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Geldautonomie vs. Gurgisers Subsidiarität.
Quotation 181

[Bezüglich Lkw-Mauterhöhung] gibt es hierzulande aber immer den Verweis auf Rom….
…ach, die sollen endlich selber was machen. Glauben Sie, wir fragen dauernd in Wien nach? Für das eigene Land sind zuallererst eine Landesregierung, ein Landeshauptmann und der Landtag verantwortlich. Doch offenbar fährt man bei Ihnen nur nach Rom, um Geld und Posten zu beschaffen. Ihr ehemaliger Landeshauptmann Durnwalder hat mir das sogar einmal ins Gesicht gesagt: für die Maut fahre ich keinen Meter. Für’s Geld war er sich aber nie zu schade. Nur: mit Geld kann man die Gesundheit nicht kaufen.

Der Vorsitzende des Transitforums Austria-Tirol, Fritz Gurgiser, mahnt im Salto-Interview Eigenverantwortlichkeit ein und kritisiert die Geldzentriertheit des Südtiroler Autonomieverständnisses.
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36 replies on “Geldautonomie vs. Gurgisers Subsidiarität.
Quotation 181

Tempp 100 ist ein notwendiger Witz.

Solange wir nicht ordentlich(!) in die Schiene investieren und damit meine ich Brennerbasistunnel für Personenzüge min 400km/h vmax, Reschenroute für Lastenzüge.

Zitat Gurgiser:

Für’s Geld war er sich aber nie zu schade. Nur: mit Geld kann man die Gesundheit nicht kaufen….

Für Geld kann man auch die Selbstbestimmung nicht kaufen.

Wahrscheinlich-oder gerade deshalb- ist die SVP an einer Selbstbestimmung nicht interessiert.

Hätten die Osttiroler so gedacht wie die Südtiroler, wären sie noch heute bei Kärnten.
Als sich die Osttiroler 1947 von Kärnten trennten, sagte man ihnen Hungersnöte und einen wirtschaftlichen Niedergang voraus.
Jeder wusste, am Anfang wird es nicht einfach, aber die Osttiroler beharrten drauf, wieder zu Tirol zu gehören.
Anfang der 60er Jahre, als die Osttiroler nur mittels Visa über Südtirol nach Innsbruck fahren konnten, und der Felbertauerntunnel noch nicht gebaut war, hatte man ihnen von Wien und Klagenfurt aus nochmals die Rückkehr zu Kärnten nahegelegt.
Das berühmte Zitat von LH Eduard Wallnöfer stammt aus der damaligen Zeit:
“Und wenn’s die Kärntner nit paßt, nochr ruck i mine 15.000 Schitzen aus, und nochr werdn mir zoagn, zu wem Oschttirol geheart!”
Die “Hungerleider aus Osttirol”, hörte man noch bis Ende der 90er Jahre in Südtirol- und wirklich nur dort.
Heute fahren die Südtiroler nach Osttirol einkaufen, weil es dort nicht nur billiger, sondern auch alles viel besser ist. Sehr viele Südtiroler wohnen und arbeiten auch inzwischen in Osttirol.
Währen die Osttiroler überall mit offenen Armen aufgenommen werden, kann man das von den Südtirolern definitiv NICHT behaupten!
„Die Südtiroler tun einfach nichts,“ hört man immer wieder. Was ja auch stimmt!
Und was das Transitproblem betrifft, überlassen sie alles den (dummen?) Österreichern, so werden die Nord- und Osttiroler in Südtirol nämlich genannt.
Freunde schafft man sich mit einer solchen Mentalität jedenfalls keine…
Solange man genug Geld hat, braucht man auch keine Freunde, wenn doch, kann man sie ja welche kaufen. Aber wenn das Geld einmal knapp wird, was dann??

Die tatsache ist die dass die osttiroler auch heute noch hungerleider wären ohne die südtiroler bzw.restitaliener. Sie machen gute geschäfte mit uns aber leider umgekehrt nicht. Die osttiroler profitieren dermaßen von uns dass wenn wir eines tages nicht mehr bei ihnen einkaufen ,tanken usw. würden, bei ihnen fast die gesamte wirtschaft zusammenbrechen würde. Idem gilt auch für teile von kärnten wo viele friulanische und venezianische firmen investieren. Aber wenn es den osttirolern schon so viel besser geht als uns wieso haben sie dann kein geld endlich mal die umfahrungen von Sillian und Lienz zu bauen? Laut der Klotz-partei müssten aber wir für die dortigen infrastrukturen aufkommen!!!!!! Idem bei der eisenbahn…
Fakt ist dass sie ineinigen bereichen vorteile haben( billiges benzin, in manchen bereichen weniger bürokratie) aber die preise werden auch dort anfangen zu steigen bzw. sind beim steigen.
Habe nichts gegen die osttiroler aber ich glaube ohne uns wären sie sicher arm dran was sie ja auch selbst zugeben.

Die Osttiroler sind — und das ist europaweit einmalig — auf Wirtschaftsbeziehungen mit umliegenden Regionen angewiesen. Sie schaffen das trotz Staatsgrenzen (und, übrigens, selbst ohne ihre Ortsnamen zu übersetzen).

Südtirol dagegen ist nicht nur autark, sondern trägt auch noch massiv dazu bei, die Nachbargebiete zu zivilisieren und zu finanzieren. Das wirtschaftliche Überleben Gesamttirols verdanken wir der Tatsache, dass Südtirol (und das Trentino) von Italien annektiert wurde(n)!

Fürwahr martinus, an unserem Wesen wird die Welt genesen.

Südtirol hat politische Institutionen (Landtag, Regionalrat) die eine wirksame regionale Politik erlauben. Die letzten Jahrzehnte waren aber durch Verwaltung und Selbstbeweihräucherung geprägt und so geht es heute darum nicht die Subsidiarität zu erweitern (wie in anderen Staaten und Regionen), sondern darum ein politisches Profil nach aussen und innen zu entwickeln, welches auf einer breiteren demokratischen Basis steht als in der Vergangenheit.
Ein weiterer Anachronismus besteht darin dass es Wettbewerb und liberalen Zugang mit den umliegenden Regionen benötigt, um ein zukunftsfähiges Land zu bleiben.
Die Selbstbestimmung ist nur ein begrentes Instrument um die dafür nötigen Schritte zu setzen.
Welche Massnahmen können wir setzen um Kooperation auf supraprovinzialer Ebene zu fördern? Wie lange wird es dauern dass man nicht von Ost-Nord-Süd-Welschtirolern spricht, sondern nur mehr von Tirolern?

Man spricht nicht von Nordtirolern sondern von Tirolern btw.

Solange von der Euregio nicht konkrete Maßnahmen gesetzt werden, wird sich nie etwas ändern.

Das Monopol auf den Begriff „Tirol“ in Werbung und als Bezeichnung des Territoriums ist zu Unrecht auf Seiten der Nordtiroler. Dies ist einer Entwicklung geschuldet, die auch durch den Beitritt Österreichs zum Schengener Raum (seit April 1998) nicht begrenzt wurde.

@christian Mair,
von seiten Nordtirol kam Anfang der 90er Jahre der Vorschlag, Nord- und Südtirol gemeinsam als Tirol im Tourismus zu vermarkten. Südtirol hat abgelehnt.
Vielleicht hatte Rom was dagegen-und Bozen hat sich wie immer damit abgefunden.
Das Pustertal hört nicht bei Winnebach auf, sondern erst kurz vor Lienz.
Wenn man aber den Südtiroler Touristikern glauben mag, dann hört überhaupt die Zivilisation bei Winnebach auf…

@Johann
24 Jahre später ist vielleicht der Zeitpunkt diese Ablehnung ncheinmal zu überdenken und :
1. gemeinsames Tourismusmarketing
2. gemeinsames Marketing landwirtschaftlicher Produkte
auf Euregio Ebene

Hab jetzt selber recherchiert dabei fiel mir folgender Satz auf:
1920:Ein neues Fremdenverkehrsgesetz ist nach dem 1. Weltkrieg und der Veränderung der Tiroler Landkarte erforderlich

Tiroler Landkarte wtf?

@Christian Mair:

24 Jahre später ist vielleicht der Zeitpunkt diese Ablehnung ncheinmal zu überdenken und :
1. gemeinsames Tourismusmarketing
2. gemeinsames Marketing landwirtschaftlicher Produkte
auf Euregio Ebene

Das wäre sehr schön!

Aber warum nur auf Euregio Ebene???
Kein Mensch weiß, was dieses Euregio ist! Nicht einmal die Tiroler selber!
Seit Jahrzehnten versuchen die Politiker ihre Totgeburt namens Euregio zu erklären- erfolglos wie wir wissen! Und das nicht ohne Grund!

Diese Eurgio in die Welt setzen ist halt einfacher und bequemer, als ein gemeinsames Tirol (oder zumindest selbständiges Südtirol) zu schaffen. Und außerdem wissen diese Volksparteiler: Rom erlaubt nicht mehr… und Widerstand gegenüber Rom ist unbequem…und Zivilcourage nicht vorhanden…

Zu einem Zusammenschluss der Skigebiete in Sexten und Sillian kam es nur deshalb nicht, weil die Sextener Touristiker fürchteten, dass viele Urlauber nach Osttirol abwandern könnten.
Und dann noch zu behaupten, das Skigebiet auf Sextener Seite des Helmes sei schöner als jenes auf Sillianer Seite, ist Schwachsinn und eine böswillige Bemerkung die ganz einfach nicht stimmt.
Jetzt haben die Sextner mit Gewalt eine zutiefst hässliche Schneise durch wertvolles Waldgebiet geschlagen, das nur noch Unverständnis hervorrufen kann.
Das nur als kleines Beispiel, wie Südtirol eine Zusammenarbeit ablehnt.
Es ist Tatsache, dass viel Urlauber aus Italien nach Osttirol abwandern. Das sollte die Südtiroler dazu animieren, einmal nachzudenken, was sie schlechter machen als die Osttiroler. Aber nein, sie machen das genau Gegenteil, und grenzen sich weiter ab! Das ist nicht nur wirtschaftlich gesehen totaler Unsinn, es schafft nur noch mehr Unverständnis auf der anderen Seite der Grenze.
Die Straße auf den Staller Sattel, ist auf Osttiroler Gebiet sehr gut ausgebaut. Auf Südtiroler Seite ist die Straße eine Katastrophe. Daran wird sich auch nichts ändern, wohl aus demselben Grund wie in Sillian.

…ach, die sollen endlich selber was machen. Glauben Sie, wir fragen dauernd in Wien nach?

Zivilcourage ist in Südtirol keine sonderlich ausgeprägte Spezialität. Meist vernimmt man Floskeln, wie „rechtlich nicht möglich“ oder „hierfür ist Rom zuständig.“
Man könnte unabhängig von der rechtlichen Situation Rom auch zu verstehen geben, dass, wenn bestimmte Dinge, die für Südtirol gesellschaftlich wünschenswert sind, nicht zeitnah umgesetzt werden, der Rahmen der derzeitigen Autonomie als überholt gilt.

Alternative zum Tirol Hunderter ist die Fortführung der rollenden Landstrasse von Kufstein bis Verona. Zugleich wäre dies ein ernsthaftes Euregio-projekt und eine Übergangsregelung bis zur Realisierung des Brennerbasistunnels.

Es ist immer dasselbe: Jedes angesprochene Thema in Südtirol endet früh oder später in der nichtbewältigten Vergangenheit, der unzufriedenen Gegenwart und der ungewissen Zukunft Südtirols.
Die unterwürfige und opportunistische Haltung der SVP-Regierung (und vieler nicht SVP-Wähler) gegenüber Rom, vernichtet den Rest der Sympathie, die sich Südtirol in der Vergangenheit erworben hat.
Die Nordtiroler lehnen sich immer wieder sehr erfolgreich gegenüber Wien auf.
Hingegen bei den SVP-Südtirolern (und das sind nun mal die Mehrheit) hat man immer wieder das Gefühl, sie haben in Rom nichts Besseres zu tun, als denen dort unten in den Ar..h zu kriechen, die Stiefel zu lecken und um irgendetwas zu betteln.
Nie hört man von einem Widerstand gegenüber Rom. Immer nur (z.B.) von “erfolgreichen” Verhandlungen, die zu dem Ergebnis führten, weniger Millionen Euros nach Rom überweisen zu müssen, oder diese oder jene Zugeständnisse von Rom bekommen zu haben.
Dieses Verhalten hat zwar zu Wohlstand geführt, ist aber zutiefst widerlich, abstoßend und abschreckend.
Die Menschen mögen nun mal keine unterwürfigen, hörigen, bettelnde und zugleich arrogante Zeitgenossen, wie die SVP-Südtiroler (und nicht nur die) mit der Zeit nun mal geworden sind. Gerade deshalb sind die “aufmüpfigen”, selbstbewussten und kämpferischen Katalanen bei uns so beliebt, obwohl den wenigsten je ein Katalane über den Weg gelaufen ist.

Was die Selbstbestimmungs- bzw. Freiheits-Bewegung betrifft, ist nicht viel zu hören und zu sehen. Immer dieselben läppischen bis lächerlichen Veranstaltungen, die eigentlich niemanden interessiert.
Wenn etwas doch wahrgenommen wird, dann bestenfalls auf bescheidener regionaler Ebene. International wird die Selbstbestimmungs-Bewegung in Südtirol nicht wahrgenommen.

Manchmal hat am auch nur das Gefühl, die Südtiroler fühlen sich ganz wohl dabei, nie etwas zu sein, immer nur etwas zu werden. Was, das wissen nur die Wenigsten. Das ist aber eine Fehlentwicklung die zur Verfremdung führt.

Ob Transitproblem, Sport, Umweltschutz oder Tourismus, egal welches Thema man in ST anschneidet, es endet früh oder später immer in der nichtbewältigten Vergangenheit, der unzufriedenen Gegenwart und der ungewissen Zukunft Südtirols. Der unterwürfigen (arroganten) Haltung vieler oder der meisten Südtiroler usw. siehe oben.
Schon alleine deshalb wäre es höchst an der Zeit, in Südtirol für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Und das kann nur eine Volksabstimmung (Selbstbestimmung) bringen. Egal wie die aussieht und ausgeht, dann weiß man wenigstens, was Sache ist!
Dann kann man sagen: „Das Volk hat gesprochen, das Thema ist vom Tisch.“
Und nicht: „Rom hat gesprochen, der Fall ist beendet“

@Johann
Sehr gute Analyse der Auswirkung der Historie auf die Mentalität:
diese Opferhaltung, dieses Angepasstsein, dieses Händeaufhalten.

Das ist das Ergebnis einer jahrelangen Giesskannenpolitik, welche zugegeben zu Wohlstand geführt hat.
Aber!!!:
Ist der Ruf nach der Selbstbestimmung nicht eine Analogie dieses Prinzips? Ist die Selbstbestimmung notwendig um einen neuen selbstbewussten, unternehmerischen Menschen als Vorbild zu generieren? Trägt die Selbstbestimmung zur Lösung von Wettbewerbsfähigkeit, Schuldenkrise und Klimawandel bei?
Verändert die Selbstbestimmung die Wahrnehmung Südtirols unter den Nachbarn?

@ Christian Mair,
Selbstbestimmung ist notwendig, erst dann kann man sagen: ”Das Volk hat gesprochen, das Thema ist vom Tisch.”
Und nicht: ”Rom hat gesprochen, der Fall ist beendet”
bzw. “Rom hat gesprochen, die unendliche Geschichte in ST kann weitergehen”,
denn am längeren Ast sitz immer die Mehrheit, der Stärkere der in der Position des Stärkeren warten kann…

Die Selbstbestimmung trägt sicher nicht zum Klimawandel bei, aber sie trägt dazu bei, sich von einer Vormundschaft zu lösen, sich zu lösen was einem fremd ist, was man aus vielen Gründen nicht will.
Harmonie kann es immer nur zwischen zwei gleichgestellten Partnern mit gleichen Interessen und Lebensvorstellungen geben.
Wir Tiroler haben mit den Italienern nun wirklich nichts gemeinsam. Vielleicht die Liebe zum sonnigen Klima am Meer, aber auch da sind wir immer recht froh, wenn es nach dem Urlaub wieder zurück in die raue Bergwelt geht.

Selbstbestimmung ist immer gut, denn das zeigt von Selbständigkeit, Bereitschaft und Fähigkeit selbständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen- und ist somit Voraussetzung für jede funktionierende Partnerschaft.

In Südtirol ist von all dem nichts vorhanden! In Südtirol wird vielmehr die Selbständigkeit- und somit auch die Mündigkeit- an Rom abgegeben. Und das auch noch freiwillig und im vorauseilendem Gehorsam!!

@Steffl,
Die arrogante Haltung stammt meiner Meinung nach nicht nur von Unwissenheit, sondern auch von einem gewissen Gefühl der Unterlegenheit und Abhängigkeit.
Warum sollte ein selbstbewusster, unabhängiger und kluger Mensch arrogant sein? Absichtlich ist er das bestimmt nicht…
Anstand und Klugheit ist immer mit dabei bei den guten Eigenschaften. Fehlt aber immer bei den negativen Eigenschaften. Bei den negativen Eigenschaften wird Klugheit und Anstand durch Arroganz und Überheblichkeit ersetzt. Das führt in Folge zur Unterwürfigkeit vor dem Stärkeren und dem Versuch, gleichgestellte Partner von oben herab zu betrachten. Kommt Dummheit noch dazu, wird gefährlich…

Wir Tiroler haben mit den Italienern nun wirklich nichts gemeinsam.

Achso? Gibt es Belege dafür? Ich würde ja behaupten, wir haben sehr vieles gemeinsam… wobei es ja weder »den Tiroler« noch »den Italiener« gibt.

italiener vs. tiroler – jetzt wird’s lustig. was ist z.b. ein italienischsprachiger aus dem historischen tirol. sagen wir aus lavis. ein tiroler? ein italiener?

Auch hier darf ich Eduard Wallnöfer zitieren, der folgendes gesagt haben soll:
»Wir Tiroler haben mit den Kärntnern nun wirklich nichts gemeinsam«
Das: » soll sie doch der Kuckuck hohlen « ist nicht belegt. Ist auch besser so.

Was haben wir mit den Italienern gemeinsam, die aus Sizilien und Kalabrien nach Südtirol transportiert wurden, und auch heute noch in ST lieber Italienisch reden, weil sie Deutsch kaum oder überhaupt nicht beherrschen und auch nicht beherrschen wollen?
Sind die Trentiner (Tiroler?) in Welschtirol Italiener, darf ich auch behaupten, wir Tiroler in Nord- und Südtirol sind Deutsche.
Natürlich darf ich das nicht, denn dann bin ich ein unverbesserlicher Nationalist. Ein Deutsch-Nationalist natürlich. Hingegen andersrum…

Ich lese gerade das Buch von Joachim Fest, Im Gegenlicht, vielleicht schon zum fünsften Mal. Es beschreibt darin sehr eindrucksvoll, warum wir (Deutsche?) Italien so sehr lieben, und warum wir doch so anders sind als die Nachkommen der Römer…

Köstlich wie hier in bbd immer von SüdtirolerInnen und ItalienerInnen gesprochen wird.

Derjenige der das Binnen-I so gerne benützt, war einmal Student. Der Begriff “der Student” sagt noch nichts über das biologische Geschlecht aus (kann also männlich oder weiblich gemeint sein) Die Studentin hingegen ist eindeutig weiblich. Wie aber lautet nun die politisch korrekte biologisch-männliche Form von Student? Studenterich oder Studelpel?
Oder das Wort “Bürgermeisterkandidat”. Politisch korrekt mit dem Binnen-I versehen, lautet es: “BürgerInnenmeisterInkandidatIn”. Klingt nicht besonders gut. Warum wird ein Mann überhaupt noch gesiezt? Er müsste eigentlich “geerzt”werden. Und eine Gruppe von Menschen müssten überhaupt “gesieert” werden.
Einer der intelligentesten Österreicher (das ist natürlich relativ gemeint) – ein Sozialdemokrat, sitzt im relativ hohen Alter im sogenannten Rechnungshof zu Wien, und lehnt das Binnen-I kategorisch ab, obwohl er seit vielen Jahren für die Gleichberechtigung von Mann und Frau eintritt. Aus diesem Grund quält er leidenschaftlich gerne den Wiener Bürgermeister (ein Mann und Genosse) und die Vizebürgermeisterin (eine Frau und eine GrünIn)
In Wien ist das Benützen des Binnen-I im gesamten Behördenweg verpflichtend. Rechtschreibfehler sind allerdings noch erlaubt…

Liebe Grüße und
servus Tirol!

Nachtrag:
Ich hätte schon noch gerne gewusst, was wir mit den Italienern gemeinsam haben. Mit den Trentinern (Welschtiroler) haben wir sehr vieles gemeinsam, obwohl sie eine andere Sprache sprechen und vielleicht eine etwas andere Mentalität besitzen. Und mit den Südtirolern ital. Muttersprache haben wir auch sehr vieles gemeinsam, obwohl sie vielleicht eine etwas andere Mentalität besitzen als wir.
Ist eine Wiener plötzlich auch ein Tiroler, wenn er Innsbruck als seinen ständigen Wohnsitz auserwählt und sich sogar den etwas unsympathischen Inschbruckkerisch Dialekt angewöhnt?
Sicher nicht. Da sind wir uns wohl einig. Warum sollte er auch? Ist ihm “Wiener- sein” zu wenig? Sind die Tiroler “besser”?

Die Deutschen (sind das auch wir Tiroler?) sind bekanntlich pünktlich, sparsam, fleißig usw.
Sind sie deshalb bessere Menschen als z.B. die Italiener, die bekanntlich weniger sparsam sind, und weniger pünktlich zu Arbeit kommen- wenn überhaupt. Nein, die Deutschen sind keine besseren Menschen, sie sind einfach nur pünktlicher, sparsamer und fleißiger!
Das sind unbestrittene Tatsachen. Oder will jemand behaupten, die Gartenzwerge sind Schuld an der Dauer-Misere, die aus Italien das macht, was man heute allgemein unter Italienische Verhältnisse versteht?

Köstlich wie hier in bbd immer von SüdtirolerInnen und ItalienerInnen gesprochen wird.

@ johann

Deine brillante Kombinationsgabe hat dich einmal mehr nicht im Stich gelassen. Und ja, wir sind allle vegan und tragen nur Kutten aus Biobaumwolle. Nachts treffen wir uns und befreien Hühner, Schweine und Rinder aus ihren Ställen. Außer dienstags. Da trommeln wir für den Weltfrieden. Und ob du’s glaubst oder nicht, ich konnte bereits mit viereinhalb meinen Namen tanzen.

Mann, was gäbe ich dafür, ein zwei Stunden in deinem Hirn zu sein. Das muss die gleilste Achterbahn sein.

Im obigen Artikel geht es um Kompetenzen, Eigenverantwortung, Subsidiarität und Romhörigkeit. Du schaffst es, daraus eine Diskussion über „Tirolertum“ zu drehen und kommst jetzt auch noch mit dem Binnen-I daher, um ja kein Klischee auszulassen. Definiere er das Wort „immer“.

In Südtirol hat alles irgendwie mit der Unterwürfigkeit und der gut ausgebauten Geldautonomie und nicht vorhandeneren Selbständigkeit zu tun. Das hat auch Fritz Gurgiser richtig erkannt. Da hilft auch kein Punkt 2 in der Netipuette.

@Liberte, Gendern hat sehr wohl etwas mit dem Thema zu tun.
Unser lieber Simon, der linksliberaler, weltoffene Europäer und erklärter Pazifist, rennt immer gleich zu den Waffen, wenn die Römer wieder einmal ausholen, um den Südtirolern Geld wegzunehmen.
Hingegen übernimmt er ohne lange nachzudenken jeden Gender-Unsinn, den irgendwelche weltoffene linke bis linksradikale Piefke uns Tirolern aufdrängen. Vielleicht sieht er sich dazu verpflichtet, so wie der Arno Kompatscher sich gegenüber Rom verpflichtet sieht.
Nur nicht auflehnen! Hier wie dort!!
Weder gegenüber der Römischen Geldautonomie (Arno, Luis), noch gegenüber der Ideologie der linksliberalen Genossen in der weiten bunten Welt (Simon). Nur nicht auflehnen!!

Hemut Schmidt, dt. Bundeskanzler a.D. hat 2004 in seiner “Die Zeit” (Nr.18 vom 22. April) geschrieben:
**** Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen.****
In seinen Büchern wird der Helmut noch viel deutlicher.

Im Gegensatz zu den weltoffenen intellektuellen Träumern ist Genosse Schmidt ein “Macher”, der mit beiden Beinen in der Welt steht, und daher bei seinen jungen Genossen recht unbeliebt ist.
Ex-Kanzler Helmut Schmidt hat auch mehrmals zugegeben, dass es ein großer Fehler war, Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland zu hohlen: “Das war nicht weitsichtig, und daher ein großer Fehler.”
In Bozen leben viel Italiener, die kaum Deutsch können. Das aus vielerlei Gründen.
Heute lese in “die presse.com”, dass sich eine Lehrerin in Vorarlberg aufregt, weil es immer noch Österreicher mit türkischem Migrationshintergrund gibt, die selbst nach 50 Jahren in Vorarlberg kaum Deutsch können. Das geht die Fr. Lehrein nichts an, aber deren Kinder die sie unterrichtet, können AUCH kein brauchbares Deutsch!! WARUM ist das so??
Hat Helmut Schmidt mit seiner Behauptung doch recht?
Vielleicht ist alles erlogen, weil ausgerechnet Thilo Sarrazin dieses Beispiel aus Vorarlberg (in einem Interview mit “Der Presse”/“die presse.com”) herannimmt, um die Integrationsfähigkeit einiger Völker in Frage zu stellen.

Ja, lieber Simon, wir sind alles Menschen, das beweist eindeutig die DNA. Aber das heißt noch lange nicht, dass wir ALLE dazu fähig (und willig?) sind, uns in einer uns fremden Kultur einzuordnen (nicht unter- sondern einzuordnen). Das beweist das kleine Beispiel aus Vorarlberg und aus Bozen.

Ist eine Wiener plötzlich auch ein Tiroler, wenn er Innsbruck als seinen ständigen Wohnsitz auserwählt und sich sogar den etwas unsympathischen Inschbruckkerisch Dialekt angewöhnt?
Sicher nicht. Da sind wir uns wohl einig.

einig sind wir uns da wohl nicht. wir müssen da zwei ebenen unterscheiden. die eine ist die persönliche identität. die andere die „politische“, wenn man so wie. persönlich kann sich der wiener fühlen, als was er sich will. für das gemeinwesen ist nach unserem verständnis aber jeder tiroler, der in tirol lebt.

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