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Nationale Eingeständnisse.
Quotation 15

Südtirol ist Italien

Abdelouahed El Abchi ist ein Wahlbrixner und interkultureller Mediationsberater. Im Rahmen der Podiumsdiskussion “Tatort Integration” hielt er uns Südtirolern freundlich den Spiegel vor: Es sei zwar löblich, sagte er sinngemäß, dass sich Südtirol um Integration der Immigranten bemühe, aber im Grunde sei es uns in den vergangenen Jahrzehnten nicht einmal gelungen, die Italiener in Südtirol zu integrieren. Eigentlich gebe es nach all den Jahren immer noch kein Miteinander, sondern lediglich ein Nebeneinander: Jede Sprachgruppe lebt ihr eigenes Leben, Gemeinsamkeiten sind eher oberflächlich. Im Grunde hat er Recht. Je klarer wir trennen, desto besser verstehen wir uns, hat einst Kulturlandesrat Anton Zelger proklamiert, und dieses für die damaligen Zeiten verständliche Signal ist nach wie vor in vielen Köpfen eingebrannt. Ist es aber noch zeitgemäß? Die meisten der hier ansässigen Italiener sind inzwischen auch hier geboren, zur Schule gegangen, haben hier geheiratet und arbeiten hier, und es ist die Pflicht dieses Landes, ihnen auch Heimat zu sein. Und was tut das deutschsprachige Südtirol? Der Landeshauptmann brüskiert die Italiener mit einem Glanzstück an diplomatischem Feingefühl. Die Süd-Tiroler Freiheit brüskiert ebenso und verlangt eine fragwürdige doppelte Staatsbürgerschaft und die Abspaltung von Italien. Ich frage mich, ob es nicht Zeit wäre, einzugestehen, dass Südtirol auch für die deutschsprachigen Südtiroler nun eben doch ein Teil Italiens ist — ein besonderer zwar, mit besonderem historischen Hintergrund, aber eben doch Italien. Endlich könnte danach die Politik den Fokus auf unsere wirklichen Probleme lenken: Im Gegensatz zum schuldenfreien Land sind viele Familien, viele Unternehmen und viele Gemeinden tief verschuldet. Viele Jugendliche sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, um ihre Zukunft.

Ihr Willy Vontavon

Editorial der Bezirkszeitschrift Brixner, Ausgabe Februar 2011
Willy Vontavon ist Chefredakteur des
Brixner und Gemeinderat der SVP

Unterstreichungen von mir

Wie ist es zu erklären, dass im vereinten Europa des 21. Jahrhunderts, wo angeblich keine Grenzen mehr existieren, Vertreter einer Minderheit ihr Heil noch immer darin suchen, ihre Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat zu erklären — bzw. diese faktische Zugehörigkeit zu sanktionieren — auch wenn sie eine Nivellierung nach unten bedeutet?

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27 replies on “Nationale Eingeständnisse.
Quotation 15

Ich finde es überdies dreist, in einem Land mit Vollbeschäftigung die Sorge um den Arbeitsplatz zu missbrauchen, um von (anderen) politischen Fragen abzulenken.

Ab welcher Arbeitslosenrate (0,0 ‰ vielleicht?) ist es denn gestattet, sich auch anderen Problemen zuzuwenden?

Herr Vontavon beklagt — Abdelouahed El Abchi wiedergebend —, dass die Schuld an der “Nicht-Integration” der hier lebenden Italiener bei den Südtirolern liege. Aber was soll das heißen? Dass die hier lebenden Italiener sich “uns”, d.h. unseren Bräuchen, Traditionen, Usancen, unserer Mentalität, Sprache etc., anzupassen hätten? (Es wäre auch interessant zu erfahren, was El Abchi unter so einer “Integration” verstehen würde).

Hier jedenfalls eine postulierte Eigenständigkeit des Landes (denn warum sonst sollte sich jemand integrieren?), im nächsten Atemzug dann aber die Forderung, Südtirol als Teil Italiens zu sehen. Dies wird jedoch einzig und allein damit begründet, dass man sich dadurch endlich “ernsthafteren” Problemen, wie zum Beispiel wirtschaftlichen Schwierigkeiten zuwenden könne. Eine andere Begründung kann ich im Text nicht ausfindig machen und diese eine ist, wie pérvasion schon meinte, reichlich dürftig.

Fazit: Wenn wir uns als Teil Italiens sehen sollten, wozu dann eine irgend geartete “Integration” der Italiener in dieses Land überhaupt thematisieren?
Ich denke, Herr Vontavon müsste seine Prämissen besser abstimmen — oder ich habe seinen Text falsch verstanden.

Mah… che l’integrazione non abbia avuto luogo è un fatto. Di chi sia la “colpa” è una questione aperta.
Certo che se ci si aspetta che tutto accada per merito degli altri si è fuori strada. La responsabilità  dell’integrazione è individuale, non di gruppo. Perchè esistono molti italiani integrati e molti non integrati, così come esistono tedeschi che culturalmente han fatto tesoro della situazione presente e altri che la rifiutano in toto.

Riassumendo:

-Chi finge che l’elemento italiano non esista o sia assolutamente trascurabile e non valga la pena di conoscerlo meglio e vede in ogni italiano uno straniero con meno diritto di lui di stare quì ha colpa.
-Chi si nasconde dietro la presunta difficoltà  insormontabili nell’imparare la lingua e se ne frega della cultura altrui, perchè in fondo “abbiamo vinto la guerra”, “siamo in Italia” e “abbiamo portato la cultura” ha colpa.

Se però delle responsabilità  politiche si vogliono a tutti i costi trovare, allora direi che è il caso di bussare in casa SVP. Non è la Klotz o gli Schutzen che hanno retto le sorti della provincia per 60 anni, anche se sicuramente avranno anche loro delle responsabilità . E d’altra parte è proprio la SVP il partito “etnico” per eccellenza, che ha costituito un’ autonomia su base eminentemente “etnica”.
Perciò, per quello che vale io sono molto più arrabbiato con chi, pur dicendo di essere in Italia, crede nella segregazione dei gruppi e pare ravvisare un’effettiva alterità  ontologica tra parlanti lingue diverse e spesso le chiama “etnie” (un chiaro retaggio del Novecento) che chi dice che Suedtirol ist nicht Italien, ma siam tutti uguali.

Dieser Leitartikel ist vielleicht etwas von wirr. Da fehlt jeglicher Faden und es werden Dinge vermengt und vermischt, die miteinander doch nichts zu tun haben. Was will der Herr Vontavon eigentlich sagen? Ein Sammelsurium von Rundumschlägen und Einzelzitaten, die in einer unverständlichen Melange serviert werden. Als Chefredakteur, auch einer unbedeutenden Provinz-Postille, sollte man die Fähigkeit haben seine Gedanken etwas besser zu ordnen.
Ich übersetze mal: Wenn wir uns doch endlich ohne Wenn und Aber zu Italien bekennen würden, könnten wir uns endlich wichtigeren Themen wie der Jugendarbeitslosigkeit zuwenden. Vielleicht Herr Vontavon hätten wir dann am heutigen St. Patricks Day sogar noch überschüssige Zeit für ein Pint Guinness. In diesem Sinne Slà inte. Und noch etwas Herr Vontavon, lesen Sie bei Gelegenheit das BBD Manifest.

Auf der Homepage der StF wurde der Herr Vontavon dann noch konfuser…

http://www.suedtiroler-freiheit.com/content/view/2635/1

Aussagen wie die vom Herrn Vontavon zur Zugehörigkeit zum italienischen Staat konnte ich inzwischen leider auch von anderen SVP Gemeinde Politikern hören. Ist das etwa die neue politische Linie der SVP, offen zu Italien zu stehen? Sagt uns die Volkspartei damit dass wir endlich Italiener werden sollen???

Auch der Herr Tribus schreibt leicht wirres Zeug:
http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2011/03/17/anrold-tribus-von-freude-keine-spur-trotzdem-viva-litalia.html

@ ko
was ist wirr an tribus’ geschichte?
das einzig wirre ist, dass niemand den italienern verbieten will, die einheit zu feiern. ok. aber ansonsten orte ich wenig verwirrtheit.

nachdem der AA die österreichische und die tiroler fahne nicht voneinander unterscheiden kann, wundern mich diverse artikel, die dort erscheinen, nicht mehr.

http://altoadige.gelocal.it/multimedia/2011/03/17/fotogalleria/unita-d-italia-a-bolzano-la-bandiera-tirolese-listata-a-lutto-28771673/1

was an einer tiroler fahne, wenn es eine wäre, so provokant ist, weiß ich auch nicht. die tiroler fahne ist doch ein offizielles hoheitszeichen einer italienischen provinz. als italien-patriot müsste ich mich doch mit ihr identifizieren, oder nicht?
die österreichische fahne an einem italienischen nationalfeiertag mit trauerflor auszuhängen ist schon etwas provokant. aber das haben die redakteure des AA ja gar nicht mal gecheckt. sie haben’s dennoch geschafft, einen skandal draus zu machen.

@hunter
da siehst du einmal mehr die Schieflage in diesem Land. Wir müssen Mussolini und Co. und viele andere Provokationen und Beleidigungen seit Jahrzehnten ertragen.
Dann hängt einer die Österreichische Fahne mit Trauerflor raus und schon fühlen sie sich “brüskiert” und “provoziert”.
Wir sind schon schuld, es stimmt, nach solchen und ähnlichen Aktionen können sie sich wahrlich hier nicht heimisch und integriert fühlen.

@ fabivS

-Chi finge che l’elemento italiano non esista o sia assolutamente trascurabile e non valga la pena di conoscerlo meglio e vede in ogni italiano uno straniero con meno diritto di lui di stare quì ha colpa.
-Chi si nasconde dietro la presunta difficoltà  insormontabili nell’imparare la lingua e se ne frega della cultura altrui, perchè in fondo ”abbiamo vinto la guerra”, ”siamo in Italia” e ”abbiamo portato la cultura” ha colpa.

Damit beschreibst du meiner Meinung nach sehr konzise das Grundproblem, an dem alles krankt. So einfach, so schwierig.
Immerhin gibt es aber schon sehr viele Italiener, die die Autonomie nicht mehr in toto ablehnen, sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung, auf dem wir aufbauen können. Ebenso ist man tirolerseits den Italienern gegenüber nicht mehr so ostentativ eingestellt wie ehedem, auch in den Tälern nicht mehr…
Aktionen wie jene des “Voluntariat per les Llengües” bauen ganz gut Barrieren ab, nicht nur sprachlich, davon sollte es vielleicht mehr geben. Und wenn sich schließlich auch noch der AA dazu bequemen würde, diese hinterfotzige, Stereotype und Ressentiments nährende Berichterstattung zu hinterlassen, dann wären wir schon einen Quantensprung weiter.

die österreichische fahne an einem italienischen nationalfeiertag mit trauerflor auszuhängen ist schon etwas provokant.

Sì, cosa ci si può aspettare dagli (noi) Schuetzen? Quello della foto è il loro ufficio in Schlernstrasse. Il giornalista dell’AA avrà  scritto l’articolo il giorno prima e poi sarà  passato a fare le foto a colpo sicuro, poco importa se poi la bandiera era quella austriaca… :-D

Il 17 Marzo NON è una festa di alcun tipo per un sudtirolese. Non occorre festeggiare proprio nulla, nè pro nè contro. Tutto il resto è “zu fleiss”!
La bandiera (tirolese, non austriaca) listata a lutto la si attacca semmai l’11 novembre, perchè ricorda una sciagura VERA. E se proprio si voleva far vedere che si è dei “bravi tirolesi”, bastava aspettare il 19 marzo che è davvero festa e appendere bandiere senza alcun lutto.

Oggi mi sento di coniare un nuovo motto: TRADITION STATT PROVOKATION.
E di conseguenza ieri non ho fatto proprio nulla di particolare, ma sabato aiuterò l’Hauptmann ad effettuare la Beflaggung del mio paese.

Integration: jede/r, der/die in der Südtirol lebt, sollte die Verantwortung übernehmen um ein feines Zusammenleben zu schaffen. Es geht nicht um Schuldfrage, sondern um die Fehler, die gemacht sind, zu erkennen um Zusammen zu versuchen etwas neues mit Respekt und Achtsamkeit zu starten(Die Politik sind WIR) und jedes Volk schaut auf sein Identität. SVP hat viele gute Sachen für Südtirol gemacht, und ich hoffe, dass sie verstanden haben, der Weg der Einsamkeit ist nicht mehr VALABLE und vergiftet unsere Gesellschaft. Es gibt gibt keine Alternative.

Symbole, Rituale und die werte der Gesellschaft sollten wertvoll für alle SüdTirolerInnen und AltoAdigIennen. Aber es ist niemand gezwungen zu integrieren und unsere Aufgabe ihm die Konsequenz zu zeigen.

Eine Familie, die in Südtirol lebt, sollte Zwiesprachen beherrschen, ”Am vormittag trinkt Kaffe oder Tee, zu mittag Lasagne und heisse Lieb und am Abend Knödel und Tiramisù”.

Alle Tür sollten für alle Kulturen offen, ohne sie als Bedrohung zu empfinden. Es gibt keine schlechte und gute Kultur, aber es gibt Menschen, die diese Kulturen tragen und äussern.
Abdelouahed El Abchi

@ abdel

hallo abdel. schön dich in der diskussion dabei zu haben.
aus den vielen diskussionen und gesprächen, die wir beide geführt haben, schließe ich, dass dich vontavon entweder missverstanden hat bzw. er deine aussage so verkürzt hat, dass sie inhaltlich nicht mehr dem entspricht, wofür wir gemeinsam kämpfen.

integration (ein schlechtes wort, da es impliziert, dass etwas in etwas anderem aufgeht bzw. von etwas anderem vereinnahmt wird) ist niemals ein einseitiges spiel sondern der prozess des aufeinander zugehens.

wenn vontavon dich derart interpretiert, dass “wir es nicht geschafft hätten, die italiener zu integrieren”, dann hat er (vontavon) nicht verstanden, was integration (in ermangelung eines besseren wortes) bedeutet. dumm ist nur, dass er dieses (un)verständnis über ein medium dann noch in die ganze welt (brixen) hinausposaunt.

Lieber hunter,
Die Araber sagen: Die Zunge hat keinen Knochen ;–))

Wahrscheinlich habe ich mich falsch ausgedrückt oder nicht klar geredet. Deutsch ist meine 4. Sprache und Manchmal durch meiner Selbstverständigkeit vermittele ich mit Unklarheit meine Gedanken… BO!?

In diesem Abend habe ich über viele Bars im Bz gesprochen, die nur die Alto Adige Zeitung haben. Ich soll auch sagen, ich war im Sarntal und dort habe ich in der Bar die Zeitungen AltoAdige und Dolomiten gelesen. Das bringt mir zu überlegen und daran zu denken. Was ist die unterschiede zwischen Sarntal und Palermo oder Milano Strasse?

Wenn wir wissen, welche Glück wir haben in Südtirol zu sein, dann werden wir uns mehr bemühen um ein Zusammenleben zu schaffen. Hier kann man Deutsch, Italienisch, Ladinisch, Dialekten lernen und unterschiedlichen Kulturen begegnen, unterschiedliche Denkart…

So sehe ich Südtirol

Ich denke der letzte Satz in dem Artikel der “New York Times” sagt einiges aus über das Verständnis der meisten Einwanderer gegenüber unserem Land Südtirol und seine besondere Geschichte.

Andererseits kanns ihnen keiner verdenken, das Problem wurde von der Politik zu lange nicht erkannt. Was für eine tickende Zeitbombe die Einwanderung besonders für ein Gebiet wie Südtirol sein kann, das werden wir uns womöglich eines Tages alle wundern. Man kann nur hoffen und beten, dass nicht bürgerkriegsähnliche Szenarien entstehen, wenn auch die deutschen Südtiroler merken, dass erstens nicht mehr so viel Geld da ist wie früher und sie noch dazu langsam in die sprachliche Minderheit auch in Südtirol (vor allem durch die Einwanderung) geraten…

Come sanno bene i sudtirolesi, integrarsi significa quasi sempre lasciarsi assimilare. Ergo: bisogna combattere l’integrazione con tutti i mezzi, ognuno deve restare ancorato alla propria identità , alle proprie tradizioni, ai propri punti di riferimento. Io, per esempio, sto cercando di disimparare il tedesco.

Heute ist der Artikel aus der NY-Times auch in der Tageszeitung “Dolomiten” auf deutsch abgedruckt.
Wie gesagt, und ich wiederhole mich gern nochmal bei diesem sehr wichtigem Thema. Das was hier diskutiert wird ist m.E. nach alles Firlefanz gegenüber dem was noch kommen wird, wenn (vor allem) die deutschen Südtiroler in 10-20 Jahren merken, dass sie in die sprachliche Minderheit geraten und die Einwanderer sowieso fast alle Pro-Italien sind…

Die »neuen Südtiroler« werden in naher Zukunft tatsächlich essentiell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sein. Doch die Ablehnung von Zuwanderung ist nicht die Lösung — sondern ein wesentlicher Teil des Problems.

Vgl.: [1] [2] [3] [4]

Du hast Recht pérvasion, Ablehnung ist nicht die Lösung des Problems, vor allem deshalb weil es gar nicht zu vermeiden ist. Im Gegenteil, man schaue nur nach Nordafrika. Gaddaffi sieht sein Versprechen nach dem Treffen mit Berlusconi jedenfalls nun praktisch in die Tat umgesetzt.
Zur Erinnerung, damals meinte er, dass er Europa bei Nichtbezahlung von so und soviel Milliarden Euro an sein Land, mit einer Einwanderungswelle aus Nordafrika überfluten und somit islamisieren werde. Dieses Versprechen wird nun scheinbar umgesetzt, ob dies nun inszeniert ist oder nicht. Die Flüchtlingsströme aus Nordafrika werden ein nie dagewesenes Ausmaß erreichen.
Ein erhelblicher Teil der aus Nordafrika kommenden Flüchtlinge wird nun nach Europa, nach Italien und auch nach Südtirol kommen. Und was das gesellschaftlich gerade in Südtirol für Auswikungen haben könnte, darüber braucht man wohl nicht zu diskutieren. Aber solange zuviel Leute noch im Elfenbeinturm leben, werden wir darüber wohl gar nicht erst nachdenken dürfen.

gadilu
Am 18. März 2011 um 17:30 Uhr
Come sanno bene i sudtirolesi, integrarsi significa quasi sempre lasciarsi assimilare. Ergo: bisogna combattere l’integrazione con tutti i mezzi, ognuno deve restare ancorato alla propria identità , alle proprie tradizioni, ai propri punti di riferimento. Io, per esempio, sto cercando di disimparare il tedesco.

Caro Gadilu,

Quando ho imparato il tedesco, l ho fatto per me ma non per gli altri.Se non avesse imparato il tedesco, avrei fatto male solo a me stesso. C’è una buona parte dei Suedtirolesi che sono simpatici e hanno bisogno (come noi tutti) del tempo per conoscere NOI e quindi Non condivido l’idea che i Südtirolesi vogliono assimilare le persone alla loro cultura. Integrazione vuole dire rispetto reciproco alle nostre etnie, culture e credenza. Continua ad imparare il tedesco e vedrai che un giorno incontrerai delle persone altoatesini che apprezzano il tuo impegno e la tua apertura. Non ho fatto solo esperienza positive, ma mi piace vedere le cose positive che ho vissuto per avere la voglia e l energia per rimanere attivo nella società . Una nuova lingua e un altro orizzonte, mi permette di non capire solo gli altri, ma anche me stesso.

con queste frase non voglio fare il moralista.
buone cose.Abdel

Abdelouahed, grazie dei tuoi consigli. Il mio contributo era ovviamente ironico.

P.S. Ci siamo incontrati una volta, alla galleria Lungomare di Bolzano per quella discussione organizzata da Raetia, ricordi?

@ Abdelouahed:
Bon, bon, c’est un plaisir :-)

A proposito: Sto leggendo qualche saggio di Beda Weber degli anni 50 dell’ottocento, nei quali il Benedittino si lamenta che Merano diventa sempre più “alieno”, cioè che si riempisce sempre di più con stranieri de toutes les couleurs (protestanti dalla Germania, gente – lavoratori, scienziati, aristocrati, camerieri – non germanofona dei Kronländer austriaci ecc.). Al suo avviso, il carattere “tirolese” della città  scomparirà  sempre di più.
Come sappiamo oggi, questa supposta “Überfremdung” ha aiutato la città  a modernizzarsi e a ricevere, anche se solo per poco tempo, una certa fama mondiale. Le famiglie Ellmenreich, Margraf, Frühauf (per nominare solo alcune) che ancor’oggi sono presenti nella vita pubblica della città , sono tutti immigrati dalla Boemia o dalla Germania o da Vienna. E certamente non parliamo degli architetti che costruirono le ville, il teatro, il Kurhaus, i parchi, o dei medici (spesso ebrei) che impostarono l’intero Kurbetrieb…

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