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Kriegs- und Totschlagargument.

Vor wenigen Tagen hat die Tiroler Tageszeitung (TT) das Ergebnis einer Umfrage veröffentlicht, welche vom Blatt selbst in Auftrag gegeben worden war. Demnach sprächen sich nur rund ein Viertel der Nord- und Osttiroler für eine Wiedervereinigung mit Südtirol aus. Das steht in krassem Widerspruch zu dem Ergebnis, welches eine ähnliche Erhebung vor rund vier Jahren zutage gefördert hatte.

setzt programmatisch auf ein selbstbewusstes Südtirol-Projekt, an dem sich die übrigen Gebiete Tirols (Nordtirol, Osttirol, Trentino) beteiligen können sollen, so es die dortige Bevölkerungsmehrheit wünscht. Die jüngsten Ergebnisse deuten an, dass im österreichischen Teil Tirols die Zustimmung für eine derartige Lösung eher schwindet.

Allerdings kann auch dies nur indirekt abgeleitet werden, da die Frage nach einem unabhängigen, ohne nationalstaatliche Bindung direkt der EU unterstellten Gesamttirol nie gestellt wurde. Bei allen derartigen Umfragen ist — besonders in Österreich — eine Angliederung an das vermeintliche »Vaterland« gemeint; dies ist jedoch ohnehin eine Lösung, welche a priori ausschließt, da sie lediglich die Umkehrung des Mehrheit-Minderheit-Verhältnisses, aber keinen konstitutiv mehrsprachigen, plurikulturellen und postethnischen Willensstaat zur Folge hätte.

Eine Schlappe stellt das Umfrageergebnis jedoch zweifelsohne für die Verfechter der inhaltsleeren Hülse namens Euregio Tirol-Südtirol/Alto Adige-Trentino dar, etwa für die Regierungsparteien beiderseits des Brenners oder etwa Dolomiten-Chef und Leitartikler Toni Ebner, welcher kürzlich geschrieben hatte, die Landeseinheit sei bereits vollzogen.

Nicht nur, dass keine Landeseinheit in Sicht ist — die Bevölkerung der drei Tiroler Landesteile driftet unter den Augen der Sonntagsredner auch noch immer weiter auseinander. Da nützt auch kein Hoferjahr. Zudem macht Italien keine Anstalten, das Madrider Abkommen zu ratifizieren, welches eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit erst tatsächlich ermöglichen würde.

Ob des Scheiterns der Euregio sieht sich der Landeshauptmann jetzt gezwungen, schwerstes Geschütz gegen all jene aufzufahren, die nach neuen Lösungen suchen und sich mit dem status quo nicht abfinden wollen. Sollten sich die Südtiroler — wohlgemerkt in einer demokratischen Abstimmung — für eine Loslösung von Italien entscheiden, sei dieser Wunsch nur mit einem Krieg durchsetzbar, lässt Durnwalder ausrichten. Ein Aufruf, die Demokratie prophylaktisch einzuschränken, um größerem Übel aus dem Weg zu gehen.

Derartiges Geschwafel muss entschieden zurückgewiesen werden. Bis zum Gegenbeweis hat in Südtirol niemand — schon gar nicht — die Absicht, zu gewaltsamen Mitteln zu greifen. Dies wird sich auch nicht ändern, falls ein amtliches oder selbstverwaltetes Referendum den Mehrheitswillen nach Abspaltung sanktionieren sollte, dieser Wunsch aber nicht sofort eingelöst wird. Es geht vielmehr darum, auf europäischer Ebene (parallel mit anderen Territorien, die ihren Verbleib bei einem Nationalstaat ebenfalls als Einschränkung empfinden) politischen Druck auszuüben, um im Rahmen der kontinentalen Einigung eine Lösung zu finden, welche den einfachen Zusammenschluss von Nationalstaaten transzendiert. Dabei wäre durchaus vorstellbar, dass einzelne Regionen — wie Südtirol, Wales oder Katalonien — vorerst mit »herkömmlichen« Staaten koexistieren.

Europa wird sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte unweigerlich wandeln. In welche Richtung die Reise geht, können auch wir mitbeeinflussen. Dazu müssen wir jedoch den Mut haben, Visionen zu entwickeln und konsequent zu verfolgen. Oder wir lehnen uns zurück und müssen vielleicht mitansehen, wie sich ein Europa der Nationen verfestigt, in dem für heterogene Regionen wie Südtirol kein Platz ist.

Siehe auch:

Medien Mitbestimmung Umfrage+Statistik | | Luis Durnwalder | Dolo TT | Nord-/Osttirol Südtirol/o Trentino | EU Euregio SVP | Deutsch

85 replies on “Kriegs- und Totschlagargument.”

Interessante Kapriolen:

Im März 2009 teilen die Jungen Grünen mit einem Schnellschuss per Pressemitteilung mit, die Selbstbestimmung nicht mehr a priori ausschließen zu wollen. Sie werden unverzüglich von Parteimutti Foppa zurückgepfiffen — das ist zuviel der innerparteilichen Diskussion.

Günther Heidegger schießt aus seinem Schützengraben von der ersten Seite der Dolo gegen die Young Greens: Nicht mehr »grün-weiß-rot bis in den Tod«, sondern jetzt plötzlich Selbstbestimmung, da hätten sich die Grünen wohl wie »Fähnchen im Wind« gedreht.

Kurz darauf reagiert SVP-Obmann Theiner und verspricht, sich für die Selbstbestimmung starkzumachen. Wenn sie von allen Sprachgruppen gemeinsam vorangetrieben werde, sei sie eine Möglichkeit, die Zukunft des Landes zu gestalten, so Theiner sinngemäß. Theiner-Double Widmann schießt etwas ungelenk nach: Wir wollen wie die Bayern sein.

Und heute nun das: Durnwalder, neuerdings gern gesehener Gast von PDL-Granden, malt den Teufel einer kriegerischen Auseinandersetzung an die Selbstbestimmungs-Wand. Ob Günther Heidegger jetzt schreibt, dass sich auch die SVP wie ein Fähnchen im Wind dreht? Wohl kaum.

für eine Loslösung von Italien entscheiden, sei dieser Wunsch nur mit einem Krieg durchsetzbar, lässt Durnwalder ausrichten.

Der LH scheint ja arg zu zündeln – hat wohl über Weihnachten zuviel Wunderkerzen gezündet, die seinen pragmatischen Geist vernebelt haben. Spaß beiseite – ein LH, der solch unqualifizierte Sprüche von sich gibt ist eigentlich nicht mehr tragbar. Scheint wohl ganz gut ins neue Tauwetter mit Biancofiore und Frattini zu passen. Übrigens begibt sich unser LH damit auf die Ebene von Pietro Mitolo. Dieser hat in einem Interview, nicht lange vor seinem Tode, im Sender Bozen gemeint, Grenzänderungen seien völlig unmöglich, hierfür wäre ein Krieg notwendig. Man muss sich die Ungeheuerlichkeit solcher Aussagen mal verdeutlichen. Stellt sich die Frage wer hier noch nicht im Europa des 21 Jh. angelangt ist?

Europa wird sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte unweigerlich wandeln. In welche Richtung die Reise geht, können auch wir mitbeeinflussen. Dazu müssen wir jedoch den Mut haben, Visionen zu entwickeln und konsequent zu verfolgen.

Genau in diesem Punkt versagt die SVP (zumindest die hochgewichtigen SVP Vertreter) total. Von Zukunftskonzepten und -visionen keine Spur. Stattdessen undurchsichtige Geheimverhandlungen und Pakteleien mit Rom.
Wenn man auch nur ein Minimum an Visionen hätte, würde man die Selbstbestimmung nicht im selben Satz mit einem Krieg erwähnen, sondern endlich mal die Chancen einer ergebnisoffenen Diskussion zwischen allen drei Sprachgruppen sehen. Gegen diese notwendige gesellschaftliche Diskussion mauert die SVP wie der Teufel gegen das Weihwasser. Das ist ein nicht zu unterschätzender gesellschaftlicher Schaden, der uns um Jahre zurückwirft. Selbst die FF äußert im letzten Leitartikel den Verdacht, dass die SVP für die Eventualität, die Zukunft ohne Italien meistern zu müssen, miserabel vorbereitet ist.

Als ich das heute las konnte ich es kaum glauben. Wie um alles in der Welt kann der LH derart unverantwortlich handeln und reden?

Wenn das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung – und nur so könnte und dürfte die Selbstbestimmung erfolgen – automatisch ein Krieg wäre, dann bitte tragen wir diese Scheindemokratie heute schon zu Grabe und tun nicht länger so als würden wir in einer demokratischen, zivilisierten Gesellschaft leben!

Aber gehen wir die Sache mal ganz nüchtern an:
angenommen es gäbe eine Abstimmung und wir würden uns mehrheitlich für die Selbstbestimmung aussprechen, was bitte schön könnte Italien dann tun? Mit Panzern und Soldaten einmarschieren und mit Gewalt die Loslösung verhindern. Jeder der auch nur einen Funken Verstand hat, versteht sofort wie absurd dies wäre.
Und was würden die Nachbarn, allen voran Österreich, Deutschland und die Schweiz tun? Zusehen wie Südtiroler niedergemacht werden und eine demokratische Abstimmung mit Waffengewalt rückgängig gemacht wird?
Absolut absurd, allein schon der Gedanke.

Das Geschwätz des LH ist leider nicht nur dumm, sondern brandgefährlich. Es zeigt daß sie mit Argumenten und Fakten der Idee der Selbstbestimmung nicht entgegen treten können, stattdessen wird nun die Panikmache versucht. Hier entlarven sich zum wiederholten Male die wahren Zündler und Ewiggestrigen, die nur um ihre Pfründe und Positionen fürchten und weder Zukunftsvisionen noch das Wohl der Bürger im Sinne haben!
Dank Medienmonopol wird diese Einsicht der Mehrheit der Südtiroler aber wieder einmal verenthalten bleiben.

es scheint für manche unmöglich zu sein, im zusammenhang mit dem begriff selbstbestimmung außerhalb nationaler bzw. von der idee der “nation” gespeister kategorien zu denken.

paradoxerweise war es ja der nationalismus, der das autonomiemodell überhaupt notwendig machte. der nationalismus hat südtirol in bedrängnis gebracht, aus der die autonomie ein guter ausweg war. wenn es jetzt – wo das konzept des nationalstaates aufgrund demographischer und geopolitischer entwicklungen über kurz oder lang zerbröckeln wird müssen – um die weiterentwicklung der autonomie geht, schaffen es viele nicht, sich aus der nationalen umklammerung – die im umgekehrten fall ursache des südtirol-problems ist – zu lösen.

nicht nur die südtiroler sondern auch nationalstaaten werden sich neue zukunftsmodelle überlegen müssen, da dieses erst wenige hundert jahre alte konzept mittlerweile im wahrsten sinne an seine grenzen stößt und offensichtlich ein auslaufmodell ist bzw. sein muss, wenn wir den anforderungen des 21. jahrhunderts gerecht werden wollen. südtirol hätte dabei den immensen vorteil, dass es niemals wirklich eine nationale identität entwickeln konnte. südtirol war teil einer österreichischen monarchie – eines vielvölkerstaates. niemand fühlte sich damals als österreicher in einem nationalen sinne. in der definition der nationalisten waren und sind wir “deutscher nation” was sich auch in vielen umfragen und äußerungen aus der zeit nach dem ersten weltkrieg (in der österreich den übergang von der monarchie zum nationalstaat machte) widerspiegelt. eine überwältigende mehrheit der österreicher wollte damals teil deutschlands sein. nachdem die alliierten das ablehnten, waren die vorschläge renners, wie der neue staat heißen solle, “Südostdeutschland”, “Hochdeutschland”, “Deutsches Bergreich”, “Donau-Germanien”, “Ostsass”, “Ostdeutscher Bund”, “Deutschmark”, “Teutheim”, “Treuland”, “Friedeland” oder “Deutsches Friedland” – und schließlich “Deutschösterreich”. sämtliche vorschläge wurden von den aliierten untersagt obwohl die neue republik für kurze zeit deutschösterreich hieß.

und nun – im 21. jahrhundert scheint den schlaumeiern zur selbstbestimmung nur einzufallen, dass es zwei optionen gibt: wollen wir zurück (!?!?!) zum (nationalstaat) österreich oder wollen wir beim (nationalstaat) italien bleiben. das ist schwachsinn.

noch einen Zusatz möchte ich anmerken:
Bedenken diese Leute eigentlich auch den Schaden den sie anrichten? Sollte die Selbstbestimmung eines Tages auch aus Sicht der SVP erstrebenswert oder gar nötig werden, wie will man dann noch glaubwürdig argumentieren und den Bürgern vermitteln?

Interessante Kapriolen:

Im März 2009 teilen die Jungen Grünen mit einem Schnellschuss per Pressemitteilung mit, die Selbstbestimmung nicht mehr a priori ausschließen zu wollen. Sie werden unverzüglich von Parteimutti Foppa zurückgepfiffen — das ist zuviel der innerparteilichen Diskussion.

Günther Heidegger schießt aus seinem Schützengraben von der ersten Seite der Dolo gegen die Young Greens: Nicht mehr »grün-weiß-rot bis in den Tod«, sondern jetzt plötzlich Selbstbestimmung, da hätten sich die Grünen wohl wie »Fähnchen im Wind« gedreht.

Kurz darauf reagiert SVP-Obmann Theiner und verspricht, sich für die Selbstbestimmung starkzumachen. Wenn sie von allen Sprachgruppen gemeinsam vorangetrieben werde, sei sie eine Möglichkeit, die Zukunft des Landes zu gestalten, so Theiner sinngemäß. Theiner-Double Widmann schießt etwas ungelenk nach: Wir wollen wie die Bayern sein.

Und heute nun das: Durnwalder, neuerdings gern gesehener Gast von PDL-Granden, malt den Teufel einer kriegerischen Auseinandersetzung an die Selbstbestimmungs-Wand. Ob Günther Heidegger jetzt schreibt, dass sich auch die SVP wie ein Fähnchen im Wind dreht? Wohl kaum.

ich hätte da mal ne frage auf den heutigen bericht in der rai-bz tagesschau rauf: was ist der unterschied zwischen vollautonomie und selbstbestimmung? darf denn jetzt jeder mit solchen wörtern eigentlich beliebig um sich schmeißen und voraussetzen, dass alle das selbe meinen. so wie das mit dem wort “freistaat” der fall ist. arghhhhhhhhh – ich krieg die krise!!!

für eine Loslösung von Italien entscheiden, sei dieser Wunsch nur mit einem Krieg durchsetzbar, lässt Durnwalder ausrichten.

Der LH scheint ja arg zu zündeln – hat wohl über Weihnachten zuviel Wunderkerzen gezündet, die seinen pragmatischen Geist vernebelt haben. Spaß beiseite – ein LH, der solch unqualifizierte Sprüche von sich gibt ist eigentlich nicht mehr tragbar. Scheint wohl ganz gut ins neue Tauwetter mit Biancofiore und Frattini zu passen. Übrigens begibt sich unser LH damit auf die Ebene von Pietro Mitolo. Dieser hat in einem Interview, nicht lange vor seinem Tode, im Sender Bozen gemeint, Grenzänderungen seien völlig unmöglich, hierfür wäre ein Krieg notwendig. Man muss sich die Ungeheuerlichkeit solcher Aussagen mal verdeutlichen. Stellt sich die Frage wer hier noch nicht im Europa des 21 Jh. angelangt ist?

Europa wird sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte unweigerlich wandeln. In welche Richtung die Reise geht, können auch wir mitbeeinflussen. Dazu müssen wir jedoch den Mut haben, Visionen zu entwickeln und konsequent zu verfolgen.

Genau in diesem Punkt versagt die SVP (zumindest die hochgewichtigen SVP Vertreter) total. Von Zukunftskonzepten und -visionen keine Spur. Stattdessen undurchsichtige Geheimverhandlungen und Pakteleien mit Rom.
Wenn man auch nur ein Minimum an Visionen hätte, würde man die Selbstbestimmung nicht im selben Satz mit einem Krieg erwähnen, sondern endlich mal die Chancen einer ergebnisoffenen Diskussion zwischen allen drei Sprachgruppen sehen. Gegen diese notwendige gesellschaftliche Diskussion mauert die SVP wie der Teufel gegen das Weihwasser. Das ist ein nicht zu unterschätzender gesellschaftlicher Schaden, der uns um Jahre zurückwirft. Selbst die FF äußert im letzten Leitartikel den Verdacht, dass die SVP für die Eventualität, die Zukunft ohne Italien meistern zu müssen, miserabel vorbereitet ist.

Als ich das heute las konnte ich es kaum glauben. Wie um alles in der Welt kann der LH derart unverantwortlich handeln und reden?

Wenn das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung – und nur so könnte und dürfte die Selbstbestimmung erfolgen – automatisch ein Krieg wäre, dann bitte tragen wir diese Scheindemokratie heute schon zu Grabe und tun nicht länger so als würden wir in einer demokratischen, zivilisierten Gesellschaft leben!

Aber gehen wir die Sache mal ganz nüchtern an:
angenommen es gäbe eine Abstimmung und wir würden uns mehrheitlich für die Selbstbestimmung aussprechen, was bitte schön könnte Italien dann tun? Mit Panzern und Soldaten einmarschieren und mit Gewalt die Loslösung verhindern. Jeder der auch nur einen Funken Verstand hat, versteht sofort wie absurd dies wäre.
Und was würden die Nachbarn, allen voran Österreich, Deutschland und die Schweiz tun? Zusehen wie Südtiroler niedergemacht werden und eine demokratische Abstimmung mit Waffengewalt rückgängig gemacht wird?
Absolut absurd, allein schon der Gedanke.

Das Geschwätz des LH ist leider nicht nur dumm, sondern brandgefährlich. Es zeigt daß sie mit Argumenten und Fakten der Idee der Selbstbestimmung nicht entgegen treten können, stattdessen wird nun die Panikmache versucht. Hier entlarven sich zum wiederholten Male die wahren Zündler und Ewiggestrigen, die nur um ihre Pfründe und Positionen fürchten und weder Zukunftsvisionen noch das Wohl der Bürger im Sinne haben!
Dank Medienmonopol wird diese Einsicht der Mehrheit der Südtiroler aber wieder einmal verenthalten bleiben.

es scheint für manche unmöglich zu sein, im zusammenhang mit dem begriff selbstbestimmung außerhalb nationaler bzw. von der idee der “nation” gespeister kategorien zu denken.

paradoxerweise war es ja der nationalismus, der das autonomiemodell überhaupt notwendig machte. der nationalismus hat südtirol in bedrängnis gebracht, aus der die autonomie ein guter ausweg war. wenn es jetzt – wo das konzept des nationalstaates aufgrund demographischer und geopolitischer entwicklungen über kurz oder lang zerbröckeln wird müssen – um die weiterentwicklung der autonomie geht, schaffen es viele nicht, sich aus der nationalen umklammerung – die im umgekehrten fall ursache des südtirol-problems ist – zu lösen.

nicht nur die südtiroler sondern auch nationalstaaten werden sich neue zukunftsmodelle überlegen müssen, da dieses erst wenige hundert jahre alte konzept mittlerweile im wahrsten sinne an seine grenzen stößt und offensichtlich ein auslaufmodell ist bzw. sein muss, wenn wir den anforderungen des 21. jahrhunderts gerecht werden wollen. südtirol hätte dabei den immensen vorteil, dass es niemals wirklich eine nationale identität entwickeln konnte. südtirol war teil einer österreichischen monarchie – eines vielvölkerstaates. niemand fühlte sich damals als österreicher in einem nationalen sinne. in der definition der nationalisten waren und sind wir “deutscher nation” was sich auch in vielen umfragen und äußerungen aus der zeit nach dem ersten weltkrieg (in der österreich den übergang von der monarchie zum nationalstaat machte) widerspiegelt. eine überwältigende mehrheit der österreicher wollte damals teil deutschlands sein. nachdem die alliierten das ablehnten, waren die vorschläge renners, wie der neue staat heißen solle, “Südostdeutschland”, “Hochdeutschland”, “Deutsches Bergreich”, “Donau-Germanien”, “Ostsass”, “Ostdeutscher Bund”, “Deutschmark”, “Teutheim”, “Treuland”, “Friedeland” oder “Deutsches Friedland” – und schließlich “Deutschösterreich”. sämtliche vorschläge wurden von den aliierten untersagt obwohl die neue republik für kurze zeit deutschösterreich hieß.

und nun – im 21. jahrhundert scheint den schlaumeiern zur selbstbestimmung nur einzufallen, dass es zwei optionen gibt: wollen wir zurück (!?!?!) zum (nationalstaat) österreich oder wollen wir beim (nationalstaat) italien bleiben. das ist schwachsinn.

noch einen Zusatz möchte ich anmerken:
Bedenken diese Leute eigentlich auch den Schaden den sie anrichten? Sollte die Selbstbestimmung eines Tages auch aus Sicht der SVP erstrebenswert oder gar nötig werden, wie will man dann noch glaubwürdig argumentieren und den Bürgern vermitteln?

ich hätte da mal ne frage auf den heutigen bericht in der rai-bz tagesschau rauf: was ist der unterschied zwischen vollautonomie und selbstbestimmung? darf denn jetzt jeder mit solchen wörtern eigentlich beliebig um sich schmeißen und voraussetzen, dass alle das selbe meinen. so wie das mit dem wort “freistaat” der fall ist. arghhhhhhhhh – ich krieg die krise!!!

Verzeiht die Banalität der Argumentation:
a) Die Aufrechterhaltung des Status Quo ist die Grundlage für die Macht der SVP.
b) Südtirol hat an der Entwicklung des österreichischen Nationalbewusstseins seit 1945 nicht partizipiert, umgekehrt ist das österreichische Nationalbewusstsein fast ohne Bezugnahme auf Südtirol entstanden.
c) Bemerkenswert, dass LH Durnwalder nicht die positiven Effekte eines ergebnisoffenen Diskussionsprozesses erkennt. Mögliche Gefahren drohen nicht daraus, dass eine Diskussion stattfindet, sondern viel eher daran, wie sie geführt wird. Die SVP als etablierter und seriöser Akteur könnte sehr viel dazu beitragen, dass es zu einer fundierten und ausgewogenen Diskussion kommt.
d) Was sagen eigentlich ExponentInnen wie Martha Stocker zum apodiktischen Urteil des Herrn LH?

A occhio e croce il discorso sull’unità europea (…”im Rahmen der kontinentalen Einigung…”) s’è fatto recentemente persino più vago del vaghissimo riferimento all’Euregio. Questo può dare l’idea sulla “tempistica” delle trasformazioni auspicate da pérvasion.

Bezüglich der kontinentalen Einigung könnte die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise schneller Handlungen erfordern, als es unseren Politikern lieb ist. Sollten – was nicht unwahrscheinlich ist – Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland (und Italien) in diesem Jahr vor unlösbaren Finanzierungsschwierigkeiten stehen, dann gibt es nur 2 Auswege: Entweder wird der Integrationsprozess Europas durch eine einheitliche Steuer- und Wirtschaftspolitik vorangetrieben oder der Euro geht in dieser Form flöten. Eine einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik erfordert aber die Abtretung nationalstaatlicher Kompetenzen und die Stärkung des EU-Parlamentes und -Kommission. In dieser Lage wäre man gut beraten, wenn man neue, zukunftsfähige Modelle für die Überwindung der nationstaatlichen Kompetenzen und Stärkung der Regionen in petto hätte, allerdings wird das kaum diskutiert. Dass der Euro flöten geht, ist für mich unwahrscheinlich, mittlerweile ist der Euro als zweite globale Leitwährung unabdingbar, zudem würde es zu enormen Verwerfungen in Europa kommen.

ich spüre ein “Unwohlsein” in unserem Lande über alle Sprachgruppen hinweg.
Es ist diese unterschwellige Machtdemonstration einer selbsternannten Sammelpartei, welche durch zahlreiche “Wendemanöver” und letzthin auch zB durch erniedrigende “Schlaumeier-Verhandlungen” mit der derzeitigen (ungeliebten) Regierung negativ auffällt.

Wenn ich nun aus dem Munde jenes Mannes solche “Angst-und Panikverbreitende Worte” vernehme, dann stelle ich schon die Frage, ob der eigentlich dort wo er sitzt am rechten Platz ist ?

Dieser sog. “Landesvater” – wie er sich gerne beim Geldverteilen gibt – verdient (?) im Verhältnis zur Bevölkerung fast 100 X mehr als der derzeitige US-Präsident !!

Gleichzeitig gibts zB in Südtirol und spez. in Bozen schnell & stark steigende Altersarmut;
Ich kenne zB einige sparsame ital.sprechende Rentner , denen reicht das Geld nicht mal bis zum 10. des Monats.

Und dann kommt so ein Typ, der mit unseren Steuergeldern noch “Angst-und Schrecken” verbreitet ?
Danke, jetzt reichts aber !

ad werner:
banal aber wahr. nach dem selbstverständnis des nationalismus gibt es absolut keinen grund, warum österreich und deutschland zwei verschiedene nationen sein sollen. ein südburgenländer ist im nationalistischen verständnis bestimmt weiter von einem tiroler entfernt als ein bayer (und das ist nicht nur geographisch gemeint).
gepaart mit der recht praktischen opferrolle hat österreich nach dem zweiten weltkrieg ein nationales bewusstsein aufgebaut. eine art willensnation ist entstanden. aufgrund der geschichtlichen erreignisse war es leicht, sich von deutschland zu lösen, da ja niemand zu den bösen gehören wollte. dieser prozess hat verständlicherweise in südtirol nicht stattgefunden. das resultat dieses prozesses manifestiert sich noch heute in so banalen dingen wie der affinität zu einer fussballmannschaft. während es in südtirol häufig vorkommt, dass bei weltmeisterschaften den deutschen die daumen gedrückt werden, stünde man als deutschlandfan auf der innsbrucker fanmeile wohl allein auf weiter flur. (wenn da nicht die ganzen deutschen studenten wären wohlgemerkt).

P.S. L’anno prossimo, quando verranno rifatti simili sondaggi, basterà modulare in modo leggermente diverso le domande per avere percentuali maggiormente gradite ai sostenitori della secessione. Ma la situazione di fondo non muterà. In quanto: né il risultato negativo dei sondaggi in chiave indipendentista è di nocumento all’ideale dell’indipendenza, né è di vantaggio, alla stessa causa, un risultato positivo.

Die Umfragen, die ich etwas besser kenne und an denen ich teilweise beteiligt war (zwar nicht zur Frage Selbstbestimmung oder Eigenstaatlichkeit, aber zu Fragen des Vertrauens in Institutionen und zum Zusammenleben) zeigen wenig überraschend, dass es in Südtirol keinen manifesten Wunsch nach einer Änderung der Situation (also im Wesentlichen der Aufgabe der “Autonomie”) gibt.
Warum auch?
Es gibt aber auch nicht den Wunsch nach “mehr Demokratie”, wenn dieser nicht von einer “geistigen Elite” formuliert wird.
Vox populi fürchtet sich vor Ausländern, der Inflation, der Unsicherheit des Arbeitsplatzes und manche vor dem Klimawandel.
Wovon ich doch nach wie vor überzeugt bin, Gabriele, ist die Auflösung der Nationalstaaten. Die EU ist die einzige “politische” und “wirtschaftliche” Union ohne gemeinsame Fiskalpolitik. Dies erzeugt Spannungen und kann zu Änderungen führen, die nicht absehbar sind. Wer weiß, wie das wirtschaftlich äußerst heterogene Italien in Zukunft territorial gestaltet sein wird und welche Stellung dann Südtirol einnehmen wird? Wer weiß, welchen Handlungsspielraum ein italienischer Staat angesichts einer europäischen Fiskalpolitik haben wird?

Vielleicht muß man beim LH auch seine Situation in die Rechnung mit einbeziehen. Ein 70jähriger der bereits angekündigt hat 2013 auszusteigen hat kein Interesse noch etwas zu ändern. Alte wollen den Status Quo aufrecht erhalten und sind wahrscheinlich mehr darauf bedacht ein “Erbe” zu hinterlassen, an dem sie künftig gemessen und erinnert werden (wie Magnago). Da bekommt man vielleicht Panik, wenn man merkt wie zunehmend einem die Zügel entgleiten und die Felle davonschwimmen.

@succus
bin ebenfalls gespannt was diese Turbolenzen im EU Raum für Folgen haben werden. Da bräuchte man schon eine Kristallkugel, derzeit ist alles möglich. Vorstellbar wäre meines Erachtens schon, dass nur die starken Länder den Euro behalten und einige ausscheiden müssen. Wie auch immer, der Zahltag rückt näher. Italien wird für seine Sünden bluten, die Deutschen o.a. werden diese Altlasten sicher nicht schultern. Und dann wird auch der Traum vom “vielen Geld aus Rom” (eigentlich nur ein Märchen, wurde eh schon widerlegt) platzen und wenn bisher die SVP solche Argumente vorbrachte, so wird es in Zukunft unmöglich werden so zu argumentieren. Die Krise ist eine Katalysator für viele Interessante Entwicklungen: Belgien, Schottland, Katalonien – bald auch Süd-Tirol?

@hunter
Fussball ist ein schlechstes Beispiel, keiner ausser den Österreichern will zu Österreich halten, weil sie einfach miserabel spielen. :)

@werner
Eine Umfrage mit nur 500 Befragten halte ich ohnehin nicht für sehr aussagekräftig. Noch dazu kommt es auf die Art der Fragen an und die Gruppen die man befragt. Aber ich mache mir da keine allzugroßen Sorgen, wahrscheinlich kommt bald schon eine gegenteilige Studie oder Umfrage raus, würde mich nicht wundern. Kommt wohl mehr auf den Auftraggeber an als auf sonst was.

Verzeiht die Banalität der Argumentation:
a) Die Aufrechterhaltung des Status Quo ist die Grundlage für die Macht der SVP.
b) Südtirol hat an der Entwicklung des österreichischen Nationalbewusstseins seit 1945 nicht partizipiert, umgekehrt ist das österreichische Nationalbewusstsein fast ohne Bezugnahme auf Südtirol entstanden.
c) Bemerkenswert, dass LH Durnwalder nicht die positiven Effekte eines ergebnisoffenen Diskussionsprozesses erkennt. Mögliche Gefahren drohen nicht daraus, dass eine Diskussion stattfindet, sondern viel eher daran, wie sie geführt wird. Die SVP als etablierter und seriöser Akteur könnte sehr viel dazu beitragen, dass es zu einer fundierten und ausgewogenen Diskussion kommt.
d) Was sagen eigentlich ExponentInnen wie Martha Stocker zum apodiktischen Urteil des Herrn LH?

A occhio e croce il discorso sull’unità  europea (…”im Rahmen der kontinentalen Einigung…”) s’è fatto recentemente persino più vago del vaghissimo riferimento all’Euregio. Questo può dare l’idea sulla “tempistica” delle trasformazioni auspicate da pérvasion.

Bezüglich der kontinentalen Einigung könnte die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise schneller Handlungen erfordern, als es unseren Politikern lieb ist. Sollten – was nicht unwahrscheinlich ist – Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland (und Italien) in diesem Jahr vor unlösbaren Finanzierungsschwierigkeiten stehen, dann gibt es nur 2 Auswege: Entweder wird der Integrationsprozess Europas durch eine einheitliche Steuer- und Wirtschaftspolitik vorangetrieben oder der Euro geht in dieser Form flöten. Eine einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik erfordert aber die Abtretung nationalstaatlicher Kompetenzen und die Stärkung des EU-Parlamentes und -Kommission. In dieser Lage wäre man gut beraten, wenn man neue, zukunftsfähige Modelle für die Überwindung der nationstaatlichen Kompetenzen und Stärkung der Regionen in petto hätte, allerdings wird das kaum diskutiert. Dass der Euro flöten geht, ist für mich unwahrscheinlich, mittlerweile ist der Euro als zweite globale Leitwährung unabdingbar, zudem würde es zu enormen Verwerfungen in Europa kommen.

ich spüre ein “Unwohlsein” in unserem Lande über alle Sprachgruppen hinweg.
Es ist diese unterschwellige Machtdemonstration einer selbsternannten Sammelpartei, welche durch zahlreiche “Wendemanöver” und letzthin auch zB durch erniedrigende “Schlaumeier-Verhandlungen” mit der derzeitigen (ungeliebten) Regierung negativ auffällt.

Wenn ich nun aus dem Munde jenes Mannes solche “Angst-und Panikverbreitende Worte” vernehme, dann stelle ich schon die Frage, ob der eigentlich dort wo er sitzt am rechten Platz ist ?

Dieser sog. “Landesvater” – wie er sich gerne beim Geldverteilen gibt – verdient (?) im Verhältnis zur Bevölkerung fast 100 X mehr als der derzeitige US-Präsident !!

Gleichzeitig gibts zB in Südtirol und spez. in Bozen schnell & stark steigende Altersarmut;
Ich kenne zB einige sparsame ital.sprechende Rentner , denen reicht das Geld nicht mal bis zum 10. des Monats.

Und dann kommt so ein Typ, der mit unseren Steuergeldern noch “Angst-und Schrecken” verbreitet ?
Danke, jetzt reichts aber !

@anonym
Ich kenne zwar nicht die Umfrage, aber wenn eine Stichprobe gut gezogen wurde, gleichzeitig die Fragestellungen sauber konzipiert wurden, ist das Ergebnis sicherlich repräsentativ im statistischen Sinne. Abweichungen von wenigen Prozenten wären zwar möglich (und müssten auch angegeben werden), das Gesamtergebnis würde aber dadurch nicht beeinträchtigt werden.
Um zu beurteilen, wie gut die Umfrage gemacht wurde, sollte man die Ergebnisse und Methodik prüfen. Leider haben in der Regel Journalisten wenig Interesse (oder Zeit) dies zu hinterfragen. Deshalb schwirren in den Medien häufig widersprüchliche Meldungen umher.

ad werner:
banal aber wahr. nach dem selbstverständnis des nationalismus gibt es absolut keinen grund, warum österreich und deutschland zwei verschiedene nationen sein sollen. ein südburgenländer ist im nationalistischen verständnis bestimmt weiter von einem tiroler entfernt als ein bayer (und das ist nicht nur geographisch gemeint).
gepaart mit der recht praktischen opferrolle hat österreich nach dem zweiten weltkrieg ein nationales bewusstsein aufgebaut. eine art willensnation ist entstanden. aufgrund der geschichtlichen erreignisse war es leicht, sich von deutschland zu lösen, da ja niemand zu den bösen gehören wollte. dieser prozess hat verständlicherweise in südtirol nicht stattgefunden. das resultat dieses prozesses manifestiert sich noch heute in so banalen dingen wie der affinität zu einer fussballmannschaft. während es in südtirol häufig vorkommt, dass bei weltmeisterschaften den deutschen die daumen gedrückt werden, stünde man als deutschlandfan auf der innsbrucker fanmeile wohl allein auf weiter flur. (wenn da nicht die ganzen deutschen studenten wären wohlgemerkt).

P.S. L’anno prossimo, quando verranno rifatti simili sondaggi, basterà  modulare in modo leggermente diverso le domande per avere percentuali maggiormente gradite ai sostenitori della secessione. Ma la situazione di fondo non muterà . In quanto: né il risultato negativo dei sondaggi in chiave indipendentista è di nocumento all’ideale dell’indipendenza, né è di vantaggio, alla stessa causa, un risultato positivo.

Die Umfragen, die ich etwas besser kenne und an denen ich teilweise beteiligt war (zwar nicht zur Frage Selbstbestimmung oder Eigenstaatlichkeit, aber zu Fragen des Vertrauens in Institutionen und zum Zusammenleben) zeigen wenig überraschend, dass es in Südtirol keinen manifesten Wunsch nach einer Änderung der Situation (also im Wesentlichen der Aufgabe der “Autonomie”) gibt.
Warum auch?
Es gibt aber auch nicht den Wunsch nach “mehr Demokratie”, wenn dieser nicht von einer “geistigen Elite” formuliert wird.
Vox populi fürchtet sich vor Ausländern, der Inflation, der Unsicherheit des Arbeitsplatzes und manche vor dem Klimawandel.
Wovon ich doch nach wie vor überzeugt bin, Gabriele, ist die Auflösung der Nationalstaaten. Die EU ist die einzige “politische” und “wirtschaftliche” Union ohne gemeinsame Fiskalpolitik. Dies erzeugt Spannungen und kann zu Änderungen führen, die nicht absehbar sind. Wer weiß, wie das wirtschaftlich äußerst heterogene Italien in Zukunft territorial gestaltet sein wird und welche Stellung dann Südtirol einnehmen wird? Wer weiß, welchen Handlungsspielraum ein italienischer Staat angesichts einer europäischen Fiskalpolitik haben wird?

Vielleicht muß man beim LH auch seine Situation in die Rechnung mit einbeziehen. Ein 70jähriger der bereits angekündigt hat 2013 auszusteigen hat kein Interesse noch etwas zu ändern. Alte wollen den Status Quo aufrecht erhalten und sind wahrscheinlich mehr darauf bedacht ein “Erbe” zu hinterlassen, an dem sie künftig gemessen und erinnert werden (wie Magnago). Da bekommt man vielleicht Panik, wenn man merkt wie zunehmend einem die Zügel entgleiten und die Felle davonschwimmen.

@succus
bin ebenfalls gespannt was diese Turbolenzen im EU Raum für Folgen haben werden. Da bräuchte man schon eine Kristallkugel, derzeit ist alles möglich. Vorstellbar wäre meines Erachtens schon, dass nur die starken Länder den Euro behalten und einige ausscheiden müssen. Wie auch immer, der Zahltag rückt näher. Italien wird für seine Sünden bluten, die Deutschen o.a. werden diese Altlasten sicher nicht schultern. Und dann wird auch der Traum vom “vielen Geld aus Rom” (eigentlich nur ein Märchen, wurde eh schon widerlegt) platzen und wenn bisher die SVP solche Argumente vorbrachte, so wird es in Zukunft unmöglich werden so zu argumentieren. Die Krise ist eine Katalysator für viele Interessante Entwicklungen: Belgien, Schottland, Katalonien – bald auch Süd-Tirol?

@hunter
Fussball ist ein schlechstes Beispiel, keiner ausser den Österreichern will zu Österreich halten, weil sie einfach miserabel spielen. :)

@werner
Eine Umfrage mit nur 500 Befragten halte ich ohnehin nicht für sehr aussagekräftig. Noch dazu kommt es auf die Art der Fragen an und die Gruppen die man befragt. Aber ich mache mir da keine allzugroßen Sorgen, wahrscheinlich kommt bald schon eine gegenteilige Studie oder Umfrage raus, würde mich nicht wundern. Kommt wohl mehr auf den Auftraggeber an als auf sonst was.

vor ca. 15 jahren habe ich einmal mit magnago diskutieren können und ihn auch auf die frage der seccession hingewiesen, die auch er – gleich wie durnwalder – sofort und nur mit der möglichkeit des krieges verbunden hat.
als ich ihn auf die friedlichen grenzänderungen in europa seit 1989 hingewiesen hatte sagte er nur: ah jo des isch ah wohr!
fazit: in der svp steht die selbstbestimmung zwar ganz vorn im parteiprogramm, aber ich denke, dass nicht 10 mitglieder der partei es gelesen haben!
die haben einfach keine ahnung, was sie da vor sich her tragen. durnwalder sowieso nicht, denn er denkt ausschliesslich in geldkategorien und da kommen soziale (=gesellschaftliche) angelegenheiten schlichtweg nicht vor.

…. durch erniedrigende “Schlaumeier-Verhandlungen” mit der derzeitigen (ungeliebten) Regierung negativ auffällt…..

Se le trattative SVP-governo vi sono sembrate umilianti, non potete nemmeno immaginare come sono sembrate quelle tra governo e singoli deputati, comprati chissà con quali promesse ad personam oppure con il ricatto di fargli perdere la pensione per l’interruzione anticipata della legislatura.

…. Wer weiß, wie das wirtschaftlich äußerst heterogene Italien in Zukunft territorial gestaltet sein wird und welche Stellung dann Südtirol einnehmen wird?

Die Krise ist eine Katalysator für viele Interessante Entwicklungen: Belgien, Schottland, Katalonien – bald auch Süd-Tirol? ….

Sì, sono quasi convinto anch’io che diversi stati nazionali non reggeranno la doppia prova della crisi finanziaria e della globalizzazione, con lo spostamento del baricentro economico e culturale da Ovest a Est. Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

@anonym
Ich kenne zwar nicht die Umfrage, aber wenn eine Stichprobe gut gezogen wurde, gleichzeitig die Fragestellungen sauber konzipiert wurden, ist das Ergebnis sicherlich repräsentativ im statistischen Sinne. Abweichungen von wenigen Prozenten wären zwar möglich (und müssten auch angegeben werden), das Gesamtergebnis würde aber dadurch nicht beeinträchtigt werden.
Um zu beurteilen, wie gut die Umfrage gemacht wurde, sollte man die Ergebnisse und Methodik prüfen. Leider haben in der Regel Journalisten wenig Interesse (oder Zeit) dies zu hinterfragen. Deshalb schwirren in den Medien häufig widersprüchliche Meldungen umher.

@succus
da hast du natürlich völlig recht, Methodik usw. ist hier nicht bekannt. Bekannt ist nur daß es 500 Personen waren und das ist normalerweise bei Umfragen zuwenig. Aber wie ich schon sagte, es wird wohl viel vom Auftraggeber abhängen.

@tuscan
Ja eine Lösung wie jene der Tschechoslowakei damals ist natürlich das Beste. Auch wie Belgien sich nun auflösen wird (es spricht ja vieles dafür) ist hoch interessant, wird aber sicherlich auch nicht im Krieg enden, oder? Natürlich befürworte ich eine friedliche Lösung, alles andere wäre katastrophal, für alle Beteiligten, nicht nur für uns.
In Italien kann schon allein der von der Lega geforderte Föderalismus die Nation spalten. Dem Süden steht ohnehin das Wasser bis zum Hals und durch den Föderalismus wird das Problem noch verschärft, Verlierer wird eindeutig der Süden sein. Vielleicht, und das hoffe ich insgeheim, müssen wir gar nichts besonders tun und wachen eines Morgens auf und stellen verwundert fest, diesen Staat in dieser Form gibt es gar nicht mehr. Meine favorisierte Lösung :)

vor ca. 15 jahren habe ich einmal mit magnago diskutieren können und ihn auch auf die frage der seccession hingewiesen, die auch er – gleich wie durnwalder – sofort und nur mit der möglichkeit des krieges verbunden hat.
als ich ihn auf die friedlichen grenzänderungen in europa seit 1989 hingewiesen hatte sagte er nur: ah jo des isch ah wohr!
fazit: in der svp steht die selbstbestimmung zwar ganz vorn im parteiprogramm, aber ich denke, dass nicht 10 mitglieder der partei es gelesen haben!
die haben einfach keine ahnung, was sie da vor sich her tragen. durnwalder sowieso nicht, denn er denkt ausschliesslich in geldkategorien und da kommen soziale (=gesellschaftliche) angelegenheiten schlichtweg nicht vor.

…. durch erniedrigende ”Schlaumeier-Verhandlungen” mit der derzeitigen (ungeliebten) Regierung negativ auffällt…..

Se le trattative SVP-governo vi sono sembrate umilianti, non potete nemmeno immaginare come sono sembrate quelle tra governo e singoli deputati, comprati chissà  con quali promesse ad personam oppure con il ricatto di fargli perdere la pensione per l’interruzione anticipata della legislatura.

…. Wer weiß, wie das wirtschaftlich äußerst heterogene Italien in Zukunft territorial gestaltet sein wird und welche Stellung dann Südtirol einnehmen wird?

Die Krise ist eine Katalysator für viele Interessante Entwicklungen: Belgien, Schottland, Katalonien – bald auch Süd-Tirol? ….

Sì, sono quasi convinto anch’io che diversi stati nazionali non reggeranno la doppia prova della crisi finanziaria e della globalizzazione, con lo spostamento del baricentro economico e culturale da Ovest a Est. Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

@succus
da hast du natürlich völlig recht, Methodik usw. ist hier nicht bekannt. Bekannt ist nur daß es 500 Personen waren und das ist normalerweise bei Umfragen zuwenig. Aber wie ich schon sagte, es wird wohl viel vom Auftraggeber abhängen.

@tuscan
Ja eine Lösung wie jene der Tschechoslowakei damals ist natürlich das Beste. Auch wie Belgien sich nun auflösen wird (es spricht ja vieles dafür) ist hoch interessant, wird aber sicherlich auch nicht im Krieg enden, oder? Natürlich befürworte ich eine friedliche Lösung, alles andere wäre katastrophal, für alle Beteiligten, nicht nur für uns.
In Italien kann schon allein der von der Lega geforderte Föderalismus die Nation spalten. Dem Süden steht ohnehin das Wasser bis zum Hals und durch den Föderalismus wird das Problem noch verschärft, Verlierer wird eindeutig der Süden sein. Vielleicht, und das hoffe ich insgeheim, müssen wir gar nichts besonders tun und wachen eines Morgens auf und stellen verwundert fest, diesen Staat in dieser Form gibt es gar nicht mehr. Meine favorisierte Lösung :)

@ werner
du triffst den nagel auf den kopf. mit der eu hätten wir zwar eine institution, die eine wahre einigung möglich machen könnte, nur wird die selbe eu von nationalinteressen bestimmt – vor allem im immer noch mächtigen ministerrrat. und ins eu-parlament wählen die menschen aus trotz auch vermehrt nationalisten. (um ihrer regierung eins auszuwischen, weil sie meist nicht verstehen, was sie überhaupt wählen. sämtliche eu-wahlkämpfe in sämtlichen eu-ländern waren bislang von innenpolitik bestimmt). und dann wundern sie sich, wenn das werkl nicht funktioniert. das wäre irgendwie so, als wenn ich einen atheisten zum papst mache und mich dann beschwere, dass dieser nicht gottesfürchtig genug ist. leider wurden der intelligenz grenzen gesetzt, der dummheit aber nicht.
beispiel: die eu sorgt zwar für freien warenverkehr, aber alle staaten haben unterschiedliche körperschafts- und mehrwertsteuern. wir spielen das selbe spiel mit unterschiedlichen regeln. das ist – ihr habt es erraten – schwachsinn.

@anonym
freilich bin ich besser beraten, zu den österreichischen skifahrern zu halten. trotzdem ist mein beispiel aussagekräftig. denn auch österreicher halten zu anderen teams bei der wm (da die rot-weiß-roten ja meist nicht mitspielen). nur würde die mehrheit nie zu den deutschen halten. spanien, brasilien und sogar italien ist, was fußball betrifft, beliebter als deutschland.

zur umfrage: es hängt tatsächlich viel von der formulierung ab. denn reflexartig bedeutet beispielsweise die fragestellung “sind sie für die selbstbestimmung” meist “rückkehr zu österreich”, da immer in nationalen kategorien gedacht wird. wobei rückkehr eigentlich komisch ist, denn südtirol war nie teil eines österreichischen nationalstaates und bei salurn gab es noch nie eine grenze. wenn also nicht auch welschtirol “zurückkehren” sollte, ist die “wiedervereinigung” reiner umgekehrter nationalismus. und daher ist auch die bbd idee so gut!!!

@tuscan

Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

Certo che non andrà cosi liscio; la gente che vive nella ns. terra fa solo il ca 0,8 % della popolazione nazionale…..

@hunter
Das Verhältnis Österreich – Deutschland ist komplex. Wie du u.a. bereits weiter oben ausgeführt habt, hat dies vor allem historische Gründe die im 3. Reich und Ausgang des 2. Weltkriegs begründet sind. Darüber könnte man lange diskutieren, hat aber mit dem Thema hier nur am Rande zu tun.
Ich muss dir allerdings widersprechen, wir waren faktisch auch Teil der 1. österreichischen Republik, da die Annexion erst im Oktober 1920 erfolgte. Und ob die Grenze bei Salurn vorher schon mal bestand ist irrelevant. Sie ist die heutige Verwaltungsgrenze der Provinz und wäre konsequenterweise neue Grenze. Übrigens wäre sie Grenze geworden, hätte Italien das deutsch-österreichische Angebot von 1915 angenommen. Und die “Rückkehr oder Wiedervereinigung” ist nur eine Möglichkeit, meiner Meinung nach die derzeit unwahrscheinlichste die längst nur mehr eine Minderheit der Sezessionisten befürworten.

@martin
gerade weil wir nur sowenig ausmachen am ganzen Staat Italien, weshalb sollte dieser also einen Konflikt (Krieg, etc.) wegen so eines “Furzes” wie Süd-Tirol riskieren, wo er dadurch doch Milliarden verlieren würde, vom Imageschaden u.v.m. gar nicht zu reden. Alles spricht dagegen, nur das Bauchgefühl einiger Nationalisten und das Kalkül einiger Zündler nicht.

@anonym
der zu erwartende Konflikt ist höchstwahrscheinlich vor allem medialer Art;
Ich bin überzeugt, dass diverse Staatsstrategen -trotz zunehmend anderer (wichtigerer ?) Staatsprobleme- sich wieder vermehrt unserer “causa” widmen werden.
Es ist deshalb unabdingbar, dass diese unsere “causa” auch wirklich “unsere” – also vorurteilslos sprachgruppenübergreifend- ist und bleibt.
Es darf nicht der geringste Zweifel aufkommen, dass 1 der 3 Sprachgruppen sich vor einer Sezession fürchten müssen, sondern dass gerade wegen der möglichst hohen Selbstständigkeit diese 3 sich viel unvoreingenommener begegnen können.
Das könnten einige sicher verhindern wollen…..

@ werner
du triffst den nagel auf den kopf. mit der eu hätten wir zwar eine institution, die eine wahre einigung möglich machen könnte, nur wird die selbe eu von nationalinteressen bestimmt – vor allem im immer noch mächtigen ministerrrat. und ins eu-parlament wählen die menschen aus trotz auch vermehrt nationalisten. (um ihrer regierung eins auszuwischen, weil sie meist nicht verstehen, was sie überhaupt wählen. sämtliche eu-wahlkämpfe in sämtlichen eu-ländern waren bislang von innenpolitik bestimmt). und dann wundern sie sich, wenn das werkl nicht funktioniert. das wäre irgendwie so, als wenn ich einen atheisten zum papst mache und mich dann beschwere, dass dieser nicht gottesfürchtig genug ist. leider wurden der intelligenz grenzen gesetzt, der dummheit aber nicht.
beispiel: die eu sorgt zwar für freien warenverkehr, aber alle staaten haben unterschiedliche körperschafts- und mehrwertsteuern. wir spielen das selbe spiel mit unterschiedlichen regeln. das ist – ihr habt es erraten – schwachsinn.

@anonym
freilich bin ich besser beraten, zu den österreichischen skifahrern zu halten. trotzdem ist mein beispiel aussagekräftig. denn auch österreicher halten zu anderen teams bei der wm (da die rot-weiß-roten ja meist nicht mitspielen). nur würde die mehrheit nie zu den deutschen halten. spanien, brasilien und sogar italien ist, was fußball betrifft, beliebter als deutschland.

zur umfrage: es hängt tatsächlich viel von der formulierung ab. denn reflexartig bedeutet beispielsweise die fragestellung “sind sie für die selbstbestimmung” meist “rückkehr zu österreich”, da immer in nationalen kategorien gedacht wird. wobei rückkehr eigentlich komisch ist, denn südtirol war nie teil eines österreichischen nationalstaates und bei salurn gab es noch nie eine grenze. wenn also nicht auch welschtirol “zurückkehren” sollte, ist die “wiedervereinigung” reiner umgekehrter nationalismus. und daher ist auch die bbd idee so gut!!!

….. der zu erwartende Konflikt ist höchstwahrscheinlich vor allem medialer Art ….

Sottoscrivo totalmente. Il Sudtirolo dal punto di vista mediatico è molto più importante della sua superficie e popolazione. Attualmente parecchia gente ci ha puntato gli occhi sopra, basta citare pochi esempi: solo tre deputati SVP, però con una notevole forza contrattuale nei confronti di qualsiasi governo a Roma, forza che diventa enorme quando i governi sono particolarmente deboli e/o vergognosi (come l’attuale), e diciamo che molti adesso se ne sono accorti. La Provincia di Bellluno vuole l’autonomia speciale e dopo magari riunirsi a Trentino e Sudtirolo per fare la “Regio Dolomitica” (??), ma al di là di quello che ne pensano le altre due, la Lega Nord e il governatore del Veneto, Luca Zaia, hanno già detto NO. Chiaro, se cominciassero a chiedere l’autonomia singole province oppure singoli comuni per aggregarsi alle regioni a statuto speciale, salterebbe tutto il piano generale per l’autonomia (secessione ?) della Padania. Inoltre, sia in Padania che a Roma sanno benissimo che se la sola Lombardia smettesse di pagare allo stato i suoi € 40.000.000.000,- di saldo attivo, il governo non potrebbe MAI permettersi di lasciare a Trentino e Sudtirolo i 9/10 delle imposte raccolte, al Fiuli Venezia Giulia i 6/10 ecc.ecc. Salterebbero le finanze dello stato italiano e con loro l’Italia.

@tuscan

Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

Certo che non andrà¡ cosi liscio; la gente che vive nella ns. terra fa solo il ca 0,8 % della popolazione nazionale…..

@hunter
Das Verhältnis Österreich – Deutschland ist komplex. Wie du u.a. bereits weiter oben ausgeführt habt, hat dies vor allem historische Gründe die im 3. Reich und Ausgang des 2. Weltkriegs begründet sind. Darüber könnte man lange diskutieren, hat aber mit dem Thema hier nur am Rande zu tun.
Ich muss dir allerdings widersprechen, wir waren faktisch auch Teil der 1. österreichischen Republik, da die Annexion erst im Oktober 1920 erfolgte. Und ob die Grenze bei Salurn vorher schon mal bestand ist irrelevant. Sie ist die heutige Verwaltungsgrenze der Provinz und wäre konsequenterweise neue Grenze. Übrigens wäre sie Grenze geworden, hätte Italien das deutsch-österreichische Angebot von 1915 angenommen. Und die “Rückkehr oder Wiedervereinigung” ist nur eine Möglichkeit, meiner Meinung nach die derzeit unwahrscheinlichste die längst nur mehr eine Minderheit der Sezessionisten befürworten.

@martin
gerade weil wir nur sowenig ausmachen am ganzen Staat Italien, weshalb sollte dieser also einen Konflikt (Krieg, etc.) wegen so eines “Furzes” wie Süd-Tirol riskieren, wo er dadurch doch Milliarden verlieren würde, vom Imageschaden u.v.m. gar nicht zu reden. Alles spricht dagegen, nur das Bauchgefühl einiger Nationalisten und das Kalkül einiger Zündler nicht.

@anonym
der zu erwartende Konflikt ist höchstwahrscheinlich vor allem medialer Art;
Ich bin überzeugt, dass diverse Staatsstrategen -trotz zunehmend anderer (wichtigerer ?) Staatsprobleme- sich wieder vermehrt unserer “causa” widmen werden.
Es ist deshalb unabdingbar, dass diese unsere “causa” auch wirklich “unsere” – also vorurteilslos sprachgruppenübergreifend- ist und bleibt.
Es darf nicht der geringste Zweifel aufkommen, dass 1 der 3 Sprachgruppen sich vor einer Sezession fürchten müssen, sondern dass gerade wegen der möglichst hohen Selbstständigkeit diese 3 sich viel unvoreingenommener begegnen können.
Das könnten einige sicher verhindern wollen…..

….. der zu erwartende Konflikt ist höchstwahrscheinlich vor allem medialer Art ….

Sottoscrivo totalmente. Il Sudtirolo dal punto di vista mediatico è molto più importante della sua superficie e popolazione. Attualmente parecchia gente ci ha puntato gli occhi sopra, basta citare pochi esempi: solo tre deputati SVP, però con una notevole forza contrattuale nei confronti di qualsiasi governo a Roma, forza che diventa enorme quando i governi sono particolarmente deboli e/o vergognosi (come l’attuale), e diciamo che molti adesso se ne sono accorti. La Provincia di Bellluno vuole l’autonomia speciale e dopo magari riunirsi a Trentino e Sudtirolo per fare la “Regio Dolomitica” (??), ma al di là  di quello che ne pensano le altre due, la Lega Nord e il governatore del Veneto, Luca Zaia, hanno già  detto NO. Chiaro, se cominciassero a chiedere l’autonomia singole province oppure singoli comuni per aggregarsi alle regioni a statuto speciale, salterebbe tutto il piano generale per l’autonomia (secessione ?) della Padania. Inoltre, sia in Padania che a Roma sanno benissimo che se la sola Lombardia smettesse di pagare allo stato i suoi €.40.000.000.000,= di saldo attivo, il governo non potrebbe MAI permettersi di lasciare a Trentino e Sudtirolo i 9/10 delle imposte raccolte, al Fiuli Venezia Giulia i 6/10 ecc.ecc. Salterebbero le finanze dello stato italiano e con loro l’Italia.

@hunter: Völlig einverstanden, die gesamte öffentliche Diskussion krankt daran, dass fast alle Teilnehmer außerstande sind, außerhalb von »nationalen« Kategorien zu denken und zu argumentieren. Die meisten politischen, medialen, gesellschaftlichen Akteure gehen in ihren Annahmen davon aus, dass die nationale Dimension unumstößlich ist.

@Werner: Deine Analyse würde ich nicht banal, sondern kristallklar nennen.

c) Bemerkenswert, dass LH Durnwalder nicht die positiven Effekte eines ergebnisoffenen Diskussionsprozesses erkennt. Mögliche Gefahren drohen nicht daraus, dass eine Diskussion stattfindet, sondern viel eher daran, wie sie geführt wird. Die SVP als etablierter und seriöser Akteur könnte sehr viel dazu beitragen, dass es zu einer fundierten und ausgewogenen Diskussion kommt.

Das hätte man nicht besser formulieren können. Ich hoffe, man (die Bevölkerung, der Wähler) kriegt die SVP so weit, dass sie sich zumindest einer Diskussion nicht mehr entziehen kann.

d) Was sagen eigentlich ExponentInnen wie Martha Stocker zum apodiktischen Urteil des Herrn LH?

Martha Stocker stand bei der Pressekonferenz neben dem Landeshauptmann, doch mir wäre nicht bekannt, dass sie etwas dazu zu sagen gehabt hätte. Sie hat bestimmt eine Meinung dazu, doch solange sie nichts sagt, bringt das nichts.

@gadilu:

A occhio e croce il discorso sull’unità europea (im Rahmen der kontinentalen Einigung) s’è fatto recentemente persino più vago del vaghissimo riferimento all’Euregio.

Deine Überspitzung ist zwar verständlich, doch meiner Ansicht nach inhaltlich falsch. Die europäische Einigung hat zwar enorme und bedauerliche Rückschläge erlitten und schreitet viel langsamer voran, als mir lieb wäre, doch sie ist weder zum Stillstand gekommen, noch annähernd so vage, wie die Euregio namens Tirol – Südtirol/Alto Adige – Trentino. Die Europäische Union wirkt sich stark auf meinen Alltag aus (bis hin zu so konkreten Merkmalen wie die Währung), während ich nicht wüsste, welchen konkreten Einfluss die Euregio bislang auf mein Leben nimmt. Ich würde sagen: Einen absolut marginalen.

Den Rest hat succus präzise analysiert: Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder die europäische Integration schreitet voran, und dann sind wir gut beraten, eine Vision für unsere Rolle in diesem Prozess zu haben — oder aber die Union löst sich auf; dann würde dies aber vorerst eine vollinhaltliche Rückbesinnung auf den Nationalstaat zur Folge haben. Ich bin überzeugt, dass die Union fortbestehen und sich fortentwickeln wird. Im meiner Meinung nach unwahrscheinlichen zweiten Fall wäre eine Loslösung vom Nationalstaat Italien vielleicht noch dringender, als mit den heutigen Rahmenbedingungen — dann eben in Form eines vollwertigen Staates. Aber wie gesagt: Von einer solchen Entwicklung gehe ich nicht aus.

@tuscan:

Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

Solange wir uns auf dem soliden Boden der Demokratie bewegen, würde ich ausschließen, dass uns innerhalb der EU militärische Maßnahmen drohen. Solange wir Südtiroler nicht versuchen, den status quo durch Gewalt zu verändern, hat der Staat keinen Grund und keine Legitimation, einen »Krieg« anzuzetteln. Wir riskieren, dass unserem ggf. demokratisch zum Ausdruck gebrachten Wunsch nicht entsprochen wird. Wir riskieren vielleicht auch überzogene Maßnahmen durch Polizei und Justiz. Aber die Gefahr eines Krieges würde ich zu 100% ausschließen. Deshalb sollten wir die legitime Möglichkeit, durch politisch-demokratischen Druck, durch Lobbyarbeit und Verhandlungen etwas am Istzustand zu ändern und die Zukunft der Europäischen Union mit zu beeinflussen, selbstbewusst wahrnehmen.

@ anonym
auch wenn sich die abtrennung südtirols und die etablierung der ersten republik überschneiden, so wollte ich mit meiner kritik am begriff “rückkehr” viel mehr ausdrücken, dass damals die wahrnnehmung einer österreichischen nation noch nicht ausgeprägt war. würde südtirol nun zu österreich kommen, müssten die südtiroler eine nationale österreichische identität entwickeln. und ein derartiger prozess ist in meinen augen anachronistisch. das ist die philosophie des 20. jahrhunderts. (und wie pérvasion immer betont, würde es eine umkehrung der minderheitensituation bedeuten). nur eine lösung, die sich außerhalb nationaler termini orientiert, eliminiert minderheiten.

@hunter: Völlig einverstanden, die gesamte öffentliche Diskussion krankt daran, dass fast alle Teilnehmer außerstande sind, außerhalb von »nationalen« Kategorien zu denken und zu argumentieren. Die meisten politischen, medialen, gesellschaftlichen Akteure gehen in ihren Annahmen davon aus, dass die nationale Dimension unumstößlich ist.

@Werner: Deine Analyse würde ich nicht banal, sondern kristallklar nennen.

c) Bemerkenswert, dass LH Durnwalder nicht die positiven Effekte eines ergebnisoffenen Diskussionsprozesses erkennt. Mögliche Gefahren drohen nicht daraus, dass eine Diskussion stattfindet, sondern viel eher daran, wie sie geführt wird. Die SVP als etablierter und seriöser Akteur könnte sehr viel dazu beitragen, dass es zu einer fundierten und ausgewogenen Diskussion kommt.

Das hätte man nicht besser formulieren können. Ich hoffe, man (die Bevölkerung, der Wähler) kriegt die SVP so weit, dass sie sich zumindest einer Diskussion nicht mehr entziehen kann.

d) Was sagen eigentlich ExponentInnen wie Martha Stocker zum apodiktischen Urteil des Herrn LH?

Martha Stocker stand bei der Pressekonferenz neben dem Landeshauptmann, doch mir wäre nicht bekannt, dass sie etwas dazu zu sagen gehabt hätte. Sie hat bestimmt eine Meinung dazu, doch solange sie nichts sagt, bringt das nichts.

@gadilu:

A occhio e croce il discorso sull’unità  europea (…”im Rahmen der kontinentalen Einigung…”) s’è fatto recentemente persino più vago del vaghissimo riferimento all’Euregio.

Deine Überspitzung ist zwar verständlich, doch meiner Ansicht nach inhaltlich falsch. Die europäische Einigung hat zwar enorme und bedauerliche Rückschläge erlitten und schreitet viel langsamer voran, als mir lieb wäre, doch sie ist weder zum Stillstand gekommen, noch annähernd so vage, wie die Euregio namens Tirol – Südtirol/Alto Adige – Trentino. Die Europäische Union wirkt sich stark auf meinen Alltag aus (bis hin zu so konkreten Merkmalen wie die Währung), während ich nicht wüsste, welchen konkreten Einfluss die Euregio bislang auf mein Leben nimmt. Ich würde sagen: Einen absolut marginalen.

Den Rest hat succus präzise analysiert: Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder die europäische Integration schreitet voran, und dann sind wir gut beraten, eine Vision für unsere Rolle in diesem Prozess zu haben — oder aber die Union löst sich auf; dann würde dies aber vorerst eine vollinhaltliche Rückbesinnung auf den Nationalstaat zur Folge haben. Ich bin überzeugt, dass die Union fortbestehen und sich fortentwickeln wird. Im meiner Meinung nach unwahrscheinlichen zweiten Fall wäre eine Loslösung vom Nationalstaat Italien vielleicht noch dringender, als mit den heutigen Rahmenbedingungen — dann eben in Form eines vollwertigen Staates. Aber wie gesagt: Von einer solchen Entwicklung gehe ich nicht aus.

@tuscan:

Ma forse le cose potrebbero non andare così lisce e allegre come spera anonym, che probabilmente ha in mente una soluzione soft tipo Cechia / Slovacchia.

Solange wir uns auf dem soliden Boden der Demokratie bewegen, würde ich ausschließen, dass uns innerhalb der EU militärische Maßnahmen drohen. Solange wir Südtiroler nicht versuchen, den status quo durch Gewalt zu verändern, hat der Staat keinen Grund und keine Legitimation, einen »Krieg« anzuzetteln. Wir riskieren, dass unserem ggf. demokratisch zum Ausdruck gebrachten Wunsch nicht entsprochen wird. Wir riskieren vielleicht auch überzogene Maßnahmen durch Polizei und Justiz. Aber die Gefahr eines Krieges würde ich zu 100% ausschließen. Deshalb sollten wir die legitime Möglichkeit, durch politisch-demokratischen Druck, durch Lobbyarbeit und Verhandlungen etwas am Istzustand zu ändern und die Zukunft der Europäischen Union mit zu beeinflussen, selbstbewusst wahrnehmen.

@ anonym
auch wenn sich die abtrennung südtirols und die etablierung der ersten republik überschneiden, so wollte ich mit meiner kritik am begriff “rückkehr” viel mehr ausdrücken, dass damals die wahrnnehmung einer österreichischen nation noch nicht ausgeprägt war. würde südtirol nun zu österreich kommen, müssten die südtiroler eine nationale österreichische identität entwickeln. und ein derartiger prozess ist in meinen augen anachronistisch. das ist die philosophie des 20. jahrhunderts. (und wie pérvasion immer betont, würde es eine umkehrung der minderheitensituation bedeuten). nur eine lösung, die sich außerhalb nationaler termini orientiert, eliminiert minderheiten.

@ pé

Non è difficile immaginarsi un processo europeo di tipo “asintotico” o in “stile Penelope”.

@werner

Die Studie “Nationalstaaten liegen im Trend” dürfte die Entwicklung recht gut treffen.

Auch deshalb ist es sehr schwierig die Unabhängigkeit im BBD Sinne zu kommunizieren, ohne sogleich in “nationalstaatlichen Schablonen” kategorisiert zu werden. Die in der Studie aufgezeigte Renaissance des Nationalstaates untermauert zugleich die Notwendigkeit für Südtirol, den zukünftigen staatsrechtlichen Rahmen außerhalb eines jeden Nationalstaates anzustreben. Wir berauben uns ansonsten eines wesentlichen Teiles unseres Entwicklungspotentiales oder setzen langfristig das Überleben einer oder mehrerer Sprachgruppen aufs Ziel. Die nationalstaatliche Logik Italiens dominiert einen wesentlichen Teil der Südtiroler Realität. Dies ist der falsche institutionelle Rahmen für ein mehrsprachiges Land.

@werner

Die Studie “Nationalstaaten liegen im Trend” dürfte die Entwicklung recht gut treffen.

Auch deshalb ist es sehr schwierig die Unabhängigkeit im BBD Sinne zu kommunizieren, ohne sogleich in “nationalstaatlichen Schablonen” kategorisiert zu werden. Die in der Studie aufgezeigte Renaissance des Nationalstaates untermauert zugleich die Notwendigkeit für Südtirol, den zukünftigen staatsrechtlichen Rahmen außerhalb eines jeden Nationalstaates anzustreben. Wir berauben uns ansonsten eines wesentlichen Teiles unseres Entwicklungspotentiales oder setzen langfristig das Überleben einer oder mehrerer Sprachgruppen aufs Ziel. Die nationalstaatliche Logik Italiens dominiert einen wesentlichen Teil der Südtiroler Realität. Dies ist der falsche institutionelle Rahmen für ein mehrsprachiges Land.

Passend zum Thema zwei interessante Artikel, die bestimmte propagandistische Tendenzen im Land aufzeigen, zu denen ich auch die Aussagen des LH in diesem Artikel und deren mediale Aufbauschung zähle.

http://sitileaks.blogspot.com/2011/01/manipulation-und-propaganda-des_06.html

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2010/12/13/wasser-predigen-und-wein-trinken-jg-fordert-lueckenlose-aufklaerung.html

Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen den Artikel im Link 1 und bestimmte aufschlussreiche Kommentare im Link 2 durchzulesen.

Passend zum Thema zwei interessante Artikel, die bestimmte propagandistische Tendenzen im Land aufzeigen, zu denen ich auch die Aussagen des LH in diesem Artikel und deren mediale Aufbauschung zähle.

http://sitileaks.blogspot.com/2011/01/manipulation-und-propaganda-des_06.html

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2010/12/13/wasser-predigen-und-wein-trinken-jg-fordert-lueckenlose-aufklaerung.html

Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen den Artikel im Link 1 und bestimmte aufschlussreiche Kommentare im Link 2 durchzulesen.

Link 1:
Durchschnittliche, längst schon bekannte Meinungen, und sonst nichts. Nicht schlecht geschrieben, aber eben “mainstream”: Es ist nämlich gerade “IN” dagegen zu sein, und es braucht nicht mal eine alternative Meinung, dagegen sein reicht schon, oder?

Link 2:
Und was bitte soll an diesen Kommentaren interessant sein, es ist doch wie überall, die eine klagen an und die anderen verteidigen, und jedes Mittel ist gut genug, um über alles zu diskutieren(streiten?), anstatt über das angesprochene Thema, sehr viele Personen mit sehr grossen Brettern vor dem Kopf, und einem Abspielgerät im Kopf, das immer das gleiche sagt.

@alex
Danke für den Hinweis bezügl. Sitileaks, finde ich eine gute Aktion. Tatsächlich werden viele Taktiken und Methoden recht gut beschrieben. Bleibt zu hoffen dass sie nicht so stehen bleibt wie http://tschuessdolo.wordpress.com.
Unter einer freien Presse, Grundlage einer jeden Demokratie, verstehe ich jedenfalls etwas anderes.
Auch die Informationen zu Förderungen usw. finde ich nützlich denn so ist auch das fanatische Auftreten gegen die Selbstbestimmung verständlicher. Schließlich wäre man nicht mehr eine förderungswürde Zeitung einer sprachlichen Minderheit wenn wir einen eigenen Staat oder die Rückkehr zu Österreich bekommen würden.
So wird auch das Aufbauschen der Aussagen des Landeshauptmannes, um den es ja in diesem Thread geht, verständlicher. Passt eben gut ins Konzept.

Link 1:
Durchschnittliche, längst schon bekannte Meinungen, und sonst nichts. Nicht schlecht geschrieben, aber eben “mainstream”: Es ist nämlich gerade “IN” dagegen zu sein, und es braucht nicht mal eine alternative Meinung, dagegen sein reicht schon, oder?

Link 2:
Und was bitte soll an diesen Kommentaren interessant sein, es ist doch wie überall, die eine klagen an und die anderen verteidigen, und jedes Mittel ist gut genug, um über alles zu diskutieren(streiten?), anstatt über das angesprochene Thema, sehr viele Personen mit sehr grossen Brettern vor dem Kopf, und einem Abspielgerät im Kopf, das immer das gleiche sagt.

@alex
Danke für den Hinweis bezügl. Sitileaks, finde ich eine gute Aktion. Tatsächlich werden viele Taktiken und Methoden recht gut beschrieben. Bleibt zu hoffen dass sie nicht so stehen bleibt wie http://tschuessdolo.wordpress.com.
Unter einer freien Presse, Grundlage einer jeden Demokratie, verstehe ich jedenfalls etwas anderes.
Auch die Informationen zu Förderungen usw. finde ich nützlich denn so ist auch das fanatische Auftreten gegen die Selbstbestimmung verständlicher. Schließlich wäre man nicht mehr eine förderungswürde Zeitung einer sprachlichen Minderheit wenn wir einen eigenen Staat oder die Rückkehr zu Österreich bekommen würden.
So wird auch das Aufbauschen der Aussagen des Landeshauptmannes, um den es ja in diesem Thread geht, verständlicher. Passt eben gut ins Konzept.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele maßgebliche Poltiker die hier mitlesen, von der BBD-Idee überzeugt sind. Wenn ich mir heute bestimmte Aussagen von einem Südtiroler Abgeordneten zum röm. Parlament anschaue, liegt meine Vermutung nahe ;).

@Steffl
ich denke es ist eine Sache was diese Herren in der Presse sagen und eine andere was Sie wirklich denken. Zeller ist vielleicht einer jener wenigen die einigermaßen offen ihre Meinung sagen.

Der LH mit seiner “Kriegsdrohung” hat übrigens nur Tage später im Pustertal gesagt man behalte sich das Recht und die Option offen und wenn es nötig sei wird man die Selbstbestimmung durchziehen – dann wohl scheinbar ohne Krieg als ob dies nur vom ihm abhängt. Ja was nun?

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele maßgebliche Poltiker die hier mitlesen, von der BBD-Idee überzeugt sind. Wenn ich mir heute bestimmte Aussagen von einem Südtiroler Abgeordneten zum röm. Parlament anschaue, liegt meine Vermutung nahe ;).

@Steffl
ich denke es ist eine Sache was diese Herren in der Presse sagen und eine andere was Sie wirklich denken. Zeller ist vielleicht einer jener wenigen die einigermaßen offen ihre Meinung sagen.

Der LH mit seiner “Kriegsdrohung” hat übrigens nur Tage später im Pustertal gesagt man behalte sich das Recht und die Option offen und wenn es nötig sei wird man die Selbstbestimmung durchziehen – dann wohl scheinbar ohne Krieg als ob dies nur vom ihm abhängt. Ja was nun?

Heute bemüht die Tageszeitung sogar Russland als Schreckgespenst gegen Separatismus. In einem Interview »warnt« Alexander Prokhorow, Korrespondent des öffentlichen Radios Stimme Russlands:

Gerade am Mittwoch habe der russische Staatspräsident Wladimir Putin eine Rede gehalten, in der er besonders betonte, dass jedes Zeichen und jede Bewegung des Separatismus aus der Politik ausgeschlossen werden müsse […]. »Jede Art von Separatismus, jeder Konflikt dieser Art und auch kleine, nationale Bewegungen sind gefährlich.«

Ein Plädoyer gegen Nationalismus? Mitnichten, denn kurz darauf sagt derselbe Herr:

Die Synergien, die sich daraus ergeben, dass viele Völker und Ethnien in einem Staat leben, muss man nutzen. Nutzen [soll] man sie vor allem, um sich wieder Eins zu fühlen, ein Gefühl der Nationalität, der gemeinsamen Kultur und Spiritualität aufzubauen.

Es klingt zwar schön, dass viele Völker und Ethnien in einem Staat leben. Doch sie tun es unter dem Selbstverständnis der russischen Einswerdung, der nationalen Bevormundung, wie selbst Prokhorow verkündet. Wirkliche Vielfalt hat in Staaten, die sich aufgrund der Nation — also angeblich angeborener, gemeinsamer Eigenschaften — definieren, keinen Platz.

Tief sind wir gesunken, wenn wir schon Aufrufe wiedergeben, auf einen demokratischen Prozess zu verzichten, noch dazu von jemandem, der sich dazu auf den Präsidenten eines Staates beruft, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

meinungs- und willensbekundungen unterdrücken ist also das gebot der stunde. tschetschenien als vorbild für südtirol. großartig. das treibt alles derart bizarre blüten. wahnsinn.

Ein Blatt aus einem Minderheitengebiet (wie die TAZ) hätte, anstatt kritiklos die Predigt eines Putingetreuen wiederzugeben, mal nachfragen können, wie Russland die Synergien eines Vielvölkerstaats nutzen will, wenn dieser Staat seine Minderheiten mit allen Mitteln unterdrückt. So wurde erst diesen November unter einem Vorwand die Vertretung der nordrussischen Minderheiten RAIPON (Russian Association of Indigenous Peoples of the North) kurzerhand für sechs Monate geschlossen, wie u.a. die Huntington News berichten. RAIPON stört den industriellen Raubbau an natürlichen Ressourcen in den Minderheitengebieten, da kommen diese sechs Monate gerade gelegen.

Schikanen und Einschüchterung von (kulturellen, ethnischen, politischen…) Minderheiten sind in Russland an der Tagesordnung — da könnte uns Herr Prokhorow von der Stimme Russlands sicher noch den einen oder anderen interessanten Tipp geben.

es ist in der tat kühn, was die taz da abzieht. einmal abgesehen davon, dass der artikel selbst in einem unterirdischen deutsch geschrieben ist, welches selbst für grundschüler beschämend wäre.

Heute bemüht die Tageszeitung sogar Russland als Schreckgespenst gegen Separatismus. In einem Interview »warnt« Alexander Prokhorow, Korrespondent des öffentlichen Radios Stimme Russlands:

Gerade am Mittwoch habe der russische Staatspräsident Wladimir Putin eine Rede gehalten, in der er besonders betonte, dass jedes Zeichen und jede Bewegung des Separatismus aus der Politik ausgeschlossen werden müsse […]. »Jede Art von Separatismus, jeder Konflikt dieser Art und auch kleine, nationale Bewegungen sind gefährlich.«

Ein Plädoyer gegen Nationalismus? Mitnichten, denn kurz darauf sagt derselbe Herr:

Die Synergien, die sich daraus ergeben, dass viele Völker und Ethnien in einem Staat leben, muss man nutzen. Nutzen [soll] man sie vor allem, um sich wieder Eins zu fühlen, ein Gefühl der Nationalität, der gemeinsamen Kultur und Spiritualität aufzubauen.

Es klingt zwar schön, dass viele Völker und Ethnien in einem Staat leben. Doch sie tun es unter dem Selbstverständnis der russischen Einswerdung, der nationalen Bevormundung, wie selbst Prokhorow verkündet. Wirkliche Vielfalt hat in Staaten, die sich aufgrund der Nation — also angeblich angeborener, gemeinsamer Eigenschaften — definieren, keinen Platz.

Tief sind wir gesunken, wenn wir schon Aufrufe wiedergeben, auf einen demokratischen Prozess zu verzichten, noch dazu von jemandem, der sich dazu auf den Präsidenten eines Staates beruft, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

meinungs- und willensbekundungen unterdrücken ist also das gebot der stunde. tschetschenien als vorbild für südtirol. großartig. das treibt alles derart bizarre blüten. wahnsinn.

Ein Blatt aus einem Minderheitengebiet (wie die TAZ) hätte, anstatt kritiklos die Predigt eines Putingetreuen wiederzugeben, mal nachfragen können, wie Russland die Synergien eines Vielvölkerstaats nutzen will, wenn dieser Staat seine Minderheiten mit allen Mitteln unterdrückt. So wurde erst diesen November unter einem Vorwand die Vertretung der nordrussischen Minderheiten RAIPON (Russian Association of Indigenous Peoples of the North) kurzerhand für sechs Monate geschlossen, wie u.a. die Huntington News berichten. RAIPON stört den industriellen Raubbau an natürlichen Ressourcen in den Minderheitengebieten, da kommen diese sechs Monate gerade gelegen.

Schikanen und Einschüchterung von (kulturellen, ethnischen, politischen…) Minderheiten sind in Russland an der Tagesordnung — da könnte uns Herr Prokhorow von der Stimme Russlands sicher noch den einen oder anderen interessanten Tipp geben.

es ist in der tat kühn, was die taz da abzieht. einmal abgesehen davon, dass der artikel selbst in einem unterirdischen deutsch geschrieben ist, welches selbst für grundschüler beschämend wäre.

[…] Die Südtiroler Volkspartei lehnte im Landtag — gemeinsam mit Grünen und Demokraten — das Menschenrecht auf Selbstbestimmung ab. Sie stimmte im Regionalrat mit dem Argument für die Beibehaltung der sinnentleerten Region Südtirol-Trentino, dass man doch blöd wäre, Rom zu einer Abänderung des Autonomiestatuts aufzufordern. Genau dies tut die SVP jedoch in ihrem Koalitionsabkommen mit den Demokraten, mittels dessen sie uns Südtiroler sogar zur anteilsmäßigen Übernahme der Zinsen auf die Staatsschulden verpflichtet. Die Causa SEL, die auch einen großen Teil der unbeteiligten Politiker im Lande »bindet«, braucht gar nicht gesondert erwähnt zu werden. In zahlreichen Gemeinden regierte die Sammelpartei nach wie vor mit Selbstherrlichkeit, während sie nach außen hin kaum imstande war, die Interessen des Landes zu wahren. So gelang es etwa nicht, die Gleichstellung der deutschen Sprache bei der Integration von Zuwanderern zu erreichen; das ist ein Thema, das für die Überlebensfähigkeit einer Minderheit nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die großmundig angekündigte Entfernung oder Historisierung der Monumente aus faschistischer Epoche scheiterte und wurde vom staatlichen Verhandlungspartner boykottiert. Selbst die Einrichtung einer Dokumentationsstätte unter dem Bozner Siegesdenkmal wurde kürzlich sang- und klanglos auf bessere Zeiten verschoben. Der Plünderung des Landeshaushalts durch Mario Monti musste man weitgehend tatenlos zusehen, obwohl das Mailänder Abkommen zuvor in höchsten Tönen (Durnwalder: »sichere Finanzierung«, »Einnahmenplus«) gelobt wurde. Auch sonst mochte sich die Volkspartei nicht an alte Versprechungen erinnern, etwa hinsichtlich der Selbstbestimmung im Falle von Vertragsbruch. Vielmehr wurden Unabhängigkeitsbefürworter — während in Europa mehrere Sezessionsprozesse fortschritten — von LH Durnwalder noch Anfang 2011 pauschal als Kriegstreiber diffamiert. […]

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