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Whisky aus Glorenza.

Puni Alba.

Ist es Dummheit, Strategie oder ein Minderwertigkeitskomplex? In jedem Fall ist mir unerklärlich, wie es immer wieder zu derartigen Vorfällen kommen kann: Südtiroler Firmen die in Südtirol Südtiroler Kunden vor den Kopf stoßen, ganz zu schweigen von der Abkehr von Regionalität und Authentizität, die im bewusster werdenden Kaufverhalten vieler Menschen eine wachsende Rolle einnehmen.

Puni Alba Etiketten.

Der erste Südtiroler Whisky, der natürlich — aus rechtlichen Gründen — nicht so heißen darf, wird in Glurns hergestellt. Die Etiketten sind auf Englisch und Italienisch gehalten, darauf ist viel von Italy, Italian Alps und sogar von Sizilien die Rede, woher die Fässer kommen. Südtirol wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, selbst die Adresse ist nur mit Glorenza angegeben. Für solch mangelnde Sensibilität müsste man glatt einen Preis erfinden.

Auf der Webseite von Puni, dem Hersteller, kann man lesen:

ALBA ist das italienische Wort für Sonnenaufgang und zugleich die gaelische Bezeichnung für Schottland.

Gaelisch also. Kein Schotte würde aber einen »british Whisky« anbieten.

Übrigens: Vor etlichen Monaten hatte die Landesregierung vom Landtag den Auftrag erhalten, sich bei Südtiroler Unternehmen für mehrsprachige Etikettierung einzusetzen. Was ist seitdem geschehen? Meines Wissens gar nichts.

Siehe auch:

Ortsnamen Plurilinguismo Politik Sprachpfusch Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Produktetikettierung Zitać | | | Scotland-Alba Sicilia Südtirol/o | | Deutsch

54 replies on “Whisky aus Glorenza.”

… Etiketten, Produkterläuterungen in allen Sprachen nur nicht in deutsch, wie zum Hohn, sind inzwischen in Südtirols Läden Legion, – die Tannenbaum-Einkaufskette wendet sich mit ihren Kassazetteln ausschließlich an italienische Klientel ! – Da kommt es auf den Alba di Glorienza auch nicht mehr drauf an !

Es bliebe noch zu klären, ob nicht auch Landesgelder geflossen sind. Beim Getreide wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Ich kenne den Whisky und finde ihn super. Die oben angebrachte Kritik ist einfach nur für die Katz, jeder Unternehmer wird seine Produkte schon so vermarkten können wie er will.

Dann wird aber auch jeder Kommentator die Kritik anbringen dürfen, die er will.

Wobei jedoch nicht stimmt, dass ein Unternehmer seine Produkte so vermarkten kann, wie er möchte — es gibt Dutzende von Gesetzen und Normen, die ihm genaue Vorschriften machen, von der Etikettierung über den Inhalt bis zur Verpackung. Eine Vermarktung ohne italienische Produktbezeichnung wäre etwa unzulässig, weshalb deine Feststellung zumindest diesbezüglich ins Leere läuft.

Ich finde die Achtung von Gesetzen eine Selbstverständlichkeit, aber wenn du einen auf Paragrafenreiter machen willst, bitte! Damit kommst du in deiner Argumentation nicht weiter, im Gegenteil du erscheinst mir eher störrisch auf deinen Standpunkt zu verharren.
Ich respektiere jeden stolzen Patrioten, bin es zu weilen auch selbst. Wer jedoch mit den Finger auf die zeigt die es nicht sein wollen, ist in seiner geistigen Entwicklung so weit zurückgeblieben das er schon fast bemitleidenswert ist.

Ich wüsste nicht, was es mit Paragraphenreiterei zu tun hat, wenn man gleiches Recht und gleichen Respekt für alle fordert.

Patriotismus liegt mir fern.

Gleichen Respekt für alle? Ganz meine Meinung! Zu allen gehören auch die die Whisky aus Glorenza brennen!

@Patrick

Die oben angebrachte Kritik ist einfach nur für die Katz, jeder Unternehmer wird seine Produkte schon so vermarkten können wie er will.

Und jeder (potentielle) Kunde und in diesem Falle Bewohner Südtirols kann die Kritik anbringen, die er will.
Ein Unternehmen, das seine wirkliche kulturelle und geografische Identität und Herkunft derart professionell, mit teils tolomeiisch kreierten Namen, verschleiert, wie das Unternehmen Puni, ist marketingmäßig von vorneherein disqualifiziert, Begriffe, wie Authentizität oder Regionalität in den Mund zu nehmen.

Zum Thema “wirkliche kulturelle und geografische Identität”.
Als authentisch und regional wird jeder Speck im Supermarkt beschrieben, wobei wir alle wissen, dass die Schweine von Holland oder sonst woher stammen. Qualitativ handelt es sich hier meistens um Dreck, der wenig oder gar nichts mit richtigen Südtiroler Speck zu tun hat. Wird, eurer Meinung nach, das Produkt besser oder lobenswerter, nur weil auf den Etikett “Südtirol” steht?

Ich verweise auf folgenden Artikel: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=14197.
Privatfirmen kann nicht die Privatisierung der Geografie überlassen werden. Geografische Begriffe sind kulturelles Allgemeingut. Vor allem, wenn öffentliche Gelder im Spiel sind, was beim Getreide für diesen Whisky möglicherweise der Fall ist, hätte auch die öffentliche Hand einen Auftrag Vorgaben zu machen. Dass dies in Südtirol sträflich vernachlässigt wird ist hinlänglich bekannt.

@Patrick
Nur weil man jemanden kritisiert, heißt das nicht, daß man ihn nicht respektiert. Und die Kritik hier ist mehr als berechtigt.

Der erste Vorsatz fürs neue Jahr ist dank dieses Artikels schon gefasst: Keine “Südtiroler” Produkte kaufen, in denen kein Hauch von Südtirol zu spüren ist.

Normalerweise teile ich die Meinungen hier auf BBD, diesmal muss ich mich aber klar distanzieren. Jemanden eine Sprache, ja gar eine Identität aufzuzwingen, schien mir eine der Ideen zu sein, gegen die sich dieser Blog immer schon (zu Recht) gewehrt hat. Hier sind schon fast nationalistische Töne zu erkennen… schade!

Eine Identität will ich niemandem aufzwingen, ich hinterfrage jedoch und kritisiere diese fast schon zwanghafte Herkunftsleugnung, die ich in letzter Zeit verstärkt beobachte. Seit ich beruflich öfter mal im Trentino zu tun habe, finde ich das noch unverständlicher: Dort beobachte ich, wie häufig versucht wird, nicht nur auf das Trentino, sondern auf Trentino-Südtirol zu verweisen, um etwas vom Wert der Marke Tirol zu erhaschen.

Anders als Identität will ich Sprache sehr wohl »aufzwingen« — das hat mit (völlig unpatriotischen) Werten wie Respekt, Gleichberechtigung, Sicherheit und Konsumentenschutz zu tun. Es braucht eine gesetzliche Norm, die das Deutsche und möglichst auch das Ladinische dem Italienischen gleichstellt. Denn eine Sprache wird schon heute aufgezwungen, die lingua nazionale unica, doch das scheint niemanden zu stören.

Übrigens: Wärst du dafür, dass hierzulande auch ausschließlich chinesisch oder ungarisch beschriftete Erzeugnisse verkauft werden dürfen? Ich nicht.

Nachtrag: Um dich einerseits zu vergewissern, dass die Forderung nach einer umfassenden Sprachregelung bei BBD keine Neuigkeit ist und um andererseits unsere Motivation zu vertiefen, würde ich dir empfehlen, dich durch einige der über ein Dutzend Links zu klicken, die ich unter dem obigen Artikel angeführt habe.

Mah… Credo che in linea di principio non si possa obbligare nessuno ad assumere una certa indentità . Questo è sicuro; ma dubito che sia questo l’obbiettivo dell’articolo.
Quella bottiglia (che è buona: se non sbaglio ne abbiamo assaggiato un bicchiere al Buabmtog proprio in quelle zone; ma i bicchieri erano tanti ed è difficile dirlo con sicurezza! :-D ) uscita dal contesto in cui è prodotta ed in cui più o meno tutti conoscono questa piccola realtà , finisce per dare un’immagine abbastanza falsata del luogo di produzione. Tecnicamente “Glorenza”, “Product of Italy”, “Italian Triple Malt” sono formalmente ineccepibili; quando però vengono applicate per descrivere una realtà  di produzione come l’Obervintschgau, risultano abbastanza fuorvianti. Storicamente quell’area è molto ricca (forse la più ricca) di elementi culturali di diversa provenienza, che si sono stratificati, integrandosi, in una microidentità  particolare ed abbastanza forte. Non credo che chi produce whiskey nella città  rifondata per ordine di Massimiliano dopo la rovinosa sconfitta della Calvenschlacht abbia bisogno di scrivere “Product of Italy”.
“Glorenza” senza nemmeno l’indicazione della Provincia non permette nemmeno ad un consumatore italiano di sapere se il prodotto venga dal piemonte piuttosto che dall’Umbria; e l’indicazione d’origine è una cosa a cui sempre più persone sono attente. “Italian Triple Malt”: fuori dal Sudtirolo, questa indicazione fa venire in mente principalmente Venezia, Roma e Firenze per non parlare della Sicilia, scrupolosamente indicata come luogo di origine delle botti. Glurns (o Gluorn), malgrado sia amministrativamente italiana, con il resto d’Italia ha poco a che fare. Quindi usare l’indicazione nazionale da sola è una prassi deprecabile. E’ un po’ come se la Forst etichettasse la sua birra con l’indicazione “Bayrisches Bier”, assicurando che i suoi dipendenti parlando un dialetto bavarese… solo che questo sarebbe legalmente vietato (giustamente). Perchè Forst non è storicamente Baviera e la birra in sè ha poco di bavarese.
Non si tratta di forzare qualcuno ad assumere una certa identità , ma di indicare semplicemente, anche in modo non patriottico, il contesto geografico-culturale da dove proviene il suo prodotto. Anche volendo usare solo l’inglese credo che “Product of Glurns-Glorenza, South-Tyrol (Italy)” non avrebbe avuto nulla di radical-patriottico nè avrebbe costretto alcuno ad assumere nuove e sgradite identità …

Ich verstehe aber nicht was an dieser “Herkunftsleugnung” so schlimm sein soll. Ich würde es verstehen und eure Meinung Teilen wenn ein öffentliches Amt so handeln würde, dieses muss im Sinne der Autonomie handeln, doch das kann nicht auch für ein privates Unternehmen gelten welches einzig und allein im eigenen Interesse tätig ist.

Il fatto è però che non si vuole vendere un prodotto tipicamente locale come italiano, ma un prodotto estero mai prodotto in Italia come il primo del suo genere in Italia. Il riferimento all’Italia del prodotto vuole comunque suggerire qualcosa al cliente estero. Si tratta infatti di un whisky di malto prodotto secondo i sacri crismi della tradizione scozzese, con la “specialità ” della maturazione in botti di Marsala, cioè una maturazione che rende il whisky più dolce fruttato del classico Malt scozzese. Linee di questo genere sono già  presenti nelle grandi distillerie scozzesi (per esempio Glenmorangie), un appasionato potrebbe dunque a naso già  capire dalla descrizione “italian” di cosa si tratta. Svizzera, Austria e Germania hanno già  da anni piccoli produttori di Whisky, vendere il prodotto come sudtirolese potrebbe immettere lo stesso in un mercato già  consolidato, senza sfruttare la nicchia vuota del “whisky made in Italy”. Non sono un esperto di marketing ne un economista, ma la scelta della distilleria Puni mi pare azzecata.

Ich verstehe aber nicht was an dieser ”Herkunftsleugnung” so schlimm sein soll.

Es gibt SüdtirolerInnen, die daran Kritik üben. Das muss ein Unternehmen, das eine Entscheidung trifft in Kauf nehmen. Interessanterweise gibt es Fälle, wo Südtiroler Unternehmen, wie die aufgeschreckten Hühner reagieren, wenn irgendein Nationalstaatler etwas auszusetzen hat. Ein Bozner “Traditionsunternehmen” hat daraufhin sogar eine Krippenfigur aus einer Krippe genommen. In solchen Fällen reagieren einige von unseren Unternehmen weniger keck.
Übrigens schon etwas davon gehört, dass privat nicht heißt, dass ich tun und lassen kann was ich will? Umweltstandards, soziale Standards, ethische Standards usw.
Abgesehen davon, auch wenn etwas legal ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass ich als Unternehmen nicht aufgrund bestimmter Fehlentscheidungen einen medialen Gau erleiden könnte.
Was als authentisch oder regional zählt wird nicht ein Privatunternehmen entscheiden, sondern die öffentliche Meinung. Ob mit Italian Alps und Glorenza Südtiroler Authentitzät und Regionalität verkörpert wird entscheidet nicht das Unternehmen Puni, sondern die öffentliche Wahrnehmenung der SüdtirolerInnen.

Ob mit Italian Alps und Glorenza Südtiroler Authentitzät und Regionalität verkörpert wird entscheidet nicht das Unternehmen Puni

Mir ist schleierhaft in wie fern Puni “Südtiroler Authentizität” verkörpern will. Euer Vorwurf war ja genau das Gegenteil, bzw, dass Puni sich erlaubt in Südtirol zu produzieren und Italien drauf zu schreiben.
Ethische Standards? Wie die schon oben genannten “südtiroler” Speckschwarten?

Ethische Standards? Wie die schon oben genannten ”südtiroler” Speckschwarten?

Die obengenannten Südtiroler Speckschwarten sind doch ein gutes Beispiel dafür, wie private Unternehmer mit der negativen Meinung ihrer potenziellen Kunden konfrontiert werden. Mir wäre nicht bekannt, dass jemandem (zum Beispiel dir) das Recht abgesprochen wird, die »Importschwarten« anzuprangern — genauso muss es die Firma Puni eben aushalten, dass sie von uns kritisiert wird (obwohl sie alle rechtlichen Vorgaben einhält).

und der Kreis schließt sich: natürlich, jeder kann jeden wegen alles kritisieren. Bei Produkte sollte es aber schon in erster Linie um ihre Qualität, den Preis-Leistung-Verhältnis, oder die Umweltfreundlichkeit gehen. Eine Kritik wegen einer Vermarktungsstrategie finde ich eben für die Katz. In etwa so als würde jemand Reinhold Messner wegen seines Bartes kritisieren.
Immer aus allen eine ethnische Frage zu machen, ist der (Südtiroler) Unabhängigkeit eher ein Stein im Weg als eine Hilfe. Man erweckt den Eindruck schon fast bessessen zu sein

Die oben angebrachte Kritik ist einfach nur für die Katz, jeder Unternehmer wird seine Produkte schon so vermarkten können wie er will.

Die Sache ist ja, dass eben nicht jeder Unternehmer seine Produkte vermarkten kann wie er will. Wollte man z.B. einen Weißwurst-Senf aus Südtirol rein auf Deutsch beschriften, dann hätte man sofort die Polizei im Betrieb (vgl. entsprechender Vorschlag der Handelskammer, der postwendend vom PD abgelehnt wurde, oder die Geschichte mit den Brettspielen bei Athesia Toys).
Ob jetzt unternehmerische Freiheit oder Konsumentenschutz an oberster Stelle stehen sollen, ist eine gesonderte Diskussion. Aber unabhängig davon muss gelten: gleiches Recht für alle!

Fuori dal Sudtirolo il mondo è andato avanti e, soprattutto su prodotti alimentari e bevande, l’indicazione precisa del luogo d’origine è un valore aggiunto.
Quando mi son presentato al parroco della piccola isoletta svedese (1000 abitanti) dove vivo ho detto semplicemente: “Hello, I’m Fabio from South-Tyrol”. E lui di risposta: “Oh, how nice! That’s the country of Gewürztraminer!”. Poi ognuno tiri le proprie somme…

Hallo Fabio, Grüße nach Schweden, Mir ist was ähnliches in Schottland, auf einer Wanderung auf der Insel Skye passiert. Ein schottischer Wanderer: Where are you from? Ich: From the South Tyrol. Er: Ah, great, from Reinhold Messner country.

Boh, caro Patrick… sarà  anche vero che “il primo wiskey italiano” suona bene; però se uno proprio vuole scriverlo, sarebbe proprio il minimo aggiungere anche la provincia e qualche riferimento alla realtà  locale.
Dopotutto, se si tratta di prodotti di nicchia, il Rosso di Montalcino lo vendono come “di Montalcino”, non come Rosso d’Italia come il Tavernello e, se non bastasse, probabilmente c’è da qualche parte c’è anche l’indicazione “Toscana” o della provincia di Siena; anche se per un intenditore, come converrai, è totalmente superflua…

Concordo. Si potrebbe fare meglio. Personalemnte però reputo più profiquo un consiglio con le migliori intenzioni al tono accusatorio di quest’articolo.

*ironie ON

Jaja, alles was in Südtirol produziert wird muss zweisprachig sein und eine g.g.A haben. Die vielen Volksmusikgruppen machen’s ja vor:

Kastelruther Spatzen aus Südtirol
Orginal Südtiroler Spitzbuam
Belsy – Sängerin aus Wolkenstein in Gröden
Vino Rosso Band – aus Südtirol
Unantastbar – Punkrock aus Südtirol

Aber dieser GIORGIO MORODER … ich weiß nicht, “ist es Dummheit, Strategie oder ein Minderwertigkeitskomplex?” Der schreibt mal eben mit “Get Lucky” und Daft Punk einen Welthit, erfindet die Synthie-Disco-Musik und vergisst dazuzuschreiben, dass er aus Südtirol ist. Und das ist nicht das erste mal, dass er das so macht.
ts … ts … ts – *facepalm* …

Das muss ein dummer “Herkunftsleugner” sein. Nur “Herkunftsleugner” wagen eine “Abkehr von Regionalität und Authentizität” !! Einen anderen Grund für dieses Verhalten kann es nicht geben!

Und Landesgelder sind da sicher auch geflossen….
In Millionenhöhe! Schließlich ist er in Gröden aufgewachsen und dort zur Schule gegangen! … OMG!! Wir alle haben in Form von Steuergeldern in seine Bildung und Zukunft investiert und er dankt es uns mit “blankem Hohn”.

Ich schlage hiermit vor, ihm eine Flasche Glurnser-Whiskey mit Kaktus zu überreichen!

* ironie OFF

Falls man es noch nicht gemerkt hat: ich schließe mich Patricks Meinung an.

Deine Ironie und Lustigkeit in Ehren, aber wenn du eine Musikgruppe nicht von einem Whisky unterscheiden kannst, tut mir das leid für dich. Es dürfte nicht nur einem Zufall zuzuschreiben sein, dass weltweit die Sprache von (Lebensmittel-)Etiketten reglementiert ist (weshalb wir die Gleichstellung fordern), während die Wahl von Bandnamen — sowie die Sprache von Songtexten — frei ist. Das ist ja nicht meine Erfindung.

Am Thema vorbei?
Es geht ja im Artikel hauptsächlich nicht um eine zweisprachige “Etikettirungspflicht” im Sinne des Verbraucherschutzes, sondern um die Vermarktung von südtiroler Produkte als italienische.

Eben.

Wenn du (pervasion) diese Kritik an der Etikettierung vorbringen möchtest, dann würde ich Begriffe wie “Dummheit”, “Minderwertigkeitskomplex”, “Herkunftsleugnung” vermeinden. Die erzeugen einen fahlen Beigeschmack.

… ich denke man vergleicht Palabirn mit Hollywood-Food-for-the-world ?
Hier die Glorenza die offensichtlich – absolut nichts – mit Glurns und Südtirol zu tun haben wollen, – dort Moroder der längst ein Weltklassem-Filmmusik-Komponist, der von der ganzen Welt inspiriert ist !

Da werden in der Tat Äpfel mit Birnen verglichen. Auf der einen Seite künstlerische Freiheit, auf der anderen Seite ein landwirtschaftliches Produkt. Landwirtschaftliche Produkte nehmen ja gerne Bezug auf den regionalen Kontext. Wenn die Firma Puni “locally grown rye” vermarktet, dann scheint ihnen der regionale Kontext anscheinend wichtig zu sein. Dann muss sich Puni aber Kritik gefallen lassen, wenn dies in den geografischen Kontext von “Glorenza” gesetzt wird. Einen regional angebauten Roggen verbinde ich mit bestimmten Flurlandschaften, mit einer kleinräumigen, bäuerlichen Tradition, einem bestimmten Bewusstsein der Bevölkerung für diese Werte usw. Wenn der Produzent nicht gewillt ist einen historisch gewachsenen Namen zu verwenden, der in Symbiose zu den Werten steht, die auf der einen Seite vermarktet werden, dann zweifle ich an der Glaubwürdigkeit. Dasselbe gilt für das “fresh water of the Italian Alps”. Wasser ist ein besonderes Gut. Nicht umsonst reagieren BürgerInnen europaweit sehr sensibel auf Wasserprivatisierungen usw. Mit dem Begriff Italian Alps wird ein Gut das in seinem Selbstverständnis ein öffentliches Gut ist aus dem regionalen Kontext gerissen. Frag mal die Schotten ob sie ihren Whisky mit british oder noch schlimmer mit english water brauen?
In Zusammenhang mit der Renaissance von qualitativ, hochwertig hergestellten regionalen landwirtschaftlichen Produkten ist das Marketing von Puni nicht schlüssig und auch nicht glaubwürdig. Es sei denn der regionale Kontext ist dem jungen Unternehmen gleichgültig? Dann darf aber auch nicht der locally grown rye oder das Wasser vermarktet werden.

Wenn der Produzent nicht gewillt ist einen historisch gewachsenen Namen zu verwenden, der in Symbiose zu den Werten steht, die auf der einen Seite vermarktet werden, dann zweifle ich an der Glaubwürdigkeit

Wie ist das gemeint? Wird das Produkt durch die Beschreibung besser oder schlechter, oder lügt der Unternehmer gar den Verbraucher an, weil er den oberen Vintschgau in die “Italian Alps” setzt? Beim Whisky ist die Lagerung mindestens gleich so wichtig wie der Rohbrand. Sollte er den Whisky als südtiroler Whisky verkaufen obwohl er in Marsala Fässer gereift wurde? Das wäre eine glatte Lüge! Mit seiner Beschreibung wendet sich Puni in erster Linie nicht an den südtiroler Markt (wie viele Single Malt Genießer wird es bei uns schon geben?), sondern eben ans Ausland und Italien wo eben Italien mehr ein Begriff sein wird als Südtirol.

Sollte er den Whisky als südtiroler Whisky verkaufen obwohl er in Marsala Fässer gereift wurde? Das wäre eine glatte Lüge!

Würden die Fässer aus Schottland stammen, müsste man ihn folglich als »Scotch Whisky« deklarieren (sonst wäre es ja »eine glatte Lüge«). Komm… deine Argumentation ist bald an Abstrusität kaum noch zu überbieten.

Was soll daran abstrus sein? Abstrus wird es erst wenn man das Argument ad absurdum führt wie du es machst. Ist die Vorstellung das Südtirol nicht das Zentrum der Welt ist wirklich so schwer zu verkraften, dass du dich mit Händen und Füßen dagegen wären musst, wenn jemand es als nicht nötig erachtet die Herkunft seines Produktes so zu bestimmen wie du es für richtig hältst? Oder kannst du es einfach nicht akzeptieren, dass im enogatronomischen Bereich das “made in Italy” international doch einen bekannteren Stellenwert geniest als das “made in Südtirol” und ein in Südtirol ansässiges Unternehmen davon profitieren will?

Was soll daran abstrus sein? Abstrus wird es erst wenn man das Argument ad absurdum führt wie du es machst.

Ich habe lediglich die Absurdität des Arguments aufgezeigt.

Ist die Vorstellung das[s] Südtirol nicht das Zentrum der Welt ist wirklich so schwer zu verkraften, dass du dich mit Händen und Füßen dagegen wären musst, wenn jemand es als nicht nötig erachtet die Herkunft seines Produktes so zu bestimmen wie du es für richtig hältst?

Die Herkunft des Produktes wird doch nicht bestimmt, sie ist. Weder Südtirol noch Schottland noch Italien sind im Zentrum der Welt, was für die Beantwortung meiner Fragen auch völlig irrelevant ist.

Oder kannst du es einfach nicht akzeptieren, dass im enogatronomischen Bereich […]

»Enogastronomischer Bereich«, gutes Stichwort (obwohl im Deutschen nicht existent). Dazu schreibt Wikipedia etwa:

L’enogastronomia, che solamente negli ultimi anni ha acquisito dignità  accademica, è una disciplina che studia i rapporti tra il territorio – inteso in una accezione olistica e polisemica – e le attività  umane tese alla coltivazione, trasformazione, commercio e consumo dei prodotti della terra, siano questi bevande o alimenti. Con enogastronomia si intende non solo l’insieme dei prodotti che una data comunità  di persone riesce a produrre e/o consumare in rapporto a un territorio, ma anche il “pensiero gastronomico” che sottende ogni scelta e percezione del cibo da parte di individui e società .

L’Unione Europea regolamenta e tutela i prodotti gastronomici e enologici e orienta il consumatore attraverso diversi marchi di origine assegnati ai prodotti agroalimentari realizzati seguendo un disciplinare di produzione. Attraverso tali prodotti si delinea un’Europa fatta di tipicità  culinarie ed enologiche strettamente legate al territorio di produzione, specchio della geografia e della storia delle diverse culture che abitano il continente.

(Hervorhebungen von mir.)

[…] das ”made in Italy” international doch einen bekannteren Stellenwert geniest als das ”made in Südtirol” und ein in Südtirol ansässiges Unternehmen davon profitieren will?

Interessant ist, weil du ja die Önologie (Weinkunde) erwähnst, dass mir kein einziger Südtiroler Weinproduzent bekannt ist (wahrscheinlich gibt es auch einen), der glaubt, nur dann von der im önologischen Bereich positiv besetzten Marke Italien (»made in Italy«) profitieren zu können, wenn er Südtirol von seiner Etikette streicht. Die Puni-Brennerei, die gar keine Weine vertreibt, sondern Whisky, scheint jedoch dieser Meinung zu sein.

Du widersprichst dich mit deinen Zitat doch selbst:
“inteso in una accezione olistica (!) e polisemica (!)”
Vielleicht will mann mit “made in Italy” in diesen Fall etwas mehr als nur eine geographische Angabe geben, sondern eben den Charakter der Spirituose vermitteln.
Interessant wäre es dazu noch alle Kellereien (überhaupt die die exportieren) zu befragen ob sie auf das “made in Italy” auf ihren Flaschen verzichten würden wenn sie könnten.

@Patrick
So Frage nebenbei. Bist du für das Marketing bei Puni (mit)verantwortlich?

In jedem Falle finde ich die von pervasion unterstrichenen Zitate mehr als einen Denkansatz.
Nehmen wir dieses Zitat her:

Attraverso tali prodotti si delinea un’Europa fatta di tipicità  culinarie ed enologiche strettamente legate al territorio di produzione, specchio della geografia e della storia delle diverse culture che abitano il continente.

Davon läßt sich doch relativ leicht ableiten, dass in der anspruchsvollen Gastronomie und im Bereich der qualitativ hochwertig produzierten landwirtschaftlichen Produktion der regionale Bezug von zentraler Bedeutung ist.
Wenn Puni diesen Bezug leugnet, dann ist das Marketing eben nicht auf der Schiene dieser neuen Trends. Slow Food verfolgt ganz ähnliche Ansätze und alles was irgendwie mit Bioproduktion zusammenhängt sowieso.

Nein ich arbeite nicht für Puni, ich kenne die Herren von der Brennerei auch nicht, ich habe nur deren Produkt gekostet und fand es sehr gut und qualitativ hochwertig. Deswegen stört mich es mich wenn man hier versucht das Produkt als solches schlecht zu machen, nur weil dessen Vermarktung sich mit der politischen Einstellung von einigen hier in Forum nicht verträgt.
Euch geht es weder um Verbraucherschutz, noch um slow food oder sonst irgend etwas. Euer Problem liegt einzig und allein darin, dass ein Unternehmer in Südtirol sich als Italiener ausgibt, dass auf seinem Etikett “Glorenza” und nicht Glurns steht, dass die Berge rund um Glurns als “italian alps” bezeichnet werden, dass das Adjektiv “local” verwendet wird ohne Südtirol zu nennen. Deswegen wird Puni hier angeprangert und als dumm oder gar unter Minderwertigkeitskomplex leidend bezeichnet. Das grenzt schon an Beleidigung und ist, in meiner Sicht, von fairer und vor allem konstruktiver Kritik weit entfernt.
Euren Standpunkt kann ich auch im Sinne dieses Blogs nachvollziehen, nur teile ich in im diesen Fall nicht. Ich würde des 100% Teilen wenn es hier um eine öffentliche Institution ginge, doch im Falle eines privat Unternehmen nicht. Ich glaube, dass diese sich lediglich an Gesetze halten sollen und hauptsächlich nach deren Produkten bewertet werden sollten.
Ich werde hier auch nicht mehr weiter diskutieren, mein Standpunkt und die Argumente dazu habe ich jetzt oft genug wiederholt und auf meine Fragen folgt selten eine Antwort. Bei Gelegenheit werde ich die Winzer die ich kenne mal fragen was sie vom “made in Italy” auf ihren Flaschen halten und vielleicht die Ergebnisse (natürlich Anonym) hier posten.

Der Hansjörg Moroder macht in den USA Musik, er kann sich daher nennen wie er will, weil seine Herkunft in Zusammenhang mit seiner Musik überhaupt keine Rolle spielt. Der Schnapsbrenner Puni produziert sein Getränk in Südtirol, ist also ortsgebunden, was er aber mit allen Mitteln verheimlichen will. Einen Südtiroler Whisky als italienischen zu verkaufen, ist im Grunde ein Betrug. Rechtlich mag es zwar möglich sein, marketingtechnisch ist es aber eher ungeschickt, weil die Welt sicher nicht auf Whisky aus Italien gewartet hat. Hier wäre ein Bezug auf die Tiroler Schnapstradition sicher hilfreicher gewesen. Jedenfalls darf er sich nicht erwarten, dass sein Destillat in Südtirol getrunken wird, und vor allem dürfte er auf keinen Fall öffentliche Unterstützung bekommen. Abgesehen von allen marktstrategischen Überlegungen, für die man unter Umständen auch Verständnis haben könnte, soll sich dar Schnapsbrenner dafür schämen, dass er die faschistische Ortsnamen den historischen vorzieht.

Vielleicht sollten wir alle mal verbal abrüsten. Fakt ist, dass Südtirol kein Whisky-Land ist. Aber auch genauso wenig Italien. Während Südtiroler Wein einen überregionalen Bekanntheitsgrad hat und entsprechend beworben wird, scheint es bei obigen Produkt nicht der Fall zu sein. Leider ist das aus meiner Sicht aber marketingtechnisch auch ziemlich daneben gegangen, da eben italienischer Whisky auch keinen Bekanntheitsgrad hat. Beim Wein ist das Terroir, also der Boden, mittlerweile von entscheidender Bedeutung, hier spielt die Musik. Beim Whisky – soweit ich informiert bin – ist das Wasser, neben den Grundprodukten wie Getreide, entscheidend. Auch hier also ist eine örtliche Komponente qualitätsentscheidend. Deshalb hätte meiner Ansicht nach unser gutes Wasser (dafür ist Italien nicht bekannt) werbemäßig sehr gut ausgeschlachtet werden können. Es wäre interessant zu erfahren, wieso diese Strategie gewählt wurde, einleuchtend ist sie jedenfalls nicht, da bei bekannten Whisky-Produzenten die Örtlichkeit stets sehr betont wird (z.B. Talisker, Isle of Skye).

Ach, ich denke hier hat die Puni Distillerie unglückliche Vermarktungsstrategie gewählt. Für mich als Obervinschger kein Eye-Catcher. Denke, man muss in einer heutigen Zeit, wo sich vieles wieder Richtung Ursprünglichkeit, Authentizität, Natürlichkeit bewegt wieder den Mut haben, zu sagen, der Whisky kommt aus dem alten Städchen Glurns, im oberen Vinschgau, Süd-Tirol.
Es ist mir zum kotzen, dass wir in Süd-Tirol immer alles dem italienischen Zentral-/Nationalstaat unterordnen müssen (Stw. italienisch Lingua Franca).
Diese Werbung kommt mir so plump vor ;=(

Ich hab mir jetzt dieses langweilige Video reingezogen… wo du da eine Bestätigung witterst, habe ich leider nicht ganz verstanden. Aber vielleicht sagst du es uns noch…

Dass dieser Whisky bald in jeder Pizzeria zu finden sein wird, halte ich nicht gerade für ein schmeichelhaftes Urteil… aber die »tolle« Idee, noch eine italienische Flagge auf dem Flaschenhals abzubilden, wäre wenigstens konsequent.

Tut mir leid, kann dir nicht mehr weiterhelfen. Das gehört dann wahrscheinlich zu den vielen langweiligen Sachen die du nicht verstehst.
Schwamm drüber!

Im gesamten Video kommt das Wort Glorenza nicht vor. Um 1:25 spricht er von Glurns, sonst immer nur vom Vinschgau, Südtirol oder Italien.

Und noch ein anderes Video zum Thema: mir scheint hier bleibt doch noch viel von Südtiroler Charakter übrig, oder nicht?

Naja, dass Puni im Rai Südtirol als Südtiroler Betrieb vorgestellt wird, ist doch selbstverständlich. Wäre ja noch schöner. Was ich beanstande ist doch gerade, dass dieser Südtirolität im Marketing auf keinste Weise Rechnung getragen wird…

Sofern diese “Südtirolität” überhaupt existiert und nicht nur erfunden ist.
Wen ich schon höre wir müssen uns von Tirol (geimeint ist das Bundesland” und dem Trentino mehr abgrenzen *würg*

EDDU ist ein Whiskyproduzent aus der Bretagne und tritt mit bretonischem Internetsuffix (http://www.distillerie.bzh) auf. Obschon die bretonische Sprache heute leider nur noch von wenigen Menschen gesprochen wird und somit auch keine marktrelevante Rolle spielt, »schafft« es EDDU, anders als PUNI in Südtirol, auf seinen Verpackungen einige Sätze in der landeseigenen Sprache anzubringen:

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