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Loacker restylt die deutsche Sprache weg.

Während in Südtirol fehlende italienische Etiketten als Vergehen geahndet werden, sind fehlende deutsche Produktbeschriftungen die Norm. Einem Restyling der Verpackungen ist die deutsche Sprache nun auch beim Südtiroler Traditionsunternehmen Loacker zum Opfer gefallen.

Waren viele in Südtirol erhältliche Produkte des Waffelherstellers bislang mehr oder minder gleichwertig auf Deutsch und Italienisch beschriftet, ist dies nun nicht mehr der Fall:

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Die meisten Informationen sind nur noch in italienischer Sprache vorhanden, einige wenige Hinweise gibt es auch auf Englisch und auf Französisch.

Offenbar hält man es nun also auch bei Loacker, dessen Logo ein Bild des Südtiroler Symbolberges schlechthin ziert, nicht mehr für nötig, hierzulande die deutsche Sprache (freiwillig) zu berücksichtigen. Und einschlägige gesetzliche Vorgaben lehnt zum Beispiel die Südtiroler Volkspartei ab — weil ihr inzwischen die Interessen der Wirtschaft wichtiger als Minderheitenschutz sind.

Andersrum wird die Wirtschaft zwar nicht müde, den Südtirolerinnen die Vorzüge der Mehrsprachigkeit vorzubeten, hält es aber in vielen Fällen selbst nicht für nötig, den Menschen im Lande mit sprachlichem Respekt — also plurilingual — zu begegnen. Das ist äußerst schade… und für den Fortbestand der Mehrsprachigkeit nicht gerade von Vorteil.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

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7 replies on “Loacker restylt die deutsche Sprache weg.”

Ich finde es nicht richtig, dass hier ein Südtiroler Traditionsunternehmen an den Pranger gestellt wird. Die Familie Loacker gibt hunderten von Menschen Arbeit, liefert vorzügliche Produkte, meines Wissens befinden sich die Firmensitze in Südtirol (ergo, werden lokale Steuern bezahlt) und verdient sich deshalb mehr Respekt.
Dieses Unternehmen ist gewachsen, arbeitet seit (ich schätze mal Jahrzehnten) international und ist deshalb den Regeln des Marktes unterworfen, nicht jenen der öffentlichen Verwaltung.
Generell schätze ich die Arbeit von BBD Verletzungen der Zweisprachigkeit anzuprangern, aber hier sollte der Respekt vor einem Südtiroler Vorzeigeunternehmen absoluten Vorrang haben.

Es ist schon lustig, welche vorhersehbaren Reflexe solche Artikel jedes Mal hervorrufen. Man darf in Südtirol alles und jeden kritisieren, nur nicht »die Wirtschaft« und »den Markt«.

Meiner Auffassung nach sollte Respekt eine primäre Charaktereigenschaft sein, umso mehr wenn es sich um Landsleute handelt.
Ich wüsste keinen Fall, wo die Familie Loacker italophil o.ä. negativ aufgefallen wäre, im Gegenteil, ich kann mich an einen kürzlich erschienen Artikel erinnern in welchem erwähnt wurde, dass der Gründer mit Herzblut Fußballfan eines Bozner Vereins war. Ich liebe wahrlich Südtiroler, die zu ihren Landsleuten eine liebevoll innige Beziehung haben.
Und wenn es sich um eine erfolgreiche Unternehmerfamilie handelt, die – ich wiederhole – Generationen von Südtirolern Arbeit und Wohlstand gegeben hat und immer noch gibt, dann gilt umso mehr das Prinzip des Respekts vor der unternehmerischen Leistung.
Wer ähnlich großartiges geleistet hätte, dürfte seinen Stein werfen – wir Gewöhnlichen sollten uns vor einer derartigen Leistung verneigen.

Die Firma verdient Lob (und kriegt es auch), wo es ihr gebührt, sie darf aber auch kritisiert werden, wo sie Fehler macht. Und meiner Meinung nach ist das ein Fehler. Aus Kritik kann man u. U. auch etwas lernen — aus Verneigungen wohl eher nicht.

Übrigens halte ich deine Prinzipien für äußerst sonderbar und im Kern undemokratisch… also, dass man sich zu Themen nur äußern sollte, wenn man Expertin ist und jetzt auch noch nur unter der Voraussetzung, dass man ähnliches geleistet hat, wie der/die Kritisierte.

@Simon, vollkommen falsch widergegeben und deshalb die Bitte um Präzisierung.
Zu fachspezifischen Themen sollten sich nur Experten äußern. Mediziner im dortigen Bereich, Juristen im rechtlichen Bereich, Techniker im technischen Bereich usw. Fachspezifische Themen mit hohem Detailgehalt erfordern detailliertes und fundiertes Wissen – diese fachspezifischen Themen sollen nicht zu einem Stammtischgespräch ausufern.
Im konkreten Fall steht einer Äußerung, positiv wie negativ, nichts im Wege. Wer sich jedoch negativ über eine Firma wie Loacker äußern möchte, sollte den Prinzipien der Verse 7,53-8,11 des Johannesevangeliums treu bleiben. Dann wird der Sünder auch ohne Sünde fortfahren.
Du solltest erkennen, dass durch Einhaltung der genannten Prinzipien alle demokratisch bekannten Elemente gewahrt bleiben.

Da in Südtirol keine Arbeitslosigkeit herrscht, ist der Hinweis auf die Beschaffung von Arbeitsplätzen ziemlich uninteressant. Ich persönlich habe Loacker schon vor längerer Zeit aus meinem Speiseplan gestrichen.

Moderationshinweis: Der Kommentar wurde gekürzt.

Schön, dass die Firma Loacker vielen Menschen in Südtirol Arbeit gibt, schade nur dass von den Mitarbeitern im Twenty mit Kundenkontakt nicht die Verwendung oder Kenntnis der deutschen Sprache verlangt wird. Es gibt in Südtirol ja genügend italienische Firmen, die sich nicht die Mühe machen zweisprachiges Personal einzustellen. Aber dass ein ursprünglich deutschsprachiges Südtiroler Unternehmen meint, dass unsere Sprache im Umgang mit Kunden, eben auch vielen Südtirolern, vernachlässigbar ist, stimmt mich traurig.

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