Während die Reform zur angeblichen Wiederherstellung der Autonomie voranschreitet, geht in einem weiteren, wenig beachteten Bereich reale Selbstverwaltung verloren: Wie das Land mitteilt, wird in der Nacht von heute auf morgen das Südtiroler System zur Registrierung von Viehbeständen — Rinder, Schafe und Ziegen — (LafisVet) im Bürgerinnennetz MyCivis eingestellt. Künftig müssen entsprechende Eintragungen über die »nationale« (gemeint ist: gesamtstaatliche) Datenbank VetInfo – Banca Dati Nazionale (BDN) erfolgen.
Landestierarzt Paolo Zambotto habe sich nach Angaben des Landes immerhin »dafür eingesetzt«, dass Formulare und Inhalte des staatlichen Internetportals auch auf Deutsch verfügbar sind. Mit welchem Erfolg, wird nicht verraten. Ein Blick auf die entsprechende Website lässt eher daran zweifeln, dass bislang irgendetwas übersetzt wurde.
Wie dem auch sei: Anstatt einen Autonomieausbau — mit Übergang der bereits zentral erfassten Tierarten wie Pferde, Schweine, Geflügel, Fische und Bienen in das Landesregister — erleben wir auch in diesem Fall einen Rückbau. Auch der vom Autonomiestatut geregelte Rechtsanspruch auf Berücksichtigung der deutschen Sprache geht mit dem Übergang ans italienische Gesundheitsministerium verloren. Ob und in welchem Umfang Zweisprachigkeit in Zukunft dennoch gewährleistet wird, hängt demnach nur noch von der Gnade Roms und von der Bettelei aus Südtirol ab.
Dass der Landestierarzt jetzt eigens um deutsche Formulare und Inhalte bitten musste, lässt zudem den Schluss zu, dass die Zweisprachigkeit bei jenen Tierarten, die bereits über VetInfo erfasst werden, bislang keineswegs selbstverständlich war.
Nachtrag vom 3. Februar 2026: Der Landestierärztliche Dienst hat mehrere Anleitungen für VetInfo (wie z.B. diese zur Erstellung eines Begleitmodells) veröffentlicht. Die darin enthaltenen Bildschirmausschnitte zeigen eindeutig, dass die Plattform einsprachig italienisch ist.
Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09

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