Samuel Fink hat für das Onlinemagazin Barfuss ein tolles Interview mit dem Politologen Peter Filzmaier über die laufende Fußballweltmeisterschaft geführt. Darin heißt es unter anderem:
Vom angeblich unpolitischen Sport zu reden, ist ein GAU – der größte anzunehmende Unsinn. […] Die FIFA war seit ihrer Gründung politischer Akteur. In den Artikeln 2 und 3 der FIFA-Statuten – also sehr weit vorne – sind Völkerverständigung und Menschenrechte sowie Antidiskriminierung und der Kampf gegen Rassismus als Zielsetzung vorgegeben. Mehr Politik geht nicht. Statutarisch als Ziel im positiven Sinn, es hapert jedoch gewaltig mit der Umsetzung.
– Peter Filzmaier
[Es] spielen Nationalmannschaften, wobei sowohl die Spieler Nationaltrikots mit Staatswappen tragen als auch die Fans Nationalfahnen schwenken. Gleich zu Beginn des Spiels wird die jeweilige Nationalhymne gespielt und mitgesungen. Mehr nationale Orientierung geht nicht. Jede Hymne ist ja kein Tralala-Volkslied, sondern hat eine zutiefst politische und oft nationalistische Geschichte. Der Hymnentext Frankreichs beispielsweise ist sogar extrem brutal und verherrlicht Gewalt, so wie übrigens auch die italienische Hymne, die in einer Passage historisch gegen Österreich gerichtet ist.
– Peter Filzmaier

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