Quotation (247): Autonomie-Freunderl.

Ich habe [Ministerin Boschi] neulich darum gebeten, meinem aostanischen Kollegen zu helfen. Dieser hatte nämlich beim Haushalt nichts für seine Region herausholen können. Der war ziemlich deprimiert und wurde in seiner Region sputtaniert (sic): Wie könne er ein Abkommen mit dem PD schließen und dann mit leeren Händen nach Hause kommen? Boschi hat mich um zwei Wochen Zeit gebeten. Jetzt hat sie mir um Mitternacht geschrieben und mir mitgeteilt, dass sie für das Aosta 50 Millionen Euro gefunden habe.

— SVP-Senator Karl Zeller im TAZ-Interview.

Siehe auch: [1]

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  • G.P.

    Oh mein Gott, “sputtaniert”, was für eine Wortschöpfung. Könnte uns der werte Herr Zeller wenigstens mit seinen erfundenen Italianismen verschonen.

    • gorgias

      Ach bitte nicht so kleinkariert.
      Wurden im Grunde nicht alle Worte erfunden? Darf es im Deutschen keine neuen Worte mehr geben?
      Nebenbei ist es eine natürliche Entwicklung dass Sprachen Wörter von anderen übernehmen, besonders das Deutsche ist dafür offen. Hören Sie sich doch mal das Schweizerdeutsch auf SF1 an, dann werden Sie sehen, dass es das auch anderswo gibt. Auch dort wo man nicht eine Minderheit darstellt und ohne Angst die eigene Identität zu verlieren.

      • Auch dort wo man nicht eine Minderheit darstellt und ohne Angst die eigene Identität zu verlieren.

        Ich habe nichts gegen kreative Wortschöpfungen und/oder Sprachentwicklung. Aber es liegt in der Natur der Dinge, dass man gerade da, wo »man eine Minderheit darstellt« und eine dominante Sprache existiert, etwas besser darauf aufpassen sollte, die Qualität der Sprache aufrecht zu erhalten. Zellers Wortwahl finde ich für einen Politiker, zudem für einen führenden Vertreter der größten Minderheitenpartei, nicht wirklich angemessen. Was nützt es, wenn wir in der Bildungspolitik davon sprechen, dass die Qualität der Hochsprache zu fördern sei, wenn dann hohe politische Vertreter mit solcher Nonchalance derartiges Kauderwelsch von sich geben?

        Viel bedenklicher ist aber der Inhalt von Zellers Aussagen bzw. das Selbstverständnis, das ihnen zugrunde liegt.

      • gorgias

        In Südtirol braucht man sich diesbezüglich wirklich keine Angst mehr machen, sind doch diese Italianismen doch seit längerem im Rückzug. Wer die heutige Verwendung dieser mit der in den 80ziger oder 90ziger Jahren vergleicht, kann das wohl gut feststellen.
        Auch treibt der Südtiroler Sprachpurismus seine Blühten, wenn jemand zum Macchiato anfängt kleiner Brauner zu sagen.

  • a&a&a

    Wieso vergrabe ich in letzter Zeit so oft mein Gesicht in meinen Händen und denke mir WTF?!?
    Kann nur besser werden…

  • Steffl

    Der Werteverfall in der heutigen Zeit (Geldreligionszeitalter) war nicht mehr zu toppen, da müssen schon Zeller und die SVP nachhelfen, dass man noch tiefer fallen kann.

    • Steffl

      Aber was soll man einer Partei halten, die diese Woche wieder negative Schlagzeilen machte, indem sie zu einer besonderen Zusammenarbeit der EU mit der Türkei aufrief. Vorher hatten sie sich dieses Jahr schon öfters Pro-TTIP positioniert, das auch unsere Biobauern auf lange Sicht vernichtet. Die SVP ist also eindeutig Pro-USA-Türkei, sie arbeitet also nicht nur in Punkto Selbstbestimmung gegen Südtirol, sondern auch in der geostrategischen Ausrichtung!
      Dabei muss die SVP jemand zur Vernunft bringen und ihnen erklären, dass vielen Südtirolern Konfuzius, Laotse, Dostojewski und Tolstoi (China und Russland) lieber sind als McDonalds, Psychopharmaka, Chlorhühnchen, radikaler Neoliberalismus (USA), Muslimbrüder und graue Wölfe (Türkei).

      • Naja mir fielen auch für China und Russland etwas weniger vorteilhafte Beispiele ein.

      • Steffl

        Das fällt mir bei jedem anderen auch ein, darum gehts ja auch nicht. Aber ich entscheide mich lieber für die Zukunft und für Länder, die eine Kulturgeschichte haben und nicht für Kulturbanausen, die ihre Geldreligion jedem aufdrängen wollen.

      • hunter

        und mir für die usa viele großartige.

        kulturbanausen wie arthur miller, john steinbeck, miles davis, charles bukowski, bob dylan, jackson pollock, andy warhol, leonard bernstein, janis joplin …

        ich denke, diese liste würde sehr sehr sehr lang.
        sorry, aber das ist doch lächerlich, was du da schreibst.

      • Steffl

        Na gut hunter, stimmt schon, aber deine Liste ist nicht gerade repräsentativ für das raubtierkapitalistische System und aktuell TTIP-Unterstützer-Lobbys, die ich ja im Prinzip meine und die den Ton angeben in den USA.

      • Laotse und Tolstoi sind aber in China und Russland auch nicht gerade tonangebend 😉

      • Steffl

        Und was ich besonders vergessen hab, das unipolare US-Hegemonialsystem, das uns Europäern ausschließlich die USA aufzwingen wollen. Aber bitte, die Leute werden schon noch aufwachen was die USA betrifft, und das schon sehr bald wenn TTIP durch ist und die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Vorbild der USA Wirklichkeit sind. Kurzfristig mag das uns Südtirolern gefallen, weil wir Staatenlos sind. Aber: Die Flüchtlingskrise wird uns früher oder später in dieses System hineinführen und es wird auch uns Südtirolern nicht schmecken. Und ja: Das ist doch klar, dass es in den USA auch hervorragende Künstler und Persönlichkeiten gibt, aber die kritisieren doch genauso dieses System wie ich es mache, v.a. auch in deiner Liste. Und sry, wir müssen endlich aufhören den Splitter im Auge des Anderen zu sehen und unseren (westlichen) Balken nicht, das sei noch einmal in aller Deutlichkeit betont.

      • Steffl

        Vordenker waren u.a. Mazzini und Garibaldi, nicht gerade “Freunde (Süd)Tirols”, aber es soll wohl so kommen, die Politik in Südtirol entscheidet ja auch in diese Richtung, siehe Türkei, TTIP usw. Und Länder wie Russland, China oder Indien stehen diesen Ideen eben im Weg, sie “stören” diese USA-EU-Hegemonie.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten_von_Europa#Vorbild_USA

    • In der Tat. Und wie immer so nebenbei mal ein kleiner “Querschläger”: da man nun halt sich im italienischen Staat befindet darf ich Euch alle an jemanden erinnern.
      https://www.jungewelt.de/2015/12-17/030.php
      Es waren sie, welche am konsquentesten für die Rechte der Massen sich einsetzten.
      Und; Ihr Geist lebt und wird so hoffe ich lebendiger den je. Und das vielleicht auch in ST? :-). Ja; der Kampf gegen sie war ziemlich erfolgreich; historisch betrachtet ist diese Gesellschaft im Reich der untergehenden Sonne. Klar; ein wenig Geduld werden wir noch brauchen. Aber bei ca. 20.000 Jahren Menschheitsgeschichte und gerade mal ca. 250 Jahre Klassengeschichte lässt uns das doch frohlocken. 🙂
      -aubacke; na dann haut mal drauf-
      Trotz alle dem; euch allen ein schönes Fest.

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