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Rechtsaußen — mit Überzeugung.

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Am Dienstag saßen sich bei Rai Südtirol die Meraner Vizebürgermeisterin Katharina Zeller (SVP) und die Jugendsprecherin der STF, Melanie Mair, in der dritten Folge des gelungenen Bullshit-Formats gegenüber. Im Vorfeld sollten sich die beiden Gesprächspartnerinnen vorstellen und anschließend selbst auf der Links-Rechts-Achse positionieren. So sah das dann aus:

Standbild Bullshit (im Bild: Katharina Zeller)

Während die Vizebürgermeisterin auf der Achse einen entschiedenen Schritt nach links machte, tat Melanie Mair dies:

Standbild Bullshit (nicht im Bild: Melanie Mair)

Die Tschermser Gemeinderätin und Jugendsprecherin der STF war also der Meinung, nicht nur auf der Achse, sondern auch auf dem Bildschirm nicht mehr Platz zu haben, weil sie so weit rechts ist (und sich vor allem auch selbst dort verortet).

Da fällt mir echt die Kinnlade runter — nicht etwa weil mir nicht bewusst gewesen wäre, wie rechtsradikal die STF inzwischen geworden ist (vgl. 01 02 03 04 05 06), sondern weil Melanie Mair ihren Platz im rechten Eck inzwischen völlig selbstbewusst und mit Überzeugung einnimmt. Noch vor wenigen Jahren hätte sich eine Politikerin mit einer derartigen Selbsteinordnung wohl nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch ganz real ins Abseits manövriert. Bis heute ließe sich so in manchen demokratischen Ländern noch immer erfolgreich eine politische Karriere beenden, weshalb sich Politikerinnen mit Händen und Füßen dagegen wehren würden, »ins rechte Eck gestellt« zu werden. Doch im Hier und Jetzt diskutieren eine Progressive und eine — Eigendefinition: — Rechtsradikale im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Und Mair verspricht sich von ihrer Positionierung vermutlich auch noch wachsende Zustimmung.

Auf die Sendung hat mich ein Leser hingewiesen.

Siehe auch: 01 02



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Comentârs

One response to “Rechtsaußen — mit Überzeugung.”

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Die Positionierung der Frau Zeller ist, angesichts ihrer Koalition im Gemeinderat, eher unglaubwürdig. Die Positionierung der Frau Mair (Nomen est omen) ist leider glaubwürdig.

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