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Alternative für Süd-Tirol.

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Die Radikalisierung der STF, die bei den Landtagswahlen mit rassistischen Plakaten deutlich zulegen konnte, schreitet immer weiter voran. Gerade erst vorgestern war aufgrund einer Recherche des Netzwerks Correctiv bekannt geworden, dass sich Ende November ranghohe AfD-Vertreterinnen, Neonazis und Unternehmerinnen bei Potsdam getroffen hatten, um Pläne zur Remigration zu besprechen. Mit dem gefährlichen Euphemismus ist die Zwangsausweisung von Zugewanderten und ihren Nachkommen in großem Stil gemeint, unerheblich, ob es sich dabei um deutsche Staatsbürgerinnen handelt. Unter den Vortragenden befand sich auch Martin Sellner von der rechtsextremen Identitären Bewegung.

Just während nun auch wieder Forderungen lauter werden, wegen ihrer offensichtlichen Verfassungsfeindlichkeit ein Verbotsverfahren gegen die AfD anzustrengen, teilte gestern die Landesjugendsprecherin der STF, Melanie Mair, ein Video von Parteichef Sven Knoll auf Instagram, in dem er wieder einmal Abschiebungen fordert — und versah es mit den Schlagwörtern #abschiebungjetzt und #remigration:

Ausschnitt des Instagram-Videos, Querbalken von mir

Das ist eine klare Bezugnahme auf die völkischen Bestrebungen der AfD, Deutschland von Menschen zu säubern, die sie als nichtdeutsch empfindet. Der Begriff Remigration selbst wurde als Synonym für Zwangsausweisungen bzw. Deportationen (Ausländer raus!) maßgeblich von der Identitären Bewegung geprägt. Die STF wird also immer mehr zur extremsten Partei im deutschsprachigen Südtiroler Spektrum.

Siehe auch: 01 02 03 04 05 06 07 || 01 02 03 04



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Comentârs

26 responses to “Alternative für Süd-Tirol.”

  1. Na. S. avatar
    Na. S.

    Die Süd Tiroler Freiheit warnt als einzige vor den Faschistischen Umtrieben in Rom. Die STF in die Nähe der AFD zu rücken geht garnicht. Der Faschist Höcke und Sven Knoll , das ist ein riesiger Unterschied. Die Süd Tiroler Freiheit isz eine demokratische Bewegung. Es gibt immer verschiedene Ansichten und auch mal Entgleisungen Die SPÖ hat im Burgenland mit der FPÖ koaliert , unter nissl und Doskozil der dies wahrscheinlich gerne wiederholen würde? wäre er darauf angewiesen Ist jetzt die SPÖ das selbe wie die FPÖ , ist Babler das selbe wie Kickl?

    Moderationshinweis: Der ursprüngliche Name des Kommentierenden (»Gegendarstellung«) wurde abgeändert, um eine mögliche Irreführung zu vermeiden.

    1. Hartmuth Staffler avatar
      Hartmuth Staffler

      Wahrscheinlich hat sich Sven Knoll vom deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) inspirieren lassen, der laut Spiegel erklärt hat, “wir müssen endlich massiv abschieben”. Er hat es nur nicht so krass ausgedrückt.

  2. Simon avatar

    Gestern früh wurde mir ein Screenshot zugeschickt, wonach die Landesjugendsprecherin noch einmal nachgetreten habe: dabei hat sie offenbar ein KI-generiertes Bild des rechten Propagandisten bzw. Hetzers Wilhelm Kachel geteilt, auf dem »Tschüss! Der Geheimplan, ist ein Geh-heim-Plan!« zu lesen ist und das sie wiederum mit den Schlagwörtern #remigration und #abschiebungjetzt (diesmal in dieser Reihenfolge) versehen hat. Das entsprechende Reel ist (wie auch das von mir oben im Beitrag thematisierte) inzwischen nicht mehr zu sehen.

    1. Hartmuth Staffler avatar
      Hartmuth Staffler

      Die STF-Jugendsprecherin ist zwar sehr lieblich anzuschauen, aber im gleichen Maße sehr naiv, was in diesem Zusammenhang leider für Probleme sorgt. Die STF würde gut daran tun, die junge Dame zur Ordnung zu rufen. Wenn ich STF-Mitglied wäre, würde ich mit ihr gerne ein Gespräch führen, in der Hoffnung sie auf den rechten (gemeint ist natürlich nicht rechts, sondern richtig) Weg führen zu können. Schließlich hat die Mehrheit der STF-Mitglieder, und ganz sicher die Mehrheit der STF-Wähler, mit diesen Fantastereien nichts am Hut. Man will die Abschiebung der kriminellen Ausländer und steht daher noch weit unter der Forderung der SPD-Kanzlers Scholz, der von “massiven Abschiebungen” spricht, die notwendig seien.

      1. Simon avatar

        Paternalistisch und sexistisch ist das jetzt halt.

  3. Cicero avatar
    Cicero

    Was daran schlimm sein soll, wenn illegal (also rechtswidrig) Immigrierte wieder remigriert werden sollen, erschließt sich mir nicht. Da wird doch dem Recht (rechts?) Genüge getan bzw. werden rechtsfreie Räume benannt.
    Zuletzt veröffentliche Schlagzeilen zum Thema:

    “DIE ZEIT”: Bundeskanzler fordert Abschiebungen im großen Stil.
    Innenministerium: Faeser will Abschiebung von Clan-Mitgliedern auch ohne Straftat
    Unionsländer: Entzug von deutschem Pass bei Clankriminalität prüfen
    CDU in RLP: Hamas Anhängern in Deutschland Doppelpass entziehen.

    1. Simon avatar

      »Remigration« ist ein rechtsextremistisches Codewort, das sicher nicht für Rückführungen am Ende ordentlicher rechtsstaatlicher Verfahren unter Beachtung der Menschenrechte steht.

      Die Art, wie sich die demokratischen Parteien nun auch in Deutschland von der AfD vor sich hertreiben lassen, bereitet mir aber auch Unbehagen.

      1. Cicero avatar
        Cicero

        Es ist schon langsam peinlich wenn aus jedem Begriff ein “rechtsextremistisches Codewort” gemacht wird, wobei man sich fragen muss, wer das überhaupt festlegt. Laut dem Magazin DIE ZEIT bedeutet Remigration schlicht und einfach Rückwanderung und bezeichnet Leute, die zunächst ausgewandert, in ihre Ursprungsländer zurückkehren. Wieso das plötzlich nicht mehr für “ordentlich rechtsstaatliche Verfahren unter Beachtung der Menschenrechte” stehen soll, ist eine Annahme, bzw. eine der Annahmen die, wenn man sie oft genug behauptet, zur angeblichen “Gewissheit” werden.
        Die ganze ausufernde “politische Korrektheit” ausgeübt von den vermeintlich moralisch Höherstehenden, die in fast allen Sparten krampfhaft etwas Verwerfliches oder Diskriminierendes ausmachen ist nur mehr lächerlich und wird zunehmend auch so gesehen. Dies ist jedenfalls mein Eindruck.

      2. Simon avatar

        aus jedem Begriff

        Dann kann man ja bald echt nichts mehr sagen?

        wobei man sich fragen muss, wer das überhaupt festlegt

        Es sind durchaus die Rechtsextremen selbst, die ihre Codewörter festlegen, und zwar fast ausnahmslos so, dass gar keine Zweifel an ihrer Bedeutung aufkommen können.

        Laut dem Magazin DIE ZEIT bedeutet Remigration schlicht und einfach Rückwanderung und bezeichnet Leute, die zunächst ausgewandert, in ihre Ursprungsländer zurückkehren.

        Richtig. Das ist die ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Von Rassistinnen resemantisiert, dient es nun im politischen Kontext als Euphemismus für Ausländerinnen raus! Sie wissen vermutlich, wie man die Bedeutung eines Wortes aus dem Kontext erkennen kann.

        Die ganze ausufernde “politische Korrektheit” […] ist nur mehr lächerlich und wird zunehmend auch so gesehen.

        Ich persönlich empfinde es als »nur mehr lächerlich«, hier krampfhaft so tun zu wollen, als sei mit dem Begriff »Remigration«, wenn er von den Sellners und AfDlern (sowie nun STFlerinnen) kommt, noch die ursprüngliche Bedeutung einer (meist freiwilligen) Rückwanderung gemeint.

  4. Simon avatar

    Jetzt teilt Mair ein weiteres Bild von Wilhelm Kachel als Insta-Reel, diesmal mit dem Text:

    Das wohl schönste Unwort des Jahres von allen! Remigration

    Wer da noch an ein Versehen, an einen Zufall oder an Dummheit glaubt, ist nicht ernstzunehmen.

    1. Simon avatar

      Kontext: Heute wurde bekanntgegeben, dass der Begriff »Remigration« zum deutschen Unwort des Jahres 2023 gekürt wurde, und zwar als »beschönigend für die Forderung nach Zwangsausweisungen und Deportationen«. Mit dieser Entscheidung muss niemand einverstanden sein, da es sich um eine subjektive, private Initiative handelt. Wer sich aber ganz zufällig am selben Tag, unter Bezugnahme auf die Kür und ohne sich von der zugeordneten Bedeutung zu distanzieren, weiterhin zu diesem Begriff bekennt, lässt an der eigenen Gesinnung — leider — keinen Zweifel offen.

      1. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        “Remigration” ist, so wie es von den deutschen Rechten reinterpretiert wurde, die Definition eines kriminellen Vorganges, weil es nicht die die ursprünglich mit diesem Wort verbundene freiwillige Rückwanderung, sondern die gewaltsame Abschiebung auch von wertvollen Mitbürgern nur wegen ihres Migrationshintergrundes bedeutet. Hingegen ist das im Grunde schwerwiegendere Wort “Abschiebung”, das Gewalt mit einschließt, harmloser, wenn es nur auf die Abschiebung von Kriminellen bezogen wird. Ich erlaube mir diese paternalistischen Belehrungen, vermutlich ein Erbe meine Mittelschullehrerzeit.

      2. Simon avatar

        Es gibt also auch wertlose Mitbürgerinnen? 😳

      3. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        Simon: Man kann, wenn man boshaft sein will, alles ins Negative verdrehen. Wertvolle Mitbürger sind alle, die – sofern sie dazu in der Lage sind – ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Es gibt Menschen, die aufgrund von Krankheit oder anderen Umständen keinen Beitrag leisten können, die aber trotzdem wertvoll sind und jeden Anspruch auf Solidarität der Gesellschaft haben, ganz gleich von wo sie kommen. “Wertlose” Mitbürger gibt es nicht, das denke ich nicht und habe es auch nicht geschrieben, weshalb ich mich dagegen wehre, dass mir das boshafter Weise unterstellt wird.

      4. Harald Knoflach avatar
        Harald Knoflach

        Ich hätte Hartmuths Kommentar schon auch so verstanden wie er schreibt. Das mit dem “wertlos” ist schon eine Unterstellung. Er bezieht diese Wertung meines Erachtens auf den gesellschaftlichen Beitrag und nicht auf die Menschenwürde. Denn inwiefern eine Massenmörder, ein Nazi oder ein Islamist “wertvolle” Mitbürger sind, die “wertvolle” Beiträge leisten, weiß ich nicht. Als Menschen sind sie freilich in ihrer Würde und in ihren Rechten gleich viel wert, aber man kann schon sagen, dass manchen Menschen als Bürger einer Gesellschaft “wertvoller” sind als andere. Oder wie sonst sollte man das Verhalten Anders Behring Breiviks im Gegensatz zu – sagen wir – Henry Dunants bewerten?

      5. Cicero avatar
        Cicero

        Man kann es drehen und wenden wie man will. Es gibt legale und illegale Migration. Die legale z.B. jene aus Arbeitsgründen, unterscheidet sich von der illegalen indem diese eine Straftat darstellt und gegen bestehendes Recht handelt. Nachdem die illegale Migration also gegen bestehendes Recht erfolgt ist, so ist die logische Folge eine Remigration, weil man ja hoffentlich verlangen kann dass in einem Rechtsstaat bestehendes Recht angewendet wird und es keine rechtsfreien Räume geben darf. Nachdem vor unser aller Augen seit geraumer Zeit genau dieser Tatbestand der rechtsfeien Räume offenbar Normalität wird und das Recht, diesen Punkt betreffend, nur mehr auf dem Papier steht, so wird es doch legitim sein dieses einzufordern, bzw. im vorliegenden Fall den Rechtsbruch (illegale Migration) wieder in einen legalen Zustand umwandeln zu wollen (Remigration).
        Dies zu fordern steht aber offenbar nur den sog. etablierten Parteien zu. Und selbst wenn dies bei denen nur leere Lippenbekenntnisse sind, darf es niemand anderer wagen dies zu fordern. Wenn jemand es trotzdem tut, werden denen gleich unlautere Motive unterstellt und nach bewährter Manier marschiert die Sprachpolizei auf und erklärt die Wortwahl als verwerflich und bestimmte Ausdrücke seien von nun an nicht mehr zu benutzen. Zu guter Letzt noch was drauf mit der Moralkeule und ein weiterer no go Begriff ist etabliert und die Benutzer sind ab jetzt Zeitgenossen mit den übelsten Motiven.
        Aber, um zum Kern der Sache zu kommen: Wer sagt denn dass die Benutzer des Begriffs “Remigration” an Menschen denken, die LEGAL migriert sind und diese alle zurückschicken wollen? Sind aber die illegal Eingewanderten gemeint, und niemand kann sagen , dass es anders ist, so wird nur geltendes Recht exekutiert.
        Also was ich beobachte, nervt es zunehmend mehr Menschen, dass das Abwerten von Meinungen oder Aussagen über gezielte Diffamierung von (bisher neutralen) Begriffen erfolgt und dies die bewährte Methode ist, Personen an sich zu treffen.

      6. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        Kriminelle Menschen haben zwar auch Anrecht auf ihre Menschenwürde, aber wertvoll für die Gesellschaft sind sie nicht.

      7. Simon avatar

        aber wertvoll für die Gesellschaft sind sie nicht.

        Kann man das wirklich so pauschal sagen? Hängt es nicht zum Beispiel auch davon ab, um welche Tat es sich handelt und unter welchen Umständen sie begangen wurde? Und kann nicht selbst eine Person, die eine schwere Schuld auf sich geladen hat, eigentlich ein guter Mensch sein? Unser Rechtssystem gründet doch darauf, dass alle eine weitere Chance verdienen.

        Nicht zuletzt: Wenn jemand für die Gesellschaft nicht wertvoll ist, was bedeutet es dann, wenn nicht, dass er/sie wertlos ist?

      8. Simon avatar

        Wer sagt denn dass die Benutzer des Begriffs “Remigration” an Menschen denken, die LEGAL migriert sind und diese alle zurückschicken wollen?

        Die Wörter »Rückführung« und »Abschiebung« existieren bereits. Um dies zum Ausdruck zu bringen, braucht man sich nicht einen Kampfbegriff der Identitären Bewegung zueigen zu machen. Tut man es doch und beharrt sogar darauf, indem man auf die Qualifikation als Unwort Bezug nimmt, lässt man an der eigenen Gesinnung keinen Zweifel.

      9. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        Für eine philosophische Diskussion über den Wert von Kriminellen für unsere Gesellschaft bin ich wohl als ehemaliger Mathematiklehrer zu wenig philosophisch gebildet. Ich will mich daher nicht weiter dazu äußern.

      10. Cicero avatar
        Cicero

        Die deutsche Sprache kennt meist mehrere Begriffe für denselben Tatbestand. Na dann kann man nur hoffen, dass nicht auch die restlichen zu “Kampfbegriffen” werden, denn dann müsste man ein neues Wort erfinden. Aber im Ernst: Wie gesagt, “Remigration” ist kein Kampfbegriff wenn er die “Rückführung, Abschiebung, Außerlandesbringung oder was auch immer…..ILLEGAL Eingewanderter also die Exekution geltenden Rechts, bezeichnet. Und WER AUCH IMMER diesen Begriff in DIESEM SINN verwendet, kann nicht dafür an den Pranger gestellt werden, denn er beschreibt einen legalen Vorgang.
        Und man wird sich wehren, dass selbsternannte Sprachpolizisten, die offenbar genau wissen wie etwas gemeint ist ( Kampfbegriff) den Leuten vorschreiben wollen welche Begriffe sie zu verwenden haben und welche nicht (Rückführung, Abschiebung genehm, Remigration verpönt). Denn ob es bestimmten, nicht autorisierten Leuten passt oder nicht, nur weil sie ein Wort als Unwort deklarieren weil es bestimmte Leute (aber auch andere!?) verwenden, ist dessen Verwendung noch lange keine Offenlegung einer “bestimmten? Gesinnung”
        Kritisiert bitte die Menschen, deren Taten oder Intentionen, von mir aus das ganze System, aber nicht über die deutsche Sprache. Da wird schon genug Verhunzung angerichtet.

      11. Harald Knoflach avatar
        Harald Knoflach

        @cicero
        wenn also ein mensch mit offensichtlich rechter gesinnung einen dunkelhäutigeren menschen mit “kanake” anspricht, kann ich also nicht davon ausgehen, dass das abwertend gemeint ist, sondern, dass da nur die vermutung geäußert wird, dass der angesprochene dem volk der kanaken aus neukaledonien angehört, weil alles andere wäre ja sprachpolizei und verhunzung?

      12. Harald Knoflach avatar
        Harald Knoflach
      13. Cicero avatar
        Cicero

        @Harald Knoflach
        Naja, es wäre dann dasselbe wie wenn ein Mensch mit offensichtlich linker Gesinnung jemanden mit Kanake ansprechen würde, nämlich eine Abwertung, sofern der Angesprochene diese als solche empfindet auf jeden Fall zeugt es EGAL ob von links oder von rechts kommend von mangelndem Feingefühl, Unverschämtheit oder Rassismus wenn man Leute aufgrund ihres Aussehens, Herkunft usw. abwertend anspricht bzw. man darauf Bezug nimmt.
        Anderes Beispiel: Ein Mensch mit offenbar linker Gesinnung bezeichnet jemanden als “alten weißen Mann”, und dieser fühlt sich je nachdem wie er es auffasst, beleidigt und abgewertet, wobei nüchtern gesehen die Aussage ja stimmt. Wobei hier laut Definition auch Merkmale von Rassismus vorliegen ( eine Weltanschauung, nach der Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder negativer Fremdzuschreibungen, kategorisiert und ausgegrenzt werden) . Dies trifft aber genauso zu wenn dieselbe Aussage von jemandem mit rechter Gesinnung kommt.
        Merkt ihr was? Nein? Die Aussagen nicht nicht deshalb “gut” oder “böse” je nachdem ob sie aus einem “rechten” oder “linken” Mund stammen, sondern sie sind in Bezug DARAUF NEUTRAL. Die Ausdrücke sind wennschon an sich beleidigend, rassistisch oder abwertend, gegen die guten Umgangsformen oder was auch immer.
        Deshalb kann man nicht hergehen und für ein und denselben Tatbestand (illegale Migration) bestimmte Ausdrücke als genehm und verwendenswert deklarieren (Abschiebung) weil sie von den angeblich “Guten” kommen und andere (Remigration) als Kampfbegriffe weil sie von denen stammen, die diejenigen die das offenbar festlegen, als die “Nichtguten” bezeichnen. Und alles was die “Nichtguten” jemals in den Mund nehmen ab jetzt verpönt ist und nicht verwendet werden darf, weil man sich sonst zusammen mit dem Begriff gleich schon die ganze Gesinnung zueigen macht. So gesehen hättest du genausogut einen Artikel: “Wie Linke reden” einstellen können (oder reden Linke nicht “so”? )
        Ja sorry, aber dümmer geht´s nicht. Die deutsche Sprache ist nicht dazu da ein links-rechts Schema zu bedienen, sondern neutral. Es gibt in ihr Begriffe die Beleidigungen darstellen, die als affront angesehen werden, die abwertend gemeint sein können uvm. Aber nicht deshalb weil sie von Protagonisten einer bestimmten politischen Ecke gebraucht werden. Dieses politisiert-dumme Spiel unter Zuhilfenahme eines überdröhnten, präpotenten Moralismus, hat die deutsche Sprache nicht verdient. Wenn schon sucht euch ein anderes Feld von dem aus ihr das andere Lager angreifen könnt, die deutsche Sprache ist dafür zu schade.

      14. Harald Knoflach avatar
        Harald Knoflach

        @cicero
        Du hast stellenweise recht. Es macht keinen Unterschied, ob ein Linker oder Rechter Kanake sagt. Das ist tatsächlich ein Nebenaspekt, wenngleich es mir darum ging, den Kontext ins Spiel zu holen. Denn bisweilen kann ein und dasselbe Wort oder Zeichen durchaus unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Auch diese Nuancierung zu erkennen und zu verstehen, gehört zur Sprache bzw. Sprachkompetenz. Pragmatik nennt man das in der Linguistik. Wenn jemand auf seinem Auto einen Aufkleber “88” hat und sich im rechtsextremen Milieu bewegt, ist das was anderes, als ein Fan der Detroit Lions, der die “88” als Hommage an Charlie Sanders auf sein Auto geklebt hat.
        Der großartige Trevor Noah erklärt das an dieser Stelle recht gut, finde ich:

      15. Hartmuth Staffler avatar
        Hartmuth Staffler

        Es kommt immer auf den Kontext an. Wer Kanake sagt, der hat in den allermeisten Fällen keine Ahnung, was das Wort bedeutet, sondern er will einfach nur beleidigen und verletzen. Etwas komplizierter ist es mit dem Begriff Zigeuner. Ich habe eine Zeit lang unter Romas im Zigeunerviertel Shutka von Skopje in Mazedonien gelebt. Den Menschen dort käme gar nichts anderes in den Sinn, als sich selbst als Zigeuner zu bezeichnen. Das Gleiche gilt für die Zigeuner in Rumänien, für die ich (gegen die Bedenken der rumänischen Bevölkerung) Hilfsaktionen organisiert habe. Das Wort Zigeuner an sich ist vollkommen neutral, es kommt aus dem Griechischen (Athiganoi) und bedeutet nur “der Fremde” oder “der Andere”, von den Griechen zuerst auf eine gnostische Sekte und dann auf alle “Andersartigen” bezogen. Da “Zigeuner” im deutschsprachigen Raum meistens eher abwertend verwendet wurde, hat man sich in der BRD entschlossen, das Wort zu verbannen, mit dem Kollateralschaden, dass auch die wunderbare Zigeunermusik ausstirbt. Um das Zigeunerschnitzel ist es weniger schade. Aber Korrektheit muss sein.

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