Die Olympiageschichte ist von Anfang an mit Politik verbunden — und es ist ein großer Fassadenschwindel des IOC zu behaupten, Sport habe mit Politik nichts zu tun. Schon bei der Gründung des IOC 1894 hat Baron de Coubertin die Deutschen ausgeschlossen, weil sie die Kriegsgegner von 1870-71 gewesen sind. Und was Italien betrifft, war Mussolini der erste Diktator, der Sport für sich benützt hat […].
Das IOC ist eine Vereinigung von vor allem Männern, die meinen, mit dem Sport und mit der olympischen Idee Geld machen zu können und vor allem Einfluss und Macht generieren zu können. Das hat man unter Thomas Bach gemerkt, das sieht man jetzt auch unter der neuen Präsidentin des IOC, die im Übrigen ein Beispiel dafür ist, wie Sport und Politik verbunden sind, immerhin war sie Sportministerin eines der furchtbaren Diktatoren in Afrika. Also das IOC ist ein Meister im Fassadenschwindel, behauptet Gemeinnützigkeit, ist aber im Grunde eine Kommerzmaschine — und, was wesentlich ist, hält die Produzenten des Spektakels, nämlich die Athleten und Athletinnen, praktisch in politischer Geiselhaft, weil die Verbandsuntertanen keine wirklichen Rechte während der Spiele genießen. Also diejenigen, die die Spiele machen eigentlich, haben am wenigsten davon.
[…] Ich mag auch diesen ganzen patriotischen Zirkus um die Spiele nicht mehr. Man merkt, dass plötzlich ein gesamtes Land höchst patriotisch daherkommt, und das ist immer gefährlich.
Aus dem gestrigen Morgengespräch von Rai Südtirol mit Klaus Zeyringer, unter anderem Autor von Olympische Spiele. Eine Kulturgeschichte von 1896 bis heute und Schwarzbuch Sport. Show, Business und Skandale in der neoliberalen Gesellschaft. Transkription von mir.
Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08

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