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Minorisierung: Die sprachliche Kehrtwende der Brimi.

Autor:a

ai

In meiner Mediathek ist mir kürzlich auf einem Foto vom März 2004 diese Verpackung von Brimi aufgefallen:

So sah also damals das Verpackungsdesign aus. Und so präsentiert sich dasselbe Produkt heute:

Der Unterschied ist beeindruckend: Das einst neben der Produktbezeichnung dominante Südtirol ist massiv geschrumpft und visuell in den Hintergrund gerückt. An seine Stelle tritt nun ein groß hervorgehobenes Alto Adige. Gleichzeitig sind die seit 2004 hinzugefügten Angaben »Latte«, »Qualità« und »confezione riciclabile« ausschließlich auf Italienisch gehalten. Selbst bei nebensächlichen Elementen wie dem kleingedruckten »Serviervorschlag« wurde die Sprachreihung zugunsten des Italienischen verändert.

Wir sprechen nicht nur von einer ästhetischen Modernisierung oder einer gewöhnlichen Überarbeitung des Verpackungsdesigns. Sowohl die deutsche (und geichzeitig ladinische) Landesbezeichnung als auch die deutsche Sprache wurden offenbar bewusst marginalisiert, während das Italienische präpotent in den Vordergrund gerückt ist.

Das ist eine Entwicklung, die sich hier punktuell an einem konkreten Beispiel aufzeigen lässt, aber zumindest gefühlt für viele Bereiche repräsentativ ist. In wenigen Jahren hat auch in der Produktetikettierung nicht etwa ein Fortschritt stattgefunden, sondern eine deutliche Zurückdrängung der Minderheitensprachen Deutsch und Ladinisch zugunsten der Staatssprache.

Im Unterschied zu anderen Minderheitengebieten existieren in Südtirol für die Privatwirtschaft (und speziell für die Produktkennzeichnung) auch kaum verbindliche Vorschriften zum Schutz der minorisierten Sprachen. Ihre Berücksichtigung und ihre Sichtbarkeit hängen daher weitgehend vom guten Willen der Unternehmen ab — und der scheint leider abzunehmen.

Die beschlossene Fusion von Brimi und Mila wird es vermutlich auch nicht besser machen.

Dass selbst eine Genossenschaft von Bäuerinnen — die wohl (fast) alle deutscher oder ladinischer 1die Brimi hat Mitglieder in Gherdëina Muttersprache sind, von diesem Land leben und zudem öffentlich gefördert werden — nur noch so wenig Sensibilität aufbringt, ist traurig.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 | 09

  • 1
    die Brimi hat Mitglieder in Gherdëina


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Comentârs

3 responses to “Minorisierung: Die sprachliche Kehrtwende der Brimi.”

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Das Beispiel zeigt, dass die Brimi nicht an Südtiroler Verbrauchern interessiert ist. Im Umkehrschluss sollten Südtiroler Verbraucher nicht an Brimi-Produkten interessiert sein.

  2. Walter Kircher - Euregio Guide avatar
    Walter Kircher – Euregio Guide

    … Buongiornosüdtirol ist schon einmal ein guter und hoch zu schätzender Anfang!

  3. Stuff avatar
    Stuff

    Immerhin handelt es sich um eine “confezione riciclabile”

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