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Amtliches Endergebnis zum 1. Oktober 2017.

Die Generalitat hat heute das Endergebnis des Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober bekanntgegeben: Von 5.313.564 Berechtigten gaben 2.286.217 oder 43,03% ihre Stimme ab — wovon 2.266.498 gültig und 19.719 ungültig waren. 2.044.038 (90,18%) sprachen sich für und 177.547 (7,83%) gegen die Gründung einer katalanischen Republik aus, 44.913 Stimmzettel (1,98%) waren weiß. Nicht ausgezählt wurde selbstverständlich der Inhalt der von Staatspolizei und Guardia Civil beschlagnahmten Urnen.

Trotz der widrigen Umstände, einschließlich der angedrohten drakonischen Strafen für Wahlhelferinnen, stimmten 38,80% der Berechtigten für die Unabhängigkeit .

Zum Vergleich:

  • Für das erste katalanische Autonomiestatut (von 1979) stimmten noch 52,62% der Berechtigten = 88,15% der Abstimmenden.
  • Für das zweite katalanische Autonomiestatut (von 2006) stimmten 35,79% der Berechtigten = 73,90% der Abstimmenden.
  • Für die EU-Verfassung waren in Katalonien (2005) 26,24% der Stimmberechtigten = 64,06% der Abstimmenden.
  • Für den Brexit (2016) sprachen sich 37,4% der Stimmberechtigten aus = 51,9% der Abstimmenden.
  • Für den Verbleib Schottlands (2014) im Vereinigten Königreich stimmten 46,78% der Berechtigten = 55,3% der Abstimmenden.
  • Renzis Verfassungsreform (2016) wurde von 38,25% der Stimmberechtigten verworfen = 58,42% der Abstimmenden.
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0 replies on “Amtliches Endergebnis zum 1. Oktober 2017.”

Ich halte das Referendum für keine gute Grundlage (was freilich nicht die Schuld der katalanischen Seite ist).
Aber aus anderen Gründen als der Beteiligung bzw. Zustimmung relativ zu den Wahlberechtigten.

Ich denke, dass erstens die Kriterien einer geheimen und gleichen Wahl angesichts des offenbaren Chaos in vielen Wahllokalen (was wiederum freilich nicht die Schuld der Katalanen war) nicht gegeben waren und das Referendum somit nicht demokratischen Standards entsprach. Und zweitens, dass das Referendum für illegal erklärt wurde und für die Wähler rechtliche (und wie wir gesehen haben mit unter auch körperliche) Konsequenzen drohten (was natürlich auch nicht die Schuld der Katalanen war). Die Hürde, eine Rechtswidrigkeit begehen zu müssen, entspricht auch nicht den Kriterien einer demokratischen Wahl.

nein. aber so wenig angriffsfläche wie nur möglich bieten. essentiell für den erfolg ist, dass die weltgemeinschaft das anliegen als berechtigt und sauber ansieht. denn ob katalonien ein unabhängiger staat wird, hängt auch von der anerkennung der anderen ab.

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