) un’apertura del dibattito a 360°, provando a comunicare anche con chi (come la Klotz) ha talmente marcato in una certa accezione il tema dell’autodeterminazione da non consentire ad altri di accostarsi a questo tema sperando di essere ascoltati (né da lei, né da chi, opponendosi a lei, pensa che comunque su questo argomento sia già  stato detto tutto quello che si poteva dire).

In questo contesto pensavo, per esempio, ai movimenti di base che oggi trovano espressione nelle “liste civiche”. Per come la vedo io, questa esperienza potrebbe essere interessante anche per noi. Si tratta infatti di movimenti fortemente radicati nel territorio, che rivendicano una maggiore partecipazione anche nel senso di una maggiore democraticizzazione e quindi di una maggiore “autodeterminazione”.

Come sappiamo si sta discutendo attualmente di una possibile collaborazione (se non addirittura di una “fusione”, entro certi limiti) dell’esperienza prodotta da queste liste col partito dei Verdi. Ma ciò, evidentemente, costituisce un problema sia per le liste civiche (che vorrebbero restare svincolate da una definizione troppo precisa dal punto di vista politico) sia per i Verdi (che stringendo un legame più profondo con queste liste accentuerebbero quella tendenza, notata da molti, a diventare sempre di più un partito “tedesco”).

Il rischio è che questo progetto di fusione porti alla perdita di cospicui “pezzi” (ci sarà  chi denuncerà  la progressiva de-interetnicizzazione dei Verdi e chi non vorrà  collaborare per paura di schierarsi con una formazione ritenuta troppo di “sinistra”).

Il tema dell’autodeterminazione (così come lo intendiamo noi!) potrebbe costituire un interessante trait d’union per comporre interessi diversi (più partecipazione, più interetnicità , ma anche più indipendenza e valorizzazione delle differenze).

Wie ich bereits in meiner Antwort auf das Rundmail von pérvasion schrieb, habe ich einige Probleme mit der Stellungnahme von Frau Klotz. Natürlich nicht mit der Tatsache, dass sie sich im Forum gemeldet hat – ein Zugehen auf andere finde ich immer begrüßenswert -, ich stieß mich vor allem am Satz “Herzlichen Dank für die Einladung zu einer kurzen Stellungnahme in Eurem Blog.”

Wenn die Diskussion darauf zielt, die Bildung einer anderen, neuen Südtiroler Gesellschaft zu denken, die sich von den Nabelschnüren nach Süden und Norden löst, bin ich einverstanden. Die Selbstbestimmung als Wiedergutmachung für zurückliegende Ungerechtigkeiten, die Wiederherstellung eines nunmehr zu lange zurückliegenden Status quo halte ich für anachronistisch.

à‰tranger scrive:

[…] possiamo sperare di entrare in contatto con qualcuno che, più in gamba di noi, riuscirà  a trovare delle formule più persuasive e, soprattutto, dei canali attraverso i quali si potrà  sviluppare la nostra idea di fondo (magari, non dovremo certo escluderlo, assumendo una forma e un’intensità  delle quali noi adesso non ci possiamo neppure rendere conto).

[…] In questo contesto pensavo, per esempio, ai movimenti di base che oggi trovano espressione nelle ”liste civiche”. Per come la vedo io, questa esperienza potrebbe essere interessante anche per noi. Si tratta infatti di movimenti fortemente radicati nel territorio, che rivendicano una maggiore partecipazione anche nel senso di una maggiore democraticizzazione e quindi di una maggiore ”autodeterminazione”. […] Il tema dell’autodeterminazione (così come lo intendiamo noi!) potrebbe costituire un interessante trait d’union per comporre interessi diversi (più partecipazione, più interetnicità , ma anche più indipendenza e valorizzazione delle differenze). […]

Cos’hai in mente di fare, à‰tranger? Mi permetto di constatare che nei passaggi di cui sopra hai detto un po’ di tutto e un po’ di niente… Sii più chiaro. :D

Ci aspetta un 2008 ricco di sorprese?! ;-)

Frau Klotz hat einen anderen Ausgangspunkt und andere Ziele, als sie diese Plattform verfolgt. Was uns eint, ist lediglich der Wille, diese Ziele über den Weg der Selbstbestimmung zu erreichen – also durch eine freie Äußerung des Wahlvolks.

Diese Affinität sollte aber auch nicht unterschätzt werden: Aus unterschiedlichen Perspektiven machen wir uns stark für den grundsätzlich demokratischsten Weg, den man sich vorstellen kann, um Zukunft zu gestalten – und der besonders in der westlichen Welt noch immer gerne verhindert wird. Frei nach Gerhard Polt: »Wir brauchen keine Abstimmung, weil wir sind schon demokratisch.«

Leider bevorzugen bis dato auch in unserem Lande fast alle Politiker unreflektiert die Perpetuierung einer militärisch aufoktroyierten Situation einer fairen, offenen und demokratischen Entscheidung. Gerade deshalb danke ich Frau Klotz (die – um bestehende Zweifel auszuräumen – nicht ich eingeladen habe) für ihre Worte, im gegenseitigen Bewusstsein, dass unsere Lösungsansätze grundverschieden sind, aber über die direkte Beteiligung der Bevölkerung am besten umgesetzt werden können.

An Herrn Kusstatscher. Er schreibt:

Bei der Frage des Selbstbestimmungsrechtes haben sich schon viele Politologen und Juristen Gedanken gemacht. Eines ist das Prinzip und ganz was anderes ist die konkrete Umsetzung, ohne neues und teilweise noch größeres Unrecht zu bewirken.

Wie kann eine demokratische Abstimmung (sofern sie nicht gegen die Menschenrechte verstößt, doch diesfalls wäre sie ohnehin unzulässig!) ein Unrecht bewirken, ja ein noch größeres als eine kriegerische Besetzung und ein totalitäres Regime zusammen? Wägen Sie doch bitte Ihre Worte ab!

Faccio un po’ l’avvocato del diavolo (anche se mi è difficile immaginarmi Kusstatscher vestito di rosso, con la coda, le corna e il forcone).

Wie kann eine demokratische Abstimmung (sofern sie nicht gegen die Menschenrechte verstößt, doch diesfalls wäre sie ohnehin unzulässig!) ein Unrecht bewirken?

Dipende molto dal tipo di mobilitazione, pérvasion. Proprio ieri rileggevo alcuni articoli scritti e pubblicati al tempo del democraticissimo referendum di Piazza Vittoria (non c’è bisogno che ricordi come si svolsero i fatti e l’esito). Forse Kusstatscher intendeva riferirsi ai pericoli che una complessa questione politica e giuridica (come quella dell’autodeterminazione) potrebbero evidenziare se andiamo a toccare questioni così spinose come quelle dell’appartenenza e dell’identità  (questioni che oggi sono per così dire congelate da uno status quo dalla maggioranza dei cittadini giudicato “accettabile”).

Ich verstehe, dass du hier den Advocatus diaboli spielst, doch nur weil das Ergebnis einer Abstimmung nicht unseren Wünschen entspricht oder die Kampagne auf eine uns nicht genehme Art und Weise geführt wird, kann man noch lange nicht von einem Unrecht sprechen. Ich bin voll dafür, den Ausgang des Bozner Referendums zu respektieren, genauso wie ich akzeptieren würde, wenn bei einem etwaigen Selbstbestimmungsreferendum die Befürworter eines Verbleibes bei Italien siegen würden.

Dass eine eventuelle Erlangung der Selbstbestimmung jedoch mit anderen Methoden und Tönen zu erfolgen hätte, als beim Bozner Referendum, darüber sind wir uns ohnehin einig.

Mit scharfen Worten sollte man jedoch sehr vorsichtig sein, gerade wenn man (indirekt) einen Vergleich zwischen Demokratie und totalitären Regimes anstellt.

Sì, forse sarebbe anche il caso di riflettere sull’uso di una coppia di aggettivi (giusto/ingusto) che nel caso di un esito referendario non dovrebbero certamente trovare applicazione. Facendolo leggiamo in un certo senso una partitura già  scritta, nella fattispecie quella che si riferisce al tema dell'”ingiusto confine” (chi preme per una autodeterminazione à  la Klotz batte su quel tasto lì). È bene dunque essere chiari: ogni confine è “ingiusto”, perché comunque convenzionale ed arbitrario (tanto più oggi, in un’epoca per definizione “liquida”). Ma proprio in base all’arbitrarietà  riconosciuta e dunque contestabile di ogni confine risalta, a mio avviso, la nostra proposta. Ci diamo i confini che ci sembrano migliori per migliorare la nostra situazione, diciamo noi. Questi sono gli argomenti a favore. Decidiamo. Tutti insieme.

Verehrte Blog-Freunde,
wenn es Euch nicht gegen den Strich geht hier von mir noch mal einige Gedanken.
Nehmen wir an, Eurer wunderschöner “Landstrich” würde ein unabhäniger Staat.
Was käme auf alle zu?
Was wäre anders?
Was wäre besser?
Welche Kräfte würden dieses Land “regieren”?
Wem gehören die meißten Wirtschaftsressourcen?
So wie ich es sehe, würden bei Euch schneller nationalistische Kräfte das Ruder in die Hand nehmen, als es Euch lieb wäre.
Die Folge wären wahrscheinlich, dass bei Euch mehr Touristen aus dem Süden kämen und weniger aus dem Norden. Von dort kämen natürlich die Gesinnungsverwandten, haben doch aus ihren Kreisen nicht nur einer bei Euch mal eine neue Heimat gefunden,
Zugegeben; verlockend ist der Gedanke; jedoch Selbstbestimmung im eigentlichem Sinne des Wortes bedeutet eigentlich Chaos. Es wird diese in ihrem Sinne nicht geben. Es wird immer unter demokartischem Aspekt Kräfte mit mehr oder weniger Einfluß geben.
Was zeigen uns rund um den Erdball ähnliche Bestrebungen?
Nun; das sollte jeder sehen können
Zugegeben: Italien ist nun nicht der Vorzeigestaat. Aber sind ander um soviel bessser? Ich schäme mich beispielsweise dafür, dass es schon wieder gilt, deutsche Interessen in anderen Erdteilen dieser Welt zu sichern und das auch noch von sogenannten Sozialdemokraten verantwortet wird. Von der FDJ-Kanzlerin ganz zu schweigen.
Setzt euch dafür ein, des es ein besseres soziales Italien gibt. Die Menschen werden hinhören.
Meine Gedanken sind und haben keinen Anspruch. Doch prüft, ob es sich lohnt, zu spalten. Pflegt die Autonomie, pflegt eure Sprachen und unterstützt die Schwachen, welche es auch bei euch gibt.
Nehmt einer gewissen Politikerkaste die Allmacht, es wird sich lohnen.

Zugegeben: Italien ist nun nicht der Vorzeigestaat. Aber sind ander um soviel bessser? Ich schäme mich beispielsweise dafür, dass es schon wieder gilt, deutsche Interessen in anderen Erdteilen dieser Welt zu sichern und das auch noch von sogenannten Sozialdemokraten verantwortet wird. Von der FDJ-Kanzlerin ganz zu schweigen.

Herr Kulas, was soll dieser Vergleich denn bitte ? Die Bundesrepublik wäre doch im Falle einer “Selbstbestimmung Südtirols” doch keine Alternative.

Meine Interessen werden übrigens am Hindukusch nicht vertreten. Es geht hier um “unbegrente Solidarität” alias also mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Zu Ihrer Scham: bitte

http://www.tagesspiegel.de/politik/International-Afghanistan-Italien;art123,1876217

Es stimmt, andere Regierungen sind auch nicht besser, sie sandten Ihre Soldaten auch in den Irak.

Sehr geehrter Herr Völker
bitte verstehen Sie mich nicht falsch.
Es war nicht meine Absicht, auch nur irgend jemandem persönlich, der sich möglicherweise auch für diese Sache einsetzt, zu nahe zu treten. Aber ich denke doch, das ich die Fragen, welche sie als kritisch sehen, doch nur als außerhalb stehenden Vergleich anbringen wollte; jedoch nicht unbedingt für Südtirol als maßgebend betrachtete.
Im übrigen maße ich mir nicht an, als einzelner “deutscher” wegerechtliche Entscheidungen vorzuschreiben.
Vielleicht nur eines in dieser Hinsicht; historische Ereignisse in Europa und auch darüber hinaus könnten bei der heutigen Wegbeschreitung durchaus hilfreich sein.
Na und dem Nachsatz zur SPD stimme ich uneingeschränkt zu.

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