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Zweisprachig von 8.15 bis 16.00 Uhr.
Sparkasse

Eine kurze Geschichte über die zunehmende Marginalisierung der deutschen Sprache in Südtirol:

»[…] Sehr geehrter Kunde, nach 16.00 Uhr können wir die Dienstleistung nur in italienischer Sprache anbieten. Wir bitten um Ihr Verständnis. Für den Dienst in deutscher Sprache stehen Ihnen unsere Mitarbeiter von Montag bis Freitag von 8.15 bis 16.00 Uhr zur Verfügung. Um das Gespräch in italienischer Sprache fortzusetzen, wählen Sie 1.« (Transkription von mir.)

Entweder es gibt bald Vorschriften, die so etwas untersagen — oder die Richtung ist vorgegeben. Selbst Regionalbanken wie Sparkasse und Volksbank, für die die Verwurzelung im Land einer der größten Wettbewerbsvorteile ist, scheren sich immer weniger um die (noch) mehrheitlich gesprochene Sprache.

Dass sich an dieser verhängnisvollen Entwicklung von selbst noch einmal etwas ändert, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Siehe auch: |

Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Südtirol/o | | Deutsch

12 replies on “Zweisprachig von 8.15 bis 16.00 Uhr.
Sparkasse

Ich glaube nicht Thema verfehlt zu haben. Wer wie du es sich zum Lebensinhalt gemacht hat, sprachliche Missstände an jeder Ecke zu suchen, pardon, zwanghaft zu finden, dabei jedoch übersieht, dass Banken, wenngleich lokal verankert, längst im internationalen Kontext angekommen sind, lebt in einer Welt, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.
Die Zeiten in denen Herr und Frau Südtiroler in die “Kasse” gegangen sind, das Sparbuch des Enkels mit 1.000 Lire zu füllen, dabei das obligatorische “Ratscherl” gemacht haben, um den neuesten Klatsch und Tratsch aus dem Dorf zu erfahren und verbreiten, sind definitiv vorbei. Alle Banken sind heute digitalisiert, mit den Datenbanken der Zentralbank vernetzt und müssen auf Software setzen, die der (italienische) Markt bietet. Und diese Anbieter produzieren Pakete, die der (italienischen) Nachfrage entsprechen. Falls es dir entgangen sein sollte, haben sowohl Volksbank als auch Sparkasse längst ihr Marktterritorium auf den oberitalienischen Raum erweitert; es sind eben Unternehmen, die Rentabilität vor sprachliche Mängel setzen, nur weil es einer Mikrogruppe von Schreiern und Dauernörglern nicht passt.
Die Lieferanten dieser Pakete legen keinen Wert auf die Ergüsse, die ein gewisser “pérvasion” in seinem Blog oder Kommentaren von sich gibt – sie kennen sie nicht mal, wie gesagt, aufgrund der Tatsache, dass dieser Herr (und sein kongenialer Partner, der sicher unmittelbar auf diesen Post als Sekundant zur Seite springt, als ob sich “pérvasion” nicht alleine zur Wehr setzen könnte) Meinungen vertritt, die von einer absoluten Minderheit der Südtiroler Bevölkerung getragen werden, die so klein ist, dass sogar dieser Post die Mühe nicht wert sein sollte.
Dennoch muss gesagt werden, dass allein die Repliken auf die Artikel zeigen wie erbärmlich klein die community eigentlich ist und wieviel sie an Substanz in den letzten Jahren verloren hat. Während vor einigen Jahren auch die Artikel noch interessanter waren und mehr Diskussion stattgefunden hat, gehen seit geraumer Zeit etliche Artikel “ins Leere”, regen zu keiner Diskussion an bzw. finden immer die selben Kommentatoren. Und diese, mit Verlaub, kann man mittlerweile auf maximal 2 Händen abzählen.
Wahrscheinlich auch aufgrund von sinnlosen Artikeln wie diesen.

Folgen wir dieser traurigen Logik, in der es nur um »Marktterritorium« und Profit geht, können und müssen wir uns natürlich marktbedingt von unserer Mehrsprachigkeit und jeder anderen Besonderheit verabschieden. Ich weiß, dass das etlichen Südtirolerinnen egal wäre, vielleicht gerade solchen, denen es nicht zu dumm ist, sonst (weil ebenfalls marktkonform) Mehrsprachigkeit — zum Beispiel in der Bildung — ungeachtet der möglichen Folgen zu fordern. Je mehr Menschen so denken wie Sie, desto mehr und desto schneller nähern wir uns dieser traurigen, nivellierenden (nationalstaatlichen) Marktkonformität. Gleichzeitig werden Sie mir nicht übel nehmen, dass ich und hoffentlich noch zwei drei andere nicht so schnell aufgeben werden.

Immerhin zeigen noch ein paar andere Beispiele in Europa und weltweit, dass es zu dieser Selbstaufgabe auch Alternativen gibt, wiewohl sie anstrengend und nervig sind.

Gleichzeitig werden Sie mir nicht übel nehmen, dass ich und hoffentlich noch zwei drei andere nicht so schnell aufgeben werden.

Ich bin dann der vierte im Bunde … :-)

Es würde genügen zu erkennen, dass Südtirol nicht mehr auf alten Römerstraßen mit alpenländisch trainierten Pferden und ausreichend Heu im Gepäck erreichbar ist. Auch die Zeiten als die Schützen sich noch mit Feuern von Dorf zu Dorf verständigt haben, sind Geschichte.
Südtirol ist heute eine Provinz, die mehrdimensional mit verschiedenen Einheiten kommuniziert und im Umkehrschluss auch von diesen “abhängig” ist. Abhängig, weil Lieferanten tätig sind, die nicht nur die idyllische Fraktion Tagusens mit Grundnahrungsmitteln versorgt, sondern Lieferanten, die – und das will Euch nicht einleuchten – zwangsläufig andere (auch italienische) Betriebe mit Gütern und Dienstleistungen versorgen, die nicht nur – wie Ihr es es Euch wünscht – ausschließlich Südtirol beliefern. Dass es hierbei zu Mängel in der Anwendung der Sprache kommt, liegt in der Natur der Dinge und hat nichts mit mangelndem Patriotismus zu tun, der mir unterschwellig vorgeworfen wird.
Und, liebe “Romantik-Tiroler”, in einem Unternehmen geht es immer nur um Profit. Das war schon immer so und wird immer so bleiben, gerade etliche Südtiroler Betriebe scheren sich einen feuchten Kehricht um gewisse von Euch vertretene Werte, solange die Kasse klingelt und der Tourist seine Euros im Hause lässt. Manchmal zeigt Ihr das auch auf, meiner Meinung nach ist das zwar reine Sisyphusarbeit, aber es ist Eure Zeit, die Ihr in diesen Blog investiert. Aus diesem Grund soll Euch der Respekt hierfür auch gegönnt sein. Wenn es nur ein wenig weniger Beiträge, dafür aber solche mit ergreifendem Inhalt wären, wäre ich persönlich sehr froh. Vor allem die ewigen Verweise auf Katalonien finde ich uninteressant, es geht hier allem Anschein um eine persönliche Liebe von “pérvasion”.
Gerade die soziale Frage finde ich vor und nach der Pandemie eines des wichtigsten Themen, die Herr und Frau Südtiroler beschäftigen, da sie für deren Existenz wesentlich sind. Das Erfassen von vielen verschiedenen Thematiken, die dem absoluten Großteil der Bevölkerung am Gesäß vorbeigehen, hilft bei der Thematisierung des Sozialgefälles in Südtirol nicht wirklich.
Ich wiederhole nochmals, mehr Pluralismus würde diesem Blog mehr als gut tun, aber die Tatsache, dass sich vier (!) Gesinnungsgenossen finden, die sich vereinen wenn ein einziger (!) Kritiker sich rührt, zeigt, dass die Themen nicht gerade ergreifend sind.
P.S. bitte nicht gleich auf “Sie” umschalten, nur wenn mal einer aus der Reihe tritt. Ich dachte, ich hätte mal gelesen, dass die Form dieses Blogs immer “Du” wäre. Aber ich mag mich bei der Vielzahl der Artikel und Verweise auf andere Kommentare auch täuschen…

Es würde genügen zu erkennen, dass Südtirol nicht mehr auf alten Römerstraßen mit alpenländisch trainierten Pferden und ausreichend Heu im Gepäck erreichbar ist. Auch die Zeiten als die Schützen sich noch mit Feuern von Dorf zu Dorf verständigt haben, sind Geschichte.

Die Anspielung ist mir etwas schleierhaft.

Südtirol ist heute eine Provinz, die mehrdimensional mit verschiedenen Einheiten kommuniziert und im Umkehrschluss auch von diesen “abhängig” ist. Abhängig, weil Lieferanten tätig sind, die nicht nur die idyllische Fraktion Tagusens mit Grundnahrungsmitteln versorg[en], sondern Lieferanten, die – und das will Euch nicht einleuchten – zwangsläufig andere (auch italienische) Betriebe mit Gütern und Dienstleistungen versorgen, die nicht nur – wie Ihr es es Euch wünscht – ausschließlich Südtirol beliefern.

Da liegt ein grundsätzliches Missverständnis. Wir sind nicht der Meinung, dass Betriebe und Lieferanten nur Südtirol beliefern sollten, sondern höchstens, dass das nicht zur Vernachlässigung der hiesigen (mehrsprachigen) Realität führen sollte.

Dass es hierbei zu Mängel[n] in der Anwendung der Sprache kommt, liegt in der Natur der Dinge

Das Problem liegt vor allem in der nationalstaatlichen Logik (wie ich sie nenne), die dazu führt, dass dies trotz wie du es nennst »mehrdimensionaler« Abhängigkeiten fast ausschließlich in eine einzige Richtung — nämlich in Richtung einer »nationalen« Homogenisierung und Nivellierung — geschieht. Es ist ja nicht so, dass ein Unternehmen in Südtirol, das vorwiegend in Österreich tätig ist, auf dem heimischen Markt die italienische Sprache vernachlässigen könnte — so wie Unternehmen, die vorwiegend in Italien tätig sind, häufig die deutsche Sprache vernachlässigen. Die Vernachlässigung der italienischen Sprache ist in Südtirol (im Gegensatz zur Vernachlässigung der deutschen Sprache) weitgehend verboten, was zu einer strukturellen Diskriminierung führt.

und hat nichts mit mangelndem Patriotismus zu tun, der mir unterschwellig vorgeworfen wird.

Ich halte mich selbst nicht für einen Patrioten, weshalb ich sowas niemandem vorwerfen würde, weder ausdrücklich noch unterschwellig.

Und, liebe “Romantik-Tiroler”,

Bin ich auch keiner.

in einem Unternehmen geht es immer nur um Profit.

Dass es in einem Unternehmen immer und nur um Profit gehe, finde ich eine etwas unfaire Behauptung. Doch ich kritisiere gar nicht sosehr die Profitgier, sondern die Abwesenheit von Regeln, die diese Profitgier im Sinne der Mehrsprachigkeit (und somit der Bürgerinnen) zügeln könnten. Du bist hoffentlich nicht der Meinung, dass ich auch diese politische Forderung dem Profit der Einzelnen unterordnen muss.

Das war schon immer so und wird immer so bleiben, gerade etliche Südtiroler Betriebe scheren sich einen feuchten Kehricht um gewisse von Euch vertretene Werte, solange die Kasse klingelt und der Tourist seine Euros im Hause lässt.

Wiewohl ich der Meinung bin, dass wir vor allem Gesetze brauchen, ist nicht ausgeschlossen, dass sich Unternehmerinnen auch dann Gedanken (um Werte oder um ihren Profit) machen, wenn sie sehen, dass sie für ihre Ignoranz kritisiert werden. Ich bin sogar so vermessen zu glauben, dass wir im Kleinen schon das eine oder andere bewirkt haben.

Manchmal zeigt Ihr das auch auf, meiner Meinung nach ist das zwar reine Sisyphusarbeit, aber es ist Eure Zeit, die Ihr in diesen Blog investiert.

Da bin ich eben anderer Meinung. Ich denke, dass auch dieses Aufzeigen zuerst ein Bewusstsein schaffen und dann bestenfalls eine politische Wirkung entfachen kann.

Aus diesem Grund soll Euch der Respekt hierfür auch gegönnt sein. Wenn es nur ein wenig weniger Beiträge, dafür aber solche mit ergreifendem Inhalt wären, wäre ich persönlich sehr froh. Vor allem die ewigen Verweise auf Katalonien finde ich uninteressant, es geht hier allem Anschein um eine persönliche Liebe von “pérvasion”.

Ich danke für das Feedback, doch ich denke, dass in Katalonien ein politischer Kampf ausgetragen wird, der für ganz Europa wichtig ist. Vielleicht solltest du die entsprechenden Beiträge einfach nicht lesen, denn berichten werde ich darüber auch weiterhin.

Gerade die soziale Frage finde ich vor und nach der Pandemie eines des wichtigsten Themen, die Herr und Frau Südtiroler beschäftigen, da sie für deren Existenz wesentlich sind.

Das ist sicher ein herausragendes Thema, mit dem wir uns punktuell auch befasst haben und befassen werden. Eine große Expertise habe ich auf diesem Gebiet jedoch nicht. Wenn du möchtest, kannst du gerne einen oder mehrere Gastbeiträge dazu hier bei uns veröffentlichen.

Das Erfassen von vielen verschiedenen Thematiken, die dem absoluten Großteil der Bevölkerung am Gesäß vorbeigehen, hilft bei der Thematisierung des Sozialgefälles in Südtirol nicht wirklich.

Das ist sehr nett ausgedrückt. Weißt du (erstens) welche Themen den Südtirolerinnen am Herzen liegen? Und bist du (zweitens) der Meinung, dass Themen, die nur eine Minderheit interessieren, keine Berechtigung haben?

Ich wiederhole nochmals, mehr Pluralismus würde diesem Blog mehr als gut tun,

Für bereichernde Stellungnahmen sind wir stets offen.

aber die Tatsache, dass sich vier (!) Gesinnungsgenossen finden, die sich vereinen wenn ein einziger (!) Kritiker sich rührt, zeigt, dass die Themen nicht gerade ergreifend sind.

Mir ist jetzt nicht klar, ob wir zwei-drei-vier dir jetzt zu wenige oder doch zu viele sind.

P.S. bitte nicht gleich auf “Sie” umschalten, nur wenn mal einer aus der Reihe tritt.

Das ist eine Unart, die ich mir mit der Zeit angewöhnt habe, weil immer mehr Menschen, mit denen ich im Netz diskutiere, die Forderung erhoben haben, gesietzt zu werden.

Ich dachte, ich hätte mal gelesen, dass die Form dieses Blogs immer “Du” wäre. Aber ich mag mich bei der Vielzahl der Artikel und Verweise auf andere Kommentare auch täuschen…

Nein, die Form dieses Blogs ist nicht immer du. Unsere Netiquette sagt aber, dass es grundsätzlich erlaubt ist, andere Diskussionsteilnehmerinnen zu duzen.

Dem Gebot der Höflichkeit zu folgen, gebe ich eine letzte Replik – dann ist es aber wirklich genug.
Grundlegend finde ich Euren Blog wertvoll, er hat jedoch mit der Zeit nicht nur Federn gelassen was die Diskussionsteilnehmer angeht, sondern auch inhaltlich konzentrieren sich die Themen deutlich abseits was den Leuten unter den Nägeln brennt. Um ein Beispiel zu machen, gab es vor Jahren eine Diskussion über Wohnungspreise nördlich/südlich des Brenners, wenn ich mich recht erinnere, sammelte dieses Thema rund 40-50 Repliken und die Anzahl der Diskussionsteilnehmer lag zwischen 15-20. Von solch wichtigen Diskussionen ist man seit Jahren meilenweit entfernt, die Repliken stammen letzthin meist vom Autor selbst und wenn mal eine Diskussion entsteht, beteiligen sich derart rückständig denkende Personen, dass es mir persönlich keine Freude macht, aktiv in die Diskussion einzugreifen.
Dabei gäbe es in Südtirol etliche Themen, die die Gesellschaft bewegen. Man denke an die Übermacht der Kirche, der Partei, des sozialen Ungleichgewichts, der mangelnden Integrationsbereitschaft in aktiver und passiver Hinsicht, der zunehmend aufkommenden Oligopole, des Ausverkaufs der Heimat, der mangelnden Vision auf politischer Ebene – man könnte die Liste problemlos fortführen.
Während ich glaube erkannt zu haben, dass anfangs diese Themen durchaus Teil der Agenda von BBD waren, sind diese mit der Zeit verschwunden. Ich persönlich denke, dass ein Blog, ähnlich wie jener nördlich des Brenners, auch Enthüllungsjournalismus bieten sollte, davon ist wenig bis gar nichts zu sehen. Dabei brennt es an vielen Ecken, das Monopol im Bereich Enthüllungsjournalismus sollte nicht auf Herrn Franceschini allein konzentriert sein, da dieser sich im Laufe der Jahre immer mehr zum Geschäftsmann entwickelt hat.
Meiner persönlichen Auffassung nach wären derartige Themen weitaus wichtiger als das Suchen der Nadel im Heuhaufen der nicht eingehaltenen Zweisprachigkeit. Dieses Zutun artet mittlerweile in eine Art Erbsenzählerei aus, bei welcher “pérvasion” sich den Vorwurf gefallen lassen muss, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu erkennen.

Da wurde jetzt so vieles, teils auch sehr Widersprüchliches durcheinandergeworfen (ein Beispiel: warum sollten wir die Mehrsprachigkeit der Marktlogik überlassen und den — ebenfalls der Marktlogik folgenden — Ausverkauf der Heimat bekämpfen?), dass es mir schwer fällt, darauf zu antworten.

Ad politischer Blog nördlich des Brenners: BBD ist bewusst und gewollt ein Blog, in dem gewisse politische Ziele und — weil angesprochen — Visionen vertreten und thematisiert werden. Wir sind ausdrücklich keine Aufdecker und Watchdogs, wiewohl wir uns bei entsprechender Lust und verspürter Notwendigkeit auch vor dieser Rolle nicht drücken. Dietiwag, worauf hier ja angespielt wird, ist ein Blog, vor dem ich mich verneige, der aber eine ganz andere Zielsetzung hat als wir.

Zur Erbsenzählerei: Ich bin mir bewusst, dass dieser Eindruck entsteht. Andererseits bin ich fassungslos, wie wenig diese Missstände offenbar von der Allgemeinheit wahrgenommen werden. Deshalb will ich hier auch durch die Dokumentation von Einzelfällen (ebenso wie durch die Analyse bzw. Wiedergabe von statistisch erfassten und messbaren Entwicklungen) darauf aufmerksam machen und vielleicht die eine oder den anderen wachrütteln. Gerade dass das Thema vielen Menschen nicht (mehr) unter den Nägeln brennt, finde ich hoch problematisch. Vielfach herrscht ja das Narrativ vor, dass in Südtirol die deutsche Sprache dominiert und die italienische Sprache ein ärmliches Nischendasein fristet — eine falsche Darstellung, die meiner Meinung nach konterkariert werden muss, wenn wir die Mehrsprachigkeit mittelfristig erhalten wollen.

Übrigens: Die Gründung des Amtes für Landessprachen beim Land geht im wesentlichen auf eine Anregung von BBD zurück, weshalb ich schon der Meinung bin, dass wir mit diesem Blog auch den einen oder anderen wichtigen Denkanstoß liefern.

Mindestens nennt sich die Bank ” Cassa di Risparmio di Bolzano” und nicht “..dell”AA”, was noch ein Fünklein Hoffnung gibt. Wenn ich z.B. die Artikel in italienischer Sprache auf Salto durchgehe und im Titel oder Vorspann immer das obbligatorische “Alto Adige” stehen muss, das dann im Text meist noch mehrmals wiederholt wird, dann finde ich das mittlerweile als Provokation. Dazu möchte ich bemerken, dass ich weder rechts noch links bin, weder “tedesco”, noch “Altoatesino”, sondern einfach nur Angehöriger einer anerkannten Minderheit, der respektiert werden möchte und sich nicht ständig von irgendwelchen meist unterdurchschnittlichen öffentlich finanzierten Institutionen, Beamten und nationalitischen Klugscheißern und lokalen geldgeilen Wendehälsen oder anderen Oppurtunisten, an der Nase herumführen lassen möchte. Es muss nicht immer alles perfekt sein und ich spreche auch gerne italienisch, wenn es der besseren Verständigung dient, kann auch Englisch und sogar Französich und noch ein paar Brocken in anderen Sprachen. Aber darum geht es mir nicht, sondern, sondern dieses oft systematische sich unterbuttern lassen müssen, vor allem im beruflichen, wo es um Geld und oft auch um existentielle Dinge geht, welches ich eine Unverschämtheit finde. Regeln sind da, um eingehalten zu werden, auch wenn es dafür manchmal der einen oder anderen Anstrengung bedarf. Regeln sollen den Menschen Sicherheit und Vertrauen schaffen, was in Südtirol leider schon lange nicht mehr der Fall ist. Viele gute Bekannte und Studienkollegen sind entweder im Ausland oder traditionell einfach nur Still, weil sie keine unnötigen Unannehmlichkeiten riskieren möchten, was auch die wenigen Kommentare in diesem Blog teilweise erklärt. Das kann es aber wohl nicht sein. Wo ein Wille, da auch ein Weg und dieser wäre, eigentlich klar vorgeben. Und deswegen finde ich es gut, dass solche Missstände aufgezeigt werden.

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