Von einer kleinen, aufschlussreichen Geste.

Der italienische Staatspräsident Mattarella urlaubt derzeit in Südtirol — genauer gesagt in Gröden. Natürlich auf Staatskosten, doch das soll hier gar nicht Thema sein.

Wie man verschiedenen Medienberichten sowie den sozialen Netzwerken entnehmen kann, hat er nun an seinem Urlaubsort eine Tafel enthüllt, mit der an seinen Vorgänger Sandro Pertini erinnert wird, der ebenfalls in Gröden zu urlauben pflegte. Der Text auf der Tafel ist einsprachig Italienisch.

Neben Mattarella stand während der kleinen Zeremonie übrigens Präfektin Margiacchi. Das ist die, die mit ziemlich viel Engagement Zwei- und Dreisprachigkeitsverstöße ahndet. Letztes Jahr immerhin drei Mal.

Nein: Natürlich gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, eine solche Gedenktafel dreisprachig zu verfassen — außer vielleicht eines: das Gesetz des Respekts, der Wertschätzung und der Bürgerinnennähe.

Vom Präsidenten eines Landes, das sich (im Unterschied zu anderen) auch nach einem Jahrhundert nicht für die gewaltsame Annexion entschuldigt hat — und das selbst dann noch von den Nachfahren der Eroberten fordert, den Kriegseintritt zu feiern — hätte man sich aber nur mit sehr viel Idealismus etwas anderes erwarten können, als die Beibehaltung der imperialistischen Grundhaltung.

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